Eurofighter kollidiert bei Abfangübung mit Zielflugzeug, Learjet abgestürzt (Neufassung)

Bei einer Abfangübung der Luftwaffe über dem Sauerland ist am (heutigen) Montag ein Learjet nach dem Zusammenstoss mit einem Eurofighter abgestürzt. Die zivile Maschine der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) stürzte nach der Kollision über unbewohnten Gebiet bei Olsberg ab, vermutlich waren ein Pilot und ein Passagier an Bord. Der beschädigte Kampfjet konnte nach Angaben der Bundeswehr sicher auf dem Stützpunkt Nörvenich, der Basis des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 Boelcke, landen. Der Pilot blieb unverletzt.

Ein weiterer Eurofighter, der an der Übung, nicht aber an dem Zusammenstoss beteiligt war, landete ebenfalls sicher. Die Luftwaffe übt regelmäßig mit der GFD das Abfang von zivilen Maschinen über Deutschland.

Die Gründe für den Unfall sind noch unklar. Auch zum Schicksal der beiden Personen an Bord des Learjets gibt es noch keine Angaben. Da eine zivile Maschine beteiligt war, liegt die Federführung für die Aufklärung des Unfalls bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig.

Weiter nach Entwicklung, gerne in den Kommentaren.

Nachtrag: Fotos von der abgestürzten Maschine gibt es hier und hier vom Twitter-Nutzer @Z3tt88.

Nachtrag 2: Am Tag danach hat die Luftwaffe eine Mitteilung zu dem Unglück veröffentlicht – wer findet sie auf bundeswehr.de?

bundeswehr_de_flugunfall_20140623-2

(Spoiler: rechts unten unter Weitere Themen; hier der Link zur Meldung.)

(Foto: Eurofighter im Einsatz als Abfangjäger – Bundeswehr/Bicker via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

118 Kommentare zu „Eurofighter kollidiert bei Abfangübung mit Zielflugzeug, Learjet abgestürzt (Neufassung)“

  • Ralf   |   25. Juni 2014 - 14:19

    @Voodoo
    Yep, war im ZDF bei Heute, während der Halbzeit. Dachte auch schon, bin ich jetzt bei RTL oder Monitor :) Und dafür zahlt man dann auch noch Gebühren.

  • Voodoo   |   25. Juni 2014 - 14:23

    Es wurde hier schon früher festgestellt, das viele Piloten, die in zivilen Gesellschaften Zieldarstellung fliegen, selber über einen militärischen Hintergrund verfügen. Ferner dürfte auch zu verzeichnen sein, dass die zivilen Piloten querschnittlich wahrscheinlich mehr Flugstunden vorweisen können, als ihre militärischen Pendants. Auch wage ich zu behaupten, dass in der militärischen Luftfahrt kein bzw. selten ein Manöver stattfindet, was vorher nicht haarklein von beiden(!) Seiten besprochen worden ist.

    Evtl. sollte das mal jemand (der Kommodore?!) offensiver verbreiten, anstatt etwas vom Luft-ADAC zu erzählen.

  • freyarm   |   25. Juni 2014 - 14:24

    @ mitch
    kann nicht so schwer sein (sollte gopro da nichts gefaked haben):
    http://www.youtube.com/watch?v=zJaTQWFwW70

  • klabautermann   |   25. Juni 2014 - 14:34

    na ja, die Hinterbliebenen der Lwarjet-Besatzung, die Firma GFD und deren VersGesellschaft sind natürlich auch ganz begeistert über diese Spekulationen der Lw.

    Die Lw in personam des General Flugsicherheit in der Bundeswehr sollte doch wohl ganz genau wissen, was alles im Rahmen einer Flugunfalluntersuchung abgeklopft wird, bevor ein abschließendes Ergebnis vorliegt. BFD hat schon gestern gesagt, dass mit einem Zwischenergebnis frühestens in 8 Wochen zu rechnen ist.
    Das ist einfach unprofessionell von Seiten der Lw, solche Spekulationen in die Öffentlichkeit zu setzen. Wer mit dem Finger………etc.

  • Voodoo   |   25. Juni 2014 - 14:44

    @klabautermann

    Eben drum. Ein Hinweis, dass auf beiden Seiten der Tragödie Profis gesessen haben, die wussten, was genau wie passieren sollte, hätte so mancher der jetzt aufkeimenden blödsinnigen Berichterstattungen und Spekulationen Einhalt geboten.

    Dass sich die Lw danach ebenso an diesen Standard halten müsste, liegt auf der Hand. Aber hey – Luftmacht und so^^

  • klabautermann   |   25. Juni 2014 - 14:57

    @Voodoo

    Sie wissen doch ganz genau, dass bei jeder scharfen Übung Sicherheits-margins festgeschrieben sind. Solche Sicherheits-margins berücksichtigen heutzutage gerade in der militärischen Luft-und Raumfahrt das sogenannte group-think-risk (siehe auch Challenger- und Columbia-Unglück).
    Außerdem verstehe ich wirklich nicht, warum bei einer realistischen Übung, ein Zieldarstellungspilot sich so verhalten sollte wie ein erfahrener Zivil- oder ehemaliger Militär-Pilot. Wie oft wird denn rein statistisch ein Zivilpilot durch Abfangjäger vom Himmel gelotst ? Verständigungsfehler muß man immer in ein realistisches Szenario und damit die Sicherheits-margins einbauen.
    Es gibt hier objektiv noch eine ganze Menge offene Frage.

  • Elahan   |   25. Juni 2014 - 15:04

    @Quino

    Der Gewinn von über 10 Mio, könnte ein Grund sein :-)

    Warum sollten das die Bw machen und was würde das kosten?

  • Quino   |   25. Juni 2014 - 15:15

    Elahan
    ich glaube mich erinnern zu können, dass vor nicht allzu langer Zeit viele Übungen mit BW Flugzeugen und Militärflugzeuegn aus Nachbarländern ausgeführt wurden. Hat sich das verändert?

  • SchmidtM   |   25. Juni 2014 - 19:31

    @JCR/Klabautermann

    Ja, der deutsche EF hat kein Pirate, aber das ist keine Kamera. Das Head Up Display wird durch eine Kamera aufgezeichnet. Vom Hinterher fliegenden Flugzeug sollten auch die Radardaten vorhanden sein.
    Eine Kamear einzubauen ist jetzt auch nicht soo einfach. Entweder muss der Pilot die von Hand richten und der hat in der Phase eigentlich anders zu tun. Auf dem Helm ist dem Ausstieg mit dem Schleudersitz halt sehr abträglich.
    Ich kenne auch kein anderes Flugzeug das eine Kamera extra für air policing eingebaut hat. Die haben aber öfter einen LDP dabei und können dessen CCD nutzen.

  • SchmidtM   |   25. Juni 2014 - 19:51

    @ crm-moderato

    flaps up +3 -1 G

  • Voodoo   |   25. Juni 2014 - 20:13

    @ klabautermann

    Alles gut, ich glaube diesmal sind wir auf der selben Seite ;-)

  • JCR   |   25. Juni 2014 - 20:46

    @SchmidtM
    Die Kamera nimmt aber nur das auf, was im HUD ist, oder? Also eine klassische „Gun Cam“.
    PIRATE hätte halt den Vorteil, daß man einen wesentlich weiteren Blickwinkel hätte (ich gehe mal davon aus daß bei Pirate auch aufgezeichnet wird).

    Was mich wirklich deprimiert hat war dieser ungeheuer „investigative“ Bericht beim Heute Journal gestern in der Halbzeit beim Fußball wo die mit Google Earth beweisen wollten, daß das kein „unbewohntes Gebiet“ war ;)

  • Voodoo   |   25. Juni 2014 - 20:50

    @JCR

    Dann sind wir schon drei. Geistreich und unglaublich wichtig waren auch die Augenzeugenberichte, klasse… Peter Kloeppel wurde wahrscheinlich grün vor Neid.

  • SchmidtM   |   25. Juni 2014 - 20:55

    Was ich gesehen habe, war der Winkel schon etwas größer als die klassische gun cam, aber guckt natürlich fest nach vorne.

    Ich denke nicht das man sich von Pirate ein „Bild“ anzeigen lassen kann. Weil es eben nicht als Kamera gedacht ist. Bin da aber auf dünnem Eis.

  • JCR   |   25. Juni 2014 - 21:02

    Ich denke mal beides. Ich glaube das klassische russische IRST hat keine Bildanzeige, aber mit Digitaltechnologie dürfte heute beides möglich sein.
    Aber Pirate hätte insofern nichts genützt, da der Learjet ja von unten aufschlug.

  • Vtg-Amtmann   |   25. Juni 2014 - 21:09

    @Voodoo zu http://augengeradeaus.net/2014/06/learjet-nach-kollision-mit-eurofighter-ueber-dem-sauerland-abgestuerzt/comment-page-3/#comment-131006.
    Man kann über die Presse- und Informationsarbeit der Bw, wie binnen der letzten Tage erfolgt, nur noch den Kopf schütteln. Das gilt nicht nur im hier gegenständlichen Fall, sondern genauso für den jüngsten NH90-Triebwerksausfall bei Termez und auch für die Stellungnahme zum angeblich verseuchten Lager in Banqui.

    Es gilt – sofern überhaupt schon opportun – von den knallharten Fakten zu berichten und ansonsten sein „Schlabbermaul“ zu halten. Beschönigungen, Ausreden, Verzerrungen, Vertuschungen, Unterschlagungen und dreiste Lügen haben ebenso wie unterschwellige Schuldzuweisungen kurze Beine und rächen sich in den Medien und bei der Öffentlichkeit bitterlich.

    Glauben denn die „Pressemuftis“ der Bw, es lassen sich alle – außer Ihnen – für dumm verkaufen? Die derart provozierten Reputationsschäden der Bw und des BMVg sind vehement, die Opposition greift diese natürlich sofort medial wirksam auf und die damit erfolgten Schädigungen des Ansehens des Dienstherren durch den PrInfoStab BMVg und die diversen PIZ in der Öffentlichkeit bewegen sich längst im soldatischen und beamtenrechtlichen Disziplinarbereich!

    Dieses Spielchen gehen doch schon seit der EuroHawk-Affaire und zeitgleich mit dem HC-MoU zu NH90 und MH90, etc. bis heute weiter. Etabliert hat sich dieser Stil mit ex-StS S.B., ex-StS R.W. ex-StS C.S. und AL-AiN D.S sowie ex-IBUK TdM! Wann fängt denn entgültig „Ursula von dem Lasso“ ihre verbliebenen „Buffalos“ der nächst unteren Ebene ein?

  • CRM-Moderator   |   26. Juni 2014 - 0:42

    @SchmidM: „Flaps up 3G“

    Danke. Mein nicht abrufbarer 3. You-tube link vom obigen Post, zeigt auch eine Agilität des Learjets, die vielleicht vom ein oder anderen Laien so nicht erwartet wird.

    Versuche gerade für mich mental zusammenzubasteln, wie nah man aneinander dran gewesen sein muss, um den EF nach dem einrollen während der Kurve von unten zu treffen.
    Bzw. umgekehrt: Wie weit man von einander entfernt gewesen sein muss (ohne hinter dem EF ausrollen und in den Jetwash zu kommen), um soviel kin. Energie aufbauen zu können, dass es nach einer Berührung nicht nur bei „leichten“ Beschädigungen bleibt, sondern der Zusatztank abgerissen wird.

    GenFlusSi und Co. werden es rausfinden.

    Stichwort Echolon turn. 2.8.3
    „Wing: Since you are on the outside of the turn, you will be traveling a longer distance than Lead. Use power to make corrections fore and aft, back pressure to maintain hori-
    zontal spacing and bank to make corrections up or down. “

    http://www.flyfast.org/sites/all/docs/FAST_FKG.pdf

  • xyz   |   26. Juni 2014 - 1:37

    „Ja, der deutsche EF hat kein Pirate, aber das ist keine Kamera.“

    Mit welcher Begründung eigentlich? Pirate war doch eigentlich elementarer Bestandteil des EF.