Beschlossen: Bundeswehr geht (wieder) nach Somalia

Fast 20 Jahre nach ihrem Abzug aus Somalia wird die Bundeswehr wieder in dem ostafrikanischen Bürgerkriegsland aktiv. Der Bundestag billigte am (heutigen) Donnerstag mit den Stimmen der Koalition einen Einsatz deutscher Soldaten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu zur Unterstützung der Streitkräfte des Landes. Im Rahmen der EU-Trainingsmission Somalia hatte die Bundeswehr bereits bis zum Ende des vergangenen Jahres somalische Soldaten ausgebildet – allerdings in einem Camp in Bihanga in Uganda. Nach der Verlegung der EU-Mission nach Somalia hatte Deutschland sich zunächst nicht mehr an dieser Mission beteiligt.

Nach Belet Huen (Foto oben), wo die Bundeswehr 1993 und 1994 eingesetzt war, werden die maximal 20 deutschen Soldaten (vermutlich werden es weniger) kaum kommen. Im Mandat ist festgelegt:

Eine Begleitung der somalischen Streitkräfte in Einsätze oder eine direkte Unterstützung der militärischen Operationen der multinationalen Friedensmission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) oder der somalischen Streitkräfte findet nicht statt.

Allerdings umfast das mandatierte Einsatzgebiet die Staatsgrenzen Somalias. In Mogadischu selbst werden die deutschen Ausbilder überwiegend in einem geschützten Bereich am Flughafen tätig sein, teilweise auch im Regierungssitz, der Villa Somalia.

(Formal gesehen, ist die Bundeswehr natürlich schon länger in Somalia aktiv – mit der EU-Antipirateriemission Atalanta. Deren Wirken ist allerdings auf die Küste und das Meer davor beschränkt.)

Nachtrag: Für die Grünen hat deren verteidigungspolitische Sprecherin Agnieszka Brugger erläutert, warum die Fraktion dem Einsatz nicht zugestimmt hat.

(Foto: Female Somali National Army (SNA) soldiers stand to attention at a training camp in Belet Huen on February 19, 2013, where the SNA are given training by the Djiboutian contingent of the African Union Mission in Somalia (AMISOM) –  AU UN IST PHOTO / TOBIN JONES)

 

 

15 Gedanken zu „Beschlossen: Bundeswehr geht (wieder) nach Somalia

  1. „die deutschen Ausbilder überwiegend in einem geschützten Bereich am Flughafen tätig sein, teilweise auch im Regierungssitz, der Villa Somalia.“

    Wenn sich das „geschützt“ auch auf den Regierungssitz beziehen soll, würde ich dies eventuell in „-“ setzen. Es sei nur an den al-Shabaab-Angriff vom 21. Februar diesen Jahres erinnert. http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-26288846

    Also ungefährlich und „sicher“ wird die Mission sicher nicht, auch wenn sie nur konsequent und längst überfällig ist.

  2. Dann hätte ich doch formuliert überwiegend in geschützten Bereichen am Flughafen, teilweise auch im Regierungssitz, der Villa Somalia, tätig sein… Habe ich aber nicht. ;-)

  3. ‚bin auf die Reaktionen gespannt wenn tatsächlich einmal deutsche Soldaten entführt werden. Hoffen wir, daß das nicht passiert.

  4. Ein Ost Konflikt und eine zu Wünschen V-Ministerin
    Vielleicht werden wir am Ende doch Truppen an Polen schicken müssen
    Reparaturen an DINGO/EALE IV geht über Jahre Pro Jahr schaffen die nur 100 DINGO/ EAGLE IV ( Das dauert noch Jahre )
    Neue Fahrzeuge wird immer wieder gefordert aber kein Geld da
    Heldenhaft haben die es geschafft die restliche 76 EAGLE V Nach zu bestellen aber mehr schafften die noch nicht
    Gerade am 2T ist immer noch keine Lösung da
    Aber neue Einsätze wo wir nicht das Personal und Material haben

  5. @Alarich
    Dingo/Eagle wird in SOM nicht benötigt. Die notwendigen PersTransporte werden durch AMISOM mit Mambas durchgeführt…und die dann an der NATO Ostflanke fehlenden max. 20 DEU Soldaten würden den Russe auch nicht aufhalten.

  6. mal sehen wi lange es dauert bis unsere empörungsfraktion die neuen nachbarn unserer recken aufstöbert.

    hallo spiegel. SKANDAL!!!!.

    rechnung folgt.

  7. Habe das CPT des dt. Generals am Flughafen in Mogadishu getroffen….
    Obwohl ich immer noch als (jetzt Reserve-)Offizier diene, ist man sich scheinbar “zu fein”, auf eine Informationsquelle zurueckzugreifen, die bereits seit mehr als 12 Monaten “vor Ort” ist..
    Eben “typisch Deutsch”…

  8. @huey
    Elemente zur Nachrichtenbeschaffung werden vielleicht noch nachgezogen …^^

  9. @huey
    Das CPT interessiert sich naturgemäß wenig für die aktuelle Nachrichtengewinnung vor Ort. Die wurden vorher gebrieft, bleiben nur ein paar Stunden vor Ort, reisen wieder ab und sind froh, dass nichts passiert ist. „Morgen“ geht es dann wieder mit einer anderen Schutzperson in ein anderes Land…

  10. @Huey: Wieso soll es anders sein, als im damaligen Yugo-Krieg oder auch bei der Kurdenhilfe. Da hat man sich auch in jeglicher Hinsicht um das Know-How der Ex-Kameraden bzw. der Reservisten, die längst als NGO’s dort für die UN flogen und z.T. Länder und Sprachen kannten „geschissen“, eckte als dann an allen Ecken und Kanten an und legte sich teils auch noch fliegerisch die Karten!

    Merken Sie doch bitte endlich, Expertise ist nicht mehr gefragt, sondern nur noch vermeintlich opportunes Verhalten!

  11. @huey
    wahrscheinlich machen sie auch noch was ganz sinistres vor ort oder haben den falschen arbeitgeber.

    zack! untersuchungsausschuss.

    dann doch lieber ahnungslos durch die gegend juckeln. wir sind doch die guten. da passiert schon nichts

  12. @Wacaffe: Volltreffer:. Und wenn ich an meine Zeit in exYugo zurückdenke, sagten abends die Herren zu den Lokalen „Prost“ . D.h. auf serbokroatisch „Schuft bzw. Gemeiner bzw. Vulgärer“! Na denn Bravo, oder doch besser „schiveli“ (auf das Leben, wie von ‚Schiva‘ abgeleitet)? Aber ein simpler Polyglott gehört ja nicht zur ZDv-Serie? Dann „lebe eben wohl“!

  13. Das erinnert mich spontan an diesen Beitrag im WSJ:

    http://online.wsj.com/article/SB10001424127887323820304578410573747048086.html

    Also, wozu dieser Riesenaufwand (auch bürokratisch), um eine geringe Anzahl deutscher Soldaten (weniger als 20) auf einen Flughafen zu bringen? Unterstützung hat die AMISOM offensichtlich schon, und es wäre für alle doch unkomplizierter und (aus dt. Sicht) ungefährlicher gewesen, diese einfach mit geeigneten Mitteln aufzustocken.

  14. Hätte ja nicht gedacht, das ich einem Grünen mal zustimmen muss, aber Frau Brugger hat m.E. nicht unrecht.
    Irgendwo mitspielen ist eben wichtiger als tatsächliches Besinnen auf das was man strategisch wirklich will. Wenn man dann einen „Einsatz“ beschlossen hat, rollt die Welle eben auch mit cpt nach Schema f ab. Nachrichtenbeschaffung ist dafür schon durch die Schlapphüte, tragen dann wohl Tropenhut, belegt, BW macht nur Nachrichtengewinnung, vorher geht per se nur mit Soldaten die sich privat in dem Gebiet bewegen und eine A2 Berichterstattung erstellen.
    Insgesamt passt die Aktion ins Gesamtbild, wie z.B. UNIFIL, ATALANTA und Schutz von Chemiewaffentransporten- sehr öffentlichkeitswirksam für den Unbedarften, „Kreuzfahrt“ Eindruck(Begriff von NMWC) für andere.
    Auch hat Potsdam nun endlich auch einen „richtigen“ weil Landeinsatz auf einem dritten Einsatzkontinent, Hat ja gerade noch so geklappt, vor dem Ende in AFG.

  15. Entschuldigung „Les Grossmann“…aber das, was Sie schreiben ist entweder Polemik oder einfach nur dummes Zeug!
    Als wenn „Potsdam“ irgend ein Interesse an Einsätzen hätte!!! Warum oder wofür??? Solange ich mich erinnern kann, werden Einsätze durch die Politik entschieden und das Mititär hat den politischen Willen umzusetzen. Falls das Ihrer Meinung nach anders laufen sollte, bitte ich um Belehrung!

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