Thema: Bosnien

Weil es hier in den Kommentaren erwähnt wurde, erlaube ich mir, in Abwesenheit des Hausherren, einen Themenartikel Bosnien zu eröffnen. Neben deutschen Printmedien, auf die hier wegen deren Position zum Leistungsschutzrecht in der Regel nicht verlinkt wird, berichtet unter anderem die deutsche Welle über die aktuellen Entwicklungen. Die deutsche Botschaft in Sarajewo empfiehlt ausdrücklich, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden. Weder aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundesverteidigungsministerium, noch dem Bundeskanzleramt habe ich bislang einen offiziellen Kommentar wahrgenommen. Allerdings würde mich schon interessieren, wie insbesondere das Einsatzführungskommando die Lage bewertet.

Anmerkung: Hier zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen dem OvWa als nebenamtlichen Blogger und dem Journalisten Thomas Wiegold, der das wirklich arbeitet. Wer also noch nicht sicher ist, ob er sich am Projekt Straßenmusik beteiligen sollte, jetzt wäre eine gute Gelegenheit.

21 Gedanken zu „Thema: Bosnien

  1. 1. Auch wenn die ORF-Battaillone für KFOR und EUFOR Althea bereitgehalten werden, so ist doch Bosnien von deutscher Seite eh nicht mehr mandatiert.

    2. Wenn ich das richtig verstehe ist das doch eher eine innerstaatliche Lage/Krise und kein direkter Fall für EUFOR, oder doch?

  2. @Christian: Das stimmt. Das Mandat endete im September 2012. Dennoch würde mich interessieren, wie die Entwicklung der Lage im ehemaligen Jugoslawien von Seiten der Bundeswehr bewertet wird.

  3. Natürlich beobachtet die Bundeswehr auch Konflikte und Krisen in Regionen, in denen deutsche Soldaten nicht im Einsatz sind. Die Bundeswehr tut dies für den Anteil der militärischen Nachrichtenlage der Bundeswehr und der BND für die ganzheitliche Betrachtung auf Ebene der poltischen Leitung.

  4. Das ganze sind keine Sicherheitsprobleme, sondern Wirtschaftliche Probleme. Nach den Balkan Kriegen hat sich dort keine Produktive Industrie mehr gebildet. Da muss wohl alles durch den Staat durch Subventionen am Leben erhalten werden. Den Bosnische Staat ist wohl jetzt das Geld für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ausgegangen. Die Folge sind jetzt diese Ausschreitungen. Die gleichen Probleme haben Serbien und Kroatien auch.

  5. Zuerst dem OvWa vielen Dank für die Bereitstellung der Artikel.

    Es wäre ja auch keine Aufgabe für die Bundeswehr. Solange da keine neuen bewaffneten Konflikte aufkommen. Daher ist das höchstens was für „die Misere“ und seine Auslandshundertschaft.

    PS: Es darf selbstverständlich darüber laut gelacht werden.

  6. Letztes Jahr Fragte ich mich einige Mal wenn es in KOSOVO und Bosnien los geht
    Und jetzt scheint da es so langsam los geht
    Jeds sind es noch Bezogen auf noch Normal Bürger, aber da Saudis da so viel Einfluss haben bis da Salavisten eingeschleust werden und zum Teil sind die bestimmt schon da

  7. Die Saudis dürften sich wohl ganz auf Syrien konzentrieren. Bosnien braucht auch keine Korane oder neue Moscheen, sondern die brauchen Monatlich ein paar Millionen. Da haben sich die Saudis auch nicht immer als spendabel gezeigt.

  8. Wenn es kein Mandat des Bundestages mehr gibt, wie können dann deutsche Kräfte „legal“ eingesetzt werden?

  9. @ Thomas Melber:

    Gar nicht mehr. Die ORF Kräfte EUFOR wurden verlegt, die Reservefahrzeuge sind nicht mehr vor Ort. Einzige Option: Landmarsch durch Serbien. Zwar theoretisch geübt (auch 1-2 mal praktisch), aber im Ernstfall sicherlich teuer.

    Das Staats- und Regierungswesen basiert auf dem Friedensvertrag von Dayton. Die westlichen Poliziker haben das komplizierteste Staatssystem der Welt geschaffen. Mit super Berücksichtigung jeglicher Minderheiten.
    Und jetzt beklagen wir uns, dass die nicht reformfähig sind.

    Das war alles absehbar, aber wenn von „oben“ die sicherheitslage befohlen wird, passiert ja auch nix mehr.

    Ohne Aufklärung keine negativen Informationen, also alles grün, so wie bei ISAF….

  10. Wer da die Bundeswehr hin schicken will, muss auch sagen, was die dort machen soll!! Die Minderheiten machen ja keine Probleme, sondern der Staat hat kein Geld mehr um Unproduktive Betriebe am Leben zu erhalten. Da macht jetzt die Mehrheit der 40% Arbeitslosen Probleme. Gegen die Korruption in Bosnien kann die Bw nicht vorgehen, und für die Proteste Platt walzen bekommt die Bw sicherlich kein Mandant.

    So welche Proteste gab es auch in Frankreich, Schweden und London. Da hat auch keiner nach der Bundeswehr geschrien.

  11. @Thomas Melber, Stuttgart

    „Wenn es kein Mandat des Bundestages mehr gibt, wie können dann deutsche Kräfte “legal” eingesetzt werden?“

    Es gibt mehrere Einsätze der Bundeswehr ohne Mandat (z.B.Trabzon). Ein Bundestagsmandat ist meist nur vorgesehen, wenn es absehbar zu Kampfhandlungen kommen kann und wenn keine Vereinbarung mit dem Staat besteht, in dem sich die deutschen Truppen befindet.

  12. OT Für den Themenkomplex Afrika:

    In den Jahren 2003-2006 wurde im bereich Militärisches Nachrichtenwesen verstärkt versucht, Französisch, Spanisch und Arabischlehrgänge zu bekommen.

    Arabisch wurde genehmigt, jedoch war es verboten (durch das Bundessprachenamt, man will ja Posten sichern), dass Sprachschulungen vor Ort (Freyung z.B.) durchführt werden.
    Französisch und Spanisch wurde untersagt, da es ja kein Einsatzgebiet gäbe, wo man diese Sprachen gebrauchen kann.

    Wann erklärt endlich jemand unserer Führung, dass man verlässliche Sprachkompetenzen nur langfristig aufbauen kann und dementsprechend eben vorausschauend flexibel ausbilden muss….

    Die armen Kameraden, die fließend französisch sprechen und vermutlich jetzt schon von Mail dann nach Mogadischu dürfen…..

    Spoiler:

    Auch Chinesisch / Japanisch / Koreanisch kann in einigen Jahren durchaus hilfreich sein, wenn das Säbelrasseln so weitergeht

  13. Französisch … ’ne Option! Das Problem ist, daß man die gelernten Sprachen dann auch anwenden muß, am besten bei Aufenthalten im Land. Arabisch ist in so fern schwierig, da es viele Unterarten gibt.

  14. @FNU SNU:
    Die Murkserei bei der Sprachausbildung zeigt eben wie wenig ernst man – abseits neuer Strukturen – das Thema MilNW nimmt.

    Schutz bei EUTM Mali wird wohl weiterhin vorallem mit der Absicherung von Liegenschaften und Konvois gleichgesetzt. Dass professionelle Arbeit im FGG 2 eben auch dazu gehört spiegelt sich wohl auch in den aktuellen Mali-Planungen nicht wider.

    Auch außerhalb von MilNW ist bspw. eine vernünftige Sprachausbildung in der D/F-Brigade ja auch schlichtweg nicht existent.

    Das zeigt eben:
    Geld ist nicht das Hauptproblem der Bundeswehr, sondern die Unfähigkeit zu lernen.

  15. @ Thomas Melber

    „Unterarten“- ähem- Sie meinen wohl Dialekte?!
    Grundsätzlich teilt man Arabisch in vier Hauptdialekte ein.
    Hinzu kommen dann unzählige Nebendialekte.

  16. Heute im Weltspiegel kam das die Taliban ihre Umsätze steigern können.
    Heroin wird da wo einmal BW war Gesteigert

    Nur wie geht das in Bosnien weiter, woher könnte ihr Geld kommen? Frauenhandel soll auf dem Balkan ein gutes Geschäft sein, und wenn die Taliban weniger Geld brauchen kann die Saudis mehr Geld auch da hinein schicken.
    Naja aber die BW hat nicht mal mehr Geld um in der Heimat genügend Fahrzeuge zu haben, wie sollen die für ein neues Abenteuer Material wie auch INF stellen können.
    Seit dem Bericht von Herr Königshaus ist nicht passiert, man hört auch gar nichts.

  17. @ FNU SNU | 09. Februar 2014 – 18:07

    EUFOR RD CONGO war diesbezüglich mein persönliches Negativerlebnis. Wir hatten eine zwar überschaubare, aber nicht zu unterschätzende Anzahl an jungen Portepees, teilweise gerade erst Feldwebel, die Französischkenntnisse von der Schule hatten, die Sprache auch noch grundlegend anwenden konnten und nur einen Auffrischungskurs gebraucht hätten.
    Die Ablehnung bei den einzelnen Personen schwankte zwischen „zu jung, geht nicht in den Einsatz“, „Schulfranzösisch begründet keinen Auffrischungskurs [frei nach dem Motto: Da hat man kein richtiges Französisch gelernt]“ und „doch nicht für Portepees“.

    Jetzt ist der Großteil raus aus der Bw, spricht neben Englisch und Französisch auch noch weitere beim BSprA erworbene Sprachen und hat absolut kein Problem damit, eine Anstellung zu finden – gerade im Behördenbereich – aber zivil zahlt doch besser.

  18. @Someone

    Wolle Sie damit sagen das der Bw meine Sprachkenntnisse in 3 Fremdsprachen egal sind?!? Das ist ja ein Ding… ich dache immer bei der Auswahlkonferenz wird „ganzheitlich“ betrachtet…Sie zerstören gerade meine Träume…

    Ich frage mich gerade ob ich meinem ehem. Chef dankbar sein soll, das dieser meinen Antrag auf Sprachausbildung zum Erwerb Französisch-SLP (trotz 120 Pkt. im Einstufungstest) abgelehnt hat, weil „nicht für den Dienstposten gefordert“.

    Ich stelle mir wieder die Bilder vor wenn rudimentär Englisch sprechende Offiziere (jaja, der SLP „3232“….Gelächter…) auf französische und afrikanische Offiziere Treffen…

  19. So sarkastisch.. ;-)

    Und selbstverständlich wird ganzheitlich betrachtet – und zwar das Foto in der PersAkte. Lange Haare helfen dann, weil sich die alten Herren erfreuen können.

    Das Gelächter kann man sich auch in DEU anschauen, wenn wieder Kameraden anderer Nationen zu Gast sind. Aber Oettinger hat es so auch in die EU geschafft, vielleicht ist das der richtige Weg, wenn man nach oben will?

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