„Nach dem Einsatz nicht allein lassen“ – Bundespräsident empfängt verwundete Soldaten

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Im Umgang mit der Bundeswehr hat Bundespräsident Joachim Gauck immer wieder Zeichen gesetzt – auch wenn seine Töne bei Aussagen zur Sicherheitspolitik und zu Soldaten eher als leise Töne wahrgenommen wurden. Zum Beispiel bei seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit in diesem Jahr oder beim Besuch in Afghanistan im Dezember vergangenen Jahres, bei dem er auch US-Soldaten auszeichnete, die in Nordafghanistan deutsche Truppen aus Lebensgefahr gerettet hatten.

Am (gestrigen) Freitag hat Gauck wieder so ein leises Zeichen gesetzt: Ohne vorherige öffentliche Ankündigung empfing er 15 im Einsatz körperlich oder psychisch verwundete Soldaten und ihre Angehörigen im Schloss Bellevue.

Der Staat, der Sie im Namen der Bürgerinnen und Bürger in diese Einsätze schickt, trägt eine hohe Verantwortung. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass man Sie auch nach einem Einsatz nicht allein lässt. Das gilt auch für die Angehörigen und Familien, die ebenfalls besonderen und vielfältigen Belastungen während und nach einem Einsatz ausgesetzt sind.

Ihm sei es ein Anliegen, sagte Gauck nach Angaben des Präsidialamtes, öffentlich darauf hinzuweisen, dass unsere Soldaten schwere persönliche Opfer bringen. Alle Bürger hätten Grund, ihnen dankbar zu sein.

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(Fotos mit freundlicher Genehmigung der Bundesbildstelle/Bundespresseamt)

26 Gedanken zu „„Nach dem Einsatz nicht allein lassen“ – Bundespräsident empfängt verwundete Soldaten

  1. Chapeau, Herr Bundespräsident, nur Sie können leider weder dem IBUk, noch dem Gi, geschweige denn der Kanzlerin einen Hut aufsetzen. Und die wären vor Ihnen an der Reihe gewesen.

  2. frau merkel traue ich durchaus zu, dass sie hinter den kulissen schon mal eine solche gruppe empfangen hat. ohne tamtam nach aussen…

    aber gi und tdm? da ist nix mehr zu vertrauen….

  3. …gerade der Schritt in die Öffentlichkeit (das Tamtam) ist wichtig, damit die Anerkennung der Leistungen unserer Soldaten publik wird. Vielleicht verändert sich so auch nach und nach deren Ansehen in der Bevölkerung zum Positiven. Verdient haben sie es allemal!

  4. „Verteidigungsminister Minister Dr. Thomas de Maizière lud zum 27. März 2012 die Mitglieder „Partner Netzwerk der Hilfe“ nach Berlin ein und dankte für deren hilfreiche und notwendige Arbeit. Er sprach aktuelle Defizite wie die Bearbeitung von Versorgungsansprüchen sowie die Begutachtungspraxis bei verwundeten Einsatzsoldaten offen an.“

    Bei aller Kritik, aber auch TdM und der GI sprechen mit verwundeten ohne Öffentlichkeit auch über solche Treffen hinaus.

  5. 1) Danke Herr Bundespräsident, dass Sie sich dafür Zeit genommen haben. Ich freue mich darüber sehr, weil es eine Wertschätzung ist, die diese Kameraden verdienen.

    2) Mögen sich Andere daran ein Beispiel nehmen und ähnliche Zeichen der Wertschätzung zu setzen.

    3) Alles was wir Gutes tun, ist immer zu wenig und es gibt immer Wünsche, Ideen und Pläne, wie nman es noch besser tun könnte. Solange das konkrete Aktionen sind, die die Gute Sache weiter nach vorne bringen und mit eigener Energie auch daran gearbeitet wird, ist es lobenswert. Wenn es jedoch nur ein Fingerzeig auf Mängel ist, hilft es nicht wirklich weiter.

    4) Wer etwas tun will, kann das innerhalb der geeigneten Verbände (z.B. Bundeswehrverband, VdRBw, u.v.a.) oder auch als Einzelperson tun – schimpfen über Unzulänglichkeiten bringt den betroffenen Kameraden gar nichts.

  6. @Rote Litze

    Zustimmung, Akteure, Möglichkeiten sich zu engagieren gibt es genug und am Ende helfen für den gesetzl. Rahmen nur die Regierung und unsere Abgeordneten.

  7. @ Elahan | 01. Dezember 2013 – 0:49
    Danke für die Recherche …

    @ Vtg-Amtmann | 30. November 2013 – 21:17
    Hätte erwartet das Sie nun auch mal geschrieben hätten, daß Sie sich mit Ihrer Aussage geirrt haben …

  8. @ Elahan

    TdM hat Vertreter von ehrenamtlichen Hilfsorganisationen empfangen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Betroffenen zu helfen. Dies ist schon ein Unterschied, wenn er nicht die Betroffenen empfängt, sondern diejenigen, die den eigentlichen Job des Ministers (Fürsorgepflicht des Dienstherren) machen !

  9. Bundespraesident Gauck hat nach dem Buergerfest 2013 nun am 29. November erneut einsatzversehrte Soldatinnen und Soldaten eingeladen. Ohne „Tamtam“ und damit nicht sofort auf den ersten Blick sichtbar.

    Beide Gruppen – die im August und die im November – wurden uebrigens vor der eigentlichen Begegnung mit dem Bundespraesidenten durch ein Organisationselement der Bundeswehr herzlich in Berlin willkommen geheissen und begleitet.

    Alle Eingeladenen und ihre Angehoerigen haben sich jeweils ueber ihre Wahrnehmung durch Joachim Gauck gefreut und eindrueckliche Stunden erlebt.
    Ganz einfach gefreut und ich bin sicher, dass diese Freude kommuniziert wird und ihren Weg innerhalb und ausserhalb der Bundeswehr findet. Deshalb ist aus meiner Sicht die Initiative des Praesidenten nicht hoch genug zu bewerten, egal was TdM, die Kanzlerin, der GenInspBw oder wer auch immer so machen oder eben vielleicht auch nicht machen.

  10. @Georg

    Was ist angemessener, verwundete zu medienwirksam zu empfangen oder sie ohne viel Pesse zu besuchen (und auch darüber wurde berichtet)?

    http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/!ut/p/c4/NYuxDsIwDET_yE4qGMrWqgtCYmCBsqVtFBk1cWWcsvDxJAN30hvu6fCJpcntFJwSJ7fiA8eZTtMHprgHeHGWskKkRG_1QjnivX4WDzMnr5Xqk1JhEKcssLHoWk0WKQZowdHYoTfW_GO_bdNdDtemPQ7n_oZbjN0PFA8TeQ!!/

    ….De Maizière ließ sich in Masar-i-Scharif über die aktuelle Lage und Operationsplanung informieren und unterrichtete die Soldaten über die Bundeswehrreform. Vor seinem Abflug hatte de Mazière verwundete Soldaten im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz besucht……

    …..und da gibt es noch viele Bsp.

    Halt Kritik für wichtig und zwingend notwendig (kein ABER). Hier wäre etwas mehr Fairnes, auch bei einem ungeliebten Minister angebracht.

  11. Nun ja, es gibt schon ein grundsätzlich schiefes Verhältnis in der Wahrnehmung staatlicher und anderer Organisationen. Vor einigen Wochen wurden u. A. für Einsätze geehrt: 3 Soldaten und 3 Polizisten – abgesehen davon, dass Deutschland seine Verpflichtungen für den Aufbau der afghanischen Polizei nicht eingehalten hat, stimmt das Verhältnis der Geehrten zu den gesamten im Einsatz gewesenen Personen der jeweiligen Gruppe nicht uberein!!

  12. Man sollte sich über die Geste des Bundespräsidenten (mehr kann er im Rahmen seiner Möglichkeiten auch kaum tun!) einfach mal freuen und sie nicht gleich zum Anlass nehmen, reflexartig auf andere einzuprügeln oder über eine mangelnde Wertschätzung für die Bundeswehr zu jammern.

  13. Herr Gauck ist die bisher beste Besetzung in diesem höchsten Amt der Bundesrepublik Deutschlands! Keiner war bisher so autentisch und empathisch ohne, dass es aufgesetzt wirkt, wie er! Unsere „Mutti“ würde so etwas nie hinbekommen, sie scheint in meinen Augen nicht empathiefähig und auch nicht aufmerksam genug!

  14. Ich hoffe mal, dass BK, VM und vor allem auch hohe Uniformträger (wie ich die Staatssekrätäre in der zugedachten Position und vor allem der Aufgabenumsetzung achte, ist hier bekannt), so oft wie möglich mit allen Soldaten – im Besonderen mit
    unseren verwundeten (damit meine ich physische UND psychische Verwundungen)
    Soldatinnen und Soldaten – sprechen. UND zu deren Wohl handeln!!!
    Was unser Bundespräsident nicht zum ersten Mal macht, ist großartig; dient es
    hauptsächlich dazu, unsere Bevölkerung zu sensibilisieren. Und seine Worte sind
    ehrlich und haben im Lande Gewicht!
    Das scheint in der aktuellen Tages-/Regierungspolitik nicht zu funktionieren. Es
    erweckt den Anschein, dass das als Kniefall vor den wirklichen und den falschen
    Pazifisten zu verstehen ist und politisch nicht gewollt ist.
    Also ruht das Bewusstmachen allein auf den Schultern unseres Bundespräsidenten.

  15. Mal ein wenig OT:

    Diese Woche wird vor dem Arbeitsgericht Freiburg die Verhandlung auf Kündigungsschutz gegen zwei Mitarbeiter von Heckler&Koch verhandelt werden, denen fristlos gekündigt wurde.
    Es geht um den Mexiko-Deal.
    Der eine ist der ehemals zuständige Vertriebsleiter und die zweite Person eine Vertiebsmitarbeiterin.
    Beide sollen ohne Wissen des Managements diesen Deal eingefädelt haben.

    Man darf gespannt sein… die Medien werden zahlreich zugegen sein, ebenso die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die ja weiterhin in der Angelegenheit gegen H&K ermittelt.

    Für die Verteidigung scheint es nicht ganz einfach zu werden. Berufen sich die beiden auf das Wissen der Vorgesetzten, machen sie sich u.U. selber strafbar…

  16. Ganz ehrlich: ich verstehe den Zusammenhang, die Verknüpfung mit meiner Darstellung/Meinung nicht.

  17. Das Reinhauen auf den Minister und den GI kann ich in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen. Auch diese, sowie der Verteidigungsausschuss und der Wehrbeauftragte, suchen aktiv den Kontakt zu Soldaten mit physischen und psychischen Belastungen.
    Gerade aus dem parlamentarischen Bereich kamen wichtige Initiativen für die Einsatznachsorge.

    Warum alldas auch wieder nicht genug ist, verstehe ich nicht ganz.

  18. @BundeswehrBW
    Das „OT“ von jugendoffizier steht für das Englische „Off-Topic“, d.h. ein mit dem Ursprungsthema nichts zu tun habender Post, der durch das OT kenntlich gemacht werden soll. Kommt hier hin und wieder vor, wenn man Herrn Wiegold auf die ein oder andere Neuigkeit aufmerksam machen möchte.

    Ansonsten Zustimmung mit Memoria. Muss man nicht verstehen, aber man hat sich daran gewöhnt, sag ich mal.

  19. Muss ich das jetzt toll finden, dass der Bundespräsident „ein leises Zeichen setzt“?
    Er setzt für die im Einsatz für diese Republik zu Schaden gekommenen ein leises Zeichen?
    Nein, das ist nicht großartig. Der oberste Staatsbedienstete kümmert sich um seine Leute…okay.
    Und ich möchte dabei die gute Absicht des Herrn Bundespräsidenten nicht bezweifeln.
    Aber leise…..Schluss mit leise!!!

  20. OT:
    aktuell in den Kieler Nachrichten: Der Marine gehen die Fregatten aus. Probleme bei der Fertigstellung der neuen Schiffe, die Rede ist von Qualtitätsmängeln und weiteren Kosten.

  21. @ Tiberius
    Dass mit lauter Stimme Symbolpolitik getrieben wird, ist es wirklich das was Deutschland braucht?

    Gaucks Geste wirkt doch gerade, weil sie authentisch ist, und weil man ihr keine medialen Hintergedanken unterstellt.

    Davon ab: Es gibt genug Probleme, die angegangen werden können und sollten. Und da sind viele politische Entscheidungen sind um einiges tödlicher als die symbolisch-aktionistischen Bundeswehr-Einsätze.

  22. Tiberius | 02. Dezember 2013 – 0:47
    Sollten die „15 im Einsatz körperlich oder psychisch verwundete Soldaten und ihre Angehörigen“ der Presse vorgeführt werden? Meinen Sie das wäre im Interesse der Betroffenen?

  23. Im Vergleich zu anderen Bundespräsidenten hat unser Gegenwärtiger immer wieder an passenden Stellen nicht nur den Finger in die Wunde der Verantwortlichen gelegt, sondern auch uns Soldaten seine tiefe Wertschätzung entgegen gebracht und versichert. Bei längst nicht allen diesen Gelegenheiten waren die Medien dabei. Dass sich Bundespräsident Gauck auch den in Ausübung des Dienstes physisch oder psychisch zu Schaden gekommenen Kameraden zuwendet, ist weder selbstverständlich, noch trivial. Umso mehr ist diese Wertschätzung hervorzuheben.

    Man kann unseren Minister beurteilen, wie man will. Ob er „allgemein unbeliebt“ ist, wie es hier zuvor anklang, möchte ich zumindest bezweifeln. Dass er, was sein Drang zu den Medien anders ist, als sein Vorgänger, dürfte hinreichend bekannt sein. Ich empfinde das als wohltuend. Aber ihn allein deshalb zu unterschätzen, wie es hier hinsichtlich seiner Zuwendung zu verwundeten Kameraden und deren Angehörigen öfter geschieht, ist schlicht naiv und populistisch. Denn das tut er sehr wohl. Auf seine eigene Art und sehr oft.

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