DroneWatch: Niederlande bestellen Reaper

Die Niederlande haben sich für den Reaper als künftige Drohne ihrer Streitkräfte entschieden und wollen vier Stück dieses Modells in den USA bestellen. Das teilte Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert am (heutigen) Donnerstag dem Parlament mit.

Die niederländischen Drohnen werden wohl, so geht aus dem Schreiben der Ministerin hervor, zunächst nicht bewaffnet – die Bewaffnung wird aber ausdrücklich als Option vorgesehen.

(Archivbild: MQ-9 Reaper – Primary function: Unmanned hunter/killer weapon system. Speed: 230 mph. Dimensions: Wingspan 66 ft.; length 36 ft.; height 12.5 ft. Range: 3,682 miles. Armament: AGM-114 Hellfire missiles; GBU-12, GBU-38 JDAM. Crew: Pilot and sensor operator on the ground – U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Brian Ferguson)

 

 

 

113 Kommentare zu „DroneWatch: Niederlande bestellen Reaper“

  • Memoria   |   29. November 2013 - 18:05

    @Cynic2:
    Dass es im Heer erhebliche Defizite bei US- und NATO-Verfahren gibt (MDMP bzw. COPD) ist klar.
    Das Problem ist aber – wie so vieles – auch lange bekannt ohne erkennbare Kursänderung. Trotz jahrelanger Erfahrungen bei ISAF.
    Bei RSM wird das noch schlimmer:
    Dann muss jeder deutsche Mentor den MDMP beherrschen.
    Vorbereitung hierauf? Ausbildungskonzept bei den Abt. Einsatz der Brigaden??

    @koffer:
    Das Heer hat jedoch erhebliche Defizite bei internationalen Verfahren (s.o.) und bei so manchem Kommandeur fragt man sich wo er bei der Taktikausbildung war. Soviel kann man vom KpChef zum BtlKdr gar nicht vergessen (siehe Video grantiger Löwe). Zudem ist die Taktikausbildung (in der neuen OffzAusb) zwischen OAL, OL 1, OL 2 und OL 3 nicht aufeinander abgestimmt. Man soll als BtlKdr denken ohne die Ebene Zug zu beherrschen. Die OSH lebt eben auch oft zu sehr in einer bequemen Welt.

    @Schorsch
    Der Zustand bei Luftwaffe ist wirklich bemerkenswert.
    OSLw ohne Taktikunterricht. Wie Physikstudium ohne Mathe.

    Aber immerhin geht man es jetzt an – wenn auch an der falschen Stelle.

    Im Kern hat die Bundeswehr eben kein Ausrüstungs-, sondern ein Ausbildungsproblem.

  • Vtg-Amtmann   |   29. November 2013 - 21:52

    @Sphinx: Vergleichen Sie mal bitte die nationalen Wertschöpfungsprozesse A319 vs. G550.
    Vergleichen Sie ferner die Performance-Daten und Nutzwerte.
    Vergleichen Sie die realistischen Anforderungen.
    Ein Airbus A319 ist der Gulfstream G550 natürlich im Preis, im Volumen sowie in der Payload haushoch überlegen, doch braucht man das wirklich?

    Ihren Vorschlag der Marine den Flieger zuzuschlagen, finde ich übrigens gut.

  • Benedikt   |   30. November 2013 - 12:17

    Die Idee einer A310 MPA verfolgt Airbus schon länger. http://www.c295.ca/wp-content/uploads/A319_MPA_pocket-guide.pdf?10615

    Bei den Mini Stückzahlbedarf von DE werden die Entwicklungs und Anpassungskosten für eine A319 MPA oder SIGINT Astronomisch ausfallen. Die Frage ist, ob so welche Programme noch Mehrheitsfähig im neuen Bundestag sind…

    Das so teures Spielzeug noch andere Abnehmer findet, ist eher unwahrscheinlich. Man sehe sich nur die bescheidenen Exporterfolge der P8 an.

  • Vtg-Amtmann   |   30. November 2013 - 15:59

    @Benedikt: Der A319 MPA ist ein mehr als 10 Jahre alter Papierflieger, wogegen die Boeing P8 wenigstens schon durchentwickelt und zugelassen ist, Ihren Erstflug am 25 April 2009 hatte, 6 Test AC und 9 Production AC bereits gebaut wurden und seit Juli 2013 hat die P-8 Poseidon FOC ereicht (vgl. http://www.naval-technology.com/features/feature-p-8-poseidon-adventure-new-era-maritime-aircraft/). Die Beschafffungskosten sollen unter 150.000.000 € je Lfz liegen. Der ‚Sticker-Prize‘ des A319 MPA lag im April 2012 für Indien bei 192.000.000 €. Auch Indien hat hat sich für die P8 entschieden! 192 Mio. € Das sind gut zwei G550 inkl. aller Systemkosten.

  • xyz   |   30. November 2013 - 18:06

    Die P8 wäre sicherlich eine gute Lösung. Man könnte dann auch zügig die 7 P3 Orion außer Dienst stellen, bevor die endgültig zum Milliardengrab werden. Boeing hatte sogar eine SIGINT-Variante der P8 in Entwicklung, allerdings wurde die dann zu Gunsten einer Drohnenlösung eingestellt. Hier könnte man sich sicherlich ein Angebot unterbreiten lassen, wenn die Technik exportiert werden darf.

    Ansonsten beschafft man zusätzlich zu den Seefernaufklärern eben noch ein paar leere P8 und lässt die dann in Deutschland für SIGINT umrüsten. Halte ich allerdings eher für unwahrscheinlich, weil zu einfach. Zudem wird die LW das nicht akzeptieren, wie üblich alles fliegende Gerät und vor allem SIGINT für sich fordern und die Marine den Schwanz einziehen.

  • Hans   |   30. November 2013 - 18:21

    @xyz
    „Zudem wird die LW das nicht akzeptieren, wie üblich alles fliegende Gerät und vor allem SIGINT für sich fordern und die Marine den Schwanz einziehen.“

    Wann hatte die Lw SIGINT? Das war doch bis zum Ende der Brigitte Marinedomäne.
    Dass die Marine dies nicht verdeutlicht denke ich allerdings auch, obwohl es wie schon oben beschrieben wurde sich anbietet die Lfz auch als MPA zu bestellen.

    Wäre die C-295 nicht auch dafür geeignet? Dürfte billiger sein als die P-8, weiß einer der Eingeweihten welche Erfahrungen die Betreiber, zB Chile, damit gemacht haben?

  • Vtg-Amtmann   |   30. November 2013 - 19:29

    Als ISIS-/SIGINT-Plattform dürfte die G550 wohl das leistungsfähigste und preiswerteste Gerät mit den höchsten Nutzwerten auf dem Markt sein (vgl. http://www.halo.dlr.de/index.html und Subpages) und so ein paar Sonobojen samt Abwurfvorrichtung bekommt man auch noch unter. Hinzukommt, daß die G550 kein Fly-by-Wire-Flieger ist, was bei einer aktiven Sensorik ganz erhebliche EMV-Probleme erspart. Kritischer wird es mit der Bewaffnung, z.B. Bomben, Wasserbomben, Torpedos und Raketen, aber wo ein Wille, da ist auch ein Weg (vgl. http://www.halo.dlr.de/gallery/07_vibration/) und sind Unmengen an Synergien bereits bei der RUAG und DLR gegeben. Würde eine Zwei-Rollenlösung bedeuten und man müßte ein paar G550 mehr kaufen, was bei deren Stückpreisen im Vergleich zu A319 MPA und Boeing P-8 absolut nicht ins Gewicht bzw. ins Geld fällt.

    Die CASA C-295 kann man wohl mit einer max. Reisegeschwindigkeit von 470 km/h (VMO in 7000 ft), einer Einsatzhöhe von 7.620 m, und einer Reichweite von max. 5.630 km bzw. von 1.333 km mit max. Nutzlast, „knicken“!?

  • Vtg-Amtmann   |   30. November 2013 - 20:27

    Nachtrag: Das „knicken“ bei der C 295 bezieht sich natürlich auf die ISIS-/SIGINT-Rolle, denn da wird in einer völlig anderen „Höhen-, Speed-, Reichweiten- und Endurance-Liga“ gespielt. Dennoch sind auch für ein MPA und speziell für ein U-Jagd-AC die Leistungsdaten der G550 bestechend, auch wenn man beim Abwurf von irgendwelchen „Hässlichkeiten“ die Gase mindestens um 50% reduzieren muß. Von Polen weiß ich, daß man mit der C 295 hochzufrieden ist, wird dort allerdings nur als Transporter genutzt.

  • Benedikt   |   30. November 2013 - 21:53

    Der Trend geht eh weg von MPA hin zu MSA. Also Seeaufklärer ohne Bewaffnung und U-Boot Aufklärung. Für so etwas dürfte ein Business Jet die Wirtschaftlichste Plattform sein. Das beste wäre es, wenn so etwa mehrere Nationen zusammen beschaffen. Da kann man sich die Integrationskosten teilen. So ein gleichwertiger Ersatz ist ein Business Jet für eine P3C nicht. Aber auch hier gilt, „Breite vor Tiefe“.

    Wenn eine neue Regierung steht, dürfte es wenigstens mehr Bewegung geben. Ist nur die Frage, ob sich da etwas in die Richtige Richtung dreht.

  • Vtg-Amtmann   |   30. November 2013 - 22:11

    @Benedikt: Ihre Worte in Gottes Ohr und dann wären RUAG, mit der DLR im Background weltweit Marktführer, und zwar Deutsche! Samt „Breite und Tiefe“. Aber bringen Sie das einmal einem Schloßgärtner und einer Büroklammer bei. Von der Verdeutlichung gegenüber einem Abgeordneten. oder auch so manchem Pressefuzzi mal ganz abgesehen?

  • J. H.   |   30. November 2013 - 22:46

    Auch da kann man zur Not auch mal bei den Nachbarn schauen. Die Franzosen betreiben unter anderem Falcon 50 als Aufklärer bei den Seestreitkräften.
    In dieser Größe hätten wir ja schon die Global 5000 in Betrieb. Dann beschafft die BW noch weitere Einheiten die dann als SIGINT und MPA umgerüstet werden können. Dann kann die ganze Flächenfliegerei auch gleich zur Luftwaffe gehen und ETMN kann geschlossen werden. Würde ins Gesamtbild passen da in Nordholz gerade die Runway komplett erneuert wird. Für die paar Hubschrauber wird sich schon woanders Platz finden lassen ;-)

  • Vtg-Amtmann   |   01. Dezember 2013 - 15:36

    @J.H.: Die Global 5000 der Flugbereitschaft werden zwar auch von der RUAG gewartet, aber so schnell mal auf ISIS/SIGINT umgebaut, ist nicht. So sind z.B. vom 1ten G550-D-HALO-Workshop bis zur funktionablen G550-D-HALO-DATABASE elf Jahre vergangen! Und genau darauf sollte man aufbauen, um viel Zeit und nochmehr Kosten bei Entwicklung, Fertigung, Zulassung und Erprobung bis FOC zu sparen. Man vgl. http://www.halo.dlr.de/history/.

    Gleiches trifft auch für jedwelche Entwicklungen und Zulassungen bis FOC auf Basis des AIRBUS A319 zu. Insofern träumen BMVg und BAAINBw.

    Ferner sind in den Leistungsdaten zwischen dem geräumigeren ViP-Transporter Global 5000 und dem „Porsche“ G 550 doch noch ein paar sehr gravierende Unterschiede unter dem Aspekt ISIS/SIGINT und auch weiterer bildgebender Systeme (Z.B.: RADAR, LIDAR, IR, Video, Reihenbilder, Falschton-Fotographie, Thermographie, Magnetfeld-Anomalie, etc.) Man vgl. http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/g550vsglobal8gfmz9bs40.jpg) Das „Green Aircraft“ der Gulfstream G550 dürfte etwa 50 Mio. US$ = 36,78 Mio. Euro kosten. Das ist deutlich weniger als der neu gebaute (Museums- :-)) Hangar für den EuroHawk in Manching.

    P.S.: Die max. Payload in der Tabelle gilt bei max. Fuel!

  • Benedikt   |   02. Dezember 2013 - 0:15

    „according to Gen. Denis Mercier, commander of the French Air Force. However, he cautioned that the move would not automatically result in the development by European industry of a Male UAV “because there is no money available at the moment.”“

    „He said that France might not buy more than two GA-ASI Reaper UAVs and two ground stations, even though the formal French requirement is for 12 UAVs.“

    http://www.ainonline.com/aviation-news/ain-defense-perspective/2013-11-22/french-chief-describes-reaper-plans

    Die Franzosen haben wohl für die Europäische MALE Drohne derzeit kein Geld über. Da dürfte es auch ein Endloses Gewürge geben.

    Vorerst will Frankreich auch nur 2 Reaper kaufen. Die wollen auch mit Italien und GB bei den Reapern zusammen arbeiten.