Vollmer: Hauptsorge Kundus-Abzug ohne Zwischenfälle

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(Screenshot Radio Andernach)

Ehe über den deutschen Kommandeur in Nordafghanistan, Generalmajor Jörg Vollmer, hier nur wegen seines Befehls zur Anzugordnung geredet wird, ein inhaltlicher Hinweis: Vollmer hat dem Truppensender Radio Andernach ein langes Interview gegeben, auch und gerade zur aktuellen Lage. Hier steht es zum Nachhören.

12 Gedanken zu „Vollmer: Hauptsorge Kundus-Abzug ohne Zwischenfälle

  1. Erstaunlich…100 Kommentare zum Anzugsbefehl. Jetzt 2 hier.

    Dabei sind die Vorgaenge doch verknuepft. Schliesslich „rotzt“ ja jeder ueber den COM ab bzw. behauptet zu wissen das alles den Bach runter geht / gegangen ist.

    Summenzug: Anzug kann wirklich JEDER.

  2. @Einfachich:
    Genau das fiel mir gerade auch auf.

    Zum Interview:
    Das Interview zeigt, dass GenMaj Vollmer ein besonnener und erfahrener Mann ist.

    Auch wenn ich seine Argumentation KDZ/ OP-N nicht nachvollziehen kann. Auch sonst hat das Interview wenig Neuigkeitswert. Es zeigt mir jedoch unterm Strich, dass man sich von der Lage draußen immer mehr „abnabelt“.
    Leidet wurde nicht gefragt, warum man in MeS noch soviel Personal zur Selbstverwaltung braucht.
    Mit dem Abzug aus KDZ sollte der Personalansatz ja deutlich nach unten gehen.
    Personalumfang bei ISAF gestern: 4009.
    Da ist jetzt wirklich Luft nach unten.
    Zumal man ja in 14 Monaten bei 0-800 liegen soll.

  3. „… geht das Leben ganz normal weiter.“

    Interessante Formulierung.

    „werde ich ausnahmsweise mal meine 2 Dosen Bier trinken“.

    Aha.

    „eine der besten wirklich besten Infrastruktur/Liegenschaften an die Afghanen übergeben können“

    Bin gespannt, wie das in 6 Monaten, in 12 Monaten, in 24 Monaten ausschaut. Ob man da diese Aussage aufrecht erhalten kann?

  4. @ o.punkt. wurde alles besenrein übergeben, was der nachmieter damit anstellt liegt nicht mehr in dt Hand ;)

    in 24 monaten ist das vlt schon in der hand der taliban oder von irgendeinem warlord.

  5. So so….“Sichtbarer Aufschwung“?

    Von welchem Land redet der Herr General denn da?
    Definitiv nicht von Afghanistan-denn überall dort, wo die Truppen sich zurückziehen, haben die Taliban das Schwert wieder in die Hand genommen, und es geht genauso weiter, wie es 2000 aufgehört hat….

    „Alles für die Katz“ würde es eher treffen…..aber das will man vermutlich nicht einsehen-dann müsste man nämlich zugeben, dass man Milliarden von Steuergeldern zum Fenster hinausgeworfen hat…

  6. Das PR-Gespräch —und als mehr kann man es wohl kaum bezeichnen, wenn sich zwei Menschen in Uniform unterhalten— vermittelt den bestellten Eindruck, die Bundeswehr habe Geschichte geschrieben.
    In mehr als einer Dekade BW-Einsatz wurden Milliarden
    verschleudert und das Blut deutscher Soldaten sinnlos vergossen, um die Herrschaft von Warlords und Kriegsverbrechern im Norden zu zementieren, und das ANA-Kanonenfutter der höchst korrupten und im Norden machtlosen Zentralregierung für den kommenden Bürgerkrieg hochzurüsten.
    Die Taliban sind bis heute in keine Friedenslösung eingebunden. Man kann sich ausrechnen, was passiert, wenn vor den Wahlen kein breites Übereinkommen aller Konfliktparteien erzielt wird, und die Wahl erneut mit einer UN-assistierten massiven Fälschung endet.
    Was soll man noch dazu sagen, wenn der ISAF-Oberbefehlshaber -konfrontiert mit alarmierenden Nachrichten, wie „Provinzchef der Wahlkommission getötet, Schattengouverneur der Taliban getötet“- darum bittet, doch von der Karte zurückzutreten. In der Verweigerung, hier die Wahrheit zu sagen, steckt der ganze Selbstbetrug dieser gescheiterten Mission, und in letzter Konsequenz auch der Betrug an denjenigen, die ihm das Mandat erteilt und es bezahlt haben. Mit der Aussicht, diesen unheilvollen Ort in Bälde mit einem Orden an der Brust zu verlassen, tritt es sich da doch gleich viel gelöster auf.

  7. Nachdem ich mir heute am 3. Oktober das Interview angehört habe, kam mir eine zugegebenermaßen polemische Formulierung aus den Wendejahren in den Sinn:“blühende Landschaften“.
    Hat er wirklich(völlig ironiefrei) von Aufbruchstimmung gesprochen? Von der ständigen Übergabe von Aufbauprojekten? Von einheimischen Polizei- und Armeekräften, die nicht ausbluten, sondern die Lage im Griff zu haben scheinen?
    Man möchte es ja gerne glauben, aber dieser Blog hier und andere Quellen malen jenseits der Anzugsordung doch ein völlig anderes Bild.
    Wenn das jetzt ein normales Interview gewesen wäre ok, aber gegenüber der eigenen Truppe? Blühende Landschaften jetzt auch In AFG ? Das macht mich ziemlich ratlos!

  8. @ZDL a.D.: Nein nichtmal in einem „normalen“ Interview ist dieser Bockmist der hier verzapft wird hinzunehmen. Die eigene Truppe wird doch schon seit langem verarscht und belogen. Mir tut es umso mehr um die Familien leid, die eines ihrer Mitglieder für die Politiker und Machthaber dieses und unseres eigenen Landes verloren haben. Oder um die hunderte von geschädigten und versehrten deutschen Soldaten. Einfach nur bitter und traurig! Aber diese Goldhengste und die, die noch weit über ihnen stehen werden so weitermachen ohne einen Funken Anstand und Wahrhaftigkeit. Dieser Einsatz war umsonst und all das Blut. Das Geld ist doch hierbei völlig zweitrangig.

  9. @Chris Sie haben sicher recht, die Erfolge sind wenige, teuer erkauft und scheinen sich mit dem Rückzug aus der Fläche wieder aufzulösen. Aber für eine gewisse Zeit zwischen 2010 und 2012 hat die BW von außen gesehen zu ihrer Rolle gefunden und das Gesetz des Handelns an sich gerissen. Bitter natürlich, dass just nachdem man sich der Situation als gewachsen gezeigt hat, der Abzug dieses wieder unterminiert. Trotzdem scheinen die Einheimischen den Abzug doch zu bedauern, dann muss die BW ja doch eine bescheidene Verbesserung für sie gebracht haben.

  10. Ein interessanter Bericht zur Lage in Kunduz bei faz.net („Zeit des Abschieds“).
    Dabei auch erwähnt: Infrastrukturell ist eine erneute Stationierung der NRU vorbereitet.
    Die Übergabe von Kunduz soll live im deutschen Fernsehen übertragen werden.

  11. Da ich immer häufiger den Eindruck habe, dass wir unsere Gegner unterschätzen (siehe auch Interview oben) ist folgende Meldung hier wohl nicht gänzlich OT:
    http://www.washingtonpost.com/local/obituaries/military-leader-vo-nguyen-giap-defeated-french-us-forces-in-vietnam-conflicts/2013/10/04/897ffff2-c5da-11df-94e1-c5afa35a9e59_story.html

    Wir können von Glück reden, dass der aktuelle Gegner nichteinmal ansatzweise, dass strategische, operative und taktische Können aufbieten kann als ein man als General Giap.

    Aber es reicht ja für uns schon so.

    Nur eine Frage der Zeit bis auf der Gegenseite wieder eine Person wie Giap erscheint.

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