Jung&Naiv: Dirty Wars

Eine aktuelle Folge von Jung und naiv über die verdeckten Kriege der USA, Luftangriffe mit Drohnen… und die Welt als Gefechtsfeld: Tilo Jung hat darüber mit Jeremy Scahill gesprochen, dem Autor des Buches Dirty Wars (Scahill wurde davor schon durch sein Buch über die Private Military Company Blackwater bekannt). Auf Englisch, kein direkter Bezug zu Deutschland (jedenfalls noch nicht im ersten Teil des insgesamt 90 Minuten langen Interviews…) und dennoch anhörenswert:

(Direktlink: http://youtu.be/ZJVATmq9sxU)

Eine deutsche Transkription/Übersetzung, sagt mir Tilo, ist in Arbeit – wird aber noch ein paar Tage dauern.

21 Gedanken zu „Jung&Naiv: Dirty Wars

  1. Ton ist deutlich besser als bei den vorangegangenen Episoden.

    Ansonsten: „Jung & Naiv“ trifft „a bit older & still naive with a healthy dose of conspiracy theories“ :-)

  2. Als ehemaliger Angehöriger des zweitältesten Gewerbes der Welt kann ich sagen: Scahills Buch über Blackwater war inhaltlich äußerst mangelhaft. Kaum Primärrecherche und im wesentlichen unfundierte Meinungsäußerungen eines Zivilisten.
    Und wenn wenn man schon von „Dirty Wars“ spricht: Gibt es denn saubere Kriege?

  3. @Tilo
    Dann hätte er die Nullphrase von den „Dirty Wars“ ja auch direkt unterlassen können.
    Und die Welt war schon immer Gefechtsfeld. Wo keine Amerikaner unterwegs sind, sind es Chinesen, Russen, Franzosen, Briten und andere, wobei alle außer den Amerikanern die Stärke besitzen, geräuschlos zu arbeiten. Bei denen gibt es keine Scahills, die über „schmutzige Kriege“ z.B. in Teilen Schwarzafrikas berichten, in denen z.B. die Chinesen mittlerweile wesentlich aktiver sind als alle anderen Akteure. Als jemand der vorwiegend vom Schreibtisch aus recherchiert bekommt Scahill das natürlich nicht mit.

  4. @K. Müller

    „Als jemand der vorwiegend vom Schreibtisch aus recherchiert bekommt Scahill das natürlich nicht mit.“ Lass ich mal so stehen.

  5. @Tilo
    Man kann durchaus nach Afghanistan etc. reisen, ohne wirklich mitzubekommen, was läuft. Scahill hat sich bei denen, die im privaten Bereich tätig sind, mit seinem ersten Buch einen äußerst schlechten Ruf erworben, weshalb er von dieser Seite kaum relevante Auskünfte zu erwarten hat. Gehen Sie doch mal durch, was in seinem Blackwater-Buch wirklich von ihm recherchiert wurde, und was nur Meinung ist oder aus Sekundärquellen stammt. Seine eigenen Recherchen kann man auf wenigen Seiten zusammenfassen, und sie beruhen im wesentlichen auf Kontakt zu einem enttäuschten ehemaligen Mitarbeiter, der die schlechten Arbeitsbedingungen beklagt. Sie geben ja immerhin selbst zu, das Buch nicht gelesen zu haben, und haben sich bei der Bewertung offenbar auf Rezensionen ahnungsloser Claquere verlassen, wenn Sie die „positive reviews“ erwähnen. Scahill hat immerhin das Talent, einer bestimmten Klientel zu erzählen, was diese hören will.

    Was „Dirty Wars“ angeht, so hat Scahill immer noch nicht die Grundlagen des Völkerrechts verstanden. Auch die „Signature Strikes“ hat er z.B. grundsätzlich falsch verstanden. Wer sich verhält wie ein militärischer Gegner war schon immer Gegenstand militärischer Bekämpfung.

    Er erwähnt einen militanten Islamisten, mit dem er immerhin über Twitter in Verbindung getreten sein soll, und dessen Account nach dessen Tötung weiterbetrieben worden sei. Hier ist ihm offenbar unbekannt, dass diese Leute für PR-Zwecke Accounts teilen und er es nicht mit Individuen zu tun hat, sondern mit einem Autorenkollektiv, das übrigens bereitwillig jedem Interessenten antwortet und ihm das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden. Er posiert mit der Tatsache, die Leute einmal angeschrieben zu haben, aber so herum, dass der Zuschauer denken muß, er hätte hier irgendwelche besonderen investigativen Zugänge. Sie können diese Leute auch anschreiben wenn sie solche Stories erzählen wollen, und ich gebe Ihnen gerne die Adressen, wenn Bedarf besteht.

    Scahill hat ja Recht mit seiner Kritik an der ständigen moralischen Selbsterhöhung der Amerikaner, aber sonst hat er sehr wenig Ahnung, und wer so ein Gespräch etwas vorbereitet hätte und ihm kritisch begegnet wäre, hätte ihn arg in Bedrängnis bringen können.

    Ihre Behauptung, es hätte seit 9/11 keine militant-islamistischen Anschläge in Deutschland gegeben, stimmt übrigens auch nicht: http://www.theguardian.com/world/2011/mar/03/frankfurt-airport-attack-terror-link-explored

    Im Video sehe ich nur jemand, der nicht einmal die grundlegenden Recherchen angestellt hat und keine kritischen Fragen stellt, und einen posierenden Selbstdarsteller. Mit Verlaub: Das Ergebnis kann nur „jung und naiv“ sein. Ein bißchen Vice-Stil macht eben noch keinen investigativen Journalismus.

  6. @ K. Müller

    Ich schätze mal, dass wir bald größere und umfangreichere ebenfalls nicht fiktive Probleme dieser Art haben und dann dürfte das alles neu diskutiert werden: http://www.mmnews.de/index.php/politik/15357-usa-fema

    Ich glaube nicht, dass sich die ganzen Ultrachaoten – welcher Abstammung auch immer – noch lange mit dem Anzünden von ein paar Fahrzeugen begnügen werden. Irgendwann wollen die einfach nur noch Blut sehen. Und das dürften sie dann zu sehen bekommen.

  7. @ müller

    mir deucht, ihre begeisterung für herrn flade könnte auch dessen im text dezent durchscheinender politischer gesässgeographie liegen ;)

    @ wolfgang-2
    mm news, FEMA, HAARP, Chemtrails, goldbugs und tin foil hats ?

  8. Man hätte statt Jeremy Scahill natürlich auch Experten wie P.W. Singer, Eeben Barlow, den Gründer von Executive Outcomes, oder Frank Westenfelder, den Betreiber von kriegsreisende.de, interviewen oder sich die Dokumentation „Shadow Company“ anschauen können – aber da wären wohl nicht genug Klischees und zuviel Fachwissen vermittelt worden.

  9. Und noch ein Hinweis aus eigener Meinung …. Wesentlich besser (recherchiert) und böser als Scahill ist Mark Mazzetis Buch „Killing Business. Der geheime Krieg der CIA“

  10. > Man hätte statt Jeremy Scahill natürlich auch Experten wie P.W. Singer, Eeben Barlow, den Gründer von Executive Outcomes, oder Frank Westenfelder, den Betreiber von kriegsreisende.de, interviewen oder sich die Dokumentation “Shadow Company” anschauen können – aber da wären wohl nicht genug Klischees und zuviel Fachwissen vermittelt worden.

    Ist wahrscheinlich alles eine Frage des Preises. Die einen Quasseln ohne Bezahlung und die anderen wollen eben Kohle sehen.

  11. [Link gelöscht]

    bei kenntnisname link bitte löschen ;)

    das könnte evtl auch noch ein thema AG sein.

    [Link z.K. genommen und gelöscht. Ach nee, auf das Thema mag ich nicht mehr einsteigen… T.W.]

  12. Den verschwörungstheoretikern:

    Der Homelandsecurity unterstehen unter anderem sämtliche Polizeibehörden (FBI, DEA, ATF) und Inlandsnachrichtendienste mit Pi*Daumen nicht ganz 2 Millionen Mitarbeitern. Da der Munitionsdeal über zehn Jahre geht bleiben damit jedem Polizisten 6,66 Schuß zum Üben im Monat.

    Irgendwie ist das keine Schlagzeile… „Polizist erhält Sechskommasieben Schuß Munition im Monat“.

  13. Äh, irgendwie gleitet das jetzt ein wenig ab Richtung Verschwörungstheorien. Neben den FEMA-Konzentrationslagern fehlt dann noch das Stichwort Black Helicopter und dass ausländische Truppen, zum Beispiel deutsche Soldaten, in den USA vorbeugend zur Unterdrückung der Bevölkerung stationiert werden… Hm.

  14. @ T.W.

    und Chemtrails, die sind auch immer klasse… :-)

    Und die Mondlandung, J.F.K. und für unsere Bayern die Illuminaten.

  15. Spezialmunition in geringen Stückzahlen sind bei Polizeibehörden durchaus üblich. Das DHS kauft ja nicht 1,6 Milliarden Hohlspitzgeschosse (ich wette die meisten haben nicht erkannt dass die angelsächsische Billion eine Milliarde entspricht) sonder 1,6 Milliarden Geschosse bei denen unter anderem auch kleine Mengen Spezialmunition enthalten ist. Zivile Behörden dürfen diese auch jederzeit einsetzen, z.B. ein Airmarshal darf gar keine normale Munition verwenden, beim finalen Rettungsschuss wäre alles ausser Hohlspitz kontraproduktiv, unter Spezialmunition fallen auch Schrotmunition und Munition zur Bejagung oder Betäubung von Tieren, Gummimunition, Hochgeschwindigkeitsmunition, panzerbrechende Munition (damit bekämpft man sicher keine Aufstände) usw.

    Trotzdem bleibt unterm Strich gerademal 6,66 Schuß Munition pro Mann und Monat. Ich schätze mal 90% davon sind Standardmunition.

    Im Übrigen werden in der USA alle zwei Jahre derartige Munitionsmengen verbraucht, von staatlichen wie auch privaten Akteuren. Ist eigentlich nichtmal was besonderes. Schon der Schützenverein Olching verballert fast 100.000 Schuß im Jahr.

  16. > Äh, irgendwie gleitet das jetzt ein wenig ab Richtung Verschwörungstheorien.

    Der Beitrag ja. Ich denke auch, dass der Beitragsschreiber nicht so ganz verstanden hat um was es geht und eine VT schwafelte. Aber die VT ist unwichtig. Wichtig ist: Die USA haben mobil gemacht.

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