Reden wir mal über Journalismus im Internet

Ein bisschen OT, hat aber viel mit meiner Arbeit zu tun: Jonathan Schnitt, der TV-Reporter, der auch mit Foxtrott 4 in Afghanistan unterwegs war, hat ein paar Journalisten interviewt, die vor allem in diesem Internet aktiv sind. Tilo Jung kennen die meisten hier von den Jung&Naiv-Folgen, außerdem kamen neben Tilo und mir Carolin Neumann, Martin Giesler und Daniel Bröckerhoff zu Wort.

Fünf Journalisten/innen über ihre Arbeit im Internet from Jonathan Schnitt on Vimeo.

10 Kommentare zu „Reden wir mal über Journalismus im Internet“

  • ZDL a.D.   |   20. August 2013 - 15:39

    wirklich ein interessanter Blick hinter die Kulissen des derzeitigen freien Journalismus, der viel mehr die Person des Berichterstatters in den Vordergrund stellt. Ich finde das prima, denn wenn mir der Journalist nicht nur seine Sicht der Dinge darstellt, sondern ich auch mitverfolgen kann, wie er dazu gekommen ist, so kann ich aus seiner Arbeitsweise und persönlichen Darstellung besser entscheiden, ob ich ihm vertrauen will, ob ich mir von ihm die Dinge erklären lassen will oder ob sie oder er mich eher vereinnahmen oder gar manipulieren wollen.
    Da IMHO Objektivität sowieso nicht existiert und jeder, der sie für seine Meinung einfordert für mich per se unglaubwürdig agiert, stellt sich mir umso mehr die Frage, welcher subjektiven Meinung ich folgen oder mich an ihr reiben will.
    Der Ton macht die Musik und der Weg ist ein Teil des Ziels. In FB wird anders kommuniziert, wie in Twitter und wieder ganz anders als hier im Blog. Wer wie welche Kanäle für was nutzt kann interessanter sein, als die Nachricht selbst.
    Während mich das Privatfernsehen mich mit Verlautbarungsjournalismus überschüttet und die öffentlich rechtlichen Medien den persönlichen KOmmentar quasi in einen Käfig einsperren, ist die offene Art der Blogger und sozialen Medien total subjektiv aber damit auch viel authentischer, weil ungefilteter.
    Und genau das ist es doch auch, was zB. AGA so interessant macht, dass man ungefilterte INformationen erhält, nicht redaktionell abgesichert aber in einem Rahmen einer Community, die Blendern schnell den Gar ausmacht, sie aber auch nicht völlig ausschließt.
    Gerne mehr solche Hintergrundstories ! Für mich sind sie ein bisserl, wie das Feuilleton, denn was sich so im Hintergrund tut findet der Leser häufig dort und nicht auf den politischen Meldungsseiten weiter vorne.

  • T.Wiegold   |   20. August 2013 - 15:41

    @ZDL a.D.

    Nur eine kleine Anmerkung – ich stolpere über das nicht redaktionell abgesichert: Natürlich steckt hinter Augen geradeaus! keine Redaktion, aber ich bemühe mich schon, die gleichen professionellen Maßstäbe an Recherche und Quellen für Informationen anzulegen wie zu meinen festangestellten Zeiten bei Redaktionen…

  • KeLaBe   |   20. August 2013 - 16:10

    @ T.W.

    Ich vermute, Sie haben da etwas missverstanden. Kein Zweifel: Ihre eigenen Diskussionsimpulse genügen m.E. hinsichtlich der informativen Aufbereitung und Ausgewogenheit außerordentlich hohen journalistischen Ansprüchen – auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik anderweitig nur selten unerreicht. Das gilt allerdings zwangsläufig nicht für alle Kommentare der Diskussionsteilnehmer im Blog. Auch hier finden sich viele wertvolle Informationen und Einschätzungen, aber eben auch – natürlich „nicht redaktionell abgesichert“ – so manches Falsches, Halbwahres, Irreführendes und Irrelevantes (und auch das ist in gewisser Weise informativ). Aber: Genau diese Mischung macht auch den besonderen Reiz einer Debatte aus! Sonst wär’s ja fast langweilig. Also große Anerkennung und weiter so!
    (@ ZDL a.D.: Entschuldigung, dass ich mich da eingemischt habe.)

  • Sascha Stoltenow   |   20. August 2013 - 16:16

    Vier Männer, eine Frau? Da meldet sich doch schon wieder der Gleichstellungsbeauftragte in mir ;-)

  • ZDL a.D.   |   20. August 2013 - 16:33

    @ T.Wiegold

    Aus Ihrem Anspruch machen Sie kein Hehl und ich finde es wiederum ein Qualitätsmerkmal, dass Sie ihn hier so explizit formulieren. Wir Ihre Leser können uns ja täglich überzeugen, ob sie diesem selbstgestellten Anspruch auch gerecht werden und uns damit wiederum eine Meinung bilden, wie wertig uns ihre Informationen und Bewertungen sind.
    Da Sie die KOmmentarfunktion nicht ausgeschaltet haben, setzten Sie sich im Prinzip einer permanenten Evaluation durch die Leser aus, was sicher auch nervig sein kann.
    Dieser Mut wird IHnen von den Lesern mit REspekt, Anerkennung und Detailinformationen vergolten, die sie sich ohne dieses Feedback wohl nur schwer beschaffen könnten. Diesem Prozess allein als stiller Beobachter beizuwohnen hat mir viel mehr verteidigungspolitische Einblicke verschaftt, als sämtliche Reportagen und Berichte in ARD und ZDF.
    Ungefiltert sind aber die Kommentare der Leser hier und sicher auch nicht redaktionell hinterfüttert (außer wir hätten hier ein U-Boot-Ghostwriter mit manipulatorsichen Absichten, was eigentlich auch ganz amüsant wäre). Und auch hier macht das Zwischen-den-Zeilen-Lesen großen Spaß, denn man fragt sich natürlich immer, wer hinter den Nicknames steht, welche ERfahrungen er miteinbringt oder vorgibt zu haben und ob er zum Mono- oder Dialog mit der Bereitschaft zu Erkenntnisgewinn neigt.
    Für mich könnte der Gegensatz von AGA zu Facebook kaum größer sein, wo man mit seinem richtigen Namen eher belanglose Halbsätze und Emoticons raushaut, während man sich hier anonym über seine differnziert ausformulierte Meinung oder sachlich Kenntnisse definiert. Dort schafft man sich eine selbstgestylte Personality mit Fotos, Videos, Karten und einem weitschweifigem Profil, hier zählt nur die Kraft des geschriebenen Wortes und des vertexteten Inhalts. Beides hat seinen Reiz über den reinen INformationsfluss hinaus und ich teile die Begeisterung Ihrer Kollegen, sich die Kanäle zu suchen, die einem persönlich am besten liegen, um sich mitzuteilen und an diesem Umbruch teilzuhaben.

  • ZDL a.D.   |   20. August 2013 - 16:41

    @ KaLeBe
    Sie haben es genau auf den Punkt gebracht und ich danke Ihnen, dass Sie sich eingemischt haben! – Je mehr sich so freundlich einmischen, umso interessanter wird es – in diesem Sinne Dank auch an den fallschirmspringenden Gleichstellungsbeauftragten ;-)

  • Werferfehler   |   20. August 2013 - 16:50

    @KaLeBe und ZDL a.D.
    Sehr gut ausgedrückt, ich kann mich da nur anschließen.
    @Sascha Stoltenow: Gibt es irgendwo in Deutschland Gleichstellungsbeauftragte in der männlichen Form? Ohne hier off Topic was anfangen zu wollen, aber meiner Erfahrung nach sind die alle weiblich, nichts für ungut.

  • KeLaBe   |   20. August 2013 - 17:19

    @ T.W.

    Bin gerade dabei, den Fehlerteufel am Ende meines zweiten Satzes von 16:10 Uhr festzunageln. Es muss natürlich heißen: „nur selten erreicht“ (statt „… unerreicht“). Unglaublich, welche grotesken Fehler einem manchmal stillschweigend unterlaufen! Bin eben kein Journalist so hohen Anspruches … :-)

    @ Werferfehler

    OT: Habe nur Töchter. Und wer ist da wohl der Gleichstellungsbeauftragte in der Familie? (Allerdings ziemlich wirkungslos.)

  • ZDL a.D.   |   20. August 2013 - 19:34

    OT @ KeLaBe
    Hab auch nur Frauen: 2 kleine und eine große. Da muss ich dann eher mein eigener Gleichstellungsbeauftragter sein, sonst darf der Wolf im Manne gar nicht mehr raus ;-)

  • Someone   |   21. August 2013 - 0:08

    @ Werferfehler | 20. August 2013 – 16:50

    Ohne zu wissen, ob der OvWa GleiB in seinem Betrieb ist, wäre dies gem. § 16 Abs. 1 Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) bei der Bw nicht möglich, da:

    In jeder Dienststelle mit regelmäßig mindestens 100 Beschäftigten ist aus dem Kreis der weiblichen Beschäftigten eine Gleichstellungsbeauftragte nach geheimer Wahl durch die weiblichen Beschäftigten von der Dienststelle zu bestellen. In Verwaltungen mit mehreren kleineren Dienststellen, die insgesamt regelmäßig mindestens 100 Beschäftigte haben, ist eine Gleichstellungsbeauftragte bei der oberen Behörde zu bestellen. Verwaltungen mit einem großen Geschäftsbereich können von Satz 1 abweichen, sofern sichergestellt ist, dass die weiblichen Beschäftigten aller Dienststellen angemessen durch eine Gleichstellungsbeauftragte vertreten werden.

    Als es noch Frauenbeauftragte(r) hieß, könnte es m.W.n. auch ein Mann werden.