EuroHawk: Koalition sieht keine Holschuld des Ministers

EURO HAWK®
(Northrop Grumman Pressefoto)

Ob meine Berichterstattung von den Zeugenanhörungen des EuroHawk-Untersuchungsausschusses der Koalition nicht gefallen hat oder ob es schlichte Desorganisation in der Pressestelle ist: Zur heutigen Presse-Vorstellung des Bewertungsergebnisses, das CDU und FDP als Schluss aus der Ausschussarbeit ziehen, war ich nicht eingeladen. Aber es gibt ja auch in diesen Fraktionen Profis, deshalb hab‘ ich den Bewertungsteil auch so bekommen…

Zentrale Aussage der Koalition ist natürlich, dass dem heutigen Verteidigungsminister Thomas de Maizière nichts anzulasten ist:

Fest steht, dass auch in der Rückschau keine vorauseilende Holschuld des Ministers gegenüber den Fachabteilungen im Haus bestand. Politische Führung muss sich zum einen auf fachliche Expertise verlassen, zumal bei komplizierten Themen wie Zulassungsfragen komplexer Entwicklungsvorhaben. Zum anderen wurde mehrfach von Seiten der Fachabteilung darauf aufmerksam gemacht, dass Problemstellungen einer ordentlichen Lösung zugeführt werden. Dies änderte sich erst mit der Entscheidungsvorlage vom 13. Mai 2013. Erst hier wurde klar, dass aufgrund der validierten Schätzung der Mehrkosten für die Musterzulassung der Serie und nach Ausschluss alternativer Zulassungswege die Probleme mit Blick auf den gegebenen Kostenrahmen nicht mehr lösbar sind.

(Zum Lesen: EuroHawk_Bewertung_Koalition)

Nachtrag: Das ist ja eine sehr hübsche Meldung von heute (danke für den Leserhinweis!)

A Northrop Grumman Corp spokesman said that his company was making “a lot of progress” in talks with the German government about the country’s stalled purchase of four Euro Hawk UAS, and what is needed to certify their airworthiness.
“We’re continuing to try to work with the Germans to find a solution,” Tom Vice, President of Northrop’s Aerospace Systems Division, told reporters. “We’re continuing to have discussions. We’re making a lot of progress.”

Und noch ein Hinweis: Zusammen mit Kollegen von ZEIT Online habe ich mich durch die Dokumente gewühlt: Ein Traum von einer Drohne

 

7 Gedanken zu „EuroHawk: Koalition sieht keine Holschuld des Ministers

  1. Ich nehme mal an, vorrauseilende Holschuld ist eine elegante Art, nochmal darauf hinzuweisen, dass der Minister ja nie informiert wurde, sondern sich die Informationen hätte selbstständig holen müssen.

  2. @T.W.:
    Zu der ZEIT-Serie.
    Herr Biermann scheint sich ja ähnlich tief mit dem EH beschäftigt zu haben wie Herr Paris:

    „So beginnen viele Rüstungsprojekte. Dieses Mal sind es die Augen. Die Bundeswehr sieht nicht mehr gut genug. Also muss ein neues Sichtgerät her, ein fliegendes Auge. “

    Fliegende Ohren, statt fliegendes Auge.

    Wenn man schon – exklusiv – die kompletten Unterlagen eines UA hat (von welcher Fraktion auch immer), dann sollte der Einstieg doch etwas näher an der Realität sein, oder?

    Später wird es ja dann sachlich gut erklärt, umso bedauerlicher.

  3. Northrop hat seine Homepage auch noch nicht so ganz angepasst:

    (…) Its historic ferry flight to Germany was completed July 2011. Subsequent systems are expected for delivery between 2016 and 2017 following successful testing and introduction in German operational service.

    Quelle

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