DroneWatch: Die erste Drohnen-Landung auf einem Flugzeugträger (mit Videos)

Der Einsatz autonomer Drohnen ist ein wenig mehr Realität geworden. Nachdem die U.S. Navy bereits im Mai ein unbemanntes Flugsystem, die Experimental-Drohne X47-B, vom Deck eines Flugzeugträgers gestartet hatte, landetediese Drohne am (heutigen) Mittwoch auf dem Kriegsschiff. Sowohl Start und Landung erfolgten weitgehend autonom – ein weiterer Schritt in der Automatisierung, wie die Navy berichtet:

The X-47B Unmanned Combat Air System (UCAS) demonstrator completed its first-ever carrier-based arrested landing on board USS George H.W. Bush (CVN 77) off the coast of Virginia July 10.  (…)
Today’s demonstration was the first time a tailless, unmanned autonomous aircraft landed on a modern aircraft carrier.
This test marks an historic event for naval aviation that Navy leaders believe will impact the way the Navy integrates manned and unmanned aircraft on the carrier flight deck in the future.

Die Kollegen aus der US-Redaktion des britischen Guardian bringen das auf den Punkt: Today’s landing was a pivotal moment for a development that will give the US military a major advantage in the growing global robotics arms race.

Aus anderer Perspektive:

22 Kommentare zu „DroneWatch: Die erste Drohnen-Landung auf einem Flugzeugträger (mit Videos)“

  • TBR   |   10. Juli 2013 - 21:37

    Mit der Bush wurde dieses Jahr auch anderes gemacht. Der Slogan „push to Bush“ war für viele R&D Programme der US-Navy die letzten drei Jahre Hauptantrieb, hier werden und wurden in der „Industrieverfügbarkeit“ nach der Werfliegezeit Ende 2012 viele pressewürdige „project milestones“ abgeleistet, einschliesslich des Präzisionslandungssystems JPALS, welches wphl für die landung der Drohne nich unwesentlich war

    http://www.navair.navy.mil/index.cfm?fuseaction=home.NAVAIRNewsStory&id=5398

    und des Torpedoabwehrsystems

    http://www.navy.mil/submit/display.asp?story_id=74665

  • Someone   |   10. Juli 2013 - 23:08

    Dieses Video auf Youtube von der U.S. Navy selbst zeigt beide Landungen und den Beginn des zweiten Starts.
    1. Landung 3. Seil
    2. Landung 2. Seil
    Und falls es jemand weiß: Die Lichter am Bugfahrwerk, zeigen diese die Bereitschaft des Systems zum Start an?

  • T.Wiegold   |   10. Juli 2013 - 23:20

    @Someone

    Danke, baue das (und zwei weitere) Videos oben ein.

  • tt.kreischwurst   |   10. Juli 2013 - 23:57

    Hier ist auch interessanter Beitrag Richtung Automatisierung und Autonomisierung von Waffensystemen:

    http://www.foreignaffairs.com/articles/139554/charli-carpenter/beware-the-killer-robots?page=show

  • Uwe   |   11. Juli 2013 - 0:07

    Was da an Material und Personal in aller Seelenruhe auf dem Flugdeck herumsteht! Das sieht nicht nach einer Premiere aus!
    Übrigens scheint die Drohne die ersten Halteseile zu verpassen, was bei einem bemannten Flieger schon zu kritischen Fragen an den Piloten führen würde.

  • SchmidtM   |   11. Juli 2013 - 0:47

    @Uwe
    Das war auch mein erster Gedanke.

    @TW
    Interesse die Heron Klamotte aus der Bildzeitung aufzuwärmen, jetzt wo es ein „geheimes“ Video gibt?

  • b   |   11. Juli 2013 - 6:03

    Drohnen sind ja so toll. Auch heute passiert aber nur wenig erwähnt:
    Air Force drone self-destructs over Gulf of Mexico, crashes into water

    An unmanned Air Force QF-4 drone assigned to the 53rd Weapons Evaluation Group was destroyed over the Gulf of Mexico at 10:28 local time today. The drone was carrying a small self-destruct charge and had to be destroyed for safety considerations during its return to base following a routine operation.

  • Elahan   |   11. Juli 2013 - 8:45

    Wo war denn bei diesem Lande- und Startverfahren die technologische Herausforderung?

  • klabautermann   |   11. Juli 2013 - 8:56

    Und dann stellen wir uns das Mal im Südchinesischen Meer während der Monsum-Zeit vor und dann bitte mit dem gleichzeitigen Flugbetrieb von 24 dieser Drohnen, davon 50 % mit Waffenzuladung……long way to go……

  • Cynic2   |   11. Juli 2013 - 8:57

    @ Uwe

    Kritische Nachfragen hätte es wohl nicht gegeben. Gemäß dieser Quelle, ist das dritte Fangseil das angepeilte Ziel der Piloten:

    Pilots are aiming for the third wire, as it’s the safest and most effective target. They never shoot for the first wire because it’s dangerously close to the edge of deck. If they come in too low on the first wire, they could easily crash into the stern of the ship. It’s acceptable to snag the second or fourth wire, but for a pilot to move up through the ranks, he or she has to be able to catch the third wire consistently.

    http://science.howstuffworks.com/aircraft-carrier4.htm
    Es gibt bestimmt bessere Quellen, es hört sich aber plausibel an.

  • H. Wilker   |   11. Juli 2013 - 9:03

    @Uwe: Bei idealer Landung nimmt der Haken klassischerweise das „three wire“, das dritte Seil von hinten. Die Träger hatten normalerweise vier Seile; neuerdings wird das wohl unter Weglassen des hinteren Seils auf drei reduziert. Ob die Bezeichnungen sich ändern, weiß ich nicht…

    @Someone: AWST (s. u.) berichtet von Problemen beim erneuten Start, bei denen die Übergabe der Kontrolle von der Deck-Steuerung, mit der das Gerät an Deck manövriert wird, an die eigentliche Steuerzentrale nicht funktioniert hat (wurde aber gelöst). Das wird beschrieben als „did not get a blue light“ – ich glaube, das passt:

    Lichter blinken grün – Deck-Steuerung aktiv
    Lichter konstant blau – Steuerzentrale hat übernommen
    Positionslichter gehen an (unter den Flügeln) – startklar

    Letzteres ist auch bei bemannten Fliegern Standard, wenn nachts gestartet wird. (tagsüber wird dafür salutiert). Sobald diese Lichter angehen, beginnt der „Shooter“ („der mit den Fingern wackelt“) die finale Startsequenz.

    http://www.aviationweek.com/Blogs.aspx?plckController=Blog&plckScript=blogScript&plckElementId=blogDest&plckBlogPage=BlogViewPost&plckPostId=Blog%3a27ec4a53-dcc8-42d0-bd3a-01329aef79a7Post%3af19a6dea-c12f-4643-96a7-1fb28026941b

  • RauscheBART   |   11. Juli 2013 - 10:06

    Autonom ist die X-47B sicher nicht, das wäre nicht zulassbar und würde garantiert nicht auf einen CVN „losgelassen“. Automatisch/Automatisiert ist die passende Bezeichnung.

  • Someone   |   11. Juli 2013 - 11:48

    @ Elahan | 11. Juli 2013 – 8:45

    Ein Schiff, in diesem Fall der Flugzeugträger und damit die Landebahn, bewegt sich in allen drei Dimensionen, das passiert an Land jetzt eher nicht.

    @ H. Wilker | 11. Juli 2013 – 9:03

    Merci!

  • wacaffe   |   11. Juli 2013 - 12:42

    @ someone

    „das passiert an land jetzt eher nicht“

    Ach nein? http://de.m.wikipedia.org/wiki/Plattentektonik

    :)

  • Someone   |   11. Juli 2013 - 16:17

    @ wacaffe | 11. Juli 2013 – 12:42

    _eher_! :-P

  • Elahan   |   11. Juli 2013 - 16:30

    @Someone

    „Ein Schiff, in diesem Fall der Flugzeugträger und damit die Landebahn, bewegt sich in allen drei Dimensionen, das passiert an Land jetzt eher nicht.“

    Ist aber bei einem automatisierten System kein Problem.
    Eher für Piloten :-)

    P.S. Auf dem Video war die See eher still

  • Stefan   |   11. Juli 2013 - 16:48

    Ich habs schon immer gesagt, ein Flugzeugträger muß für Deutschland her. Dann können wir auch den EUROHAWK beschaffen, und z.B. Bangladesh überwachen. Und unsere europäischen Freunde wollen wir ja eh nicht ausspionieren. ;-)

  • JCR   |   11. Juli 2013 - 16:56

    @b
    (wie zitiere ich hier?)

    Eine QF-4 ist keine Drone, sondern eine F-4 Phantom II, die unbemannt (aber ferngesteuert) zur Zieldarstellung eingesetzt wird, damit man sie auch „herunterholen“ kann ;)
    Das ist 50er Jahre Technik als Fluggerät gepaar mit 80er Jahre Technik was Fernsteuerung angeht.

  • Elahan   |   11. Juli 2013 - 17:59

    @JCR

    „Eine QF-4 ist keine Drone, sondern eine F-4 Phantom II, die unbemannt (aber ferngesteuert) zur Zieldarstellung eingesetzt wird, damit man sie auch “herunterholen” kann ;)2

    Aber genau das ist der eigentliche Verwendungszweck von Drohnen.
    Deshalb werden Zieldarstellungsflugkörper bei der Bundeswehr als Drohnen bezeichnet
    wie z.B. die Klein-Ziel-Drohne KZD-2.

  • JCR   |   11. Juli 2013 - 18:17

    Genau, und deswegen sagt der Absturz einer QF-4 nichts über die Zuverlässigkeit von heutigen Drohnen aus.
    Zieldrohnen sind Verbrauchsmaterial, auch wenn die QF-4 im Prinzip eine voll funktionstüchtige F-4 ist, die oftmals sogar liebevoll im Anstrich ihrer „Glanzzeit“ gehalten ist (es sind Vietnamveteranen mit Abschüssen darunter).

  • Someone   |   11. Juli 2013 - 20:44

    Navy drone fails in third aircraft carrier landing attempt

    (…) After two successful autonomous tailhook landings on the George H.W. Bush on Wednesday, the craft took off for a third attempt. During that flight, one of the three computers used for navigation on the prototype X-47B failed, Rear Adm. Mat Winter told reporters during a conference call Thursday.

    The other two computers recognized the failure, and the craft responded the way it was programmed to, he said. It alerted the mission operator, who directed the craft to the nearest landing site on shore, on Wallops Island. (…)

  • Etienne Rheindahlen   |   11. Juli 2013 - 21:07

    slightly OT – aber passt so schön zum Thema Landeverfahren…auch wenn die Runway kein Flightdeck ist, sondern eine RAF-Basis in UK. Und das Luftfahrzeug kein UAV, sondern ein „Typhoon“ / „Eurofighter“…

    http://www.liveleak.com/view?i=825_1373548431