DroneWatch: Erste Marinedrohne für die Royal Navy

ROYAL NAVY’S NEW £30M ‘EYE IN THE SKY’

Die Royal Navy bekommt ihre erste Marinedrohne: Das bereits von der U.S. Navy verwendete Modell Scan Eagle, hergestellt von Boeing, soll künftig auf britischen Kriegsschiffen eingesetzt werden. Dafür sei ein Vertrag über 30 Millionen Pfund (35 Millionen Euro) unterzeichnet worden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Wie viele dieser Beobachtungsdrohnen dafür gekauft werden, blieb zunächst offen.

Die Drohne kann bei Tag und Nacht eingesetzt werden und soll vorhandene Aufklärungsmöglichkeiten wie Hubschrauber und Radar ergänzen. Die US-Streitkräfte setzten den Scan Eagle zwar auch an Land ein, die Drohne ist aber für Start und Landung auf See ausgelegt. Als Flächenflugzeug soll sie eine längere Überwachungsdauer gewährleisten als Hubschraubermodelle wie der von der Deutschen Marine favorisierte Schiebel Camcopter.

(Foto: Katapultstart eines Scan Eagle an Bord – ©Crown Copyright 2013)

34 Gedanken zu „DroneWatch: Erste Marinedrohne für die Royal Navy

  1. Die technischen Daten bei Wikipedia sehen doch sehr vernünftig aus, und es verspricht geringere Betriebskosten als ein Heli bei gößerer Reichweite / Stehzeit. Zudem einsatzerprobt in mehreren NATO-Staaten.
    Sind doch alles gute Voraussetzungen, das Ding auch zu beschaffen, auch wenn EADS da dann nichts verdient… Aber beim Camcopter ja auch nicht.

  2. Ich habe irgendwie Angst. Sind die Amis nicht Sicherheitsfanatiker? Ich weiss zwar nicht, was alles für die Zulassung notwendig ist, aber wenn hier genauso gearbeitet wird wie „foreign military sales“ habe ich da meine Bedenken wegen einer Zulassung. Da nützt auch der Status als verlässliche Nato-Partner Germany nicht viel.

  3. Hubschraubermodelle haben bezüglich Start und Landung deutliche Vorteile. Der Einsatz ist unkomlizierter und weniger aufwendig.

  4. Die Scan Eagle ist ein schönwetter Modellflieger. In dieser Klasse haben wir die Luna und wer diese Fähigkeit benötigt, kann sie anfordern.

  5. Zur Landung eine kleine Klarstellung: Der ScanEagle hat an den Tragflächenenden eine Art Haken und wird damit in ein senkrechtes Stahlseil gesteuert, gefangen und kreiselt halbwegs kontrolliert auf den Boden. Die USA nutzen ihn auch schon in ISAF. Es ist klar ein kleines, taktisches UAS und hat entweder einen EO oder einen IR-Rumpf. Gestartet wird von einem kurzen Katapult mit einer pyrotechnischen Ladung. Klar in der Klasse einer LUNA.

  6. @Hans: Die Daten des SCAN EAGLE sind bei Wiki zum Teil nicht up-to-date, ebenso wenig die Agenda. Man halte sich da besser an „INSITU; Backgrounder, 118 East Columbia River Way, Bingen, Washington 98605, ScanEagle, Unmanned Aircraft System“. Sieht aber trotzdem alles ziemlich nach COTS-Modellflieger aus, der noch dazu unter die “foreign military sales” Verträge fällt. Spielt auch in einer völlig anderen Liga als der S100 Camcopter. Damit würde unsere Marine niemals glücklich werden.

    @Schnuckel: Unter dem Suchbegriff „Insitu ScanEagle Launch And Capture“ wird man auch bei Youtube fündig und findet die Beiträge von @Elahan & @TC0815 bestätigt.

    Und wer dann immer noch keine Zweifel hat, der kann ja mal rechnen oder kurz skizzieren, wie das mit der „15 m langen vertikalen von einem Auslegermasten herab hängenden Schnur“ auf einem Schiff bei Rollwinkeln von +/- 15° mit der Landung so klappt (Ansatz „Pi x Daumen“: 3 m Landedeckhöhe über Wasser bzw. Drehpunkt, 7,5 m Einflughöhe über Landedeck, 1,55 m halbe Spannweite)? Sieht ziemlich ernüchternd aus! Zur absoluten „High-Tec-Conception“ suche man unter „PARIS AIR SHOW: ScanEagle finds ’sweet spot‘ as globally ubiquitous airborne sensor“. Insofern wäre der Systempreis schon einmal interessant.

    Man vgl. bei EMT das LUNA NG sowie das LUNA Data Sheet, so von wegen Deutscher Wertarbeit.

    Man vgl. dazu im Weiteren das Datenblatt des EMT x13 (http://www.emt-penzberg.de/uploads/media/X-13_en_02.pdf) sowie den Bericht zum SENSE & AVOID LIDAR System der EMT (http://www.emt-penzberg.de/en/aktuelles/news-detailview/article/emt-and-spies-developing-sense-avoid-sensor-for-luna-uas.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=53&cHash=07b7e7a48b041d410332eb8b86ec5ba7).

  7. @Vtg-Amtmann
    Muß ich zu Hause mal gucken, dienstlich ist Youtube gesperrt. Aber genau die Fragen habe ich mir auch gestellt…. Die Filmchen, die ich hier laden konnte (siehe meinen Link oben), zeigten alle nur den modifizierten Hub-Steiger an Land oder festgezurrt auf dem Hubschrauberlandedeck.

    Irgendwie keine echte Option, vor allem wenn man das Flugdeck vielleicht auch noch für einen Hubschrauber freihalten will. ;-) Und an der Seite stelle ich mir das auch, vorsichtig ausgedrückt, zumindest suboptimal vor….

  8. Der ScanEagle wurde 2004 aus dem SeaScan abgeleitet, der von der Firma Insitu ursprünglich für die Fischereiindustrie zur Verfolgung von Thunfischschwärmen entwickelt wurde. Der Preis mußte also in Dimensionen liegen, der einen Verlust verschmerzbar machte.
    Inzwischen ist Insitu (Homepage http://www.insitu.com/systems/scaneagle) eine Tochter von Boeing. Das dürfte einerseits eine Menge Möglichkeiten in Bezug auf Sensoren und Kommunikation eröffnen, sich aber auch auf dem Preisschild bemerkbar machen..

    Und eine kleine Korrektur: Für das Startgewicht von 20kg reicht ein pneumatischer Katapult, es ist keine Pyrotechnik nötig.

  9. Laut Homepage der an der Entwicklung beteiligten Firma Barnard Microsystems (http://www.barnardmicrosystems.com/L4E_scaneagle.htm) kostet ein Exemplar des ScanEagle unter 100.000 US-$. Im Vergleich zu den Betriebskosten eines Hubschraubers ist es da absolut zu verschmerzen, wenn ein Exemplar mal im Bach landen sollte.
    Auch der Camcopter von Schiebel spielt mit einem Stückpreis von 1 mio EUR (Link: http://www.innovations-report.de/html/berichte/innovative_produkte/bericht-77459.html) schon in einer anderen Liga.

  10. @Private: Also wenn der Hydraulikausleger mit den dicken Schläuchen – sorry mit den dünnen Stahlseilen – jenseits der Bordwand den Vogel einfängt, wird das mit den noch größeren Abständen zum Dreh- bzw. Rollpunkt des Schiffs bei Seegang zu einem noch größerem Lotteriespiel. Da ist ja wohl ein EMT-Netzsystem – 2 modulare Glasfiberstangen und ein handelsübliches Netz und das Ganze im 90°-Queranflug zum Schiff – die eindeutig simplere, logischere, effektivere, schnellere und betriebssichere Lösung, speziell wenn das Schiff rollt. Wenn das Schiff gleichzeitig stampft, stellt man das System z.B. 45° zur Längsachse des Schiffs auf und fliegt aus 135° an.

  11. @Vtg-Amtmann: Thunfischfang ist auch keine Schönwettergeschichte. Da sich das InSitu-Konzept dort bewährt hat, sollte es auch auf einer Fregatte klappen.
    Mir ist jedenfalls ein Ausleger am Heck und die Möglichkeit, abzudrehen und es nochmal zu versuchen, lieber als ein mehr oder weniger kontrollierter Einschlag mittschiffs.
    Aber das ist sowieso Streit um des Kaisers Bart, denn von Kaufabsichten der deutschen Marine ist ja nicht die Rede.

  12. @Private:

    1.) Physik bleibt Physik.

    2.) Wenn das mit Ihren weniger als 100T€ Systemkosten stimmen würde, wären das ja bei 35 Mio.€ mindestens 350 Drohnen für die Royal Navy?

    3.) O.T. Offenbar nehmen das die Medien genaus so ernst, wie den wahrscheinlichen heutigen „Abschiedsbesuch“ von TdM in AFG???

  13. @Vtg-Amtmann

    Ihr OT in Punkt 3 erschließt sich mir nicht so ganz – die deutschen Medien nehmen das gar nicht erst wahr, weil vermutlich kaum jemand auf dem Verteiler des britischen MOD ist…

  14. @T.W.: Nachdem OT Ihrerseits aufgegriffen und meinerseits nicht böse gemeint, mit OT weiter. TDM fliegt doch nicht aus Jux und Tollerei nach AFG, sondern will doch wohl Weichen für die Zukunft stellen. Wieso berichtet dann kaum Einer darüber?

  15. „Physik bleibt Physik“ haben schon viele gesagt – und dann kam z.B. Schrödinger mit seiner Katze…^^

  16. @Voodoo: Beziehen Sie jetzt Schrödingers Katze auf Deckslandungen oder auf ´Bauchlandungen?

  17. @Voodoo: Das Problem ist eigentlich sehr einfach strukturiert: Die Tommys haben das mit 35 Mio. € bei den Deckslandungen, wir mit mindestens 350 Mio. € bei den Bauchlandungen …

  18. @Vtg-Amtmann

    Hm, kann das nicht so ganz nachvollziehen, div. Medien haben die dpa-Meldung aufgegriffen (und hey, ne Top-Meldung ist es natürlich nicht). Aber damit sollten wir den OT auch beenden…

  19. @Private
    „Thunfischfang ist auch keine Schönwettergeschichte.“
    Stimmt und deshalb können sie die Kisten nur bei schönem Wetter verwenden, besser als nix.

    Das Militär hätte jedoch genügend ander Möglichkeiten z.B. bemannte einsatztaugliche Plattformen.

    Ja, Krieg umd Übung ist teuer und gefährlich, aber das gilt eben nicht nur für den bodengebundene Aufklärer und Fallis, sondern auch für Lfz Bestzungen.

  20. @ Private
    Also die Landung am Seil klappt – meistens. Meine Erfahrungen beziehen sich auf Schönwetterlandungen in MeS, und dort enden auch bei guten Bedingungen einige mit einem Crash. Ist sozusagen einkalkuliert, jede ScanEagle Site hat immer mehrere Fluggeräte und ein gewisser Schwund ist eben drin. Ich empfehle die Landevideos, ist klasse. Statt von einer Landung kann man von einem kalkulierten Absturz sprechen. Trotzdem ein wertvolles Asset, aber eben gebaut für Schiffe. Wenn man schnell und unkompliziert und vor allem ohne die Vorplanung einer MALE Augen in der Luf braucht…. Man kann kleine taktische Drohnen nicht mit MALE vergleichen. Jede hat seinenPlatz.

  21. … ich frage mich nur warum Boeing für zuverlässige und herausfordernde Applikationen den Camcopter einkauft und weiterverkauft wenn dieser Scan Eagle ein so hervorragendes Gerät sein soll???

  22. “However, I wanted to take a short film of Taksim Gezi Park for myself, having in mind that soon the park would become a concrete mass and would no longer be there.”

    http://vimeo.com/68229603

    Ohne Störfeuer, kann man die „line of sight“ UAS Geräte im Inland nutzen.

  23. Vielleicht hart am OT, aber damit man sich besser vorstellen kann was für Anforderungen bei Deckslandungen an das Gerät gestellt wird:

    http://www.youtube.com/watch?v=NJIZTL2ZyEw

    Video eines SHOL ( http://www.agiltd.co.uk/marine_instrumentation/operational_limits/ ) Testes einer dänischen Lynx. (Das ist also wirklich grenzwertig und nicht tägliche Praxis, aber da sollte so ein Fangsystem natürlich auch noch funktionieren.)

    Hierfür würde ich gerne mal eine praxisnahe Umsetzung des „Landeseiles“ an einem Kriegsschiff sehen…. Oder anders ausgedrückt: Ich glaube nicht, dass das funktioniert.

  24. Vtg-Amtmann und Schnuckel verweisen in ihren Verknüpfungen auf ein Video, in dem die Landung eines Lynx-Hubschraubers auf dem dänischen Patrouillenschiff „Ejnar Mikkelsen“ unter grenzwertigen Bedingungen gezeigt wird. Ich schätze den Seegang auf 7m, so daß m.E. die 61m lange „Ejnar Mikkelsen“ um mindestens +-20 Grad rollt und sich das Landedeck um mehr als 5m auf und ab bewegt.
    Eine Landung unter solchen Bedingungen ist trotz aller Hilfsmittel ein Bravourstück, das Respekt verdient. Als Kommandant würde ich unter solchen Bedingungen allerdings lieber eine Drohne riskieren als den Hubschrauber, seine Besatzung und die Deckscrew. Verlustmeldung aufsetzen, neue Drohne zusammenschrauben, fertig. Angesichts des Preises ist daher die Beliebtheit des ScanEagles bei den verschiedensten Marinen verständlich.

  25. Die Schiebel Geräte werden gekauft ist mein Infromationsstand. Daher kein Einsatz von Scan-Eagle oder ähnlichen Geräten bei der Marine. Gewicht ist über 25kg damit keine Flugerlaubnis außerhalb militärischen Sperrgebieten in der BRD/EU. Wie das weiter gehen kann zeigt uns zur Zeit der EH.
    Das Landen an Deck bei Seastate 2 geht ja wohl noch aber alles darüber hinausgehende birgt ebenso ein Risiko des Verlustes nur mit andren Verlusthöhen (€) als beim Scan-Eagle oder ähnlichen Geräten. Das heisst Einsatz wahrscheinlich nur bei gutem Wetter..

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