Aufklärungssatellit, MG5, Spezialkräfte-Hubschrauber: Die Beschlüsse des Haushaltsausschusses

SAR-Lupe

Da es ja sonst keiner macht (warum eigentlich nicht der Bundestag selbst oder das Verteidigungsministerium?), hier die Übersicht über die Beschlüsse, die der Haushaltsausschuss des Bundestages am (gestrigen) Mittwoch zur Beschaffung von Rüstungsgütern gefasst hat:

• Satelliten-Aufklärungssystem SARah (Synthetic Aperture Radar, Altitude High), Kosten rund 800 Millionen Euro: Das neue System soll die derzeitigen deutschen Radar-Aufklärungssatelliten des Systems SAR-Lupe (siehe Bild oben)  ersetzen. Als Bedarf nennt die Bundeswehr die Sicherstellung des Erhalts der nationalen Fähigkeit zur weltweiten abbildenden Aufklärung ab Ende 2017; der Großteil der Kosten fällt so auch erst in den Jahren ab 2017 an: von jenem Jahr an sind 670 Millionen Euro vorgesehen, in in diesem und im kommenden Jahr 15 und 20 Millionen Euro. Geliefert werden die Satelliten von der Bremer Firma OHB, beteiligt ist aber auch die EADS-Tochter Astrium.
Die Beschaffung ist eigentlich unter den Fraktionen (mit Ausnahme der Linkspartei) nicht umstritten; dennoch enthielten sich SPD und Grüne bei der Abstimmung, weil eine kleine, aber teure Frage noch nicht ganz geklärt ist: Fällt im Weltall Mehrwertsteuer an? Für das Vorgängersystem SAR-Lupe wurde Mehrwertsteuer nur auf die Bodenstationen fällig; für SARah wird jetzt die Rechtslage geprüft. Das kann einen Unterschied von bis zu 200 Millionen Euro ausmachen.

• Das neue Maschinengewehr MG5 im Kaliber 7,62mm, geliefert von Heckler&Koch: Von dieser Waffe will das Verteidigungsministerium zunächst 65 Nachweismuster im Wert von 2,76 Millionen Euro bestellen. Nach Abnahme dieser Muster soll ein Rahmenvertrag mit Heckler&Koch geschlossen werden, zunächst ist als Mindestausstattung der Kauf von 7.114 Waffen zum Preis von 118,4 Millionen Euro geplant. Langfristig sollen die Streitkräfte bis zu 12.733 neue Maschinengewehre dieses Typs bekommen.

• Transporthubschrauber für Spezialkräfte: Das Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw bekommt seine eigenen Hubschrauber. Für knapp 200 Millionen Euro sollen 15 leichte Transporthelikopter der EADS-Tochter Eurocopter beschafft werden. Der leichte Mehrzweckhubschrauber LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) soll, so beschreibt es das Verteidigungsministerium, primär als Verbringungsplattform für die Verbringung von Kommandotrupps (KdoTrp) der Spezialkräfte mit der Fähigkeit zur Nutzung von engen Landeplätzen dienen. Außerdem sollen sie auch autark eingesetzt werden können, wenn im Einsatzland keine speziellen Luftfahrzeuge vorhanden sind. Welches Modell aus der Eurocopter-Familie nun genau bestellt ist, lässt sich gar nicht so einfach herausfinden. Geplant ist wohl Bestellt werden soll die Militärversion EC 645 T2, die auf dem zivilen Modell EC 145 T2 aufbaut – bislang gibt es aber weder für die zivile, geschweige denn die militärische Variante eine Zulassung, wie aus der Vorlage an den Ausschuss hervorgeht:

Nach Darlegung des BMVg liegt die zivile Musterzulassung für das Basismuster EC 145 T2 noch nicht vor. ECD (Eurocopter Deutschland, T.W.) strebt die zivile Musterzulassung für das Basismuster  EC 145 T2 im Mai 2014 an. Die zivile Zulassung des angebotenen und auf der EC 145 T2 aufbauenden Musters EC 645 T2 ist für den Januar 2015 geplant. Nach ergänzender Auskunft des BMVg werden die Risiken zur Zulassung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) vom Auftragnehmer als beherrschbar angesehen. Dies gilt auch für Risiken der militärischen Musterzulassung. Die militärischen Anteile wurden bereits bei anderen Waffensystemen eingerüstet.
Um ein mögliches Risiko zu begrenzen, wird ein Rücktrittsrecht für den Fall vereinbart, dass der Auftragnehmer bis zum Ablauf des 15. November 2015 keine Musterzulassung der EASA für das Muster EC 645 T2 vorlegen kann. Der Rücktritt kann bis zum 31. Dezember 2015 ausgeübt werden. Das BMVg teilt hierzu ergänzend mit, für den Fall des Rücktritts könnten Aufwendungen bis zu voraussichtlich rund 0,2 Mio. € beim Auftraggeber verbleiben.

Zum Beschluss des Haushaltsausschusses über die veränderte Beschaffung von Hubschraubern der Typen NH90 und Tiger ebenfalls von Eurocopter hatte ich gestern schon hier und hier ausführlicher berichtet.

Den Sachstandsbericht zum neuen Schützenpanzer Puma hat der Ausschuss nur zur Kenntnis genommen (das ist bei Gelegenheit einen eigenen Thread wert). Der Vertrag mit einer Spedition über rund 150 Millionen Euro für Rücktransport-Leistungen aus Afghanistan überschreitet zwar die Schwelle von 25 Millionen, ab der das Parlament eigentlich zustimmen muss – wurde aber als einsatzrelevanter Sofortbedarf eingestuft und war deshalb kein offizielles Thema im Ausschuss. Eine größere Diskussion unterblieb wohl auch deshalb, weil das Thema Hubschrauberbeschaffung zwischen Koalition und Opposition schon für genügend Stoff sorgte.

(Grafik: OHB Systems)

90 Gedanken zu „Aufklärungssatellit, MG5, Spezialkräfte-Hubschrauber: Die Beschlüsse des Haushaltsausschusses

  1. @Viva: Man kann nur abraten.
    Die Aufträge werden mehr und komplexer, das Personal immer weniger und schlechter ausgebildet und das Material: Na ja, hier wird ja viel drüber diskutiert.

  2. @Elahan:
    „Wer von Flugplatz zu Flugplatz fliegt…“

    Team Luftwaffe stellt sich eben so die Welt vor.
    MilEvakOp, SpezOp u.ä. sind da gedanklich nicht drin (siehe Lw Position zu FTH).
    Man braucht jetzt halt ne C-295, weil machen andere ja auch.

    Die Lw könnte sich ja mal ausnahmsweise – abgesehen von der Trall – nützlich machen:
    http://www.defenseindustrydaily.com/Jordans-Pocket-Gunships-CN-235s-Converting-06778/

    Gerade mit Blick auf SOF Air.

    Der Anteil fehlt nämlich noch beim obigen SOF Air Anteil.

    Ist aber wohl außerhalb der Vorstellungswelt der meisten Schwingenträger.
    Ich höre schon das Totschlagargument: Politisch nicht gewollt.
    Obwohl man noch keinen politischen Entscheider gefragt hat.

  3. Ich stelle fest, es gibt auf der ganzen Welt keine guten Hubschrauber, denn die genannten sind entweder alt oder unterscheiden sich in den Leistungsdaten doch deutlich von dem, was bspw. NH90 können soll. Außerdem findet man bei allen Maschinen vergleichbare Beschwerden. Die gehen zwar nicht immer so weit, wie beim NH90, dennoch scheint mir das Klagelied das meistgesungene aus dem Soldatengesangbuch. Oder habe ich übersehen, dass es vielleicht eine genauso detaillierte Aufstellung über die positiven EIgenschaften bestimmter Hubschrauber gibt, wie die der von u.a. Vtg-Amtmann aufgestellten Mängellisten?

  4. Herr Stoltenow ,

    Da Sie Vgt Amtmann erwähnen, schauen sie sich einmal seine in einem vorherigen Thema verlinkten Dokumente zur Vergabe des LUH an; dort werden sie auch positiven Bewertungen finden.

  5. @ Sascha Stoltenow: Man sollte mit Fakten an die Sache – sprich an Beschaffungsvorhaben – ran gehen. Man vergleiche dazu bitte http://augengeradeaus.net/2013/06/die-endspurt-woche-alles-muss-durch/comment-page-1/#comment-69902 und die beiden dort verlinkten extern hochgeladenen Tabellenwerke. Mit „Bauchgefühl“, „Hören und Sagen“ sowie „Soldatengesangbuch“ und vor allem nicht zu vergessen, „Lobbyisten-Gesangsbüchern“ und Hochglanz-Prospekten, statt einem zur Evauluierung auf den Hof gestellten Hubschrauber gleichen Typs, kommt man da nicht weit!

    Wenn man sich dann aber als StS AiN und/oder als Präsident BAAIN Bw vor dem VA und/oder HA zu Äußerungen hinreißen gelassen haben soll, wie (inhaltlich):

    Auf Vorhalt eines Abgeordneten, ob der EC 645 T2 ein „grün angestrichener“ EC 145 T2 sei:

    Man habe nun mal den EC 145 T2 als SOF-LUH ausgewählt habe und daß es dabei bleiben müsse, weil man nun mal zwingend einen Hubschrauber für die Verbringung von Spezialkräften benötige und man sei nicht bei „Wünsch Dir Was“.[…]
    (N.B. vorher hat die Truppe über 15 Jahre um einen passenden Hubschrauber gekämpft).

    Auf weiteren Vorhalt eines weiteren Abgeordneten im VA und ebenso im HA zum Preisunterschiedes zwischen ziv. und mil. Version des EC 145 T2:

    Ja, das werden wohl die Halterungen für die Waffensysteme und die ganz spezielle militärische besondere Ausrüstung sein. […]
    (N.B. Quatsch mit Soße, wird alles beigestellt bzw. mit gesonderten FMS-Vertrag beschafft, ausgenommen hohem Kufenlandegestell und Laser-Target-Designator)

    Auf weiteren Vorhalt zur Trennung des PPP-BWI-Vertrages (Bereitstellung, Wartung & Instandhaltung) und der Lieferung der Hubschrauber:

    Hierzu wurde ebenfalls keine wirklich substanziell brauchbare Antwort gegeben, sondern es wurde ausgeführt, daß man nicht wisse, weshalb der Komplex BWI und Beschaffung trotz gebotener gesamtwirtschaftlicher Betrachtung getrennt wurde.. Man hätte sich halt so entschieden und hoffe dann später ein gutes Ergebnis zu erzielen […] etc.,

    (n.B.: Ehrliche Antwort wäre gewesen, dass man derart aus einem Trio von Hersteller, Systembetreuer und Luftfahrttechnischen Betrieben, die letzten beiden aussen vor hat und der als Wettbewerber sich zur Verfahrensteilnahme qualifizierte Hersteller, sich auf das Abenteuer der Leistungsbeschreibung nicht einlässt und kein Angebot mehr abgibt, weil ohnehin nur in der Rolle eines „Alibi-Bieters stehend. Und das „Hoffen auf gute Ergebnisse“ geht ohnehin schief, siehe EuroHawk (… wobei wir wieder bei EADS wären!)).

    Sorry, so etwas sind m.M.n. von den Befragten absolute Armutszeugnisse und ist ein leeres sowie erschreckend inkompetentes Gerede, mit dem man in jeder Flugplatzkneippe am Stammtisch mit Pauken und Trompeten durchfällt und infernalischen Spott und Gelächter sich einfängt. oder gar Gefahr läuft rausgeschmissen zu werden.

    Nur im konkreten Fall ging es leider bei den 15 SOF-LUH um ca. 220 Mio. € Invest und um ca. 600 Mio. € Betriebskosten, also in Summe Life-Cycle-Costs von ca. 820 Mio. € (ohne Progression)! Und davon zahlen Sie und wir alle unser Scherflein mit!

    Sprich, wenn das nichtöffentliche Verhandlungsverfahren wettbewerbsgerecht, ergebnisoffen, objektiv und die Verhandlungspartner fair sind sowie die Leistungsbeschreibung passt, dann passen auch die Angebote, die Leistungen und die Preise.

  6. @Memoria

    Bemannte Luftfahrzeuge, mit langer Stehzeit, hoch flexibel, schneller Schwerpunktbildung, multi role fähig, welche ihr Ziel bei jedem Wetter erreichen, EASA zertifiziert, mit viel und saklierbarer Wirkladung und in Echtzeit ihre Ziele anvisieren, sind bei der pol Führung nicht durchsetzbar.

  7. Herr Amtmann, Sie sprechen von Lobbyistengesangsbüchern und besitzen dann die Dreistigkeit zu Ihren selbst erstellten Dokumenten mit Ihren selbst erstellten bunten Tabellen zu verlinken, die Sie anscheinend im Namen Ihrer Firma – dem immerzu hübsch geschwärzten Firmenkürzel – dem BAAINBw und IABG zukommen ließen?

    Wenn Sie dort nicht selbst eine aggressive (und das ist noch feinfühlig formuliert..) Lobbyarbeit betrieben haben, was dann?

    Am Besten gefällt mir jedoch der auf Seite 5 unter 2.1 gemachte Vorschlag, die Variante IV aus der Leistungsbeschreibung ganz zu entfernen, damit der MD 902 Explorer überhaupt noch eine Chance gewährt bekommt. Ja, wofür brauch man auch Variante IV, schließlich geht es „nur“ um die Verbringung von vier KSK-Soldaten, einem KSK-Hundeführer sowie dem dazugehörigen Hund.

    Sehr hübsch ist Ihre erste Tabelle. Da schneidet der EC 645 von allen sechs verglichenen Modellen als bester HS-Typ ab. Na, wenn Sie sich damit nicht mal ein Eigentor geschossen haben.

  8. Wenn man das, was in diesem Blog los ist, mal auf den ganzen Politisch-Militärisch-Administrativ-Industriellen Komplex hochrechnet, weiß man, warum dieser Laden meistens unregierbar ist. Na ja, auch diese Karawane zieht weiter.

  9. @ -MK20-

    Den Verdacht, dass der „Vtg-Amtmann“ (Vertagungs-Amtmann, oder was soll das heißen?) hier in diesem Blog unter dem Schutzmantel der Anonymität, aber mit intransparenter Agenda seine eigenen Partikularinteressen verdeckt verfolgt und zugleich forsch das Gegenteil behauptet, hege ich schon seit einiger Zeit. Schließlich geht es im Rüstungsgeschäft um viel Geld und auch um Wettbewerb. Da ist manchmal jedes Mittel der Meinungsmache willkommen.

    Es ist ja sehr gut, wenn vermehrt fachspezifischer Sachverstand in unsere Diskussion einfließt und das eine oder andere auch mit harten Daten und Fakten unterlegt wird. Insofern halte ich seine länglichen Beiträge für nicht unwichtig und oft wohl auch zutreffend. Aber meine Berufserfahrung ermahnt mich immer zur Vorsicht, wenn dies allzu messianisch einseitig geschieht und jedes unliebsame Argument rüde abgeblockt wird. Dann spüre ich den Versuch einer missbräuchlichen Manipulation und meine Alarmglocken schrillen. So geht es mir auch hier. Vielleicht ist das ungerechtfertigt, aber wohl eher nicht.

  10. @-MK20-: Lobbyisten – speziell aggressive, oder solche die es sein wollen – scheuen wie der Teufel das Weihwasser und eben auch die Wahrheit… und das ist der kleine, feine Unterschied (… auch bei einer um Objektivität bemühten Marktanalyse). Und was ein gemäß CPM opportunes Mitwirken eines potentiellen Bieters anbetrifft (… der übrigens keinen MD902E angeboten hat), das kann man ebenfalls im CPM nachlesen.

    Auch sollten Sie wissen, wie ein ordentliches Unternehmens-Briefpapier aussieht, und ebenso ein offizielles Anschreiben an das BAAINBw und die IABG, bevor Sie hier dummes Zeug unterstellen. Selbstverständlich haben auch Mitwirkende diese Tabellenwerke bekommen, aber nicht derart wie Sie es glauben.

    Und wenn Sie zitieren, dann bitte komplett und nicht bewußt sinnentstellend sowie ins Lächerliche ziehend: Ziffer 2.1 Lautet: „Beim MD 902 Explorer scheint es unter dem Aspekt Wirtschaftlichkeit jedoch der Überlegung wert, die Variante IV (d.h. vier KSK-Kräfte + Hundeführer + Hund) nicht als absolutes „Kill-Kriterium“ in einer LUH-Leistungsbeschreibung zu fordern, sondern als Option eine Zwei-Maschinen-Lösung bei entsprechender zahlenmäßiger Verstärkung der KSK-Kräfte zu erwägen. Dies basiert u.a. aus den ansonsten sehr guten Leistungsparametern (speziell Hot & High), des für einen LUH optimal gestalteten Kabinesamt Lay-Out, der seitlichen Schiebetüren und der Hecktüre (in Relation zur Grösse (Kulisse) und des leisen, durch geringe Radarsignatur und gute Beschusssicherheit charakterisierten NOTAR-Systems des MD 902E“. (Zitatende)

    Und im „scharfen Vergabeverfahren“ war auch kein „Killkriterum“ gemäß vorgen. Ziffer 2.1 gegeben, sondern man hat allen Ernstes auf den sogen. „K5-Trupp“ leider komplett verzichtet. Ein Schelm, wer sich da Böses, oder an die „Hot & High Performance“ bestimmter Hubschraubertypen, oder an eine dem Bedarfsträger nicht mehr gerecht werdende, sondern bestimmte Bieter begünstigende Ausschreibung denkt?

    Ich wüßte auch nicht, in welcher „technischen Tabelle“ der EC 645 von allen sechs verglichenen Modellen als bester HS-Typ abgeschnitten hat, oder ein möglicher Wettbewerber als Schlechtester. Technische Parameter sind nun mal objektiv gegebene Werte und Load Margins sind eben solche objektiven Werte und mit diesen sollte man alsdann in die Performance-Charts gehen (z.B. HOGE- & HIGE-Tabellen), wenn nicht bereits das MTOW überschritten ist.

    Ihre erfolgten Wertungen „aggresive Lobbyarbeit“ samt „geschossenen Eigentor“ beweisen damit nur, daß Sie – vorsichtig formuliert – offenbar fachlich sehr wenig von der gegenständlichen Materie verstehen? Aber das soll auch StSs und deren Arbeitsebenen ab und an ebenfalls passieren …

  11. @Vtg-Amtmann:
    Habe mir gerade ihr Anschreiben (!) an vmtl das BAAINBw durchgelesen.
    In Umfang, Duktus und Inhalt sehr interessant.
    So reden Sie also mit einem potentiellen Kunden und wundern sich dann über keine positive Reaktion?

    Zumal ich glaube mich zu erinnern, dass sie hier anfangs behaupteten sie hätten kein wirtschaftliches Interesse am LUH-Vorhaben.
    Ist ja nicht schlimm, mann sollte es eben nur transparent halten.

  12. Mal ein anderer Ansatz in dem pro vs. contra EADS keine Rolle spielt.

    Das Verteidigungsministerium (V) hat einen Vertrag geschlossen mit einem beliebigen Auftragnehmer (A). Wir kennen den Inhalt der Verträge nicht genau. Während dieser Vertrag so vor sich hin läuft kommt es immer wieder zu Problemen mit A. Hingegen entscheidet sich V dazu, die Stückzahl im Vertrag anzupassen. A besteht auf Erfüllung des Vertrages. Die Interessen von V und A sind konträr.
    Was kann V tun um diesen Konflikt zu lösen?

    Möglichkeit 1:
    V tritt in Verhandlung mit A. A besteht auf Erfüllung des Vertrages. V hat sonst keinerlei Möglichkeiten auf A Einfluss zu nehmen und muss laut Vertrag die Kosten für die Probleme und die festgeschriebene Menge abnehmen. A sitzt am längeren Hebel. V schluckt den Vorschlag von A, der nun sogar eine Übernahme weiterer operativer und fiskalischer Risiken mit sich bringen wird.

    Möglichkeit 2:
    V prüft ob es eine juristische Anspruchsgrundlage gibt um die Verträge ändern zu können. Schließlich ist A den vertraglichen Bedingungen nicht immer nachgekommen. Eine Anwaltskanzlei arbeitet verschiedene Anspruchsgrundlagen heraus und informiert V darüber, dass die Anspruchsgrundlagen nicht ausreichend sind um aus dem Vertrag sofort auszusteigen. Jedoch bietet der Projektverlauf gewisse Ansatzpunkte. Die Kanzlei empfiehlt V vor Gericht zu ziehen. Es kommt zu einer Verhandlung. V legt sämtliche Anspruchsgrundlagen und Versäumnisse von A vor. A legt sämtliche Anspruchsgrundlagen und Versäumnisse von V vor. Die Verhandlung gestaltet sich schwierig da beiden Seiten gewisse Probleme zu verschulden haben.

    Es kommt entweder:
    a.) Zu einem Kompromiss in dem beiden Seiten eine Teilschuld zugesprochen kommen.
    b.) Zu einer außergerichtlichen Einigung

    Fazit:
    In beiden Fällen werden sich die Parteien wesentlich weiter in der Mitte treffen müssen als es bei Möglichkeit 1 der Fall war. Möglichkeit 2 bietet weiterhin den Vorteil, dass der Kompromiss auf der Grundlage einer juristischen Prüfung entstanden ist und damit schwer anfechtbar ist. Zusätzlich können V und A die Verantwortung für den Kompromiss auf das Urteil bzw. die Anwälte übertragen. V muss keine zusätzlichen Risiken übernehmen.

    Nun kann man in die Variablen V und A beliebige Namen einsetzen. In V sitzt jedoch zufällig in unserem speziellen Fall ein Volljurist der nach Möglichkeit 1 gehandelt hat, während Möglichkeit 2 seinem Naturell entsprochen hätte.

    Ist das kein Widerspruch?

  13. Sehr geehrter Vtg Amtmann,
    allein die Tatsache, das sie trotz eines offenbar hauptberuflichen Beschäftigungsverhältnisses die Zeit finden hier ausführlichste Traktate beizusteuern, die vom Inhalt und Publikationsort eher den Eindruck von Guerrilla Marketing erzeugen erhärtet wohl eher die obig von kelabe u.A. angesprochene Skepsis an ihrer Objektivität.

    Das heißt nicht das Ihre zweifelsohne vorhandene Kompetenz nicht erwünscht ist, aber ein offenes Visier wäre schon wünschenswert zumal Sie nicht gerade subtil vorgehen.

  14. @Bang50:
    Danke sehe ich ebenso.
    Aber für M2 braucht man Cojones.

    Daher verwundert mich ihre Einschätzung von V („während Möglichkeit 2 seinem Naturell entsprochen hätte“).
    Es ist eben offenbar gerade nicht sein Naturell, sondern nur sein Fremd- und evtl. Selbstbild.
    Wie der Vater, so…

  15. @ bang 50
    in der Privatwirtschaft würde das auch so laufen. Var.2. In öffentlichen Vergabeverfahren wird der potentiell Beklagte (EADS) diverse Reizvokabeln anführen, die in der Vergangenheit positive Reaktionen beim eigentlich Klagebefugten auslösten. Bsp.( Standortsicherung, nationale kernfähigkeiten, ARBEITSplätze, Steuern usw. ad nauseam) Der so erfolgreich kujonierte Auftraggeber bestellt in der Folge brav. Winning!

  16. Mal ein Zwischenruf von meiner Seite: Vtg-Amtmann ist genau so wenig objektiv wie die meisten Kommentatoren hier – und muss es auch nicht sein; jeder Kommentator bringt seine Sichtweise ein. (Wenn sich hier jemand um eine gewisse – journalistische – Objektivität im Rahmen des Möglichen bemühen muss, dann ich.)

    Wer der Meinung ist, dass er – zu sehr – eine bestimmte Agenda vertritt, soll gegenhalten – diese Debatte ist mir sehr willkommen. Dann aber inhaltlich und nicht ad personam.

  17. @ Memoria – Damit meinte ich eigentlich nur, das M2 im Naturell eines Juristen liegt.

    Wie die Sache in unserem speziellen Fall ist, weis ich nicht – anscheinend jedoch anderst.

    Entschuldigung für die sprachliche Ungenauigkeit.

  18. @Bang50:
    Kein Problem.
    Ihre Falldarstellung ist jedoch sehr hilfreich, weil sie zeigt, dass man – wie beim EH – ohne klare Lage (Verhandlungsposition) Entschlüsse zu Lasten des Bundes fasst.
    Preußischer Staatsdiener vs. Amtseid.

  19. mhh

    @ causa amtmann

    das der gute herr eine eigene agenda verfolgt sollte beim lesen klar werden, wer hier regelmäßig in den kommentaren mitliest hat auch gelegentlich äußerungen des „beschuldigten“ ;) gelesen, in denen er offen zugibt mit konkurrenzfirmen von EADS verbunden zu sein.

    ich vermute mal, dass der mensch hinter dem nick hier nicht neben seinem brotjob schreibt sondern für eben jenen. er also im bereich der politischen kommunikation tätig ist aka lobbying. soweit so gewöhnlich, wobei die nutzung von fachblogs und foren ein sehr interessanter kommunikationskanal für die branche wäre und schon stark in den bereich public relations abgleitet ;). ich fände es nur gut wenn er hier mal kurz seine eigenen Interessen mal sauber und in mehr als einem halbsatz umreißen würde. das die auftraggeber ungenannt bleiben wollen kann ich in dem zusammenhang nachvollziehen und erwarte nicht, dass da gegen die gepflogenheiten der branche verstoßen wird.

    unabhängig davon besitzt er einen hier praktisch unerreichtes fachwissen und die diskussionen zu drehflügelthemen würden ohne ihn mmN erheblich an qualität verlieren.

  20. Ich kann das Bashing abseits vom Thema nicht nachvollziehen.

    Ich kenne den Vtd-Amtmann bereits seit langem (auch in anderen Foren)-und hier hat es neben einem erfahrenen Piloten gleich noch jemanden, der das Geschäftsleben eines Hubschrauberunternehmens von Innen kennt.

    Wer sich in dem Bereich wirklich auskennt, weiß alleine dadurch schon, wo Vtg-Amtmann zu finden ist….wer dies nicht weiß, ist eben selbst nicht kompetent genug…..das tut aber auch nichts zur Sache..

    Mit „Lobbyismus“ hat das Ganze nichts zu tun…Ich erinnere, das auch ein Herr Arnold schon die Gelegenheit genutzt hat, in verschiedenen Blogs seine Ansicht kundzutun-dort hat ihm auch niemand „Lobbyismus“ unterstellt…

    (Fast) niemand in diesem Blog diskutiert mit so viel Hintergrundwissen (zur tatsächlichen Sache), wie Vtg-Amtmann….zudem beleben kontroverse Aussagen die Diskussion..
    Wer im Business tätig ist, kann die Frustration, die auch bei ihm manchmal durchklingt, durchaus nachvollziehen…

    In diesem Sinne würde ich mir ein „Zurück zum Thema“ wünschen…

  21. @Stefan: Letzter gut gemeinter Versuch; nochmals: „Frage ist doch, was soll der jeweilige Hubschrauber aus Sicht des jeweiligen Nutzers […] können und was kann er wirklich und das zu welchen Kosten? Im Fall eines neuen Bordhubschraubers für die Deutsche Marine scheint diese das zu wissen, die Herren im BMVg offenbar aber leider nicht! Ergo sollte bzw. muß man das Ganze ausschreiben (wie auch gesetzlich vorgegeben und darin besteht ein letzter Funken an Hoffnung sowie Vertrauen in den Bundesrechnungshof),…“
    Ansonsten vergleichen Sie bitte die in http://augengeradeaus.net/2013/06/haushaltsausschuss-billigt-hubschrauber-deal-grunes-licht-furs-bmvg/comment-page-1/#comment-70267 genannten Anforderungen mit den Spezifikationen eines „umgewidmeten TTH NH90“ Bordhubschrauber. Und wenn Sie das nicht glauben, dann googlen Sie bitte bei Marine – Strategie und Technik – „Bordhubschrauber der Marine – Aufgaben im Einsatz – Vielfalt und Wandel“ (von Hubschrauberpilot Kapitänleutnant Sönke Nielsen).

    @ -MK20-: Wie Sie Zitate verstehen oder „übersetzen“ ist Ihr Problem. Ich weiß sehr genau, was ich gesagt bzw. geschrieben habe. Es mögen viele Hersteller im Militär-, Marine- und Offshore-Helicopter-Bereich mitreden, der eine mit mehr und der andere mit weniger an Know-How, Erfahrungen und Expertise und der eine muß eben erst mal an den anderen herankommen oder auch herabsinken, um als ebenbürtiger Wettbewerbspartner mitreden zu können.

    @ Memoria: Nochmals, das ist weder ein Anschreiben an das BAAINBw noch an die IABG; dürfte auch an Kopf und Adressfeld erkennbar sein. Sagen wir mal, es ist ein Schreiben von einem Insider an einen anderen Insider, welche beide beratend tätig sind und miteinander kommunizieren. Ich bin auch für keinen Hersteller tätig, was aber keineswegs wirtschaftliche Interessen der weiteren – wie auch immer zu beteiligenden Unternehmen und Dienst- und Werkdienstleister ausschließt. Es soll ja an einer Systemeinführung stets noch etwas mehr dran hängen, als der Kauf der reinen Plattform und das wissen auch Sie sicherlich sehr genau.

    @wacaffe: Sie sollten mal meinen Job – oder den manchen Anderen hier im Blog – machen, oder bitte etwas genauer lesen, dann wüßten Sie was wirkliches „Guerrilla Marketing“ und „Lobbyismus im mil. Beschaffungswesen“ ist. Und genau das sollte den Medien und der sachlichen Diskussion nicht vorbehalten bleiben, wie gerade die jüngsten Ereignisse im Rüstungsgeschäft evident beweisen. Eine der dazu m.M.n. geeignesten Plattformen ist AUGEN GERADEAUS – auch dank vieler „stiller Mitleser“ – und noch dazu ein verdammt guter Blog. Zumindest was die Expertise anbetrifft, ist AG bzw. TW dem investigativen Journalismus großer Printmedien absolut ebenbürtig und in Masse auch zeitlich und sachlich voraus, dank seines eigenen Engagements und auch dank seines ganz speziellen Userprofils. Bei den üblichen „Hardhöhen-, Hersteller-, Lobby- und Großanzeigen-, sowie Selbstbeweihräucherungs-Postillen“ scheint mir da weniger objektive Expertise gegeben. Was meinen Sie denn, wieviel „Hirnschmalz“, welcher politisch und fachlich übergreifenden Netzwerke der Arbeitsebenen z.B. allein in der simplen Zeugenliste für nur 18 Zeugen, deren Ersatzleute und der Reihenfolge der Zeugen für z.B. den EuroHawk-U-Auschuss drinnen steckt? Soll ich Ihnen jetzt auch noch darlegen, wem ich am liebsten das Wasser aus dem Pool lassen würde, bevor der hineinspringt, nur daß der Ersatzmann kommt.

    @all: Man zerreiße mich bitte, aber nicht persönlich, sondern weise fachliche und sachliche Fehler nach und Danke vorab, denn aus Fehlern können „Nichtlobbyisten“ nur lernen und trage ansonsten zum Thema bei. Je mehr Expertise kommt, umso besser für den Blog AG, denn ich halte mich zwar nicht für den Dümmsten, deshalb sind stets auch Schlauere ganz sicher willkommen. Genau das dürfte auch ganz der Philosphie von TW und dem Selbstverständnis seines Blogs entsprechen. Oder?

    Achso, ich bin fliegerisch, technisch und betriebswirtschaftlich sowie mit ganz erheblichen Eigen- und Unternehmens- sowie auch Partner-Interessen am BSHS seit 2004, am BO 105-Komplex seit Anfang 2011 und am SOF-LUH seit Mitte 2011 dran. Aber wer solide mitliest, weiß das, denn das habe ich längst zigmal geschrieben.

    Der EuroHawk- und Drohnenkomplex ist eher nochmehr kostenträchtiges Hobby, aber in der Sache „Spaß an der Freud“ und vielleicht auch einer der gebührenden „Finger in die offenen Wunden des BMVg“. Mag vielleicht daran liegen, das der „Verdrängungs-Amtmann, als Verteidigungsamtmann alter Schule = Hauptmann = A11“ sein Selbstverständnis im Zivilen gefunden hat und von dieser Sorte, die knallharte Worte auch aus der zivilen professionellen Luftfahrt sagen können, gibt es Gott sei Dank noch mehr, aber leider nicht Zuviele! (Schmunzel statt Smiley)

  22. Einige Anmerkungen :

    Den Kommentar unter http://augengeradeaus.net/2013/06/haushaltsausschuss-billigt-hubschrauber-deal-grunes-licht-furs-bmvg/comment-page-1/#comment-70256 halte ich weiter für treffend.

    Keine Diskussion „ad personam“ gerne, das muss dann aber auch für Dritte gelten, z .B. für Personen der Leitungsebene BMVg, die hier mit ziemlicher Unverschämtheit apostrophiert werden.

    Die Arbeitsebene hätte ihren „Hirnschmalz“ besser in – auch rechtlich präzise abgegrenzte – Beweisanträge gesteckt. So wird die Aktenflut für den UA in etwa die sein, die Goethes Zauberlehrling auch hätte auslösen können. Im Übrigen ergibt sich die Reihenfolge der Zeugenbefragung in erster Linie aus der Chronologie der EH-Projekts und natürlich aus der Dramaturgie des politischen Theaters. Nebenbei wäre dann auch noch aufgefallen, das Ministerialdirigenten sicher nicht Abteilungsleiter im BMVg oder Präsident des BAAINBw sind. Aber auch hier gilt: Zuviel Fachwissen schadet nur und verhindert sogar das Aufrechterhalten der eigenen Thesen.

  23. @VAEUAEST @all

    Gehört der Kommentar nicht eher zum Thema Untersuchungsausschuss??

    Wie auch immer: gibt eine überarbeitete Zeugenliste, kommt gleich.

  24. @all
    Zu Beginn möchte ich mich direkt outen … ich bin Lobbyist, denn ich bin Soldat(milFD A11) und ich habe ein sehr hohes Eigeninteresse, dass meine Bundeswehr jeden Tag ein wenig besser wird(habe die Hoffnung nicht aufgegeben). Alle die im System mitarbeiten wissen doch wie es läuft und da wir in der Regel keine J.Assanges und Snowdens zu Tage fördern, braucht es manchmal konkrete Anstösse von außen. Die Aussagen dex Vtg-Amtmann kann ich zwar fachlich nicht bewerten, dennoch bin ich dankbar,dass hier Klartext geredet wird. Wenn man die Mögliichkeit hätte, alle comments nach einem Autor zu filtern, gebe es gar keine Diskussion um die Person, denn dann würde man erkennen, dass die comments nicht aggressiv, sondern höchsten objektiv,informativ und ja….sehr offensiv sind.
    Ich will hier keine weiteren Lobreden auf Amtmann halten, denn der Kern dieser Diskussionen ist für mich wichtiger und darauf sollte man zurückkommen.
    Systemleute kennen die Begriffe wie „Richtwertüberschreitung und Umfang von Beistellungen zum System“ . Seit Einführung IDZ steht in jedem Erfahrungsbericht, dass 80% der Artikel in der Kiste bleiben, doch egal …. dann muß sich das „Mindset“ der Führer ändern, denn wir beschaffen IDZ ES . Na also…
    Der CPM nov liest sich eigentlich gut, doch auch nur wenn von Beginn an alle Möglichkeiten /Anbieter im Topf sind. Die 80% Lösungen sind gut…wenn es nicht anders geht, es bedingt aber,dass man objektiv prüft und dass die Prüfung nicht von einem Hersteller durchgeführt wird. Wer von uns kauft den ein objektiv schlechteres Auto,wenn er zum gleichen Preis das Bessere bekommt. Kein Mensch, weil wir eine Wahl haben und im System habe ich da manchmal meine Zweifel.
    Allen, die nicht aus dem System kommen, oder nie über das Hauptgefreiter-sein (nichts gegen HGs) herausgekommen sind, bitte fragt Bw-Angehörige ausnahmsweise mal nicht,wann Sie in Pension gehen,sondern fragt mal nach Stimmung, Berufszufriedenheit,Problemen.Nehmt Euch mal Zeit und Ihr werdet überrascht sein wie selbstkritisch der Soldat an sich ist. Die Zeiten wo man in Trogir am Strand lag und oben die dt Urlauber über den Pass fuhren sind vorbei. Will sagen, dass wir alle diese Form der Kommunkation im Blog genießen sollten, „Lesen bildet“ hier auf jeden Fall.

  25. @Goldwing:
    Nur leider ist bei IdZ-ES nicht die Politik, der Rüstungbereich oder die Industrie für die Auslegung verantwortlich, sondern die Infanterie.
    Ein Dialog zwischen Truppe und HA bzw. Ber WE findet eben nicht wirklich statt.
    In der Truppe schimpft man jedoch schon über die ahnungslosen Beamten, Politiker und Industrievertreter. Das Problem fängt aber im eigenen Haufen an.

    Dafür ist IdZ-ES das beste Beispiel.

  26. Tatsächlich? Ich hörte von Beteiligten / Betroffenen, dass die Firmenvertreter vor Ort bei einem „Problemschilderungsgbriefing“ nur schnippisch mit „Kann gar nicht sein!“ geantwortet haben. Ist es jetzt die Schuld der Infanterie, dass die sch**** Software nicht funktioniert und der Rechner permanent abschmiert? Kommentar der Industrie zum Gewicht des elektronischen Rückens war übrigens „Prima, so wird das Gewicht der Munition im Chestrig gekontert.“ Ich habe da keine Fragen mehr und hätte den Raum sofort verlassen.

    Zugegeben, die Schwachsinnsidee, überhaupt erst einen Rechner ins System einzubinden kam aus dem Bereich HA / Grp Wochenende. Die Industrie baut (meistens) nur, was gefordert wird.

  27. @Vodoo:
    Natürlich ist die Industrie für die Systemstabilität des elektronischen Rückens verantwortlich.
    Dass es den elektronischen Rücken für jeden gibt, haben jedoch Soldaten zu verantworten. Wie groß und schwer dieser wird war früh genug bekannt. Trotzdem hielt man die Forderungen aufrecht. Schuld des BWB/BAAINBw? So sieht man es ja oft in der Truppe:
    Unwissende Zivilisten beschaffen Nutzloses.
    Mir geht es darum herauszustellen, dass Soldaten wesentlichen Einfluss auf die Auslegung eines Rüstungsgutes haben (Bedarfsträger). In der Truppe gibt es hierzu leider allzu viel und weit verbreitetes Unwissen.

  28. Es gibt doch heutzutage keine Anonymität im Internet, wir sind doch nicht mehr in den 90ern …

    [sorry, Ihre Recherchebemühungen in allen Ehren, aber so geht das hier nicht. Wenn Sie durch fleißige Recherche die persönlichen Daten eines Kommentators in 30 Minuten zusammengugeln, ist das eine Sache; hier das zu posten eine andere. Dann bekommen wir nämlich Kommentarschlachten nach dem Motto: xy heißt mit Klarnamen yx, wohnt dort, hat folgende Telefonnummer etc. Und dafür biete ich kein Forum. T.W.]

  29. @Memoria
    Wobei das ein schwarzer Peter Spiel ist: Schreiben die Soldaten (Bedarfsträger) viele Details in der Funktionalen Fähigkeitsforderung (FFF) fest, dann sind sie wieder Schuld, dass es jahrelange Verzögerungen und teure Goldrandlösungen gibt, die dann abgespeckt werden da sie nicht bezahlbar sind. Schreiben sie zu wenig hinein, haben sie das Falsche gefordert und sind selbst schuld.
    Oft ist die Fähigkeitsforderung auch plausibel und einleuchtend und man wundert sich, was da dann hinten raus kommt und angeliefert wird.
    Die Schuld liegt nun einmal in dem Bermudadreieck zwischen Bedarfsträger, Bedarfsdecker und Anbieter. Eigentlich muss man das dann noch erweitern um die nationale und internationale Politik, die auch noch kräftig mit Eigeninteressen in der Teigschüssel herum rühren, aber natürlich auch durch Berater und Lobiisten der anderen Akteure beeinflusst werden.

    Meiner Ansicht nach wird zuviel Energie darauf verschwendet festzustellen, warum man selbst keine Schuld hat und die Schuld beim jeweils anderen liegt und wessen Kopf diesmal für das System rollen soll. Mir wäre es lieber, wenn das System effizienter, effektiver und transparenter würde und man darauf die (auch mediale und politische) Aufmerksamkeit richten würde.
    Ich kann – als Soldat – durchaus damit leben wenn beispielsweise national (Primat) festgestellt wird, das man einen (Problematisch (!!!) – zu definierenden -) industriellen Kern über regelmäßige Aufträge erhalten muss/möchte. Dann muss diese gewünschte Abweichung vom effizienten Verhalten und Priorisierung (sprich real Industriesubvention / Forschungssubvention) aber auch im Einzelplan 14 Berücksichtigung finden, damit es nicht zu Lasten der Soldaten (gerade im Einsatz) läuft.

  30. @Stefan H.:
    Mir geht es nicht um ein „schwarzer Peter-Spiel“, sondern um die Fehlperzeption an der Basis, Soldaten hätten bei der Definition von Rüstungsprojekten unzureichend Mitspracherecht.

    Wenn der CPM (nov.) richtig gelebt wird, dann kann man hier große Fortschritte machen (frühzeitiges gegenseitiges Verständnis im IPT, echte Auswahlentscheidung).

    Forderungen und Realisierung werden so hoffentlich pragmatischer und zielgerichteter.
    Bisher krankt das System jedoch an einem unzureichenden Zusammenwirken in allen Bereichen.

    Dafür ist der IdZ-ES ein sehr gutes Beispiel.

  31. @Memoria
    Lassen Sie uns mal eine Ebene höher gehen und das Ganze vereinfacht an einem Beispiel abstrahieren:

    Wir beschaffen eine Menge Eurofighter zu einem erheblichen Teil unseres investiven Verteidigungsbudgets. Absehbar läuft dies aus und die Industrie hat eine Menge Hochwertarbeitsplätze, für die es dann nur wenige Alternativen (oder eine Kombination aus diesen) gibt:
    1. Anschlussauftrag Bw: Jagdflugzeuge haben wir aber jetzt genug und immer liegt die höchste Priorität des Bedarfsträgers halt auch nicht auf der fliegenden Zunft. Dazu kann die Beschaffung ja auch außerhalb des Haus&Hof-Lieferanten kaufen;
    2. Export: Politisches Preisschild inklusive;
    3. Arbeitsplätze abbauen und die aufgebauten Kapazitäten freisetzen: Politisches und gesellschaftliches Preisschild inklusive.

    IPP & CPM nov decken ausschließlich Punkt 1 ab, wobei die Priorisierung eines Bedarfsträgers Bundeswehr (also hier zu Punkt 1 ein NEIN) oder die Beschaffungsauswahl auch extern übersteuert werden kann. Auch wenn die Bundeswehr die eigenen Prozesse optimieren muss, darf man die Interdependenzen des kleinen aufgezeigten Beispiels Punkt 2 & 3 nicht außer acht lassen. Natürlich besuchen Firmenvertreter Bonn & Koblenz, aber die Masse arbeitet in Berlin: Warum wohl? Weil sie auf IPP & CPM Einfluss nehmen?
    Was hilft der Bundeswehr beispielsweise eine „theoretische“ Regressforderung oder Drohung der Nichtabnahme eines Gerätes, wenn vor dem Druck der Arbeitsplätze sie zu einem zahnloseren Verhalten gezwungen wird? Ehrlichkeit heißt auch eine Gesamtbetrachtung und sich nicht nur auf Detailabläufe im BMVg zu konzentrieren und dort den Schuldigen zu suchen. Letzteres ist allerdings für alle bis auf einen Akteur angenehmer und wird wohl (wieder einmal) vorgezogen werden. Hinterher gibt es wahrscheinlich eine sofortige Nachsteuerung vom Prozess, die Implementierung von weiteren Kontrollinstrumenten und eine Dekade später die Verwunderung, dass das Problem wie in den fünf Dekaden vorher wieder nicht gelöst wurde…

  32. @Stefan H.
    Ich bin mir nicht sicher was Sie mir sagen wollen:
    Dass es Einfluss außerhalb des Rüstungsprozesses gibt?
    Ja, verstanden.

    Das war aber nicht der Ausgangspunkt. Es ging darum das wesentliche Erfahrungen der Truppe mit IdZ-BS bei IdZ-ES schlichtweg ignoriert wurden.
    Hierbei habe ich darauf hingewiesen, dass des ein Versäumnis des Bedarfsträgers hin.
    Sie wiederum deuten derlei als schwarze Peter Spiel und betonen die Rolle der Politik.

    Das relexartige „Muss man in der Gesamtschau betrachten“ und „ist politisch so gewollt“ verdeckt oftmals eben nur das Organisationsversagen, Schwarzer Peter eben.

    Wir sind uns hoffentlich einig, dass der Bedarfsträger realitätsnäher fordern, der Bedarfsdecker pragmatischer beschaffen (Einhaltung ziv. Normen ohne gesetzlichen Anlass?), Industrie verlässlicher liefern und Politik die Konsequenzen von Eingriffen besser verstehen sollte.

    Da hat dann jeder genug vor seinem Haus zu kehren.

  33. Lieber Amtmann, mir ist schon klar wie ein offizieller Briefkopf samt Bericht an BAAINBw & Co. auszusehen hat. Was Sie anscheinend nicht verstehen ist das „wie“ hinter dieser ganzen Geschichte. Keiner hier zweifelt Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrungen als Pilot an. Scheint aus meiner Sicht das absolute Gegenteil zu sein. Kritik wird von Ihnen allerdings radikal abgeblockt. Andererseits wollen Sie durch diese dazulernen. Wie soll das zusammen funktionieren?

    1.) Sachlichkeit, die Erste

    Wer so erhebliche Interessen am BSHS, Bo und SOF-LUH hat wie Sie, sollte schnellstmöglich seine private Sichtweise von fachlicher Kompetenz trennen und diese beiden Aspekte nie zusammen öffentlich machen. Ich habe hier kein Pferd im Rennen. Ich habe auch keinerlei Problem damit mich als Laie auf dem Gebiet Hubschrauber und Subsysteme zu outen. Persönlich stört mich allerdings Ihre unglaublich überhebliche Art, mit der Sie sich hier und andernorts präsentieren. Nehmen Sie doch einfach mal Ihre beiden hübschen PDF als Beispiel, die Sie explizit den Blog-Lesern zum Einstudieren ans Herz legen. Sie vereiern Eurocopter und deren Produkte wo es nur geht. Sie setzen das BAAINBw mit der Ähnlichkeit „eines diktatorischen Staatsanwalts als ‚Herrin des Verfahrens'“ gleich. Sowas kann doch beim besten Willen und allem angestauten Frust nicht mehr als sachliche Auseinandersetzung mit einem Problem (hier: SOF-LUH Programm) angesehen werden.

    Wenn es sich um einen Austausch zwischen Insidern handeln soll, dann sollten Outsider (wie die Masse an Blog-Besuchern wohl darstellt) nach meiner Auffassung gar keinen Zugriff auf derartige Kommunikationsstücke bekommen. Es ist wirklich nicht schwer Informationen über den Verfasser / Absender beider PDFs herauszufinden. Das Internet hat all diese Informationen für Interessierte abrufbar gespeichert. Mit ein bisschen Ausschwärzen hier und da ist es heute nicht mehr getan. Von daher ist es meiner Ansicht sogar ein doppeltes Eigentor, was Sie sich geschossen haben. Erstens bekäme da ein potentieller Verhandlungspartner Einsicht in Ihre sehr persönlichen Gedanken über eben jenen Partner, und zweitens werden Ihre Informationen gegen Sie und Ihre Interessen genutzt. Das rede ich nicht nur einfach so daher, das weiß ich mit ziemlicher Genauigkeit – aus „Insider“-Informationen (naja, wieder frei verfügbar im Netz!) – ohne jedoch die Verantwortlichen zu kennen.

    Fazit: Versuchen Sie diese andauernd auftretenden Sticheleien gegen die Konkurrenz aus Ihren Dokumenten rauszuhalten. Wenn nicht wird beim kritischen Leser immer wieder der Eindruck entstehen, dass Sie gar kein Interesse an einer ernst gemeinten sachlichen Analyse haben. Ihre „knallharten Worte“ aus der zivilen professionellen Luftfahrt verlieren dadurch ehrheblich an Professionalität.

    2.) Sachlichkeit, die Zweite

    Mit dem „Eurocopter gegen den Rest der Welt“-Vergleich in Bezug auf Know-How, Expertise und Erfahrung haben Sie sich wieder völlig unnötig angreifbar gemacht. Ich verstehe nicht warum Sie das tun. Noch einmal, Sie müssen hier keinem was beweisen und jeder scheint Sie auch als Gesprächspartner zu respektieren, selbst wenn die Meinungen auseinandergehen sollten. Sie werden z.B. nicht müde auf jedes noch so kleine Know-How-Anteil von „Helicopter-Drittländer“ aufmerksam zu machen, aber zu dem Aufstieg von Eurocopter zum größten Produzenten ziviler Hubschrauber auf der Welt verlieren Sie nicht ein einziges Wort. Sicherlich, es ist Ihrer und meiner Auffassung nach „ehrenvoll“, aber solch eine Position wird nicht einfach mal eben so über Nacht erreicht, und schon gar nicht wenn man Ihrer Meinung nach nicht mal an das Kielwasser der Konkurrenz heranreicht. Eurocopter ist kein statisches Unternehmen, auch wenn das die üblichen EC- / EADS-Kritiker hin und wieder so einreden. Ich habe das mulmige Gefühl das die von Ihnen aufgelisteten Unternehmen Eurocopters Know-How, Expertise und Erfahrungen im gesamten (!) Hubschrauberspektrum durchaus ernst nehmen. Sie halten sich gern an Fakten, statt mit Sprüchen, hieß es. Guter Zeitpunkt um damit anzufangen..

    3.) Sachlichkeit, die Dritte

    Hier sei auf Ihre quietschbunte „LUH-Comparence“-Tabelle verwiesen. Ich tue mich schwer hier überhaupt Sachlichkeit zu erkennen? Tut mir leid. Ihr Hauptproblem lässt sich anhand Ihrer „Einschätzung der Nutzwerte“ mit Rangfolge erkennen: der MD 902E belegt den ersten Platz, obwohl er laut Ihrem anderen Dokument mehr oder weniger aus der SOF-LUH-Diskussion ausscheidet. Sie selbst haben dafür ja einige Gründe genannt bzw. vorgerechnet. Den zweiten Platz teilen sich alle drei in Frage kommende AW109-Varianten. Abgeschlagen am Schluss: beide Eurocopter-Modelle. Auffallend hierbei sind jedoch die Bemerkungen. Alle nicht-EC-Hubschraubertypen haben Sie allesamt positiv umschrieben, alle EC-Hubschraubertypen sind allesamt negativ umschrieben worden. Sollte doch etwas „positiv“ sein, wurde es schnell mit einem „aber“ nichtig gemacht.

    Fazit: bei Eurocopter ist alles pfui, bei AW und MD alles hui. Auch im restlichen Dokument wird auf absolut nichts negatives bei den AW/MD-Hubschraubern hingewiesen, während die beiden EC-Typen weiterhin kein einzig positives Kriterium haben?! Das erscheint dem Laien doch schon recht komisch, insbesondere da sich fünf Hubschrauber (inkl. dem ausscheidenden AW119Ke) anscheinend an Vorteilen kaum noch übertreffen können.

    Hin und wieder wird auch auf das IdZ-Programm hingewiesen (Infanterist der Zukunft). Wieso? Meines Wissens nach handelt es sich für Hubschrauber für das KSK und nicht für reguläre Infantrie. Wer weiß schon mit was KSK-Soldaten ins Feld ziehen (werden). Eine dabei gemachte Beobachtung: ein KSK-Soldat wird mit je 120kg berechnet während der KSK-Hundeführer samt Equipment nur mit 100kg verbucht wurde. Mir erschließt sich die 20kg-Differenz nicht.

    Vergleicht man die Tabellen aus dem Vergleich mit der aus dem Anschreiben, werden hier teils ganz andere Zahlen genutzt. Mal sind es welche aus den Data Sheets, ein andernmal welche die auf zivilie HS-Typen basieren. Komisch: Sie haben in einer höchst umständlichen Aufteilung „Worst Case“-Überschlagrechnungen für die AW-Modelle und den MD 902E aufgestellt, aber keine einzige für die beiden Eurocopter beigefügt – obwohl der EC645 jedes Mal als Hubschrauber mit den größten Nutzlast-Reserven hervorstach, wie aus der ersten Tabelle des Anschreibens ersichtlich wird.

    Ich frage da nur nach, weil der MD 902E in Ihrer einen Rechnung bei der „K5-Trupp“-Variante durchfällt und in der Vergleichstabelle davon nicht mehr geredet wird.

    Der Höhepunkt fehlender Sachlichkeit ist allerdings der Abschluss des Vergleichs. Da verlinken Sie zu den Herstellerseiten von AW und MD und diversen Bildquellen, aber würdigen Eurocopter wieder einmal überhaupt nicht. Sie zählen jedes noch so kleine Land dieser Welt auf, in denen Hubschrauber der 109/119-Serie fliegen. Warum machen Sie das nicht auch für ECs HS-Typen? Zusammen mit den möglichen Bewaffnungsoptionen, bitte. Ich weiß nämlich auch sehr genau, dass man die beiden Eurocopter-Modelle bewaffnen kann – es ist nicht so, dass diese unbewaffnet bleiben müssen.

    So, und was sagt dem kritischen Leser ein Blick auf Ihre verlinkte Produktionsliste des MD 902E (die, wohlgemerkt, sehr aktuell ist)? Richtig. Die mexikanische Marine ist der alleinige militärische Nutzer dieses Hubschraubertyps. Trotz der vielfach aufgezählten und gepriesenen Vorteile dieses Hubschraubers? Da stimmt doch was nicht.

    4.) Sachlichkeit, die Vierte

    Sie haben nichts als Hohn und Spott für Eurocopters militärische Applikation des Fenestron-Konzepts übrig. Auffallend ist Ihr vieles Lob für das NOTAR-System, das ausschließlich bei MD-Heliokoptern Verwendung findet. Eines Ihrer benutzten Bilder preist auch die Unfallsicherheit von Hubschraubern, die mit NOTAR ausgerüstet sind. Außerdem soll das System so gut wie beschusssicher sein. Das ist ja Wahnsinn. Der perfekte Militärhubschrauber! Oder etwa nicht?

    Nö, wieso auch. Mexiko hat den MH90 Enforcer (militärisches Derivat des MD 902E, soweit ich informiert bin) in Diensten für die Nation. Das Konzept ist auch keineswegs neu, aber trotzdem finde ich kein anderes Militär, dass NOTAR-Hubschrauber einsetzt. Wenn diese Lösung doch so bahnbrechend ist und zudem die Sicherheit gegen Beschuss immens erhöht, mutet es ein wenig paradox an, dass sich kein anderer Hersteller diesen Systems annimmt und etwas vergleichbares anbietet. Sowas sollte sich doch insbesondere auf dem Rüstungsmarkt wie warme Semmeln verkaufen. Wir reden hier immerhin von gesteigerter Störungsunempfindlichkeit und erhöhter Beschusssicherheit!!

    Wissen Sie was ich stattdessen sehe, Herr Amtmann? Fenestron-ausgerüstete Hubschrauber. Der Amerikaner steckt Milliarden in sein Fenestron-RAH-66, der – zugegeben – zwar nicht eingeführt wurde, aber warum haben die es dann überhaupt erst gemacht? Wenn Vtg-Amtmann über die anscheinend präkeren Defizite des Fenestrons im Militär Bescheid weiß, dann doch sicherlich auch die zahlreichen Ingenieure aus den Know-How-Vorzeigerüstungsunternehmen aus den USA!

    Wieso fliegen einige sehr bekannte Armeen, Marinen und Luftwaffen Dauphins und Panther? Das sind erstens Eurocopter-Hubschrauber, zweitens sind diese mit Fenestron ausgestattet und drittens wird dieser HS-Typ auch ganz gerne mal als Marinehubschrauber verwendet.

    Ein anderer Punkt, auf den ich während meiner Recherchen aufmerksam geworden bin: das SAS (und ich beziehe mich hier nicht auf die schwedische Airline) hat seine vier Agusta A109A durch Eurocopter Dauphin ersetzt. Wieso? Selbst wenn diese Hubschrauber auch nur eine Unterstützungsrolle spielen sollten (weiß man es?), ist das ein Fakt, Realität, Tatsache – man nenne es wie man will. Daran zu rütteln gibt es jedoch nichts und sollte einigen hier sehr zu denken geben:

    http://helihub.com/2010/03/18/museum-of-army-flying-to-add-ex-argentine-a109a/
    http://helihub.com/2012/01/13/uk-special-forces-add-fifth-n3-dauphin/
    http://www.eliteukforces.info/8-flight/

    Darüber hinaus stehen selbst die fliegenden zivilen Omnibusse der Serie 635/645 in militärischen Diensten. Trotz Fenestron und bzw. oder zuvielen Aussichtsfenstern im Passagierraum. Fenster haben einige andere Hubschrauber übigens auch und stellen somit alle ein kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommene Gefahr für Leib und Leben der Besatzungen sowie Passagiere dar! Darüber schreiben Sie allerdings nichts.

    5.) Sachlichkeit, die Fünfte

    Verlinken Sie nie wieder zu Forenbeiträgen in irgendwelchen rausgepickten Foren ihrer Wahl, Herr Amtmann. Als ich das gelesen habe dachte ich allen Ernstes, Sie verschaukeln uns hier und morgen steht das Ganze bei „Versteckter Kamera: Heute im Internet“. Sie haben eine Meinung eines US-Piloten zitiert, der (angeblich, man weiß ja nie so richtig) den UH-72A LUH fliegt und darüber eher lauwarme Worte verliert. Einer von vielen ist bei Weitem nicht stellvertretend. Da müssen Sie sich was besseres einfallen lassen, um den UH-72A zu diskreditieren. Aus den anderen Links zitieren Sie nichts und das ist auch gut so. Stichwort: Eigentor. Hätten Sie mal lieber gelesen was da gepostet wurde. Z.B. bzgl. Erhitzungsproblematik im Cockpit. Ein erfahrener und routinierter AH-1 und H-60 Pilot (er ist mir durch andere Foren bekannt) schreibt da nämlich so schön, dass Überhitzungsprobleme auch bei Blackhawks auftreten. Jemand anderes, der mit dem UH-72 vertraut ist, erläutert das bei Tests und installierter Klimaanlage Überhitzungen nie ein Problem darstellten, die Klimaanlagen aber auf Bestreben der Army entfernt wurden, weil man dachte man komme auch ohne aus. Es musste zum Schluss also alles zurückgerüstet werden, so wie man es ohnehin und von Anfang an geplant hatte!

    Fazit: Ich habe fertig. Nehmen Sie es sich zu Herzen.

  34. Das Problem bei den meisten Beschaffungsvorhaben dürfte (aus meiner Sicht) sein:
    – das der Anforderer nicht weiß was wie möglich, marktverfügbar, wirtschaftlich,… ist
    – der Ersteller der Anforderungsbeschreibung das auch nur in Teilen weiß, aber alle Merkmale/Fähigkeiten.. genau festlegen muß
    – dann entsprechend ausgeschrieben wird
    – der Beschaffer dann auswählen muß
    – und dann der Anforderer das Ergebnis bekommt.

    Absprachen miteinander oder einen ‚runden Tisch‘ scheint es da wenig zu geben. Wobei es vielleicht da möglich wäre einen Kompromiss zu finden. So wie etwa „Eine eierlegende Wollmilchsau gibt’s nicht. Allerdings gibt es ein Produkt, dass Milch gibt, Wolle hat und nach Rind schmeckt, der Eileger müßte dann als Extrabaugruppe ausgeführt werden.“

  35. @-MK20- Ihre „Analyse“ ist ehrenhaft, und gar nicht mal so falsch (auf den ersten Blick) und sicherlich auch kameradschaftlich gemeint sowie bestimmt auf Konsens bedacht. Auf den zweiten Blick haben Sie aber 5 Prämissen bzw. für einen SOF-LUH absolut vorrangige Nutzwertkriterien übersehen, die sich wie ein roter Faden durch die Tabellenwerke ziehen:

    1.) Bestmögliche Wirkung aus dem Helicopter im Anflug und bei der Feuerunterstützung (Schiebetürgrößen, Sitzkonfiguration, HOGE- & HIGE-Performance, Agilität speziell bei HOGE und darart Anströmung des Fins bei einem Fenestron-System = 0).
    2.) Der SOF-LUH muß schnell in die Confined-Area rein und auch wieder raus (Kompaktheit des HS, Steuerfolgsamkeit und wiederum HOGE- und HIGE-Performance sowie wiederum ein Fenestron-Problem)
    3.) Die SOF-Kräfte müssen schnell aus dem LUH raus und wieder rein (erneut Sitzkonfiguration und Schiebetürgrößen).
    4.) Geschwindigkeit, Reichweiten bei jeweiligem Gross-Weight und „Hot&High-Performance“ des SOF-LUH bis zum „Umfallen“.
    5.) Und dann gehen Sie mit den vielen Zahlen und Gross-Weights bei den jeweiligen Rüstzuständen in die Performance Charts der Flughandbücher der jeweiligen HS-Typen.

    Spätestens bei Ziffer 5.) werden Sie die „kleinen aber feinen Unterschiede“ sehen! Wenn z.B. ein SOF-LUH-Kanditat in der jeweiligen Einsatzkonfiguration bereits über MTOW liegt, ist das selbst für den Laien ein absolutes und leicht einsehbares KO-Kriterium, bedarf also keiner Diskussion.

    Wenn aber z.B. in 1493 m geographischer Höhe (entspricht gerademal dem Feldberg im Schwarzwald), bei 35 Aussentemperatur am Startplatz (z.B. eine geteerte Fläche hat da schnell sogar 45°C ) und 997 hPa barometrischer Luftdruck sowie einem Taupunkt bei 19°C, was einer Dichtehöhe von 2.764 m entspricht, ein SOF-LUH aufgrund seines Gross-Weights außerhalb der HOGE- und HIGE-Limits ist und per Rutschlandung mehr oder auch weniger hart bzw. kontrolliert oder auch unkontrolliert in der Confined-Area „aufklatscht“ und ungeachtet der Beschädigungen schlichtweg mangels Leistung nicht mehr starten kann, dann ist das eine „Pleite hoch ∞“, ohne z.B. in AFG, Somalia oder Mali zu sein! Und eine derartige Chart werden Sie auch in den Tabellenwerken finden.

    @Memoria: (Zitat) „Forderungen und Realisierung werden so hoffentlich pragmatischer und zielgerichteter. Bisher krankt das System jedoch an einem unzureichenden Zusammenwirken in allen Bereichen. […] Da hat dann jeder genug vor seinem Haus zu kehren.“ (Zitatende) Grundsätzlich zutreffend Ihr Kommentar.

    Das beste bzw. jüngste Beispiel ist eben der SOF-LUH. Der Bedarfsträger, und damit meine ich den unmittelbaren Bedarfsträger, sprich die Einsatzverbände der Spezialkräfte und das ehem. SOF-Air-Element, haben aus dem verbunden Einsatz von BO 105 (inkl. nie zugelassenem Swooper-Rüstsatz) und von CH 53 über die Jahre unheimlich viel gelernt. Dass durch Versetzung und Ausscheiden der BO105-Piloten des SOF-Air-Elements wertvolle Expertise zerschlagen wurde, ist Fakt. Dennoch resultierten bereits in 2011 die Forderungen der „kämpfenden und fliegenden Truppe“ nach einem geeigneten Hubschrauber – wie mehrfach dargelegt -, tag-, -nacht und –allwetter-tiefflug- und kampffähig (Feuerunterstützung), von höchster Agilität, bei kleiner Kulisse, für hot & high und auch für Einsätze im urbanem Gebiet sowie in Confined-Areas einsetzbar, in den folgenden Einsatzprofilen (also keineswegs „nice to have“ oder „Goldrandlösungen“, sondern m.M.n. absolut realistische und auch realisierbare Forderungen):

    1) 2 Piloten (P + Kommandant bzw. WSO) und max. mögliche externe Bewaffnung,
    2) oder 2 Piloten (P + Kommandant bzw. WSO) + 4 KSK-Kräfte (bei noch möglicher Bewaffnung; bzw. max. einsatzbedingtes Cross Weight),
    3) oder 2 P + 4 KSK-Kräfte + KSK-Hunde-Fhr + Malinois (bei noch möglicher Bewaffnung; bzw. max. einsatzbedingtes Cross Weight),
    4) oder. 2 P + 2 Mann Führungskräfte + Nav-, Com-, Sat-, Crypto- & Tactical-Eqmt (bei noch möglicher Bewaffnung; bzw. max. einsatzbedingtes Cross Weight),
    5) oder 2 P + 2 KSK-Medical-Attendants + 2 – 3 Verwundete (teils liegend, teils sitzend, je nach Rüstsatz),

    Eine Etage höher, aber immer noch in der „Truppe“ und eine weitere Etage höher (Führung und Ämter) träumte man dann zunächst von einem „Little Bird“ (MD 530F Defender / ARH / UH, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hughes_MH-6), wie in den mil. Vorlagen/Initiativen gestanden haben soll und in 1ter Sitzung der IAGFA (bei damals noch ziemlicher Zurückhaltung der LW) sollen die Träume vom „Unteren Extrem“ einer Weiternutzung und Aufrüstung der BO 105, über den „PPT-Schwerpunkt“ UH72 Lakota (bzw. EC135 T1 / T2) bis zum „oberen Extrem“ AW159 Wildcat weiter gegangen sein (vgl. http://www.agustawestland.com/product/aw159-0)

    Was daraus geworden ist, bei welchem hubschrauberseitigem EQMT, welcher Ausrüstung, welchen Rüstsätzen und bei welchen Fähigkeiten und Flugleistungen des Gesamtsystems sowie noch offenen Zulassungsvoraussetzungen, bei welchen Kosten und Nutzwerten ist mit der 25-Mio.-Vorlage und spätestens mit den Verträgen bekannt. Frage bleibt, was kann von den ursprünglichen Forderungen der „kämpfenden und fliegenden Truppe“, noch wie im konkreten Einsatzfall unter welchen meteorologischen und geographischen Bedingungen abgedeckt werden? Die Zukunft wird es unweigerlich beweisen.

    Erst gestern rief mich diesbezüglich der Leiter „Helicopter and Mission Systems“ eines sehr bekannten Unternehmens an (übrigens Dank einer Empfehlung eines Users hier im Blog). Ebenso kam es zu einem weiteren Gespräch mit dem Leiter des Bereichs „Sicherheit & Verteidigung“ eines reputierten wissenschaftlich-technischen Dienstleisters. In beiden Fällen kam man sehr schnell zu einer absolut übereinstimmenden sowie wenig optimistischen Einschätzung des Gesamtsystems. Ebenso entstand Einvernehmen darüber, daß bei einer Vielzahl von gegenseitigen Schnittstellen zukünftig in ähnlichen Projekten – es soll ja nicht nur bei der Bw Hubschrauber geben – konzertiert Initiativen zu ergreifen sind, um etwaige Präjudizen bei Auswahl- und Zuschlagsentscheidungen zum System, der System-Gesamtkosten (Life-Cycle-Costs) und bis hin zum beizustellendem Gerät samt weiterer Ausrüstung möglichst auszuschließen.

  36. Mal zwischen rein geworfen! warum fliegt das SAS den × AS.365N3 „Dauphin II? warum hat man diesem nicht bei der Bundeswehr (KSK) in betracht gezogen?

  37. @Memoria
    Wir haben schon mal Einigkeit erreicht, obwohl unterschiedlichen Akteuren angehörend. Ist doch schon einmal ein Lichtblick.
    Vielleicht kann man nach der Wahl diesen Themenkomplex auch mit größerer Sachlichkeit angehen. Bis September wird es wohl weniger um Verbesserung, als um eine politische Schlammschlacht gehen, bei vorhersehbarer Choreographie.

  38. @Lenkrad: Viel zu groß und viel zu teuer für den relativ simplen Job (sofern man von den Listenpreisen ausgehen würde).

  39. @Vtg-Amtmann

    Auch wenn Sie gerne in der Liga um den LUH mitgespielt hätten – Sie scheinen für den Themenbereich Spezialkräfte und SOF unendlich unqualifiziert zu sein. Ab dem Zeitpunkt zu dem Sie die ersten Informationen zu dem Thema erhalten haben sind Sie in allen gängigen Foren aktiv geworden und streuen diese im Vertrauen erhaltenen Informationen. Das ist gelinde gesagt riesen Sch…

    In diesem Themenbereich bewegen sich in der echten Welt „silent professionals“
    In den Internetforen bewegen sich „ich weiß da was – Typen“, die niemals wirklich Zugang zu der Spezialkräfte Community finden werden. Haben Sie darüber schonmal nachgedacht?

  40. @A.M. Sie kennen die „stillen Leser“ in Fachforen? Dann kennen Sie auch die Motivationen. Damit wurde neben Anderem und sehr viel Arbeit im Stillen in der Sache sehr viel erreicht. Was raus kam, steht auf einem anderem Blatt, dass etwas rauskam ist aber dennoch positiver Fakt. Den Rest bitte auf persönlicher Ebene. Danke.

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