Aufklärungssatellit, MG5, Spezialkräfte-Hubschrauber: Die Beschlüsse des Haushaltsausschusses

SAR-Lupe

Da es ja sonst keiner macht (warum eigentlich nicht der Bundestag selbst oder das Verteidigungsministerium?), hier die Übersicht über die Beschlüsse, die der Haushaltsausschuss des Bundestages am (gestrigen) Mittwoch zur Beschaffung von Rüstungsgütern gefasst hat:

• Satelliten-Aufklärungssystem SARah (Synthetic Aperture Radar, Altitude High), Kosten rund 800 Millionen Euro: Das neue System soll die derzeitigen deutschen Radar-Aufklärungssatelliten des Systems SAR-Lupe (siehe Bild oben)  ersetzen. Als Bedarf nennt die Bundeswehr die Sicherstellung des Erhalts der nationalen Fähigkeit zur weltweiten abbildenden Aufklärung ab Ende 2017; der Großteil der Kosten fällt so auch erst in den Jahren ab 2017 an: von jenem Jahr an sind 670 Millionen Euro vorgesehen, in in diesem und im kommenden Jahr 15 und 20 Millionen Euro. Geliefert werden die Satelliten von der Bremer Firma OHB, beteiligt ist aber auch die EADS-Tochter Astrium.
Die Beschaffung ist eigentlich unter den Fraktionen (mit Ausnahme der Linkspartei) nicht umstritten; dennoch enthielten sich SPD und Grüne bei der Abstimmung, weil eine kleine, aber teure Frage noch nicht ganz geklärt ist: Fällt im Weltall Mehrwertsteuer an? Für das Vorgängersystem SAR-Lupe wurde Mehrwertsteuer nur auf die Bodenstationen fällig; für SARah wird jetzt die Rechtslage geprüft. Das kann einen Unterschied von bis zu 200 Millionen Euro ausmachen.

• Das neue Maschinengewehr MG5 im Kaliber 7,62mm, geliefert von Heckler&Koch: Von dieser Waffe will das Verteidigungsministerium zunächst 65 Nachweismuster im Wert von 2,76 Millionen Euro bestellen. Nach Abnahme dieser Muster soll ein Rahmenvertrag mit Heckler&Koch geschlossen werden, zunächst ist als Mindestausstattung der Kauf von 7.114 Waffen zum Preis von 118,4 Millionen Euro geplant. Langfristig sollen die Streitkräfte bis zu 12.733 neue Maschinengewehre dieses Typs bekommen.

• Transporthubschrauber für Spezialkräfte: Das Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw bekommt seine eigenen Hubschrauber. Für knapp 200 Millionen Euro sollen 15 leichte Transporthelikopter der EADS-Tochter Eurocopter beschafft werden. Der leichte Mehrzweckhubschrauber LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) soll, so beschreibt es das Verteidigungsministerium, primär als Verbringungsplattform für die Verbringung von Kommandotrupps (KdoTrp) der Spezialkräfte mit der Fähigkeit zur Nutzung von engen Landeplätzen dienen. Außerdem sollen sie auch autark eingesetzt werden können, wenn im Einsatzland keine speziellen Luftfahrzeuge vorhanden sind. Welches Modell aus der Eurocopter-Familie nun genau bestellt ist, lässt sich gar nicht so einfach herausfinden. Geplant ist wohl Bestellt werden soll die Militärversion EC 645 T2, die auf dem zivilen Modell EC 145 T2 aufbaut – bislang gibt es aber weder für die zivile, geschweige denn die militärische Variante eine Zulassung, wie aus der Vorlage an den Ausschuss hervorgeht:

Nach Darlegung des BMVg liegt die zivile Musterzulassung für das Basismuster EC 145 T2 noch nicht vor. ECD (Eurocopter Deutschland, T.W.) strebt die zivile Musterzulassung für das Basismuster  EC 145 T2 im Mai 2014 an. Die zivile Zulassung des angebotenen und auf der EC 145 T2 aufbauenden Musters EC 645 T2 ist für den Januar 2015 geplant. Nach ergänzender Auskunft des BMVg werden die Risiken zur Zulassung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) vom Auftragnehmer als beherrschbar angesehen. Dies gilt auch für Risiken der militärischen Musterzulassung. Die militärischen Anteile wurden bereits bei anderen Waffensystemen eingerüstet.
Um ein mögliches Risiko zu begrenzen, wird ein Rücktrittsrecht für den Fall vereinbart, dass der Auftragnehmer bis zum Ablauf des 15. November 2015 keine Musterzulassung der EASA für das Muster EC 645 T2 vorlegen kann. Der Rücktritt kann bis zum 31. Dezember 2015 ausgeübt werden. Das BMVg teilt hierzu ergänzend mit, für den Fall des Rücktritts könnten Aufwendungen bis zu voraussichtlich rund 0,2 Mio. € beim Auftraggeber verbleiben.

Zum Beschluss des Haushaltsausschusses über die veränderte Beschaffung von Hubschraubern der Typen NH90 und Tiger ebenfalls von Eurocopter hatte ich gestern schon hier und hier ausführlicher berichtet.

Den Sachstandsbericht zum neuen Schützenpanzer Puma hat der Ausschuss nur zur Kenntnis genommen (das ist bei Gelegenheit einen eigenen Thread wert). Der Vertrag mit einer Spedition über rund 150 Millionen Euro für Rücktransport-Leistungen aus Afghanistan überschreitet zwar die Schwelle von 25 Millionen, ab der das Parlament eigentlich zustimmen muss – wurde aber als einsatzrelevanter Sofortbedarf eingestuft und war deshalb kein offizielles Thema im Ausschuss. Eine größere Diskussion unterblieb wohl auch deshalb, weil das Thema Hubschrauberbeschaffung zwischen Koalition und Opposition schon für genügend Stoff sorgte.

(Grafik: OHB Systems)

Ausrüstung und so · 15:17h ·  

90 Kommentare zu „Aufklärungssatellit, MG5, Spezialkräfte-Hubschrauber: Die Beschlüsse des Haushaltsausschusses“

  • Philipp   |   27. Juni 2013 - 15:27

    Kostet ein MG5 dann im Schnitt über 15 000 € oder habe ich mich da vertan?

  • Sascha Stoltenow   |   27. Juni 2013 - 15:31

    Warum das niemand sonst macht? Weil Du es machst. Das Bessere ist halt der Feind des Guten ;-)

    @all: Im Zuge der re:publica habe ich ja einige Tage mit Thomas verbringen dürfen. Wer auch immer glaubt, Bloggen in dieser Form sei eine Nebenbeschäftigung – es ist es nicht. Vollblutjournalismus T.W.-Style ist Vollzeit(und weit darüber hinaus)Journalismus in Reinkultur. In diesem Sinne: schaut Euch das Projekt Straßenmusik nochmal genauer an und vor allem, überzeugt Eure Peer Group, dass es sich lohnt, daran teilzuhaben.

  • T.Wiegold   |   27. Juni 2013 - 15:34

    @Philipp

    Zu den Kosten des MG5 gab’s hier in den Kommentaren schon einige Anmerkungen.

  • T.Wiegold   |   27. Juni 2013 - 15:34

    @Sascha

    Danke ;-)

  • BausC   |   27. Juni 2013 - 16:04

    Die Frage ist nicht was kostet sondern was es bringt. Insofern ist meine Frage was bringt es?

  • Lenkrad   |   27. Juni 2013 - 16:18

    Wie lange werden die BO’s noch in der Bundeswehr (bzw beim ksk) geflogen ? Wenn mit dem Zulauf der luh, so wie es aussieht nicht vor 2016 zu rechnen ist.

  • Memoria   |   27. Juni 2013 - 16:18

    @BausC:
    Was bringt was?
    Das MG5?
    Kann Löcher in verschiedene Zielmedien machen.

  • Memoria   |   27. Juni 2013 - 16:22

    @Lenkrad:
    Die Bo-Nutzung ist auf die Grundlagenausbildung (noch) in Bückeburg begrenzt.
    Die Bo-Besatzungen des SOF Air-Elements wurden auf Betreiben der Heeresführung Ende 2012 wegversetzt bzw. in DZE geschickt.
    Hier wurde langjährige und sehr hochwertige Erfahrung von hoch motiviertem Personal vernichtet. Somit fängt man 2016ff wieder nahe Null an.

    Die Verantwortung hierfür liegt eindeutig bei der Heeresführung, die gegenteilige Anträge abgelehnt hat.

    Man wußte es besser, woltte aber nicht.

  • Armin   |   27. Juni 2013 - 16:35

    Es handelt sich natürlich nicht um einen Hubschrauber alleine für das KSK (Spezialkräfte des Heeres), sondern für die Spezialkräfte der Bundeswehr, auch wenn diese gerne auf das KSK verkürzt werden.

  • Lenkrad   |   27. Juni 2013 - 16:38

    Ich komme aus dem kopf schütteln einfach nicht mehr raus !!!

  • küstengang01   |   27. Juni 2013 - 17:07

    15000 EUR pro MG ist doch eigentlich noch recht günstig wenn man bedenkt das H&K das quasi Monopol auf Handwaffen bei der BW besitzt. Da könnte das Management ganz andere Preise verlangen und das BMV`g würde trotzdem bestellen. War da nicht grade etwas mit Korruptionsvorwürfen im Umlauf?!.
    Ich denke der Exportpreis in Drittweltländer wird um einiges billiger sein. Die Entwicklungskosten deckt man ja immer durch BW und dann wird das dicke Geschäft mit den Afrikanischen Kindersoldaten gemacht.

  • Freiherr von Schill   |   27. Juni 2013 - 17:14

    Es gilt dringend die SOF air Besatzungen von BO105/ CH53 zu halten und deren „mindset“und fliegerischen Fähigkeiten nicht zu verlieren.
    Es wird der EC645T2 ;-)!

    Wenn das „Heer“ das verbockt hat, ist es ein weiterer Grund die Spezialkräfte endlich aus dem Heer strukturell herauszulösen und organisatorisch auf operativ-strategischer Ebene streitkräftegemeinsam zusammen zu fassen.

    Folgerung:
    KSK+
    KSM+ (Kommando Spezialkräfte Marine)
    SOF air +
    1 Kompanie FschJg EGB ( Rangerelement)
    –> SpezKr Bundeswehr

    …Zusammenfassung der truppendienstlichen und einheitsbezogenen Führung unter einem wirklichen General SpezKr als 2 Sterner/ Dickstreifer.
    —> siehe FRA/ GBR/ POL/ ITA ESP…nur wir machen es wieder schön auf die herkömmliche Art :-))

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 17:16

    @Lenkrad | 27. Juni 2013 – 16:38
    Vorsicht, dann besteht die Gefahr einer Gehirnerschütterung. ;-)

  • küstengang01   |   27. Juni 2013 - 17:38

    Warum solcher Unsinn mit gewisser Regelmäßigkeit auftritt!!!! Ganz einfach… die Herren und mittlerweile auch Damen die in ihren Dienststuben hocken und nicht (mehr) die Bohne von einer Ahnung haben was in der Truppe vorgeht. Haben sich einfach in den über zwo Jahrzehnten Dauerreform darauf eingestellt das es schlicht nicht wichtig ist Personal zu binden und Fähigkeiten zu erhalten. Da ist es wichtiger tolle PowerPoint Präsentationen an der Hand zu haben und die ca. 24 Monate auf dem momentanen Dienstposten abzusitzen.
    Wer weiß denn schon ob beim nächsten Regierungswechsel nicht auch schon wieder eine komplett neue Struktur erdacht wird.
    Den Soldaten denen es wichtig ist die bekommen irgendwann die persönliche Sinnkrise und ersehnen ihr DZE herbei und die anderen würden in der Zivilen Welt sowieso nicht mehr zurecht kommen und werden BS… mit der Folge das sie schön darauf bedacht sind den Oberen Etagen zu gefallen und nicht durch (unbeliebte) Entscheidungen aufzufallen.

  • Freiherr von Schill   |   27. Juni 2013 - 17:39

    truppendienstlicher + einsatzbezogener Führung…war gemeint :-)

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 17:56

    @Freiherr von Schill, @all:
    Nach vorliegenden Informationen haben sich im Teilnehmerverfahren zum SOF-LUH-Vergabeverfahren drei Teilnehmer qualifiziert und es gingen zwei Angebote beim BAAINBW ein. Dass ein Angebot von ECD ergehen wird, war bekannt. Dass ein Bieter kein Angebot abgeben wird, war auch bekannt. Weiß jemand wer der zweite Bieter nach ECD war und auf welchen HS-Typ sich dessen Angebot bezog?

  • Etienne Rheindahlen   |   27. Juni 2013 - 17:57

    @ Freiherr

    Zustimmung. So könnte und sollte es (besser & intelligenter) gemacht werden.

    Und ich grübele (nicht wirklich), warum ich spontan nach der Duden-Definition des Begriffs „Sabotage“ gegoogelt habe.

    („absichtliche [planmäßige] Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit politischer, militärischer oder wirtschaftlicher Einrichtungen durch [passiven] Widerstand, Störung des Arbeitsablaufs oder Beschädigung und Zerstörung von Anlagen, Maschinen o. Ä.“, Quelle: DUDEN)

    Das Leben und Handeln könnte sehr einfach sein – wenn man der Ratio und Weisheit den Vorrang vor Inkonsequenz und Eigennutz gäbe. Aber: es lebe der Konjunktiv… *irony switched off*

  • Rashaash   |   27. Juni 2013 - 19:15

    @küstengang01
    “ Die Entwicklungskosten deckt man ja immer durch BW und dann wird das dicke Geschäft mit den Afrikanischen Kindersoldaten gemacht.“

    Das MG5 ist für den abgesessenen Einsatz durch noch nicht ganz ausgewachsene Anwender deutlich zu schwer. Auch für viele erwachsene Asiaten dürfte es in dieser Rolle kaum geeignet sein. Es kann aus meiner Sicht aber nicht angehen, dass im Zeitalter der Globalisierung deutsche Hersteller immer noch derart blind am Markt vorbeiproduzieren. Hier ist in der Tat Nachbesserungsbedarf vorhanden.

  • jens schneider   |   27. Juni 2013 - 19:31

    Was ist mit der Bestellung von BSH- Helikoptern ( z.B. für Autorotatiosübungen ?)

  • Memoria   |   27. Juni 2013 - 19:46

    @Freiherr von Schill:
    Ein OrgBer SpezKr wäre zweifellos sinnvoll, mal schauen ob dieser Schritt in der nächsten Struktur gelingt.

  • politisch inkorrekt   |   27. Juni 2013 - 19:49

    „KSK+
    KSM+ (Kommando Spezialkräfte Marine)
    SOF air +
    1 Kompanie FschJg EGB ( Rangerelement)
    –> SpezKr Bundeswehr“

    Streiche Kompanie
    Setze Btl

    Weil sonst nicht durchhaltefähig.

    pi

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 20:02

    @jens schneider, @all: Wurde aus Zeitdruck im VA nicht mehr aufgerufen und damit erneut vertagt. Heißt also Oktober bzw. steht frühestens in 3,5 Monaten zur Debatte und derart sind weitere 4 – 6 Mio. € an vermeidbaren Betriebskosten „verbraten“! Wir haben es ja, oder?

  • Schorsch   |   27. Juni 2013 - 20:19

    Sollte nicht auch schon im Mai eine Entscheidung fallen, ob Teile der TSLw 1 privatisiert werden und an wenn ggf. der Zuschlag geht? Weiß da jemand etwas?
    Hier war ja auch die European Agency for Delayed Systems Bieter…

  • Bang50   |   27. Juni 2013 - 20:20

    Ah ja – eine Bundesregierung würde einen Handwaffenexport in die „Dritte Welt genehmigen. Die Dritte Welt kann sich westliche Waffen leisten, deren Kaufpreis das BIP mancher dieser Länder übersteigt. Das primäre Einsatzgebiet für ein GPMG ist der abgesessene (dynamische) Kampf und eine im Stahlguss gefertigte Maschinenwaffe bekommt man für den Preis eines in der Spritzgussmaschine zusammengespritzen Polymer G36 Sturmgewehrs. Kopf –> Wand

  • Sascha Stoltenow   |   27. Juni 2013 - 20:20

    Nochmal die Frage: Welche Hubschrauber sind super? Und warum?

  • St.Michael   |   27. Juni 2013 - 20:30

    @Freiherr von Schill
    „Wenn das “Heer” das verbockt hat, ist es ein weiterer Grund die Spezialkräfte endlich aus dem Heer strukturell herauszulösen und organisatorisch auf operativ-strategischer Ebene streitkräftegemeinsam zusammen zu fassen.“

    Da kann ich doch prima mit leben. Dann können die Shadows endlich selber schauen, wer ihnen ständig hilft, wo sie Nachwuchs rekrutieren und wer sich ihre Sorgen sonst so anhören will. Und unsere Feldwebel-Anwärter werden endlich wieder als Führer der Infanterie ausgebildet und nicht als Kommandoanwärter-Pool missbraucht.

  • markus, d.Ä.   |   27. Juni 2013 - 20:45

    @ st michael … bevor da gelüste geweckt werden … mal geschaut wie sich der sonstige SOF zirkus so rekrutiert?

  • Max Chavez   |   27. Juni 2013 - 20:48

    @Rashaash
    S&T blogspot:
    “ Das patentierte HK121-Waffengehäuse besteht nicht aus Blechprägeteilen, sondern aus zwei Gehäuseschalen aus Gußstahl sowie einem Anschlussblock, die in einem ebenfalls patentierten Verfahren zusammengefügt werden. HK gewährleistet eine Lebensdauer von 50.000 Schuss pro Gehäuse, wobei in Tests weit höhere Belastungsgrenzen erreicht wurden.“

    Schwer, aber da geht was. Ich bin kein Infantrist, aber wenn mein 7.62er MG 10Kilo wiegt und der normale Mg-Schütze nicht im stehen schießt ist das doch ok, 10Kilo Waffengewicht kann man doch noch ein einplanen in das was ich am Mann habe. Damit kann man mal effektiv unüberhitzend Zürückwirken :-) Ein größeseres Kaliber (nicht Einzelfeuer) schlepp ich normalerweise auch nicht mit. Vielleicht kann mal jemand seine Einschätzung abgeben der Erfahrung hat mit dem Zurückschießen.

  • schleppi   |   27. Juni 2013 - 20:49

    Die Nummer mit den LUH wird auch ne endlose Geschichte. ECD wird bis Ende 2015 nur die Zulassung nach EASA betreiben. Danach werden die erst anfangen zu arbeiten.
    Und ein super Hubschrauber ist der, der genau das kann, was von ihm verlangt wird. Ein Maserati mag ein super Auto sein, für einen Spediteur ist es ungeeignet.
    Und bevor man einen Hubschrauber für Spezialkräfte ausschreibt und kauft, sollte man erst mal vernünftig defnieren, was er können sollte. Kauft man einen am Markt, sollte man auch klar sagen, was damit nicht geht!
    In der Heeresfliegertruppe werden jetzt Luftfahrzeugbesatzungen die als „Zukunftspersonal“ eingestuft wurden „entpflichtet“, weil anscheinend weder genug Hubschrauber, noch genug Flugstunden da sind.

  • St.Michael   |   27. Juni 2013 - 20:51

    @markus, d.Ä.

    Mir geht es eigentlich ja nur darum, dass die Anzahl derer im doofen konventionellen Teil des Heeres, die SOF hinterher trauern würden wenn es sich selbstständig macht, doch sehr begrenzt wäre.

  • küstengang01   |   27. Juni 2013 - 20:53

    @Bang50
    hat sie; tut sie und wird sie auch. Frau Merkel hat das ja bereit beton das man die Freunde in aller Welt selber dazu befähigen muss für Sicherheit lokal vor Ort zu sorgen. Und jede Endverbleibs Klausel ist nutzlos wenn man nicht nachschauen tut ob sie auch eingehalten wird.
    Und was den Preis angeht finde ich den total i.O…. die Industrie muss ja schließlich heimische Arbeitsplätze sichern. Ach ja zu guter Letzt… nach der AK47 ist das gute alte G3 ganz weit vorn in allen Konflikten auf der Welt mit vertreten und in Syrien kämpfen die Rebellen ja auch auch schon mit dem G36.
    H&K hat u.a. eine US Tochterfirma mit eigener Fabrik wo die selben Produkte gefertigt werden wie im Schwabenländle… nur da halt unter US Gesetzen und auch US Exportbestimmungen. Also ist vielfach gar keine Ausfuhrgenehmigung der Bundesregierung von nöten.

  • markus, d.Ä.   |   27. Juni 2013 - 20:53

    und mein pkt war, dass sich fürs heer wenig ändert wenn die spezltruppen ausgegliedert werden, aber die KSKler + nahe verwandschaft mehr ellenbogenfreiheit hätten ;)

    @ LUH und Stoltenow

    hat vlt jemand ne übersicht über die Klein-helis in den händen anderer SOF? dann dürfte man doch schon nen recht guten überblick darüber haben was geeignet(er) sein könnte.

  • St.Michael   |   27. Juni 2013 - 20:57

    @markus, d.Ä.

    Aber in dem Moment in dem die Herren über Bande, d.h. über TSK-Grenzen spielen müssen, wird der Zugriff auf FschJg etc. deutlich schwieriger bzw. man kann selbst auf Zeit spielen.

    Naja, Träumen muss erlaubt sein…

  • Freiherr von Schill   |   27. Juni 2013 - 21:02

    @politisch inkorrekt

    Stimme Ihnen in der Größenordnung inhaltlich voll zu, ich habe zu tief angesetzt ;-)
    Ich möchte meine konzeptionelle Zielvorstellung noch um eine Aufklärungskompanie Spezialkräfte ( SIGINT, IMMINT, (TSA/ OSA) HUMMINT, ergänzen.
    Dann wäre das Schwert der neuen deutschen Spezialkräfte auch endlich richtig scharf, aber vielleicht will das ja jemand gar nicht ;-)

    ….sozusagen das britische Modell, einschleißlich der Aufhebung der Trennung Nachrichtenbeschaffung vs Nachrichtengewinnung und eigener Org. Bereich SpezKr
    auf strategischer Ebene.

    @St` Michael
    Neid ist die höchste Form der Anerkennung :-) Es sind nicht Ihre Feldwebel Anwärter, es sind die Anwärter der Infanterie und jeder Infanterist (FschJg) hat sich der Sache bei den SpezKr zu stellen, ganz einfach :-)!
    Ich kann hervorragend damit leben eine hervorragende Infanterie zu sehen :-).

    Gruß

  • Bang50   |   27. Juni 2013 - 21:03

    @ Max Chavez – Sie haben es erfasst. Ein GPMG ist eine Unterstützungswaffe für hohes Feuervolumen. Das bringt eben Gewicht auf die Wage und führt dazu, dass GPMG`s wie das FN MAG oder das MG3 von dem Infanteristen gehasst wird der es schleppen muss, aber von allen geliebt wird wenn es zum Feuerkampf kommt. Das Gewicht bringt es mit sich, dass diese Waffen primär statisch verwendet werden (also in vorbereiteter Stellung) oder von Fahrzeugen. In der Rolle des leichten Maschinengewehrs für den dynamischen Einsatz, führt die BW das MG4.

  • TomTom   |   27. Juni 2013 - 21:04

    @SaschaStoltenow: Interessanterweise sind die Hubschrauber super, die schon vor mehr als 30 oder 40 Jahren entwickelt wurden. Danach kam, warum auch immer, nur noch Murks.

  • St.Michael   |   27. Juni 2013 - 21:07

    @Freiherr von Schill

    Ob Neid oder Entnervtheit liegt vermtl. im Auge des Betrachters.

    „Anwärter der Infanterie und jeder Infanterist (FschJg) hat sich der Sache bei den SpezKr zu stellen, ganz einfach“

    Leider haben wir dann hinterher Super Trooper ohne Hosengummis mit ganz viel nSAK. Wir bräuchten aber Gruppen- und Tuppführer der Infanterie. Sozusagen Unteroffiziere. Tja, Schade für die FschJg – nett für die Shadows.

    Gruß

  • K.B.   |   27. Juni 2013 - 21:10

    @Sascha Stoltenow:

    Superhubschrauber?
    Das interpretiere ich mal frei als einen Hubschrauber, der seine Aufgaben mit hoher Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit effizient erfüllt.

    Wenn man nicht zuletzt auf die Verkaufszahlen schaut, würde ich als kleine Auswahl folgende (aktuelle) Modelle vorschlagen:
    CH-47
    AH-64
    AW139
    (Mi-17)

    Selbst Vtg-Amtmann hat ja für einige EC-Modelle (z.B. den Écureuil) sehr lobende Worte gefunden. ;-)

  • Max Chavez   |   27. Juni 2013 - 21:22

    Verkaufszahlen? Die selbstgemachte Erdbeermamelade meiner Mutter ist die beste der Welt, die Verkaufszahlen sprechen jedoch dagegen. AH-64, da kann ich auch mit dem UHT Tiger durch Sadams Panzer fegen. Dann wär der Tiger danach mit den Abschüssen die er erziehlt auch ein Super-H. und alle Welt würde ihn kaufen. Der Superhubschrauber ist dann super, wenn er ein Bedarfsträger Anforderungen hat die von einem markverfügbaren Heli, 100% gedeckt werden. Der wird ja dann aber eh nicht gekauft. Oder es wird dann für diese Anforderungen ein Muster entwickelt, was aber im nachhinen überteuert ist, vielleicht nur die Hälfte kann und zu spät kommt.

  • Nordlicht   |   27. Juni 2013 - 21:24

    @Freiherr von Schill
    Wenn man die Spezialkräfte in einen eigenen OrgBer ausgliedern und weitgehend unabhängig von den anderen TSK/OrgBer machen will, so reichen die von Ihnen aufgeführten Kräfte nicht aus. Da fehlt dann u.a. noch etwas Sanität, Aufklärung und Kampfunterstützung. Der OrgBer „SpezKrBw“ wäre nicht gerade klein – wenn man ihn denn mit allen notwendigen Fähigkeiten ausplant.
    Ob dieses Sinn macht, hängt in erster Linie von Bundesregierung und Parlament ab. Wenn diese den deutschen Beitrag in künftigen Einsätzen besonders im Bereich der Spezialkräfte sehen, dann mag ein eigener OrgBer sinnvoll sein. Dieses kann ich jedoch nicht erkennen – zumindest nicht im gesamten Fähigkeitsspektrum der Spezialkräfte. Vergleiche mit den Spezialkräften anderer Nationen sind auch nur dort angebracht, wo die politischen Rahmenbedingungen vergleichbar sind.

  • Otto von B.   |   27. Juni 2013 - 21:24

    @Memoria „Das MG5?
    Kann Löcher in verschiedene Zielmedien machen.“
    Made my day!

    Ernsthaft, knappe 15k EUR pro Maschinengewehr ist selbst bei CNC-Fertigung jedes nicht-Blechprägeteils viel zu hoch.
    Letztendlich ist das Ding doch nur ein MG4 mit stärkeren Teilen fürs alte NATO-Kaliber.
    Die erfinden nicht das Rad neu!

    Und mal ehrlich, dass das MG4 kaum ein MG, sondern eher eine Squad Automatic Weapon (Wie bei den Amis halt das M249) für kürzere Strecken zum LEICHTEN Unterdrücken des Gegners.
    Mehr kann das Kaliber .223 nicht – Durch kommt man nur mit .308.
    Das hätte man auch vorher wissen können…
    Aber ich glaube, das Thema hatten wir hier weit mehr als einmal…

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 21:31

    @K.B.: Danke für das Lob (grins). Also ich war mit dem Eichkater als Kutscher in Portugal und in Spanien (Einweisungen und Checkflüge, Waldbrandbekämpfung), Railley Kenia, Railley Akropolis, Railley San Remo, Railley Monte Carlo (da gab es jedes Jahr von 15 – 20 Maschinen mindetens 1x Schrott) und auch ein paar Flugstunden in Deutschland (Film, Vip & Arbeitsflug). Aber mit irgendeinem ECD-Produkt ab EC 135 aufwärts und dies in unterer Abgrenzung sowie mit B222, B230, B212 und AW 109 in oberer Abgrenzung, hätte ich diese Jobs ehrlich nie machen wollen.

  • Bang50   |   27. Juni 2013 - 21:41

    @ küstengang01 – Es ist richtig, dass der Endverbleib einer Waffe schwer zu kontrollieren ist wenn sie in Lizenz gefertigt wurde.

    Im Fall des G3 war es eine Lizenz für Pakistan (zu einer Zeit in der Pakistan noch als „verlässliches“ Land galt), welche für die enorme Verbreitung der Waffe gesorgt hat. Diese Geschichte hat schon für einiges Aufsehen gesorgt und Kritik an der Praxis der Lizenzvergabe hervorgerufen. In der Kritik steht momentan auch eine Lizenz für Saudi Arabien um das G36 zu fertigen. Trotzdem ist man weit davon entfernt deutsche Handwaffen wie Persilscheine in der Welt zu verteilen. Die einzelnen Exemplare die mal hier mal dort auftauchen und zuverlässig ein großes Medienecho hervorrufen sind schlicht nicht repräsentativ, wenn man sie der Anzahl an russischen u. amerikanischen Waffen gegenüber stellt.

    Ein HK121 ist zu teuer um eine große Verbreitung in der Dritten Welt zu finden und fertigungstechnisch zu aufwendig um sie in einem Bananenstaat unter Lizenz produzieren zu können. Davon abgesehen werden dort russische PKM Varianten in 7,62*54R bevorzugt.

    Bzgl. der amerikanischen Fabrik von H&K muss ich schlicht nur den Kopf schütteln. Die deutschen Waffenexportbestimmungen gelten auch für die amerikanische Fabrik (da sonst die Lizenz entzogen wird) + amerikanische Bestimmungen für den Export von Waffen. So liberal die Amerikaner innerhalb der USA mit Handwaffen sind, desto pingeliger sind sie wenn es um den Export geht. Warum sich so viele amerikanische Waffen in Ländern der Dritten Welt finden lassen hat meist damit zu tun, dass die Regierung bestimmte Gruppen mit diesen Waffen direkt ausgestattet hat. Wenn die amerkanische Regierung solche Dinge tut, dann lässt sie es bestimmt nicht über eine high-end Lizenzfabrik laufen. Sondern plündert irgendwelche Depots mit altem Schrott. Ich persönlich habe noch keine fabrikneuen M4 in irgendwelchen Dritte Welt Konflikgebieten gesehen und erst recht keine westlichen MG`s neuerer Bauart.

  • Lenkrad   |   27. Juni 2013 - 21:43

    Was mich ein wenig stört ist dass in der Ausschreibung auf die marktverfügbarkeit beharrt wird! aber das was man jetzt hat ist doch nicht Markt verfügbar !?!?! für was hat man denn dann diese Ausschreibung gemacht? ach wieso frag ich überhaupt ? mich wundert in Deutschland eigentlich nichts mehr!

  • Bang50   |   27. Juni 2013 - 21:55

    @ Otto von B – Einfach mal googeln was andere Nationen für GPMG`s inkl Serviceleistungen, Ersatzteile u. Zubehör zahlen.

    16.000 Euro für ein GPMG sind nicht günstig aber auch nicht völlig übertrieben teuer.

    @all
    bzgl. verschiedener Arten von MG`s bitte einfach mal googeln wie, für was und warum SAW`s (lMG`s) u. GPMG`s verwendet werden. Ich rede mir hier sonst noch den Mund fusselig

  • Memoria   |   27. Juni 2013 - 21:59

    Zum Preis des MG5:
    Ich wiederhole mich: Hier werden Einmalkosten (Techn. Dokumentation, Nachweisführung, Ersatzteilerstbedarf) und Zusatzkosten (Zubehör) mit Stückpreisen vermischt.
    Eine seriöse Aussage oder gar Vergleiche sind so nicht machbar.

  • Viva   |   28. Juni 2013 - 0:33

    @ Schleppi:
    Sag mal, lohnt es sich noch Hubschrauberpilot bei der Bw werden zu wollen? Du schreibst recht frustriert. Ist das wirklich so ein Chaos?

  • Flame   |   28. Juni 2013 - 2:42

    @ Viva
    Ja, ist es!

  • Helidoc262   |   28. Juni 2013 - 9:31

    @Viva
    Nach 36 Jahren Diensterfahrung im Cockpit, sage ich definitiv NEIN.
    Wer wirklich fliegen will, ohne Nebengeräusche und ständige Unzuverlässigkeit des Arbeitgebers, macht das besser mit einem ordentlichen Ziviljob als Basis und macht das Fliegerische dann im Sportclub.
    Traurig aber wahr.

  • Elahan   |   28. Juni 2013 - 9:54

    @Helidoc262

    Die Piloten mit Combat Ready Status werden verheizt und die ohne bekommen nicht genügend Flugstunden. So werden demnächst noch ein paar Piloten mehr entpflichtet werden, spätestens nach AFG. Mit Sicherheit wird die CH Flotte auch noch weiter reduziert!
    Wer von Flugplatz zu Flugplatz fliegt, benötigt auch eher wenig VTOL Fähigkeiten aber u.U. ein paar kleine Trans-Lfz.