Neue deutsch-niederländische Zusammenarbeit – bis zur Drohne

Die Verteidigungsminister Deutschlands und der Niederlande, Thomas de Maizière und Jeanine Hennis-Plaeschert, haben am (heutigen) Dienstag in Berlin eine ziemlich weitreichende Zusammenarbeit der Streitkräfte beider Länder vereinbart.

Teilweise waren die Absichten schon bekannt, wie die Integration der niederländischen 11 Luchtmobiele Brigade in die deutsche Division Schnelle Kräfte. Aber das Spektrum der Vereinbarung geht weit darüber hinaus: Gemeinsames Vorgehen bei einer MALE (Medium Altitude, Long Endurance) Drohne, vermutlich dann auch bewaffnet; gemeinsame Entwicklung der geplanten Beteiligung am NATO-Raketenabwehrsystem – und zwar zur See, basierend auf den in beiden Ländern weitgehend identischen Fregatten (F124 in Deutschland, De Zeven Provincien in den Niederlanden). Und noch eine ganze Menge Projekte mehr.

Die Details der Vereinbarung und den Text hat das niederländische Verteidigungsministerium auf seiner Webseite veröffentlicht; hier die Vereinbarung im Wortlaut, und zwar das englische Original.

(Foto: Members of the Dutch section of Joint Helicopter Force (JHF) in Kandahar, practicing ‚Brown Outs’* in the Red Desert south of Kandahar Air Field –  ISAF photo by Royal Army Sergeant Andy Cole via ISAFmedia auf Flickr unter CC-BY-Lizenz)

 

19 Kommentare zu „Neue deutsch-niederländische Zusammenarbeit – bis zur Drohne“

  • prinzalbert   |   28. Mai 2013 - 15:48

    was bedeutet das b.Z was ist damit gemeint?

    “ wie die Integration der niederländischen 11 Luchtmobiele Brigade in die deutsche Division Schnelle Kräfte.“

  • T.Wiegold   |   28. Mai 2013 - 16:04

    @prinzalbert

    Nach der Vereinbarung (was aber auch zuvor schon halbwegs bekannt war) wird die niederländische Brigade ab 2014 der deutschen Division unterstellt.

  • csThor   |   28. Mai 2013 - 16:14

    @ T.Wiegold

    Im PDF steht aber nur was von „ground-based component“. Klingt etwas nebulös.

    Was ein „bombastisches“ Dokument. Ob die Realität da auch mithalten kann?

    „In view of their many commonalities in their strategic and operational approach to multinational operations, both sides declare their willingness to intensify all possibilities for cooperation, particularly in future operations.“

    Future operations? So wie es momentan läuft ist das reichlich optimistisch.

    „Develop a shared view on the strategic challenges in order to define our ambitions in the
    field of Security, Defence and Armaments Policy;“

    Tja, wie soll man einen „shared view“ entwickeln, wenn man selber nicht weiß was man will und was man sich vorstellt?

    „DEU and NLD both have expertise in designing and building submarines. Shared
    knowledge and expertise can be used for the design and development of a new class of
    submarines for both countries;“

    Ich oute mich mal als Landratte – Typ 212A? Oder braucht man wieder einen „U-Kreuzer“? ;)

    Ansonsten klingt das ganze stellenweise recht vernünftig. Bleibt nur zu hoffen, daß das Papier nicht gleich wieder in Muttis Schublade des Vergessens verschwindet.

  • dallisfaction   |   28. Mai 2013 - 16:17

    Zitat: „Development of a (sea-based) Missile Defence Capability on the basis of the SMART-L Radar;“

    Soll das heissen, dass SM-3 integriert wird?

  • St.Michael   |   28. Mai 2013 - 17:43

    @csThor

    „Integration of 11(NLD) LMB (ground component)“, deshalb, da zur niederländischen Heeresbrigade ein Luftwaffenanteil mit den CH-47 und AH-64 gehört. Dieser wird der DSK nicht unterstellt (Mangelressource Helikopter).

    Trotzdem sehr gut – nach vielen Jahren eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man mit Niederländern gut zusammenarbeiten kann.

    hartelijk welkom – oder so ähnlich :-)

  • Elahan   |   28. Mai 2013 - 18:16

    Wenn ein Niedersachse mit einem Bayern dienen kann, warum soll das mit einem Niederländer nicht klappen?

  • GermanObserver   |   28. Mai 2013 - 18:24

    Ich finde das gut. Nimmt man das gestrige Abkommen mit den Polen dazu (was nirgends zu lesen steht), dann kann man hieraus tragfähige Kooperationen auf vernünftigen Ebenen schmieden, ohne dass alles gleich galaktopolitisch wird.

    Das mit den Ubooten scheint mir doch etwas weit hergeholt. Viele andere Dinge passen aber ganz gut. Ich hoffe sehr, dass daraus etwas wird.

  • T.Wiegold   |   28. Mai 2013 - 18:28

    @GermanObserver

    Abkommen mit den Polen kommt später noch zur Info.

  • Ottone   |   28. Mai 2013 - 18:46

    Da sind keine Wunder zu erwarten: Ich glaube nicht an SM-3 für die F124, sie wird auf die Rolle als Sensor beschränkt bleiben. Was die U-Boote betrifft, so dürfte in den Niederlanden nicht mehr viel Expertise vorhanden sein, und sie müssen die Nachfolge ihrer 4 Walrus Boote angehen, und werden dabei vermutlich nicht noch ein eigenes AIP entwickeln wollen.

  • Voodoo   |   28. Mai 2013 - 19:14

    Die genannte Zusammenarbeit zwischen NLD MechInf und DEU PzTr ist schon länger angelaufen und erscheitn sehr sinnvoll. Den NLD fehlt (obwohl die ihre KPz ja noch nicht soooo lange aufgelöst haben) oftmals jetzt schon jegliche Erfahrung bei der Zusammenarbeit Pz+PzGren – wenn beide Seiten davon profitieren können, Gut Holz!

  • Koffer   |   28. Mai 2013 - 21:00

    „Para Training & Exercises“

    Hmmm…

    Exercises ist klar, da geht es um gemeinsame Übungen innerhalb der DSK (die dann ja NLD Anteile haben wird).

    Aber „Training“?!?!

  • Someone   |   28. Mai 2013 - 21:18

    @ Koffer | 28. Mai 2013 – 21:00

    Sooo groß ist Texel nicht.

  • Koffer   |   28. Mai 2013 - 21:21

    @Someone
    Eben Texel ist für UNS zu klein, aber wie sieht es umgedreht aus?

  • Jas   |   28. Mai 2013 - 22:14

    Altenstadt ja – Oldenburg nein….

    Es gab aber ja schonmal die Idee Altenstadt zu halten als multinationales Zentrum. Mit den NDL und der Kooperation mit FRA zusammen bietet sich dort wieder die Chance einen der größten Fehler der Neuausrichtung zu beheben. Bleibt nur die Frage wer in Penzing fliegt.

  • Stefan   |   28. Mai 2013 - 22:21

    @csThor | 28. Mai 2013 – 16:14
    Nachfolgender Link könnte Sie bezüglich möglicher Uboote interessieren.
    http://www.globaldefence.net/waffensysteme/seesysteme/21043-deutschland-die-klasse-216-u-boote-fuer-den-weltweiten-einsatz.html

  • Schorsch52   |   28. Mai 2013 - 22:46

    Ist doch eine gute Sache! Dann können die Kameraden von den bundesdeutschen „Kampfhubschraubern“ sich ‚mal angucken, wie so ein richtiger Kampfhubschrauber wirklich aussieht und was der alles so an Feuerkraft hat. Auch wenn „AH-64“ weniger furchterregend klingt als „TIGER“ (Ironie aus).

  • Alarich   |   28. Mai 2013 - 23:53

    Auch im Thema Kampfpanzer ist da noch viel drin
    Den Niederländer fahlen schon heute die KPz und die sind erst abgeschabt geworden .
    Die Üben schon mit der 1PzDiv , CV 90NL mit Leo2 BRD
    Ich denke das da noch viel mehr geschehen wird
    Vielleicht eine Deu/NL Brig ???????

  • Koffer   |   29. Mai 2013 - 1:12

    @jas
    „Mit den NDL und der Kooperation mit FRA“

    Die Franzosen gehen glaube ich NICHT freiwillig nach Altenstadt und die NLD nach meiner Kenntnis nicht nach Pau…

  • csThor   |   29. Mai 2013 - 7:07

    @ Stefan

    Danke. Sag ich doch – U-Kreuzer ;) ;) ;) Das wäre demnach ein weiterer Baustein für eine Marine mit deutlich größerer Reichweite als bisher (F125, Typ 216, JSS etc). Mal sehen ob und wann dafür auch mal ein paar €uros locker gemacht werden (und ob da ggf noch was nachkommt).