Mali: Das Gefecht von Gao

Ok, die Jungs von Vice sind cool. Und haben jetzt ein (genauer: zwei Teile) Video von den Gefechten zwischen islamistischen Rebellen und der malischen Armee in der Stadt Gao in Mali im Februar veröffentlicht. Ich wette, meine Leser finden das interessant, und das nicht nur, weil es einen Blick auf die Fähigkeiten der Armee Malis gibt.


Teil 1:

Teil 2:

17 Kommentare zu „Mali: Das Gefecht von Gao“

  • b   |   04. April 2013 - 18:28

    Leute mit empfindliche Mägen sollten während des zweiten Teils nicht essen.

    Die malische Armee ist wie erwartet eine undisziplinierte Truppe unter inkompetenter Führung. Es wird Jahre dauern das zu ändern. Dennoch scheinen die immerhin motiviert und zumindest in Teilen willig ins Gefecht zu gehen.

    Die hier benötigte Zeit das Problem zu lösen war nicht ungewöhnlich. Die Lage war unübersichtlich und verschanzte Gegner die gewillt sind zu sterben sind nicht einfach zu besiegen. In Kabul hat man ja auch einige Erfahrung mit solchen Vorfällen. Dort hat es teilweise mehrere Tage gedauert und den Einsatz von Helikoptern und Spezialkräften gebraucht bis man alle Gegner erwischt hatte.

  • hansg   |   04. April 2013 - 18:29

    Sehenswert sind auch Vice Guide to North Korea, Vice Guide to Liberia und Inside Afghanistan mit Ben Anderson.
    Ich frag mich warum „richtige“ Medienanstalten solche Dokumentation nicht hinbekommen…

  • mietsch   |   04. April 2013 - 19:20

    Die Smirnoff-Werbung vor dem Video ist Geschmackssache ;-)

    Die beiden Videos „gefallen“ mir. Könnte man als Lehrfilm (was war zweckmäßig, was eher nicht ect.) für die OMLT Ausbildung nehmen…

  • tez   |   04. April 2013 - 19:48

    Wie er im ersten Teil beim Sichern des Gebäudes hinter dem Markt mitwackelt ist ein bißchen irre, stellenweise ist er der dritte in der Reihe. Ganz so weit ginge mein Drang, der Welt als Journalist die Wahrheit zu zeigen dann doch nicht.

  • tt.kreischwurst   |   04. April 2013 - 20:01

    Danke für das Video (bzw. natürlich beide) wie @b schon gesagt hat sparen die auch keine Realitäten aus – wobei ich mich auch frage ob die nicht absichtlich ziemlich viel zeigen im zweiten Video.
    Ich frage mich wo die gezeigten Truppen denn so im Spektrum liegen bei der Malischen Armee – denn bei den Streitkräften vieler Afrikanischer Staaten gibt es recht große Unterschiede zwischen den am besten und den weniger gut ausgebildeten. Aber diese Tatsache in sich selbst zeigt ja auch dass ein Mali Rückzug sich schwieriger gestalten könnte als gedacht.

    @hansg: Hier ist ein kleiner Auszug einer Dokumentation („Page One: Inside the New York Times“ – sehr empfehlenswert) in dem David Carr ein Journalist der New York Times eine Kerl von Vice etwas zurecht stutzt als er etwas ähnliches behauptet hat. Der entscheidende Teil startet etwa ab 1:45. Es geht um den Liberia travel guide und er kritisiert die Reportage von z.B. New York Times.

    http://www.youtube.com/watch?v=iLmkec_4Rfo

  • tez   |   04. April 2013 - 20:30

    Vice macht laute und schrille Sachen, und ihre Leute haben scheinbar eine höhere Risikotoleranz als der eine oder andere Kollege, glaube bei der Liberiasache wurde es auch gelegentlich etwas haarig. Müssen sie da nicht vor jemandem wegrennen in einem Slumbordell oder sowas? Weiß nicht ob das guter Journalismus ist deshalb.

  • hansg   |   04. April 2013 - 20:33

    @tt.kreischwurs:
    Danke für den link! Sowas ist immer interessant.
    Ich denke Vice muss man schon differenziert betrachten. Die mediale Aufbereitung ist ansprechend, locker und es werden Theme beleuchtet, von denen man in den Mainstreammedien sonst nur wenig mitbekommt. Einige ARTE Dokus jetzt mal ausgelassen, wobei ich ARTE auch nicht als „Mainstream“ bezeichnen würde.
    Die Aufmachung ist natürlich sehr reißerisch und oft provozieren – aber gerade diese Sensationslust will ja auch oft befriedigt werden ;)

  • Frank   |   04. April 2013 - 21:22

    Vice denke ich ist ein tüpisches Produkt gelbter Pressefreiheit, damit tut man sich hierzulande wohl noch etwas schwehr, bzw der Medienmainstream ist wohl ehr introvertierter auf das Leid und Elend im Innland bezogen. ( Ironie)

    Allerdings stellt sich die Frage ob Journalisten deutsche Truppen überhaupt auf eine solche Art und Weise begleiten dürften, selbst wenn die Argenturen sowas für wichtiger halten, als das mann von 1 Tonne Dioxin Eiern stirbt. Wie ist die Praxis dazu in Afg gewesen bzw ist noch?

    Auch wenn ich solche Kommentare verbascheue; Zu dem 2. Video allgemein, es giebt im Netzt tausende Videos die mit !!GRAFIC!! gekennzeichnet sind und bei denn man sich im nachhinein fragt, wieso?
    Im Gegensatz dazu denke ich, dass das hier schon geboten wäre.

  • j   |   04. April 2013 - 21:22

    Sind das die gleichen Jungs, die Dennis Rodman nach Nordkorea geschickt haben? http://www.vice.com/read/north-korea-has-a-friend-in-dennis-rodman

  • Niklas   |   04. April 2013 - 21:36

    Die hässliche, verkohlte Fratze des Krieges gewinnt in der Tat keine Schönheitspreise.

    Auf beide Arten Wahnsinn wie nah der Kameramann da am Geschehen ist.
    Mich wundert es, dass die malischen Soldaten trotz ihres doch oft waghalsigen Deckungsverhalten nicht wie die Fliegen gefallen sind. ^^

    Ich finde es gut, dass es, natürlich unter dem von tez geäußerten Vorbehalt, auch diese Art des Journalismus gibt. Es ist ein Gegenpol zu den meist eher bilderarmen Berichten, die viel mit Zahlen arbeiten oder eben aus der Vogelperspektive auf das Geschehen blicken. Das macht es einem oft schwer, ein Gefühl für die Situation am Boden zu entwickeln. Zusammen ergibt das einen guten Mix.

  • markus, d.Ä.   |   04. April 2013 - 21:42

    alter falter. „gun control“ wäre da für die meisten auch noch nen fremdwort wenn mans auf französisch übersetzen würde…. das blei muss in die heide.

    @ niklas und deckungsverhalten.
    mich wundert das nicht, vorrausgesetzt die musels ballern auch so ziellos herum wie die reguläre armee.

  • Helios2005   |   04. April 2013 - 21:58

    Beschleicht hier noch jemanden das Gefühl, dass die Franzosen länger werden bleiben müssen, wenn das Gewonnene nicht sofort wieder verloren werden soll?

    Und wie lange können die Franzosen, wenn die Jihadis den Guerilla-Weg beschreiten? Wann werden sie die Verbündeten rufen?

  • Boots on the Ground   |   04. April 2013 - 22:40

    „Gun Control“ ist die rechtliche Kontrolle des privaten Waffenbesitzes, Sie meinen wohl das taktische Verhalten, Feuerzucht und den Waffeneinsatz an sich ;)

  • F.   |   05. April 2013 - 6:34

    Ein klares Bild des echten Zustandes der Malischen Streitkräfte zu kriegen ist um so schwieriger, dass es gegen alle Behauptungen und Statements der Fra. Politik stosst.
    Hervorragend!!

  • bonk   |   05. April 2013 - 8:22

    Danke für die Links auf die beiden Videos.

  • T.Wiegold   |   05. April 2013 - 9:55

    @Markus d.Ä.

    Randbemerkung: So Begriffe wie die musels finde ich ein bisschen deplatziert. Zumal sie ziemlicher Unsinn sind, weil die malischen Soldaten ebenso unter diesen Begriff fallen dürften. Wäre nett, wenn wir das hier lassen könnten.

  • Niklas   |   07. April 2013 - 15:19

    @ Helios2005

    Viele französische Kleinintervenitonen der letzten 50 Jahre waren meist zeitlich sehr begrenzt aber dennoch effektiv. Wenn man aber davon ausgeht, dass die Franzosen den in Afghanistan praktizierten Stil angenommen haben, würde das einen langen Aufenthalt bedeuten. Ich hoffe nicht, dass sich die Franzosen so ein Spiel aufzwingen lassen, sondern die Initiative behalten, was bei einem etwas moderneren Gegner als damals schon schwer ist.