Die „Hamburg“ in der US-Trägergruppe – aus Sicht der U.S. Navy

Die zweite Woche nun ist die deutsche Fregatte Hamburg mit dem US-Flugzeugträger Dwight D. Eisenhower im Arabischen Meer und damit in einer geopolitisch heiklen Region unterwegs. Über die Integration des deutschen Kriegsschiffes (im Foto oben ganz links) in den Trägerverband gibt es jetzt eine Geschichte beim News Service der U.S. Navy (in der die Beschränkungen des Schiffs der Deutschen Marine nur zart angedeutet werden: Within Carrier Strike Group 8, my mission is to provide the admiral the same service he is used from a U.S. cruiser within the boundaries of my national rules of engagement).

Der gesamte Bericht hier: Hamburg First German Ship to Deploy in U.S. Carrier Strike Group

(Foto: ARABIAN SEA, March 23, 2013 The German navy frigate FGS Hamburg (F220) and the aircraft carrier USS Dwight D. Eisenhower (CVN 69) are underway with the Military Sealift Command fast combat support ship USNS Bridge (T-AOE 10) while the guided-missile cruiser USS Hue City (CG 66) transits astern of Hamburg during a replenishment-at-sea – U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Ryan D. McLearnon)

39 Gedanken zu „Die „Hamburg“ in der US-Trägergruppe – aus Sicht der U.S. Navy

  1. Das Foto ist ja sehr schön anzuschauen, aber fahren die normalerweise auch so dicht nebeneinander?

  2. Nein, tun sie nicht.
    Das ist ein Seeversorgungsmanöver (kurz RAS oder UNREP) bei dem der Versorger in der Mitte über Schläuche Treibstoff (Beim Träger wahrscheinlich F44 Flugkraftstoff) an die Schiffe abgibt. Der Abstand bei solchen Querabversorgungen liegt zwischen 25 – 60m. Je nach beteiligten Schiffen, Wetterbedingungen und ist natürlich auch abhängig davon was übergeben wird (Kraftstoff, Paletten, Müll, Personen)

  3. Wenn ich lese, dass deutsche Fregatten in einen internatiolnalen Verband integriert werden, frage ich mich, ob die offiziell geringere Höchstgeschwindigkeit der deutschen Einheiten ein Problem darstellt.
    Der Unterschied ist evt gering, doch bei den Fahrtstrecken, welche Seestreitkräfte zurücklegen, summiert sich ein Untersched von nur einem Knoten, auf 43 km an einem Tag

  4. Within Carrier Strike Group 8, my mission is to provide the admiral the same service he is used from a U.S. cruiser within the boundaries of my national rules of engagement).

    Das ist ja mal eine klare Ansage. Da wird der US-Admiral gleich ruhiger schlafen.

  5. @ mwk … fährt so ein verband denn die ganze zeit voll stoff ? im sinne der rteibstoffökonoimie wäre das ein recht teures und anstrengendes vergnügen. sind ja nicht alle nuke-powered …

  6. Die Geschwindigkeit stellt kein Problem da.
    Bei den offizielle Angaben sind es übrigens zwei Knoten zwischen einer F124 und einer Arleigh-Burke-Klasse. Und die langsamsten Schiffe in einem Verband sind eh die Versorger, diese laufen ca. 25kn und sind damit langsamer.
    Ein Verband wird seinen Tankern nicht einfach davon fahren, denn sonst treiben die Schiffe nach einem Tag Höchstfahrt ohne Kraftstoff auf der See rum… Für Schiffsoffiziere eine durchaus…. unangenehme Situation. Und die Tanker sind ohne Schutz dem Feind ausgeliefert. Nicht umsonst gilt das Verlieren der Verbandsversorger als Mission-Kill

  7. nichts desto trotz sehe ich in dem Artikel sowas wie ein Lob an die Hamburg und Ihre Besatzung!

  8. @mwk
    und da sind wir wieder genau bei der Ausgangsfrage „fahren die immer so dicht beieinander…“
    Der Verband operiert zusammen, die Begleitschiffe fahren in den ihnen zugewiesenen Sektoren um das definierte Zentrum. In diesen Sektoren können sie sich frei bewegen. Diese Sektoren sind gross genug.
    Nur der Träger und die jeweilige Life Guard Station gehen während des Flugbetriebs auf die dafür notwendige Geschwindigkeit, relativ zur Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Dass muss also nicht immer full spead sein.
    Und auch die möglichen Fahrtstrecken sind nicht das Problem.

  9. Der Artikel lässt da bei der Trackzahl eine 0 „fallen“, tausend tracks ist das Limit für Oberflächentracks, Air/Space sind zehntausend drin. Nicht zuletzt deswegen war die Software für F124 das zweitgrösste Softwareprojekt in der Geschichte Deutschlands im öffentlich-rechtlichen Bereich.

    Dieses „Deployment“ ist genau das worauf wir 124er Fahrer immer gewartet haben, schön dass auch mindestens ein „Sachsen“ Fahrer vom ersten BOST mit dabei ist.

    Grüsse aus Deutschland an die Besatzung.

    A propos: Die Höchstgeschwindigkeiten der Schiffe sagen nicht notwendigerweise etwas über die Verbandsgeschwindigkeiten aus. Mit wenigen Ausnahmen fährt man nur aus taktischen Gründen mit Höchstgeschwindigkeit, so um Torpedos auszuweichen oder für die Flugkörperabwehr. Alleine um Treibstoff zu sparen (vor allem aus operativen Gründen ->Reichweite, nicht so sehr aus fiskalischen Gründen) wird man im Verband meist mit 21 Knoten oder weniger (eher 14-16 Knoten) Speed of Advance unterwegs sein. Der Träger mag sich auf seinen kreuzenden Kursen innerhalb seines „Kästchens“ für den Flugbetrieb auch mal schneller bewegen um mehr Wind über den Bug zu erzeugen. Im Einsatzgebiet selbst ist der Trägerverband oft auch mehr oder weniger stationär, d.h. der Träger kreuzt in einem festen „Kästchen“ auf und ab.

  10. „Dieses “Deployment” ist genau das worauf wir 124er Fahrer immer gewartet haben, …“

    Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Es ist eigentlich fast unglaublich, dass das überhaupt passiert, denn die Amerikaner sind sehr eigen mit Ihren Trägern. Als NATO Soldat steht man im operativen Bereich alle Nase lang vor Schotten mit dem Hinweis „US Eyes only“, oder so ähnlich. Sicher wird die Hamburg hier und da auch auf einige US nationale Restriktionen treffen. Die Tiefe und Dauer der operativen Einbindung in einen US Trägerverband ist aber ganz sicher ein Meilenstein in der Zusammenarbeit.

    Übrigens, mit den Striking and Support Forces NATO (STRIKFORNATO) existiert unter dem Befehl des SACEURS ein Stab mit dem Auftrag „… develop, sustain and advance a mature relationship with US Navy and Marine Corps to ensure our agility to integrate US maritime forcs into Alliance operations.“
    Sollte jemals ein US Trägerverband einem NATO Kommando unterstellt werden, würde dieser von STRIKFORNATO geführt. Da wundert es nicht, dass in STRIKFORNATO überwiegen Amerikaner Dienst tun und der Kommandeur zusätzlich noch Kommandeur Joint Forces Command Naples, Kommandeur der US 6th Fleet, Stellv. Kommandeur der der US Naval Forces Europe und Stellv. Kommandeur US Naval Forces Africa ist.
    Hat ganz schön breite Schultern der Herr Pandolf.

  11. Ein Träger hat, soweit ich weiß, eine Identity Safety Range (ISR) von 150NM. Das ist also der Bereich in dem fremde Kontakte durch den Träger selbst mit seinen Möglichkeiten oder eben anderer Einheiten im Verband aufgeklärt werden. Auf den großen Weltmeeeren ist das kein so großes Problem. Im Mittelmeer oder weiter eingeengt in der Adria kann es da schon manchmal sehr eng werden. Eine F124 die, wenn ich mich recht erinnere, knapp 200 Kontakte gleichzeitig halten kann, ist da sicherlich ganz hilfreich.

  12. @Ares

    steht doch drin, nur weiter unten:

    While this is the first time a German ship has been part of a carrier strike group, it is not the first time one has trained and deployed with American ships. FGS Hessen (F221) completed interoperability exercises and deployed with USS Harry S. Truman (CVN 75) in 2010, but detached in the Mediterranean Sea.

    (Ok, die Hessen war bis in den Golf dabei, aber klinkte sich irgendwann aus.)

  13. iltis | 05. April 2013 – 13:29

    Das Video kriegt den Hauptpreis in der Kategorie „Seriöseste Quelle des Jahres“.

    EDIT: …der Preis sollte zuerst an Wolfgang-2 für sein Zitat aus der Bibel gehen.

  14. Die F 124 scheinen aber auch nicht auf dem erforderlichen technologischen Niveau, sprich das Gelbe vom Ei, zu sein. Obwohl diese Fregatten erst 2010 nach 6 Jahren Dienstzeit voll einsatzbereit waren. Eine Modernisierung steht an. Denn das Einsatzsystem wird bis 2017 hard- und softwaremäßig erneuert. Da wollen wir mal hoffen, dass nach der Modernisierung die volle Einsatzbereitschaft noch bis zur Außerdienststellung erreicht wird. ;-)

  15. @Stefan

    Schon mal über das Alter Ihres Handy und Computer nachgedacht: >6 Jahre? Mordernisierungsbedarf? ;-)

  16. @ T.Wiegold:

    „While this is the first time a German ship has been part of a carrier strike group…“

    Auch die HESSEN war bereits Teil der CSG und hat nicht nur geübt (auch wenn sie örtlich eher rausging als die HAMBURG).

  17. angehängt @iltis die etwas OT liegende Frage, was die Insider von diesen Meldungen halten:
    http://www.marine.de/portal/a/marine/!ut/p/c4/NYzLCsJADEX_KJniC91ZiuBSN7XuYhvK4EympKkF8ePtLHoPnM2Bi09cEPr4nswnoYAPbFp_es0QSYHeNnEIDOxlJPsyzDxaILE1YZ0fOoY2CVu2sZhf3CtZUhiSWshlUl0K-A4bV1SlO7h1xe-4u1229cbtq2t5xyHG8x8_az_P/#par2

    Das klingt nach Erfolgsmeldungen, die die Navy mindestens ebenso schmerzen müssten wie der von der Luftwaffe servierte Raptor-Salad. Oder habe ich da was falsch verstanden? Und wenn es so stimmen sollte, wie exklusiv ist dann die Technologie der Klasse 212? Wäre es dann nicht Zeit, etwa den Griechen die ohnehin unbezahlten Boote abzunehmen, bevor sie in falsche Hände geraten?

  18. @Stefan und auch Zivi a.D.

    Exklusive Technologie ist eben relativ bei heutigen Systemen. Es gibt immer spezielle Kernkomponenten, über die man national nicht verfügt wg. Patenten, Lizenzen etc.
    Und nichts veraltet so schnell wie IT-Hardware, insbesondere wenn es sehr spezielle hardware mit begrenzter Produktion ist….wie z.Bsp. bestimmte Prozessoren im Waffeneinsatzsystem von Kriegsschiffen…….da braucht man Partner, die über Foreign Military Sale dann eine logistische Versorgbarkeit solch sehr spezieller hardware sicher stellen…….und dafür läßt man die Partner eben an bestimmtes „exklusives“ eigenes know-how ran, dies auch zur Sicherstellung der technisch-systemischen Interoperabilität und Kompatibilität.
    Und deswegen bei U 212 und F 124 die sehr enge Kooperation mit der USN…..die die Deutsche Marine seit 1964 insbesondere im Waffensystembereich sehr intensiv pflegt.

  19. ….und noch ein Aspekt: natürlich vermessen die USN bei solchen Manövern so ziemlich das gesamte aktive und passive Signaturen-Profil unserer Schiffe…..das wollen wir auch, denn dann erkennen die uns auch, falls man sich mal unerwartet im Dunkeln begegnet ;-))

  20. @Gramm
    „EDIT: …der Preis sollte zuerst an Wolfgang-2 für sein Zitat aus der Bibel gehen.“

    sorry, aber in der religiösen rechten der USA, damit auch in der GOP und zum teil auch in den streitkräften (für gewöhnlich gut informierten bekannten zufolge am häufigsten in der air force) sind einige erschreckend einflußreiche gestalten mit teils lausigen hebräischkenntnissen unterwegs, die ernsthaft militärische US-präsenz oder zumindest unterstützung für israel verlangen, weil der wortwörtlich ausgelegten king-james-bibel zufolge erst in armageddon gekämpft werden muß , bevor die entrückung kommen kann. „dispensationalismus“ in die suchmaschine ihres vertrauens eingeben und von da aus ein bißchen umgucken. sie werden auf ziemlich verwegene verschwörungtheorien stoßen, aber der verifizierbare teil ist furchterregend genug.

  21. In der FAZ und Welt online erschienen übrigens zwei Beträge zum angekündigten und bereits beschlossenen Kahlschlag bei der Marine. Da wird unter anderem die Frage gestellt, wie man mit zukünftig 50 Schiffen auskommen will, wenn man bereits jetzt am absoluten Limit ist. Den FAZ Artikel gibt es leider nicht online zu lesen. Den Beitrag haben zwei Vizeadmiräle ad und Angehörige der BW-Universität recht treffend verfasst.

  22. Moin aus Hamburg,

    in der gedruckten Samstagsausgabe des Hamburger Abendlblattes(Seite 3 )ist ebenfalls ein Bericht über die Situation der Marine.

    Gruss
    Hans

  23. @Zivi a.D. @all

    Nicht Hamburg, aber auch Marine: Das Bordtagebuch lässt ja auf einige Erfolge schließen. Wenn ich mich recht erinnere, sollte aber Höhepunkt des Manövers ein Angriff auf eine Trägerkampfgruppe sein. Gibt es da Informationen oder war U32 so erfolgreich dass es keiner wissen darf?

  24. Richtig Spaß macht so eine Operation gegen einen carrier nur, wenn der durch ein hunter-killer-sub eskortiert wird. Hoffentlich hat die USN in der gegenwärtigen Belastungslage noch eins übrig als „Herausforderung“ für U32 ;-)

  25. @klabautermann:
    Hoffen wir es – dann macht es richtig Sinn.
    Gleichwohl wird es am Ende hoffentlich heißen:
    http://www.youtube.com/watch?v=AbYHF6ymAO4

    „Dort zeigt sich der Klabautermann!… wir fürchten uns nicht“.

    Hoffe wirklich, dass der Träger wieder groß im deutschen Sehrohr zu sehen sein wird.

    ;-)

  26. @klabautermann:
    Da bin ich altmodisch – nach der „Versenkung“ sollte der US-Verband dies über Unterwassertelefon hören:
    http://www.youtube.com/watch?v=pddW-HeHAwo

    (das verstößt doch jetzt nicht schon gegen Traditionserlass usw.)
    Ist dann ja auch ein weiter Weg nach Tipperary.

    Spass bei Seite die (Feind-)Fahrt von U32 scheint mir mindestens so wichtig zu sein wie der Einsatz der Hamburg.

    Nicht zuletzt mit Blick auf eine mögliche Eskalation im persischen Golf und den chinesischen Plänen im U-Boot-Bereich (Beschaffung weiterer 4 russische Boote).
    In ganz Asien steigt die Zahl der U-Boote.

  27. @Memoria

    völlig d’accord…….für die Marine sind diese beiden deployments wichtiger als alles andere in diesem Jahr

  28. die amis können überhaupt froh sein, das die deutsche marine überhaupt noch einheiten teilnehmen lassen kann, sind ja bald nicht mehr viele einheiten übrig…u.a. der marie könnte es bald an schiffen mangeln !!! artikel aus der welt

    [Also echt… einfach mal einen im Internet gefundenen Artikel hier rüberzukopieren ist der schnellste Weg, sich eine Abmahnung wg. Verstoß gegen das Urheberrecht einzufangen. Und dafür habe ich weder Geld noch Zeit noch Lust darauf. T.W.]

  29. ach was ? Schiffsmangel? Wir haben einen Besatzungsmangel…..kein Wunder bei dieser Nachwuchswerbung ohne 87b-Erwähnung……und Piratenlieder dürfen wir auch nicht singen wg politischer Korrrrrrrrektheit !
    Luja, sog ie…..

  30. @T.W.

    Du darfst mich gerne wieder abmahnen, aber ich mach die Satire nicht, sondern das BMVg ;-)

  31. @ Klabautermann

    Zitat: „……und Piratenlieder dürfen wir auch nicht singen wg politischer Korrrrrrrrektheit !“

    Aber bald – im Shanty-Chor der Ehemaligen :-))

    L.G. Georg

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