Zwischenstand: Der Tiger fliegt wieder

Nach dem Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers der Bundeswehr am Montagabend ist am (gestrigen) Dienstagabend der Flugbetrieb mit den Helikoptern dieses Typs wieder aufgenommen worden. Zunächst hatten die Heeresflieger vorübergehend den Einsatz der Maschinen gestoppt, allerdings hatte es kein generelles Grounding der Tiger gegeben.

Zur Unfallursache habe ich bislang noch nichts Konkretes gehört. Die Untersuchungen laufen natürlich weiter.

48 Gedanken zu „Zwischenstand: Der Tiger fliegt wieder

  1. Lokalen Presseberichten zu folge, kam der Tiger angeblich erst ins Trudeln und stürzte dann ab. Die Piloten konnten demnach noch selbst SAR Münster informieren, bevor der Tiger in Flammen aufging. Die Trümmerteile seien über einen halben Hektar Fläche verteilt.
    Interessant sind auch die Umweltschäden durch verbannte Kohlefaser-Asche. Hier muss großflächig Asche abgetragen werden. Hinzu kommt ausgelaufenes Kerosin und Hydraulikflüssigkeit.
    Zudem flammt jetzt natürlich wieder die Diskussion über die Notwendigkeit derartiger Übungsflüge zu dieser Jahreszeit auf.

  2. „Zudem flammt jetzt natürlich wieder die Diskussion über die Notwendigkeit derartiger Übungsflüge zu dieser Jahreszeit auf.“

    Ohne Worte.

  3. Mit Worten:

    Wenn es bestehende Verbote gibt, in einem bestimmten Naturschutzgebiet zu bestimmten Jahreszeiten bestimmte Tätigkeiten auszuüben, dann kann man bei (regelmäßiger?) Missachtung der Vorschriften ruhig mal über den ‚Übeltäter‘ und sein Verhalten diskutieren.

    Es gibt in Deutschland ja mehrere Berge und Täler, wovon etliche im Winter nicht geschützt sind, so dass nicht zwingend in diesem einen Gebiet entgegen der Bestimmungen geübt werden muss.

  4. Hubschrauber trudeln meist nach Beschädigung Heckrotor (oft nach Berührung mit Hindernis Baum/Leitung)

  5. Leute, nach den Spekulationen über die Unfallursache jetzt Spekulationen, ob die entgegen den Bestimmungen in einem Naturschutzgebiet geflogen sind? Oder wie soll ich das verstehen?

    Das ist Spökenkiekerei auf noch nicht mal hohem Niveau. Oder gibt’s belegbare Fakten? Wäre nett, wenn das hier nicht der Standard würde.

  6. @ tom

    Zunächst einmal ist der Überflug dieser Gebiete in 500m über Grund (1500’agl) erlaubt – oder wissen Sie mehr?
    Auch hier gilt doch wohl der Grundsatz „Im Zweifel…“

    Selbst wenn den meisten Heeresfliegern über 100′ schwindelig ;-) werden soll, gehe ich von einem völlig legalen und genehmigten Überflug dieses Naturschutzgebietes aus – bis jemand das Gegenteil beweist.

    Und wenn der „Übeltäter“ dann aufgrund eines, bis jetzt nicht geklärten, Umstandes abstürzt ist liegt es in der Natur der Dinge, dass diese Flughöhe (leider) nicht eingehalten werden kann. Das ist schlimm für alle Beteiligten und die Umwelt – aber immer noch ein Unfall.

  7. @elahan

    … und ich hatte einmal gelernt, dass nur Flächenflugzeug trudeln. Strömungsabriss an einer der Tragfläche. Dann gehts spiralförmig abwärts. Bis zum erfolgreichen Ausleiten oder halt bis zum Aufschlag.

    Sollte das bei Hubis auch vorkommen, dann lasse ich mich gerne aber fachkundig aufklären

  8. @T.Wiegold
    >Das ist Spökenkiekerei auf noch nicht mal hohem Niveau.

    Die Geister, die Sie mit der Öffnung der Kommentarfunktion gerufen haben, werden Sie nicht so schnell wieder los. Ich bitte Sie, radikal zu moderieren. Lieber ein paar Leser verloren, als den guten Ruf….

    Viele Grüße und Horrido!
    w.schmid

  9. @T.Wiegold:

    Nach Bericht der regionalen Presse gelten gemäß lokaler Naturschutzverordnung eine generelle Mindestflughöhe von 500m und im Hochwinter sowie zur Brut- und Aufzuchtzeit von Tieren ein Flugverbot.
    Ob’s stimmt, keine Ahnung. Mag auch sein, dass es für die Bw Ausnahmen gibt oder der Hochwinter gerade um ein paar Tage vorbei war. Ich wollte auch nicht darüber spekulieren, ob der Flug gegen irgendwelche Naturschutzbestimmungen verstieß.
    Der Beitrag war nur eine Replik darauf, dass der Hinweis über die vor Ort aufflammende Diskussion über den Flug mit der pauschalen Aussage „Ohne Worte.“ abgekanzelt wurde. Denn diskussionsfähig ist die Frage durchaus; wobei das Ergebnis gerne die Bw „im Recht“ sehen darf.

  10. Dazu – und wie an der Unfallstelle aussehen soll – gibt’s beim Münchner Merkur einen längeren Artikel. Ettal liegt im Bereich Garmisch. Auf den Link verzichte ich aus den bekannten Gründen

  11. @w.schmid

    Die Öffnung der Kommentarfunktion ist wesentlicher Bestandteil dessen, wie ich Journalismus in diesem Blog verstehe und betreibe – also erwünscht.

    Und moderiert wird schon.

  12. Das ist einer der Gründe warum im Flugzeugforum der Tigerthreat dauernd geschlossen ist…..nun wird halt hier munter drauf los spekuliert.
    Aber bisher finde ich das T.W. dies gut im Griff hat

    Aber letztendlich bin ich froh das die Tiger weiterfliegen dürfen und nicht die BW in der sonst üblichen „Panikichmachwasfalsch“Hektik alle grounded.

  13. @Schorsch52

    …. Dann gehts spiralförmig abwärts. Bis zum erfolgreichen Ausleiten oder halt bis zum Aufschlag…..

    Das aerodynamische Trudeln gibt es beim Hubi so nicht aber die beschriebenen Symptome, was für den Laien wie Trudeln aussieht, doch wir wissen was Schorsch meinte :-)

    T.W. hat recht jedoch war meine Anmerkung auf @Schorsch bezogen, und er verwendete den Begriff Trudeln.

  14. 1. Gut dass den Piloten nichts passiert ist
    2. Gut dass der Tiger wieder fliegt
    3. Fracking ist weitaus schlimmer als ein Tigerabsturz für die Natur, sowie jegliche Plastikverpackung…

  15. @ gk juergen

    Es freut mich, dass Sie froh sind, dass die Tiger weiterfliegen dürfen. Persönliches Frohsein ist in der Luftfahrt aber nicht immer angebracht – unabhängig vom Thema „Tiger“ .

    Was ihre “Panikichmachwasfalsch”Hektik “ angeht: solange die Ursachen von Unfällen und schwerwiegenden Störungen nicht eindeutig geklärt sind , ist es durchaus legitim, dass Fluggerät gegroundet wird ( vgl. Boeings 787 Dreamliner).

    Zudem gibt ja auch eine Sorgepflicht den Besatzungen gegenüber! Zudem steht die Bundesrepublik ja nicht in einem Konflikt, in dem innerhalb der nächsten 24 Stunden über deren Fortbestand entschieden wird.

    Wenn die Tiger ab sofort wieder fliegen dürfen, dann könnte es ja sein, dass im Fall Ettal hinter den Kulissen schon mehr bekannt ist, als in der Presse und in diesem Forum – aber das ist nun wirklich Spekulation.

  16. bestimmt Pilotenfehler oder es war Alkohol im Spiel

    [Das ist jetzt genau die Art von Kommentar, die hier nicht erwünscht ist: Mal eben ’ne Meinung rausschießen ohne jeden Hintergrund. Bitte nicht mehr. T.W.]

  17. moment bitte:
    neben der diskussion , was wollte der tiger im NSG bei SCHLOSS LINDERHOF, muss man auch bedenken , dass
    – das schloss im winter leider geschlossen ist,
    – im sommer dagegen das mitführen von hunden, evtl. auch tigern, im park jedoch nur an der leine erlaubt ist,
    – aber auch der park im sommer um 18:00 uhr dicht macht.
    also ich finde , es stellt sich schon die frage … was wollte der tiger im winter um 20:00 am schloss ???

    semper fortis und gute besserung!

  18. Und das Ammergebirge ist nunmal ein Naturschutzgebiet. Was will man dann da in 500m über Grund trainieren?

  19. Wie hoch wird in AFG denn geflogen?
    Gibt es die Gefahr von Manpads in AFG in bedeutender Größe?
    Bisher war ich der Meinung man fliege nicht so niedrig, gerade bei Nacht, weil Handfeuerwaffen und ungelenkte RPGs die größte Gefahr dort ist.

  20. Macht ja auch Sinn für einen CAS Asset das dafür konzipiert ist aus der Deckung zu arbeiten. Ich lass mich gerne aufklären, was die Heeresflieger für neue Taktiken lernen. Bisher haben sie es jedenfalls abgelehnt über 500 Fuß zu fliegen.

  21. Die Frage war eigentlich ernst gemeint.
    Wie hoch fliegen Hubschrauber in AFG? Nicht nur Kampfhubschrauber, auch die CH53 bzw. die der anderen Nationen.
    Haben sich schon alle die fachliche Aufklärung geben könnten hier verabschiedet?

  22. @blueSTAR:
    Ja, die meisten mit Sachkenntnis werden sich ob einiger der hier eingestellten Kommentare mit Schaudern abgewendet haben.

  23. Das Ökosystem wird diesen Unfall sicherlich überstehen. Allzu oft kommen solche Unglücke ja dann auch nicht vor.

    Interessant ist aber das die Trümmer dem Vernehmen nach über so eine große Fläche verteilt waren. Das spricht dafür das der Tiger mit hoher Geschwindigkeit Bodenberührung hatte und nicht etwa autorotiert ist. Das es dabei für die Besatzung so glimpflich ausgegangen ist spricht sehr für das Schutzkonzept.

  24. Was passiert eigentlich mit den Piloten , sofern abschießend und ohne weiterem Rechtsweg, festgestellt wird, dass es sich um ein Dienstvergehen des oder der Piloten handelt?

    Wie verhält sich da der Dienstherr?

  25. Da empfehle ich einen Blick in die Wehrdisziplinarordnung (WDO). Kann man prima im Internet finden und sich schlau lesen … Also ehrlich….

    Vielleicht sollten wir erst einmal hoffen, dass wirklich keine bleibenden Schäden, oder Beeinträchtigungen der Besatzung zurückbleiben.

    Um den Rest kümmert sich General Flugsicherheit, die Disziplinarvorgesetzten und ggf. die Staatsanwaltschaft.

    Ich kann da beruhigen, das läuft quasi genau so ab, als wenn ein ziviles Luftfahrzeug abgestüzrt ist.

  26. Zum Thema Umweltschutz: generell gelten für die Bundeswehr erst mal die gleichen Auflagen wie für jeden „Normalbürger“, zum Teil sogar höhere. Das Ganze ist abhängig von der Art der Schutzgebiete (Wasserschutzgebiete, Heilquellenschutzgebiete, Karstschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate, Naturreservate, Nationalparks, Naturparks, Landschaftsschutzgebiete, Vogelschutzgebiete, Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete, UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiete, Ramsar-Schutzgebiet, Nationale Naturmonumente, etc.)
    Natürlich kann kein mil. Führer das Ganze überblicken, daher werden die Schutzgebiete durch den GeoInfoDBw, für die Bundeswehr, in drei Schutzkategorien eingegliedert.
    Zumal erschwerend hinzukommt, dass nicht FFH-Gebiet gleich FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet nicht gleich Vogelschutzgebiet ist; heißt: man kann nicht pauschal FFH-Gebiete in die höchste Stufe und Landschaftsschutzgebiete in die niedrigste Stufe einsortieren, aber wie gesagt das macht der GeoInfoDBw für die Truppe.
    Damit hat der mil. Führer es wesentlich einfacher sich an die geltenden Bestimmungen zu halten.

    Sollte die Absturzstelle in der Nähe des Schlosses liegen, treffen, wie so oft in Deutschland, gleich mehrere verschiedene Schutzgebiete aufeinander: Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet.
    Kann man hier nachschlagen:
    http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete
    Einfach Ammertal eingeben.

    Und das man in Deutschland in ein Schutzgebiet fällt ist nicht besonders schwer, wenn man bedenkt, dass mehr als 35% der Fläche Deutschlands Schutzgebiet sind.

  27. Guten Abend,

    aus den mir bekannten Quellen weis ich, dass die Flughöhen in AFG, anders als in der niedersächsischen Tiefebene, eher höher sind (>500 Fuß) um so der schon genannten Handwaffen und PzAbwHdWa-Gefahr zu entgehen. Taktisch setzen die Apache-Nutzer eher auf größere Flughöhen und gehen nur zum Beschuss niedriger.
    Aufgrund der fehlenden Hinderniskulisse in AFG macht halt die deutsche Einsatztaktik (tief und schnell) keinen Sinn.
    Und bei der AFG-Liason der Russen wurden tieffliegende Hind mit Vorliebe von hinten oben beschossen, da dort die Panzerung mit Handwaffen überwindbar war.
    Leider kann ich nicht, und wenn ich könnte wollte ich auch nicht, genauere Angaben machen, aber bisher haben sich die gewählten Flugverfahren in AFG bewährt.
    Lippe65

  28. Die einzige Information, die ich jetzt in den Kommentaren gelesen habe, ist die, dass die Trümmer auf einer großen Fläche verteilt waren. Alles andere ist Spekulation.

    @ J.König

    Gesetz dem Fall, der Pilot / Komandant hat tatsächlich ein Dienstvergehen begangen, dann wird er eine Disziplinarverfahren bekommen.

    Früher in Zeiten des Kalten Krieges ging dies bis zum Entzug der Pilotenlizens, bzw. eines dauerhaften Flugverbotes. Aber dies ist wiederum Spekulation. Mal sehen was als Unfallursache heraus kommt.
    Am Beispiel des CH-53 Absturzes 2002/2003 in Kabul war die Flugunfalluntersuchung zwar sehr langwierig, die aufgedeckten Mängel dafür umso interessanter. Warten wir es ab, ob bei die Ergebnisse dieser Flugunfalluntersuchung auch veröffentlicht werden.

  29. @Georg:
    Der Unfallbericht wird im militärischen Bereich erarbeitet und veröffentlicht, um aus den Fehlern Anderer zu lernen.
    Für die Öffentlichkeit wird es eine Pressemitteilung geben.
    In dieser werden die für die Bevölkerung wichtigen Punkte benannt werden.
    Details werden der fliegenden militärischen Zunft zugänglich gemacht.

  30. @Georg:
    Trümmer auf einer großen Fläche?
    Wenn der erste Kommentar stimmt und die Fläche einem halben Hektar enstspricht, dann handelt es sich dabei um die Größenordnung 50-100m!
    Das ist für einen handelsüblichen Absturz doch nicht groß!
    Wie weit fliegen Teile eines sich drehenden Rotors bei Bodenkontakt?

    Deutet eher darauf hin, dass das Lfz mehr oder weniger langsam oder / und senkrecht runterging. Nicht?

    Aber ist natürlich alles Spekulation und damit sollten wir uns doch gerade hier im Blog eher zurückhalten können.
    Denn wir wissen ja, was diese bringt!

  31. @ Graue Irrelevanz

    Wenn Trümmer des Hubschraubers über eine größere Fläche verteilt sind, dann spricht das für größere Geschwindigkeit als das bei einer Autorotation, also „Punktlandung“ der Fall wäre. Mit Trümmern meine ich nicht ein Stück Rotorblatt sondern Teile der Zelle. Wenn es nur eine Autorotation gewesen wäre, dann stellt sich mir auch die Frage warum die Maschine ausgebrannt sein sollte und der Dreck weiträumig verteilt ist.

  32. Die Frage ist doch nicht, was Sie oder Georg unter „Trümmer auf großer Fläche“ verstehen, sondern die Presse. Oder? Denn die hat es ja geschrieben. Hier wurde nur daraus „zitiert“.

    Bei einem Flugunfall werden sämtliche Trümmerteile optisch / farblich markiert, oder irre ich?
    Das kann also bedeuten, dass einzelne Teile jedweder Größe bis zu 100m weit geflogen sind. Und das wird bestimmt nicht die Zelle sein. Oder irre ich wieder?

  33. Eine Zeitung im bayrischen Raum spricht von einem Trümmerfeld, Umkreis von 30 bis 50 m, ob die Aussage stimmt kann ich nicht beurteilen, aber das sind für mich als Laie nicht wirklich „Trümmer auf großer Fläche“.
    Die selbe Zeitung schreibt zudem von einer Prüfung das Wrack mit einer CH53 abzutransportieren. Scheint also mehr als nur ein Haufen Asche übrig zu sein.

  34. Welche Relevanz für den Unfall hat jetzt eigentlich, wie hoch die in Afghanistan fliegen? Wir wissen doch gar nicht für was für einen Einsatz und was für ein Szenario die geübt haben? Oder trainiert die Bundeswehr jetzt nur noch für Afghanistan…. mal abgesehen davon, der deutsche Tiger ist nunmal darauf ausgelegt, mit seinem Mastvisier aus der Deckung aufzuklären und den Feind zu bekämpfen. Und ob LSG, FFH, VGS, ist doch auch erstmal egal, solang wir nicht wissen was die dort gemacht haben und was dann wie dort schief gegangen ist.

  35. @ Lippe65

    die ihnen bekannte Quelle würde ich mal überprüfen, zumindest treffen die Angaben nicht auf alle DEU LFZ im Einsatzgebiet zu. Apachen mit Tiger und CH 53 zu vergleichen ist wie die Sache mit den Äpfel und Birnen.
    Grundsätzlich kann man das Flugprofil vom Wetter abhängig machen. Ist das Wetter gut, dann gehts so hoch wie möglich, auf jeden Fall über 3000 Fuß über Boden. Kann man eine sehr hohe Höhe nicht halten, dann gehts tief weiter. Tief ist in der Regel zw. 25 und 50 Fuß über Grund. Da drüber aber nicht mehr.
    Wenn man es genau nimmt, ist das hohe Fliegen ein Lottospiel, da die Bedrohung durch MANPADS in Afghanistan nicht ausgeschlossen ist. Die Erfahrung bisher hat gezeigt, dass auf unsere LFZ noch keine Stingers, SA-7 etc. abgeschossen wurden. Wohl aber hat es den Einsatz dieser Waffen im Süden des Landes gegeben .
    Die größte Bedrohung geht momentan von den Handwaffen aus, das hat die Vergangenheit gezeigt. Beide Flugprofile haben so ihre Vor- und Nachteile, aber das ginge ein wenig zu sehr ins Detail. Insgesammt kann man sagen, bei gutem Wetter ganz hoch, geht das nicht, dann ganz tief.

    So habe ich es aus meiner Quelle bekommen ;-)

  36. @T. Wiegold & TomTom, @all: Ich bin bestimmt kein Eurocopter- und auch kein Tiger-Fan, wie manchem Insider bekannt. Aber das mit dem „spekulativ“ und mit „Ja, die meisten mit Sachkenntnis werden sich ob einiger der hier eingestellten Kommentare mit Schaudern abgewendet haben“ stimmt leider absolut! Was sollen also die teilweise völlig unsubstantiierten Spekulationen und Unterstellungen zum UNFALLHERGANG und -URSACHEN sowie teils auch gegenüber EUROCOPTER und den PILOTEN? Demnächst habe ich 43 Jahre militärische und kommerzielle bzw. professionelle Luftfahrterfahrung hinter mir und eines habe ich dabei sicher gelernt: Flugunfälle haben in ca. 90% aller Fälle ganz profane Ursachen, die sich i.d.R. ob ihrer Häufigkeit und Verbreitung, auch zukünftig schwer ausschließen lassen (z.B. „Unfall-Faktor Mensch“). Der Rest ist genau das Gegenteil und/oder bitterer Zufall. Sprich langwierige, aufwendige und hoch komplexe Untersuchungen. N.B. Die Ursachenabstellung ist meist technisch nicht minder aufwendig und/oder erfordert teils völlig neue Procedures & Regulations (z.B. bei „Unfall-Faktor Technik oder Umwelt“ oder bei „CCC-Mängeln“ und damit Anpassung des Simulator-Trainings“), ist jedoch i.d.R. dann voll beherrschbar. Also bitte, wir sind doch hier nicht bei „Flieg-Revü“ oder in einem „Sym-Fan-Forum“).

    Vorschlag: Bis zum ersten Presse-Bulletin von GenFluSi könnte man sich einmal ein paar Autorotationen ansehen, bevor vielleicht Langeweile und weitere Spekulationen z.B. in Sachen “Punktlandung” aufkommen: Man gehe bitte bei YouTube unter >Kathy AgertTheGallileoGalilei< in die Video-Clips x07 05 01 00 STARTPRZ, x06 05 01 00 AUTOROTA, x12 Einwsg B 412, X11 PR AR MD 500E, X10AR MD 500E, X9 AR S 300, X8 AR MD 500E, X7 AR B 205, X6_AR MD 500E.MOV, X5_AR MD 500E.MOV, X4 AR MD 500E, X3 AR MD 500E, X2 AR MD 500E und X1_AR B 205.MOV (Hier wurden Werks- und Testpiloten einer AW-Tochter – im Zuge einer Kooperation in Sachen immer noch offener BSHS-Beschaffung – 5-Tage lang „drillmäßig“ beigebracht, was wir bzw. die Bundeswehr unter Quick-Stop, Tiefflug-AR, Power-Recovery- und Hot-AR verstehen. Insofern sind natürlich ganz dem Lernfortschritt entsprechend, auch Varianten mit schlechteren „künstlerischen Noten“ dabei. N.B. Die Bild- und Nutzungsrechte liegen alle bei mir).

  37. Ist es hier jetzt auch verboten zu Youtube zu verlinken?

    Was soll den eine „Hot-AR“ sein?

  38. ‚Hot AR = scharfe AR‘, ist eine AR bis zum Aufsetzen mit Triebwerk(en) im Leerlauf, d.h. das Abfangen und die Landung erfolgt ausschließlich mit entkoppelten Rotor(en) und mittels Umsetzung deren kynetischer Energie kurz vor dem Aufsetzen in Auftrieb. Aus Gründen der Materialschonung und zwecks Vermeidung unnötiger Anlasszyklen wird das Triebwerk nicht jedesmal abrupt abgestellt, sondern verbleibt im Leerlauf, was aber keinerlei Unterschiede zu einem „echten Triebwerksausfall“ für das AR-Manöver darstellt (weil ein Wiederhochfahren des TW in den Normalleistungsbereich i.d.R. bei einer AR zeitlich nicht mehr möglich ist)..

    PR- oder Power-Recovery-AR: Ist eine Vorübung zur „hot oder scharfen AR“. Der „Anflug“ auf das „Notlandefeld“ erfolgt ebenfalls mit entkoppelten Rotor(en) durch Wahl geeigneter Drehzahlkonstellationen von Rotor(en) und Triebwerk(en) im rapiden Sinkflug, sodass der Freilauf des Hauptgetriebes zunächst öffnet. Das Abfangen in der AR-Endphase wird jedoch (zumindest teilweise) mittels Triebwerksleistung (Wiedereinkuppeln des Rotors) unterstützt und sollte i.d.R in Schwebeflughöhe (Bodeneffekt) sicher beendet sein.

    Für beide AR-Varianten gilt, ein zu frühes oder auch ein zu spätes Beenden des Manövers kann sich fatal auf die „technischen und künstlerischen Noten“ und auch auf das Material sowie die Besatzung auswirken.

    N.B.: Auch militärische 2-mot-HS sind i.d.R. in der Lage bei Ausfall eines Triebwerkes (OEI) zumindest ein alternatives geeignetes (Not-) Landefeld zu erreichen und eine Roll- oder Rutschlandung durchzuführen. Aber auch aus diesem Fakt sollte man für gegenständlichen Flugunfall keine voreiligen Schlüsse ziehen.

  39. Moin,

    ich empfehle ALLE Tiger Einheiten nach Bergen-Hohne zu verlegen. In 2 Jahren sind die Briten komplett weg, Kapazitäten sind genug vorhanden, was fehlt darf gerne gebaut werden.
    Das Lager Bergen-Hohne befindet sich quasi auf dem TrÜbPl Bergen, unnötige Überflüge über Naturschutzgebiete oder what ever fallen aus, man kann direkt über dem Platz seine Kreise drehen und im worst Case bekommt es quasi nicht mal einer mit.

    Gruß

  40. @ Vtg-Amtmann

    Alle Begrifflichkeiten sind mir bestens bekannt, nur eben das „Hot“ habe ich in dem Zusammenhang noch nie gehört. Besten Dank für die Klarstellung.

  41. Bergen ist eins der größten Naturschutzgebiete in Deutschland…….

    Und wie soll man im Flachland Gebirgsflug trainieren?
    Das ist so, wie einem Fahrschüler auf der Landstraße das Autobahnfahren beizubringen….

  42. Ich habe noch einmal recherchiert.
    Es sind bisher drei Tiger abgestürzt (incl. diesem).
    Alle bei Nacht. Einer in Australien im Feb 1998 (night demonstration flight).
    Einer in AFG 2011 in der nähe von Kabul und der aktuelle.

    Bisher war es wohl menschliches Versagen, vom aktuellen ist ja noch nichts bekannt.
    Bei allen Unfällen konnte sich die Crew retten.

Kommentare sind geschlossen.