Tiger bei Oberammergau abgestürzt

Ein Tiger-Kampfhuschrauber der Bundeswehr ist am (heutigen) Montag während der Gebirgsflugausbildung in der Nähe von Oberammergau abgestürzt. Beide Besatzungsmitglieder seien dabei nur leicht verletzt worden, teilte die Division Luftbewegliche Operationen (DLO) am Abend mit.

Der Tiger war nach Angaben eines DLO-Sprechers am Montagmorgen in Fritzlar gestartet und via Laupheim zur Gebirgsflugausbildung nach Bayern weitergeflogen. Während der Nacht-Ausbildung  habe sich gegen 20.00 Uhr der Absturz ereignet. Die Ursache des Unglücks ist noch ungeklärt. Die beiden leicht verletzten Soldaten wurden zur Beobachtung in das Bundeswehrkrankenhaus Ulm geflogen.

(Archivbild: Tiger im deutsch-französischen Ausbildungszentrum in Le Luc – Bundeswehr/Rott via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

31 Gedanken zu „Tiger bei Oberammergau abgestürzt

  1. Ist das der erste Totalverlust eines Tigers? FOCUS meldet das Wrack sei in Flammen aufgegangen. Gott sei Dank ist die Besatzung am Leben.

  2. Gute Besserung den Kameraden.

    Egal wie gut die Technik wird, Gebirgsflug bleibt ne gefährliche Sache

    Der Berg ist nicht dein Freund…

  3. Hmmmm, Gebirge und Nacht… Und es gibt Leute die sagen, das ist doch nicht so schlimm….

    Gute Besserung….

  4. Wär interessant zu wissen, ob die Besatzung sich mit dem „Schleudersitz“ oder wie man das beim Tiger nennt gerettet hat.

    Wetten dass der nicht ersetzt wird?

  5. „Schleudersitz gibt’s da nit.“

    Doch man kann die Kabine raussprengen, die dann mit nem Fallschirm zu Boden gleitet.

  6. @Maggus:
    Soso, und dann fliegt man in den Rotor?
    Nicht alles was 007 macht ist Realität.
    Was nicht heißt, dass es Schleudersitze für Hubschrauber nicht gibt (siehe Ka-50) – haben sie belastbare Informationen, dass dies der Tiger auch kann?

  7. Die Rotorblätter werden natürlich bei einem solchen System vorher abgesprengt bzw. ausgeklinkt.
    Ob der Tiger aber ein solches System besitzt weiß ich leider nicht.

  8. Da hab ich mich dann wohl geirrt.

    @Memoria: Den Rotor könnte man wie beim Ka-50 ja sprengen.

  9. Zum Glück gab es keine tote
    Ich hoffe nur dass deshalb der Tiger nicht am Boden bleiben muss, und unsere Soldaten in Afghanistan keine Auswirkung hat

  10. Erst einmal bleibt abzuwarten, ob es ein technisches Problem gegeben hat-da der Absturz laut Medien gegen 2030 erfolgt sein soll (und damit im „Nachtflug“), ist es durchaus annehmbar, das die Besatzung mit der ganzen Optik, den Hilfsmitteln und den Nachtsichtgeräten einfach „überfordert“ war……

    10-15 Stunden im Gebirge unter BiV mit einer kleinen BO105 machen eben noch keinen Gebirgspiloten….womit wir wieder bei mangelnder Flugstundenbevorratung der Bundeswehr wären…

  11. Auch von mir, Gute Besserung.
    Ohne die Absturzursache zu kennen, meine ich
    @huey
    könnte Recht haben und hat genau erkannt, daß das Grundproblem die mangelnde Ausbildung( meinethalben auch Drill) um ein System zu beherrschen,sein könnte.
    In einer anderen TSK ist es ja ähnlich, Fregatten üben nur noch Patrouille und Boarding, Ujagd kann kaum einer mehr, junge Offiziere erreichen schnellsten eine Kommandantenbefähigung, um a) der Personalmisere Herr zu werden und b) tiefe „Loyalität“ zu erzeugen, Wenn diese dann disziplinar, oder fachlich (Seemannschaft) überfordert sind und Fehler machen, können sie nur noch auf einen guten Rechtsschutz hoffen.
    Über fliegende Systeme der Marine braucht man gleich gar nicht zu reden, wieviele sind derzeit flugbereit?

  12. @ huey

    und damit sind wir auch im Bereich der wilden Spekulationen..
    Aber ich teile die Ansicht, dass die Überforderung durch Sensorik ein Faktor gewesen sein könnte. Meiner Kenntnis nach wird auch erstmal das ältere fliegerische Personal geschult. Ohne jemandem zu nahe zu treten, aber jemand der 20 Jahre sehr analog Bo-105 geflogen ist (davon einen sehr geringen Anteil BiV) hat doch wahrscheinlich eine flachere Lernkurve als ein 23-jähriger, der mit Smartphones und PC-Games groß geworden ist.

  13. und ich dachte dsa wäre ein SiPo blog und kein kummerkasten. mag das thema noch so weit entfernt sein, ab spätestens posting 10 wird irgendwer bar jeder detailskenntnis geld oder klötenmangel bei der BW als zentrale Ursache des (irgendeines) Problems ausmachen.

  14. Hallo zusammen,

    mein Arbeitsplatz ist die Geburtstätte dieses Helikopters. Eurocopter Donauwörth.
    Um kurz für Aufklärung zu sorgen:
    Bei einem Tiger können Weder die Besatzung noch die Kabine noch die Rotorblätter weggesprengt werden.
    Der einzige Weg für die Besatzung sicher aus dem Helikopter zu kommen ist es die Retainer (Sprengschnüre), welche in den Fenstern befestigt sind zu betätigen.
    Somit werden die Scheiben herausgesprengt und die Besatzung kann den Tiger verlassen.

    Falls ein Helikopter ein Triebwerkproblem hat, lässt er sich im freien Fall gen Boden fallen und in einer gewissen Distanz zum Boden muss der Pilot die Rotoren in eine Auftrieb schaffende Position bringen. Somit wird der Aufprall stark gedämpft und die Wahrscheinlichkeit das zu überleben steigt.

    Gruß

  15. zum thema crew be- bzw. über-lastung:
    bitte moment mal!
    – der tiger kam aus fritzlar !!! ??? mal eben so 600 km anreise
    – leute !!! zur gebirgsflugausbildung mal so eben hin und zurück ???
    – warum nicht gleich aus celle oder itzehoe ???
    – früher flog man das doch von landsberg oder ffb aus – denke ich – oder ???
    – wer hat denn die verantwortung für die sch… stationierungsentscheidungen???

    semper fortis

  16. @mat the rat

    Worin soll jetzt der Skandal bestehen, das im Zuge der Ausbildung und des Stundensammelns zum Scheinerhalt auch Streckenflüge unternommen werden?

  17. @ markus, d.A.

    Volle Zustimmung!!!! Daher hat TdM im Kern mit seinen Aussagen ja auch recht. Und die ganze Aufregung darüber bestätigt nur wieder: was trifft, trifft auch zu…

    Zum Absturz, bevor da nicht geklärt ist, woran es gelegen hat, erübrigen sich jedwede Spekulationen! Glücklicherweise ist der Besatzung nichts passiert!!

  18. Tja, dann blieben ja zwei Möglichkeiten übrig:
    1.) Alle Hubschraubereinheiten nördlich vom Weißwurstäquator verzichten auf jedwede Gebirgsfliegerausbildung;
    2.) Ein Teil der Alpen wird irgendwo nach Norddeutschland hinverfrachtet und dient dort Bundeswehr und Tourismus als Spielplatz.

    In diesem Sinne der Besatzung alles Gute!

  19. Das der Tiger aus Fritlar kam, bedeutet nichts-Fritzlar ist derzeit doch ohnehin das einzige Regiment, das den Tiger im Einsatz hat.

    Die Gebirgsflugausbildung wird GENERELL immer im Gebirge durchgeführt-auch Besatzungen aus Celle oder Fassberg verlegen hierzu in die Alpenregion.

    „Früher“ war es üblich, diese Ausbildung im Rahmen einer mehrwöchigen Verlegung durchzuführen:
    Einige Hubschrauber verlegen mit Fluglehrer und Piloten in die Alpenregion (früher Kaufbeuren, oder eine der Gebirgsjägerkasernen), die Ausbildung wird durchgeführt.
    Dann tauschen die Piloten-neue Piloten kommen mit Dienstfahrzeugen heruntergefahren, die bereits ausgebildeten Piloten fahren zurück, die neuen Piloten beginnen ihre Ausbildung-und fliegen die Hubschrauber zusammen mit den Fluglehrern wieder zurück.

    Durch die Einführung der neuen Waffensysteme kann es sein, das (gerade unter Berücksichtigung des Afghanistan-Einsatzes) einzelne Besatzungen ausgebildet werden oder ihren Übungsstand auffrischen müssen.
    Hierzu ist es durchaus denkbar, das eine Maschine kurzfristig für 1-3 Tage in die Alpen verlegt.

    Die „1-Tages-Ausbildung“ wurde allerdings schon vor Jahren vom GenHFlg bemängelt-man wollte nicht, das Besatzungen an einem Tag morgens ins Gebirge verlegen, dann ihre Ausbildung absolviert,und danach wieder in den Heimatstandort zurückverlegt (wo technisch machbar-die Flugdienst-und Ruhezeitenregelung ist ja sehr streng)…

  20. Mittlerweile hat die Bundeswehr ihre Meldung etwas präzisiert:

    Die Besatzung war von Laupheim (Baden-Württemberg) aus zu dem Übungsflug im Gebirge gestartet.“ (http://goo.gl/HAvag)

    Laupheim ist nah genug dran an GAP. Klingt nicht nach ‚Morgens hin aus Fritzlar – Mittags üben – Abends zurück nach Fritzlar‘.

  21. @Tom

    Danke – vermutlich kam das dadurch zustande, dass die Maschine in Fritzlar stationiert ist.

    Habe aber einen neuen Thread zu dem Thema aufgemacht.

  22. „Klingt nicht nach ‘Morgens hin aus Fritzlar – Mittags üben – Abends zurück nach Fritzlar’.“

    Es wurde wohl noch um 20:30 Uhr Nachtflug geübt. Ginge höchstens in der Nacht zurück. Ich denke wahrscheinlicher ist, dass man den Tiger über Nacht in Laupheim lässt, und dann im hellen nach Fritzlar fliegt.

  23. Rege mich grad fürchterlich über den hier geäußerten spekulativen Dummsinn auf. Ohne Fachwissen über die Umstände, das Personal und das Lfz sollte man sich ungefragt besser nicht äussern. Alles Gute und Hals- und Beinbruch den Fliegerkameraden!!!!!

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