Krieg in Mali: Vorstoß auf Gao, Timbuktu als nächstes Ziel

Soldaten aus dem Tschad, mit französischer Hilfe auf dem Weg an die Front (Foto: Französische Luftwaffe/EMA)

Ungeachtet der nach wie vor diffusen Nachrichtenlage mache ich mal einen Thread zum Thema Krieg in Mali (jenseits der Diskussion über deutsche Unterstützung) auf – so wird das leichter möglich, die aktuellen Entwicklungen zu sammeln, auch in den Kommentaren. (Entsprechende Kommentare aus dem anderen Thread verschiebe ich hierher.)

Die französischen Truppen setzen offensichtlich ihren Vorstoß auf die von den islamistischen Rebellen kontrollierten Gebiete Nord-Malis fort – am Boden. Aus der Luft hatten sie ja von Anfang an Ziele im Norden angegriffen. Inzwischen sind französische Truppen recht nah an die Stadt Gao herangekommen, wie unter anderem Reuters meldet:

French special forces were in action on Saturday at the Islamist rebel-held stronghold of Gao in northeast Mali, confronting „harassment“ from rebel fighters, a French officer in Mali said on Saturday.

Der Flughafen und die Niger-Brücke bei Gao sind bereits unter französischer Kontrolle:

France’s Defence Minister Jean-Yves Le Drian announced the seizure of the airport and bridge at Gao, the largest town in Mali’s Saharan north which was occupied last year by a coalition of Islamist groups including al Qaeda’s North African wing AQIM.
France’s defense ministry initially gave few details of the operation at Gao, but there were unconfirmed reports from Malian sources that it involved French paratroops. (…)
The speed of the French action at Gao suggested French and Malian government troops intended to drive aggressively into the north of Mali in the next few days against other Islamist rebel-held towns, such as Timbuktu and Kidal.

Die offizielle französische Mitteilung zum Stand der Dinge – erst mal im Original, darunter die Google-Übersetzung:

Bilan du 24 janvier 18h au 26 janvier 12h
Au cours des dernières 36 heures, les forces engagées dans l’opération Serval ainsi que plusieurs unités maliennes ont conduit des opérations aéroterrestres qui ont permis de s’emparer de l’aéroport et du pont de Gao et de détruire plusieurs groupes terroristes.
Au cours d’une manœuvre aéroterrestre conduite par les forces spéciales et appuyées par les forces aériennes, la zone de l’aéroport de Gao ainsi que le pont sur le Niger ont été saisis cette nuit. Plusieurs éléments terroristes qui avaient pris à partie nos forces ont été détruits au cours de cette opération. Actuellement, le dispositif sur la zone de Gao se renforce avec notamment l’engagement de 350 militaires maliens et d’une unité du GTIA 21e RIMa par voie terrestre ainsi que par l’aéroportage de plusieurs véhicules. Après projection par avion de transport tactique, des unités tchadiennes et nigériennes doivent très prochainement rejoindre la zone de Gao.
Sur le fuseau ouest, les dernières 36 heures ont permis à un détachement constitué du GTIA 21e RIMa et d’unités maliennes, appuyé par le groupement aéromobile (GAM) de conduire une reconnaissance offensive de nuit de Diabali vers Léré, où plusieurs éléments terroristes étaient encore signalés il y a quelques jours. La progression est rendue difficile par l’état des pistes. Jusque là, le détachement engagé dans cette reconnaissance n’a pas rencontré de résistance.
Ces opérations aéroterrestres ont été précédées par une importante phase de frappes aériennes sur des objectifs autour de Gao et Tombouctou. Près d’une trentaine de bombes ont été larguées par les chasseurs sur des cibles terroristes au cours des deux nuits précédentes. Au total, ce sont près de 30 sorties aériennes qui ont été effectuées au cours des dernières 36 heures. Deux Rafale supplémentaires ont été déployés le 25 au profit de l’opération Serval et immédiatement engagés pour ces frappes. Actuellement, ce sont 12 chasseurs qui sont engagés dans les opérations aériennes.
Simultanément, la force poursuit son renforcement logistique et atteint désormais l’effectif de 2500 hommes engagés sur le sol malien. Une seconde antenne chirurgicale a été déployée sur Sévaré tandis que le GAM a terminé sa montée en puissance. Sur les dernières 36 heures, une dizaine de gros porteurs ont permis l’acheminement de fret et de matériel au profit de l’opération Serval. Enfin, les contingents africains de la MISMA et tchadien atteignent désormais un effectif de plus de 1900 hommes.

Hier der Automat (Übersetzungshilfe willkommen; die wesentlichen Dinge sind aber glaube ich verständlich):

Lageübersicht 24. Januar 1800 bis 26. Januar 1200
In den vergangenen 36 Stunden haben sich die Streitkräfte bei der Operation Serval und viele beteiligten Einheiten malischen Luft-Land-Operationen, die zu ergreifen den Flughafen und die Brücke Gao und zerstören mehrere terroristische Gruppen halfen geführt.
Während ein Fahrmanöver AirLand Spezialeinheiten und unterstützt von der Air Force, wurden der Bereich des Flughafens und die Brücke Gao am Niger beschlagnahmt letzte Nacht. Mehrere Elemente Terroristen, die unsere Truppen angegriffen wurden bei diesem Vorgang zerstört. Derzeit wird das Gerät auf der Gao-Bereich wächst vor allem mit dem Engagement von 350 malischen Soldaten und einer Einheit GTIA 21. Rima zu Lande als auch der Luftbrücke von mehreren Fahrzeugen. Nach Projektion taktische Transportflugzeug sollte Tschad und Niger Einheiten erreichen bald die Fläche von Gao.
Auf der westlichen Zone, haben die letzten 36 Stunden eine Ablösung der 21. GTIA Rima Einheiten und Mali, unterstützt von der Gruppe luftbeweglichen (GAM) eine offensive Aufklärung Nacht Diabali um Léré, wo mehrere terroristische Elemente waren befragen sogar berichtet, vor ein paar Tagen. Erschwert wird durch den Zustand der Gleise. Bis dahin hat die Ablösung in dieser Anerkennung Beteiligten nicht Widerstand gestoßen.
Diese Luft-Land-Operationen wurden von einer wichtigen Phase der Luftangriffe auf Ziele rund Gao und Timbuktu voraus. Fast 30 Bomben wurden von Jägern auf terroristische Ziele in den beiden vorangegangenen Nächten sank. Insgesamt wurden fast 30 Einsätze in den letzten 36 Stunden durchgeführt. Zwei weitere Rafale wurden auf 25 zu Gunsten der Transaktion eingesetzt und sofort Serval für diese Streiks entstehen. Derzeit gibt es 12 Kämpfer im Flugbetrieb engagiert.
Gleichzeitig setzt die Kraft der Logistik zu stärken und hat nun die Zahl von 2.500 Menschen auf malischen Boden engagiert erreicht. Eine zweite chirurgische Einheit Sévaré eingesetzt, während die GAM beendet seinen Aufstieg an die Macht. Im Laufe der letzten 36 Stunden, half ein Dutzend Jumbo Spedition und Anlagen zum Nutzen der Operation Serval. Schließlich, der Afrikanischen Kontingente misma und Chad jetzt erreichte eine Stärke von über 1900 Männern.

Update: French-led soldiers ‚in control of Gao‘ – BBC

34 Kommentare zu „Krieg in Mali: Vorstoß auf Gao, Timbuktu als nächstes Ziel“

  • b   |   26. Januar 2013 - 15:47

    AQIM hat gerade per AlJazeerah genau die Taktik verkündet die ich ober beschrieben habe. Man hätte sich aus allen Orten zurückgezogen, würde umgruppieren und dann mit geballter Kraft zurückkommen.

    Man wird natürlich dort mit „geballter Kraft“ zurückkommen wo der Gegner jeweils am verwundbarsten ist. Die nötige Information dazu wird in der Bevölkerung recht einfach zu bekommen sein. Damit werden die Besatzungstruppen zu einer FOB Strategie gezwungen bei der sie sich in Hesco-Festungen einigeln werden von denen aus patrouilliert wird und die auf verwundbare Versorgungsrouten angewiesen sind.

    Ohne komplette Raumüberwachung, die in der Weite der Wüste kaum zu schaffen ist, ist man damit dann in eine Defensivposition gezwungen worden die schon an anderen Orten versagt hat.

    Haben die Franzosen Ideen wie sie das vermeiden und dem Ansatz entgegentreten können?

  • Boots on the Ground   |   26. Januar 2013 - 16:04

    Wer sagt denn, dass die Bevölkerung freiwillig AQIM unterstützen wird? Angesichts der mehreren 100.000 Flüchtlinge scheint der Rückhalt der diversen Organisationen nicht besonders groß zu sein. Das kann sich – wie bereits mehrfach erwähnt – natürlich ändern, wenn malische und andere westafrikanische Truppen in Nordmali plündern, Menschenrechtsverletzungen begehen und ethnische Säuberungen durchführen. Es besteht auch kein Zweifel daran, dass AQIM allen westafrikanischen Streitkräften massiv überlegen ist.
    Ansonsten sollte man solche markigen Ankündigen auch nicht überbewerten – und wer sagt denn, dass die Franzosen nicht in der Lage sind, mit dieser Taktik fertigzuwerden? Deren Ausstattung mit geländegängigen Radfahrzeugen, überlegene Aufklärungskapazitäten, Luftbeweglichkeit und Informationen aus der noch freundlich gesinnten Bevölkerung stehen einer Vernichtung von AQIM jedenfalls nicht im Weg.

    Ohne komplette Raumüberwachung, die in der Weite der Wüste kaum zu schaffen ist, ist man damit dann in eine Defensivposition gezwungen worden die schon an anderen Orten versagt hat.

    An welchen anderen Orten denn? Die Wüste ist ein denkbar schlechtes Gebiet für einen Guerillakrieg.

  • politisch inkorrekt   |   26. Januar 2013 - 16:06

    @b

    Zumindest haben sie Erfahrung.
    Indochina, Algerien, Afghanistan, Tschad, Elfenbeinküste usw….

    Hier wird es wohl nicht zu einem längeren Einsatz westlicher Truppen kommen. Die Franzosen blitzkriegen jetzt einmal durch Nord-Mali, gehen danach in eine Assistrolle über und sind Ende des Jahres wieder mit Masse raus und überlassen das Feld der ECOWAS.

    Nebenbei läuft noch ne europäische Ausbildungsmission unter Führung der Franzosen nach dem Vorbild in Uganda.

    pi

  • b   |   26. Januar 2013 - 16:38

    Der belgische Parlamentarier Laurent Louis erklärt im Parlament warum er einen Einsatz in Mali ablehnt:

    Auf französisch; englische Untertitel kann man unter „Captions“ einschalten
    http://www.youtube.com/watch?v=WkzXTgslFNE

  • wacaffe   |   26. Januar 2013 - 16:45

    Zusätzlich zu den bereits genannten Problemen wird mE nach auch die mangenlde strategische GEduld des ” westens” in entsprechenden Konfliktlagen unterschätzt.

    Selbst loyale Lokalkräfte sind in ihrer Effektivität deutlich eingeschränkt, sofern für sie absehbar ist, dass die Ordnung für die sie kämpfen nach dem Abzug der ausländischen Berater/FID’s etc. keinen Bestand haben wird. Ein völlig rationales Verhalten.

    Auch wenn das obige eher auf Afghanistan zutrifft bin ich angesichts der Qualität der ECOWAS Truppen skeptisch, dass eine QuickFix Lösung wie offenbar von Frankreich angedacht zielführend ist.

    Bezüglich der als Vorbild bereits thematisierten EUTM SOM hier ein hörenswerter Beitrag mit Malibezug

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1987329/
    audiolink in Leiste rechts

  • klabautermann   |   26. Januar 2013 - 17:38

    Dat ist schon ne dolle Welt

    Die USA schicken ihre Mädels in die frontline, die Deutschen diskutieren über parteipolitischen Sexismus, Dschungelcamp und GEMA , die Franzosen holen sich die von ihnen ausgebildeten Schlächter aus dem Tschad zum aufräumen nach Mali, die Norweger wundern sich warum in Algerien mal eben alle STATOIL Mitarbeiter massakriert wurden, Cameron meint er müsse sein Land aus der EU treiben um die nächste Wahl zu gewinnen, Obama tauscht seine innen- und aussenpolitische Führungsriege komplett aus (reset), Mursi spielt den Robespierre und frisst die Kinder des arabischen Frühlings, Putin versucht seine latente Homosexualität per Gesetz zu tarnen ……und Frau Merkel bietet Hollande das „Du“ an……hm

  • politisch inkorrekt   |   26. Januar 2013 - 17:43

    @klabautermann

    You made my day ;)

    Darf ich das konservieren und für die Nachwelt aufheben?

    pi

  • klabautermann   |   26. Januar 2013 - 17:47

    @pi

    help Urself ;-))

  • Niklas   |   26. Januar 2013 - 19:12

    @ klabautermann

    Cameron hat formuliert, wie EU ohne Überstülpung Sinn macht, Rest bestimmt richtig, aber das ist ein anderes Feld! :))

    On Topic:

    Wenn man einen Blick auf die Karte wirft, ist Gao schon ein ziemlicher Meilenstein.
    Natürlich ist ein solcher Sprung für Frankreich an sich kein Problem, heutzutage ist man so etwas aber kaum noch gewohnt. Es zeigt uns, dass die Franzosen nach vorne
    gehen wollen und sich nicht mit der Stabiliserung der „Mittellinie“ in Mali begnügen.

    Timbuktu bildet mit Gao und Konna quasi ein Dreieck, wobei die scheinbar am stärksten besiedelten Bereiche ab Timbuktu flussabwärts des Niger liegen.
    Sollten die Rebellen über den Niger hinweg verdrängt, haben die bei aller Wüstenerfahrung ein ernstes Problem. Ich kann mir nur die Höhenzüge im Nordwesten als eventuelles Rückzugsgebiet vorstellen.
    Eine Einfassung des Gegners scheint natürlich unmöglich.
    Es wäre sehr interessant zu wissen, wie stark sich die Rebellen den Fernstraßen bedienen (müssen) um so schnell voran zukommen, wie sie es vorgeführt haben
    oder ob sie auch offroad halbwegs schnell sind.

  • Memoria   |   26. Januar 2013 - 23:08

    Bericht von AJE von einer französischen Kolonne:
    http://www.youtube.com/watch?v=6jNX8TrkNkE

    Der Angriffsschwung wird wohl vor allem durch technische Probleme und die Sorge auf UXO/IED zu treffen gehemmt.

  • Stefan   |   27. Januar 2013 - 2:33

    Al Jazeera hat spätestens im Lybienkrieg seinen Ruf als neutraler und seriöser Sender eingebüßt. Berichte solcher, von Diktatoren, gelenkter Medien sollte man mit Vorsicht genießen.

  • Schreckschuss   |   27. Januar 2013 - 9:16

    Auf nach Timbuktu!

  • Geronimo   |   27. Januar 2013 - 10:03

    Der Tiger in Mali (hohe Auflösung) : http://youtu.be/bmxxdFcFUw8

  • T.Wiegold   |   27. Januar 2013 - 10:13

    @Geronimo

    Das Material läuft seit ein paar Tagen; allerdings habe ich noch nirgendwo die offizielle Bestätigung gesehen, dass es tatsächlich vom Tiger stammt?

  • Voodoo   |   27. Januar 2013 - 11:07

    Ich habe Photos gesehen, auf denen Leclerc-KPz am 21.01. zum Schiffstransport für/nach Mali verzurrt wurden, kann das jemand bestätigen?

    Edit – Link: http://www.abload.de/img/mali112tyij5.jpg

  • Geronimo   |   27. Januar 2013 - 11:11

    @T.Wiegold :

    Offizielle video: http://www.dailymotion.com/video/xx0sgp_mali-les-images-des-frappes-aeriennes_news?start=0#.UQT6Zb-IXs4
    Schau dir @0: 49 Und @ 01:04

    Zitat (translator) :
    Kein Bild von der Hundekampf wurde vorerst, die französischen Medien erhielt. Aber in einem kurzen Video (1’15 “) sofern Donnerstag durch die Errichtung der Kommunikation und der Verteidigung (ECPAD), audiovisuelle Produktion wir für die erste Zeit zwei französische Flugzeuge bombardieren sehen, gefilmt von Infrarotkameras der Geräte. Das erste Ziel ist ein LKW BM 21 Raketenwerfer von Islamisten in der malischen Armee gestohlen. Der zweite Teil des Videos zeigt die Tastatureingaben des Hubschraubers Tiger auf zwei Pick-up von der Dschihadisten. Die Armee nicht an den Ort und das Datum der diese Streiks.
    http://www.europe1.fr/International/Mali-l-armee-montre-sa-puissance-1392777/

  • Voodoo   |   27. Januar 2013 - 11:39

    Ah ok – mein Fehler. Das sind keine Leclerc sondern die modernisierten AMX-10R, in er Ausführung AMX-10RCR.

  • Boots on the Ground   |   27. Januar 2013 - 12:17

    Die Originalversion ist der AMX-10RC, nicht 10R ;) Die Fahrzeuge gehören einer Eskadron des Régiment d’Infanterie Chars de Marine (RICM) an, die als Teil einer GTIA (dürfte in etwa einem Bataillonsgefechtsverband entsprechen) mit zwei Panzergrenadierkompanien mit VBCI, einer Infanteriekompanie mit VAB und weiteren Unterstützungskräften nach Mali eingeschifft wurde.
    Im Einsatzgebiet befindet sich übrigen schon ein Zug mit AMX-10RC des 1er Régiment Étranger de Cavalerie. Darüber wird ein weiterer GTIA mit einer Eskadron Leclerc und drei Kompanien mit VBCI als Reserve für Mali zusammengestellt…

  • Memoria   |   27. Januar 2013 - 12:30

    @Boots on the Ground:
    Wenn man sich diesen Kräfteansatz anschaut, ist doch davon auszugehen, dass sich die Franzosen auf einen längeren Aufenthalt in Mali einrichten.
    Die „Phase IV“ beginnt in den nächsten Tagen und dann wird sich zeigen wieviel die Gegenseite noch will und kann.
    Man nur hoffen, dass die Franzosen „Phase IV“ nicht unterschätzen.
    Erfahrungen hierzu gibt es ja genug:
    http://tinyurl.com/a7gph3t

  • markus, d.Ä.   |   27. Januar 2013 - 15:08

    @ wiegold

    im video sieht man aufnahemn aus 2 verschiedenen quellen.
    die erste aufnahme dürfte aus dem FLIR system eines jabos stammen (steiler winkel, relativ rasche winkeländerung), im 2. videoteil fliegt auch ein tiger durch eben jenen, aufnahmewinkel und geschwidnigkeit der beobachterkamera sprechen da auch deutlich für einen Drehflügel

    nachtag: im kommentar steht ja oben auch etwas von GBU. kann man durchaus als Guided Bomb Unit verlängern. wird auch nur selten von Hubschraubern abgeworfen ;)

  • Supernova   |   27. Januar 2013 - 17:18

    Ich hoffe, dass die Franzosen rechtzeitig den Absprung schaffen. Alles andere kann sonst übel werden. Wenn man den Angaben in französischen Medien glauben darf, ist sich die Regierung dort wohl noch nicht so recht einig. Laut den „Diensten“ im letzten Jahr wären zwei Möglichkeiten denkbar.

    A) Schnell rein und nach wenigen Monaten wieder raus

    oder

    B) Eine komplexe „lange“ Operation in der gesamten Sahel-Zone mit entsprechend abgestimmten europäischen Vorgehen.

    Irgendwei scheint mir B) insbesondere politisch nicht möglich. Somit hoffe ich, dass sich die Franzosen schnell wieder lösen können. Abwarten.

  • Niklas   |   27. Januar 2013 - 17:29

    Die Franzosen haben in der Vergangenheit ja schon recht häufig ähnliche Engagements durchgeführt. Sie sind eher selten länger als unbedingt nötig verblieben und eigentlich auch nicht so sehr in der Fläche. Ich hoffe und denke, sie behalten das bei.
    Der Kräfteansatz spricht erstmal nur dafür, dass man die militärischen Ziele definitiv erreichen will und ggf. dazu weitere kompakte, aber „verbundkampffähige“ Teile einsetzen möchte.

    Dem was man so sehen kann, würde ich entnehmen, dass die Franzosen da recht vernünftig herangehen.

  • Niklas   |   27. Januar 2013 - 20:00

    Div. Medien melden Timbuktu bereits so gut wie zurückerobert.

  • Orontes   |   27. Januar 2013 - 21:04

    Die Aufständischen in Nordmali werden wie alle irregulären Kräfte Räume nicht in größerem Maßstab zu halten oder zu verteidigen versuchen. Es wird also in den nächsten Tagen und Wochen noch viele französische „Erfolgsmeldungen“ geben, bei denen auffallenderweise Zahlen darüber fehlen, wie stark die Aufständischen beim französischen Vorgehen tatsächlich getroffen wurden.
    Einige Beobachter gingen schon zu Beginn der Operation davon aus, dass die Aufständischen vor allem in jene Nachbarstaaten ausweichen würden, in denen die lokale Regierung nur eingeschränkt zu ihrer Bekämpfung in der Lage ist. Möglicherweise gibt es also demnächst Meldungen über eine Ausweitung des französischen Vorgehens auf die Nachbarstaaten.

  • zog   |   27. Januar 2013 - 21:37

    @Orontes: Zustimmung. Eines fällt jedoch auf, und dass ist der anscheinende Nichtgebrauch von IEDs. Das verwundert etwas. Mag mit der Logistik zusammenhängen.

  • wacaffe   |   27. Januar 2013 - 21:58

    @ zog

    Das Terrain in Mali dürfte auch weniger IED freundlich sein als Afghanistan (zerklüftet, Hochgebirge) bzw. Irak (urban) . In Mali ist man vermutlich weniger auf die Straßen angewiesen und könnte somit die Effektivität von Enpasssperren wie IED’s minimieren.

  • zog   |   27. Januar 2013 - 22:17

    Die Ortschaften, um die es letztendlich geht, muss man aber über Straßen betreten. Und bisher ist nicht die Rede von weniger IEDs, sondern von gar keinen.

  • wacaffe   |   27. Januar 2013 - 22:46

    Die Ortschaften werden aber von einer den islamisten wenig wohlgesonnen Bevölkerung bewohnt, was die Verlegung erschweren und die Aufklärung erleichtern dürfte.

    Da schwimmt der Fisch nicht im Wasser sondern liegt ganz schnell auf dem Trockenen.

  • Stefan H.   |   27. Januar 2013 - 22:54

    @zog
    Wirksame Insurgents müssen in der Bevölkerung untertauchen und durch diese zumindest geduldet, wenn nicht gar aktiv gedeckt werden. IEDs gegen den Willen der Bevölkerung legen ist fast unmöglich, ganz zu schwaigen von der notwendigen Logistik.
    Soweit man das vom heimischen Sofa einschätzen kann, scheinen die Islamisten dort bisher kaum Rückhalt zu haben, was ein Ausweichen wahrscheinlicher erscheinen lässt. So etwas kann aber auch schnell kippen: Es gab auch in Kunduz eine Zeit wo westliche Truppen als Befreier gefeiert wurden und später ein erneutes einsickern aus Rückzugsräumen erfolgte. Man hört schon von Greueltaten an den Tuarek, das ist der Nährboden für den Folgeakt.
    Noch eine Binse: Nur militärisch ist das Problem nicht zu lösen – echter Aufbau bezieht sich nicht nur auf die Armee. Ich höre aber ausschließlich etwas über die Ausbildungsmission. Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist gezwungen sie erneut zu erleben…ich hoffe ich irre mich!

  • Orontes   |   27. Januar 2013 - 23:51

    @Stefan H.
    „Wirksame Insurgents müssen in der Bevölkerung untertauchen und durch diese zumindest geduldet, wenn nicht gar aktiv gedeckt werden.“

    Dafür müssen Aufständische erfahrungsgemäß nicht gemocht werden. Es reicht aus, dass man sie mehr fürchtet als die andere Seite. Selbst wenn die Aufständischen unbeliebter sein sollten als die Regierung oder die Franzosen, so kann es doch sein, dass man mit den Aufständischen zusammenarbeitet, weil Regierung und Franzosen weiter weg sind und jemand nicht schützen können, der sich gegen die Aufständischen stellt, deren Vertreter ganz in der Nähe sind und Kollaborateure oder deren Angehörige oder beide zusammen töten etc.

    IEDs könnten demnächst auftauchen. Die Fähigkeiten scheinen vor Ort vorhanden zu sein, und vermutlich gab es mangels regelmäßiger Routinefahrten im Einsatzraum durch Regierung und Franzosen nur noch nicht genügend Gelegenheit, solche Aktionen vorzubereiten. Wenn diese Kräfte dauerhaft im Norden präsent sind und Bewegungsmuster aufgebaut haben, sollte es aber zumindest einzelne IED-Anschläge geben.

  • Stefan H.   |   28. Januar 2013 - 6:30

    @Orontes
    Einen kleinen Unterschied zum Afghanistan-Szenario gibt es doch: Die Bevölkerung spricht französisch. Damit ist es einfacher den Franzosen einen Tipp zukommen zu lassen, falls man die Insurgents nicht leiden kann.

  • KidDynamite   |   28. Januar 2013 - 11:25

    Fallschirmjäger Einsatz der 2e REP nördlich von Timbuktu. Ca. 200 Mann sprangen aus 2 C-130 und 3 C-160 ab.
    http://lignesdedefense.blogs.ouest-france.fr/

  • zog   |   28. Januar 2013 - 14:51

    Ersten IED wurden gefunden.