Frankreichs „Operation Serval“ in Mali: Luftangriffe auf Ziele im Norden

(Fotos: Französische Armee)

Zum Einsatz der französischen Streitkräfte in Mali, mit dem am (gestrigen) Freitag die gespannte Lage in dem afrikanischen Land in einen heißen Krieg umschlug, gibt es am (heutigen) Samstag bislang nur spärliche Informationen über den Fortgang der Auseinandersetzungen mit den Islamisten. Dazu gehört vor allem, dass französische Kampfjets Ziele im Norden Malis angriffen, der unter Kontrolle der islamistischen Rebellen ist. Aus Frankreich soll im Laufe des Samstags Verstärkung eingeflogen werden.

Ein paar weitere Kernpunkte der von den Franzosen Operation Serval getauften Mission: Bei den ersten Angriffen zur Unterstützung der malischen Armee kamen Kampfhubschrauber vom Type Gazelle zum Einsatz; ein Pilot kam durch Abwehrfeuer ums Leben. In Paris betonte der französische Verteidigungsminister Le Drian, es sei bislang eine rein bilaterale Aktion Frankreichs und Malis – weitere und vor allem andere europäische Nationen seien nicht beteiligt (damit reagierte der Minister auf die von französischen Medien verbreitete und in Berlin bereits gestern dementierte Meldung, auch deutsche Soldaten seien in Mali im Einsatz. Der Blogger- und Journalistenkollege Nicolas Gros-Verheyde von Bruxelles2 hatte bei der Pressekonferenz ausdrücklich danach gefragt).

Eine relativ detaillierte Schilderung findet sich auf der Facebook-Seite der französischen Armee; unter anderem werden die beteiligten Einheiten genannt. Ich stelle den Text hier mal im Original ein (eine anständige Übersetzung traue ich mir mit meinem Schulfranzösisch nicht zu, angehängt habe ich die Automaten-Übersetzung von Bing):

Le 11 janvier 2013, à la demande des autorités maliennes et de l’ONU, la France a lancé une opération militaire en appui des forces armées maliennes baptisée Serval. Elle a pour but de mettre un coup d’arrêt brutal à l’avancée des groupes djihadistes vers le Sud du Mali et d’assurer la sécurité des 5000 ressortissants français dans le pays. Quelques centaines de militaires sont désormais déployés au Mali.
L’intervention française a débuté dans l’après-midi du 11 janvier par un raid d’hélicoptères d’attaque afin de stopper la progression d’une colonne d’éléments djihadistes faisant route vers Konna, non loin de la ville de Mopti. Cette première action française conduite par des hélicoptères Gazelle HOT et Gazelle canon de calibre 20mm du 4e régiment d’hélicoptère des forces spéciales (4e RHFS) a permis la destruction de quatre véhicules ennemis et a entraîné le repli de la colonne.
Dans la nuit du 11 au 12 janvier, quatre Mirage 2000D du groupement air du dispositif Epervier ont effectué des frappes dans le Nord du pays. Pour effectuer ces missions, les patrouilles de chasseurs étaient appuyés par 2 ravitailleurs C135. Profitant de la relève programmée des avions Mirage 2000D, il avait été décidé de retarder le retour des chasseurs vers la France et de les conserver à N’Djamena. Ce sont ainsi actuellement, en plus des deux Mirage F1 CR, six Mirage 2000D, 3 C135, 1 C 130 et 1 Transall C160 qui arment le groupement air de la force Epervier.
Simultanément, au Tchad d’abord, un sous-groupement de près de 200 militaires appartenant au groupement terre de la force Epervier s’est préparé pour rejoindre Bamako. Il a été projeté par Hercule C 130 et Transall de N’Djamena vers la capitale malienne. Le sous-groupement est armé par des « marsouins » du 21e régiment d’infanterie marine de Fréjus (21e RIMa) et un peloton de légionnaires du 1er Régiment Étranger de Cavalerie d’Orange (1er REC). En France, c’est une compagnie du 2e régiment d’infanterie de marine stationné à Auvours qui a été désignée pour rejoindre Bamako dans la journée du 12 janvier. Cette compagnie a pour mission de renforcer le dispositif en place. (validation 130112-04h36)

Die Automaten-Übersetzung von Bing:

11. Januar 2013, auf Antrag der malischen Behörden und den Vereinten Nationen startete die France eine militärische Operation zur Unterstützung der malischen Streitkräfte Serval genannt. Es soll ein Spähtrupp der Jihadi Gruppen im Süden von Mali eine Vollbremsung machen und gewährleisten die Sicherheit von 5000 französischen Staatsangehörigen des Landes. Hunderte von Soldaten sind jetzt in Mali eingesetzt.
Die französische Intervention begann am Nachmittag des 11. Januar von einem Raid Angriff Hubschrauber, um den Fortschritt einer Spalte der Elemente Dschihadis stoppen für Konna, nicht weit von der Stadt Mopti gebunden. Diese erste französische Aktion unter der Leitung von Hubschraubern Gazelle HOT und Gazelle Pistole 20 mm des 4. Regiments der speziellen Kräfte (4. HRTS) Hubschrauber erlaubt die Zerstörung der vier feindliche Fahrzeuge und führte zu einem Rückzug der Spalte.
In der Nacht vom 11-12 Januar vier Mirage 2000D operative Hawk Flugstaffel durchgeführt Streiks im Norden des Landes. Um diese Missionen durchzuführen, wurden Patrouillen der Kämpfer von 2 GELBRING C135 unterstützt. Unter Ausnutzung der Flugzeuge Mirage 2000D nacheinander programmiert, wurde beschlossen, verzögern die Rückkehr der Jäger an den Frankreich und halten sie in N’Djamena. Somit sind sie derzeit, neben den zwei Mirage F1-CR, sechs Mirage 2000D, 3 C135, 1 C-130 und 1 Transall C160, die die Air Force Hawk Gruppe arm.
Gleichzeitig, im Tschad, zuerst vorbereitet eine Untergruppe von mehr als 200 Soldaten gehören des Gruppe Landes der Sperber Kraft nach Bamako. Es wurde von der C-130 Hercules und Transall von N’Djamena in die malische Hauptstadt entworfen. Die Untergruppe von „Tümmler“ von der 21. Frejus ausgerüstet ist (21. RIMa) marine-Infanterie-Regiment und einen Zug der Legionäre im 1. Regiment ausländische Kavallerie von Oranien (1 REC). In Frankreich ist ein Unternehmen der zweiten Regimentes Infanterie Navy stationiert bei Auvours, der am Tag des 12. Januar nach Bamako benannt wurde. Diese unsere Mission ist die Stärkung des Geräts vorhanden. (Validierung 130112-04 h 36)

Nach Meldungen aus Mali soll die Stadt Konna, deren Einnahme durch die Islamisten in dieser Woche die französische Aktion ausgelöst hatte, wieder in der Hand der malischen Regierungstruppen sein.

Der Facebook-Seite der französischen Armee ist außerdem mehr über den gefallenen Piloten zu entnehmen:

Le 11 janvier 2013, lors de la première phase de l’opération Serval consistant, en appui des forces armées maliennes, à stopper l’avancée des groupes djihadistes vers le Sud du Mali, un pilote d’hélicoptère a été mortellement blessé.
L’intervention française a débuté dans l’après-midi du 11 janvier par un raid héliporté dans la région de Konna, non loin de Mopti au centre du pays. Au cours de cette mission conduite par des hélicoptères d’attaque Gazelle du 4e régiment d’hélicoptères des forces spéciales (4e RHFS), quatre véhicules ennemis ont été détruits. Malgré des tirs précis et destructeurs entraînant le repli de la colonne, les patrouilles ont été prises à parti depuis le sol par des tirs d’armes légères. Lors d’un de ces accrochages, un pilote de Gazelle a été touché. Blessé, ce lieutenant a rejoint, aux commandes de son hélicoptère, l’antenne médicale militaire française la plus proche avant de succomber de ses blessures.

Auch hier die Automaten-Übersetzung:

Mali: Operation Serval, Helikopterpilot am 11. Januar 2013, wenn die erste Phase der Operation Serval bestehend aus Helikopterpilot zur Unterstützung der Malian bewaffnet Kräfte Spähtrupp der Jihadi Gruppen im Süden von Mali zu stoppen, wurde tödlich verletzt.
Die französische Intervention begann am Nachmittag des 11. Januar von einem Hubschrauber übertragene Raid Konna Region, nicht weit von Mopti im Zentrum des Landes. Während dieser Mission unter der Leitung von Angriff Hubschrauber Gazelle im 4. Regiment Spezialeinheiten (4. HRTS) Hubschrauber, vier Feind Fahrzeuge wurden zerstört. Trotz korrekt und zerstörerischen Feuer was den Rückzug der Spalte die Patrouillen wurden gegenüber vom Boden durch kleine Arme Feuer. Während dieser Auseinandersetzungen ein traf eine Gazelle-Pilot. Verletzt, kam dieser Leutnant, am Steuer seines Hubschraubers, die nächste französische militärische medizinische Antenne vor seinen Verletzungen erliegen.

Nach diesen Angaben wurde der Pilot durch Handwaffen-Feuer getroffen und starb an den Verwundungen; von Flugabwehrwaffen ist nicht die Rede.

Parallel zum Einsatz in Mali versuchten die französischen Streitkräfte, in Somalia einen entführten französischen Geheimagenten zu befreien – offensichtlich in der Befürchtung, die Militäraktion gegen Islamisten könnte sein Leben in Gefahr bringen. Bei der versuchten Befreiung kamen sowohl die Geisel als auch mindestens ein französischer Soldat ums Leben.

Nachtrag: Die Franzosen drehen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit anscheinend mächtig auf – nicht nur auf der Facebook-Seite; auf deren Youtube-Kanal gibt’s jetzt ein Video von der Vorausstationierung der Mirage im Tschad:

37 Kommentare zu „Frankreichs „Operation Serval“ in Mali: Luftangriffe auf Ziele im Norden“

  • Steuben   |   12. Januar 2013 - 15:00

    Die Franzosen machen hier offenbar keine halben Sachen, oder?

  • Hans   |   12. Januar 2013 - 15:48

    Nebenbei ist der Facebook-Auftritt der französischen Armee beeindruckend. Aktuell, viele Bilder die nicht so gestellt wirken. Auch hier kann sich die BW eine Scheibe von abschneiden!

  • D.Deimel   |   12. Januar 2013 - 16:00

    …und in einen Einsatz in Mail wollte die Bundesregierung die Bundeswehr mit hineinziehen ?
    Toll….

  • Roman   |   12. Januar 2013 - 16:30

    Ich verstehe gar nicht, wie die das hinbekommen. Da fliegen Uralte Gazelle-Helis durch die Gegend und verbringen die Truppen, Waffen und Munition an die Front. Wie kann das sein? Nach deutschem militörischen Gedankengut müssten diese Kisten aufgrund ihrer Einzelmotorisierung doch im Minutentakt vom Himmel fallen, oder? Und dann das arbeiten dort mitten in der Wildnis. Und dann der Einsatz von schnellen Radpanzer. Das ist doch ein Unding! Wer braucht so etwas? Wir wollten so etwas jedenfalls nicht.

  • Boots on the Ground   |   12. Januar 2013 - 17:02

    Bei den französischen Streitkräften ist gut zu beobachten, wie gute Ausbildung, Entschlossenheit und Aggressivität veraltetes Material kompensiert (während bei der Bundeswehr genau das Gegenteil geschieht). Vor einigen Jahren kam es in der Elfenbeinküsten (??) zu gewalttätigen Unruhen und die französischen Kräfte vor Ort verfügten nur über eine geringe CRC-Ausstattung. Daraufhin sperrten die franz. Kräfte das Gelände mit S-Draht und die versammelnde gewalttätige Menge wurde mittel Wasser aus Hochdruckschläuchen (woher auch immer die organisiert wurden) dazu bewegt, sich weitgehend friedlich zu verhalten….

  • Maggus   |   12. Januar 2013 - 17:43

    Man kann über die Franzosen ja denken was man will, aber solche Waschlappen und Weicheier wie die Deutschen sind sie definitiv nicht. Während der deutsche Außenminister sich wieder mal „besorgt“ zeigt und den Schwanz einzieht, handeln die Franzosen.

  • MK   |   12. Januar 2013 - 17:47

    Ich hab mich mal an der Übersetzung mit Anmerkungen versucht:

    Am 11. Januar 2013 startete Frankreich nach Anfrage der malischen Behörden und der UN die militärische Operation „Serval“ um die malische Armee zu unterstützen. Das Ziel dieser Mission ist die Herbeiführung eines abrupten Ende des Vorstoßes von jihadistischen Gruppen in den Süden sowie die Sicherheit von 5.000 Franzosen im Land. Hunderte von Soldaten werden derzeit nach Mali entsandt. Die französische Intervention begann am Nachmittag des 11. Januars durch einen Angriff von Kampfhubschraubern in der Nähe der Stadt Mopti um das Vorankommen einer Kolonne von Jihadisten auf den Weg nach Konna zu stoppen. Dieses erste Gefecht wurde durch französische Helikopter vom Typ Gazelle, bewaffnet mit HOT and 20mm Maschinenkanonen, des 4. Sondereinsatz-Hubschrauber-Regiment (4e RHFS) angeführt und führte zur Zerstörung von vier feindlichen Fahrzeugen sowie dem Rückzug des Feindverbandes.

    In der Nacht vom 11. zum 12. Januar flogen vier Mirage 2000D des Luftverbandes im Tschad (angehörig der dortigen Opération Épervier) Luftangriffe auf Ziele im Norden des Landes. Die Kampfflugzeuge wurden dabei durch zwei Tankflugzeuge vom Typ C135 unterstützt um diese Missionen ausführen zu können. Um aus der planmäßgen Rotation der Mirage 2000D Vorteile zu nutzen, wurde die Verschiebung der Rückkehr der Düsenjäger nach Frankreich und der weitere Verbleib in N’Djamena (Hauptstadt des Tschad) beschlossen. Derzeit bilden zwei Mirage F1 CR, sechs Mirage 2000D, drei C135, eine C130 sowie eine Transall C160 den Luftverband Épervier (dt.: Sperber).

    Zeitgleich wurde zunächst im Tschad eine Abordnung von knapp 200 Soldaten der Landverbandes Épervier bereitgestellt um nach Bamako entsandt zu werden. Dies wurde mit dem Einsatz von C-130 Hercules and Transalls von N’Djamena zur malischen Hauptstadt geplant. ital. Die Abordnung setzt sich aus „Marines“ des 21. Marineinfanterieregiment (21e RIMa) aus Frejus sowie einem Zug von Legionären des 1. Fremdenkavallerieregiment (1e REC) aus Orange. Aus Frankreich wird am 12. Januar eine Kompanie des in Auvours stationierten 2. Marineinfanterieregiment (2e RIMa) nach Bamako verlegen, um die Kräfte vor Ort zu verstärken.

    Am 11. Januar 2013 wurde während der ersten Phase der Operation Serval – die Unterstützung der malischen Armee um den Vorstoß der Jihadisten nach Süden stoppen – ein Hubschrauberpilot tödlich verwundet.
    Die französische Intervention begann am Nachmittag des 11. Januars durch einen Hubschrauberangriff in der Region um Konna nahe der Stadt Mopti im Zentrum des Landes. Vier Feindfahrzeuge wurden während dieser Mission durch Kampfhubschrauber des 4. Sondereinsatz-Hubschrauber-Regiment (4e HRTS) zerstört. Entgegen dieser präzisen und vernichtenden Luftschläge, welche zum Anhalten des Feindverbandes führten, gerieten die Hubschrauber unter kleinkalibriges Feuer vom Boden. In einem dieser Schusswechsel wurde ein Pilot einer Gazelle getroffen. Der verwundete Leutnant (Damien Boiteux) erwiderte das Feuer und flog seinen Hubschrauber samt seiner Besatzung zur nächsten Sanitätseinrichtung des französischen Militärs bevor er seinen Verwundungen erlag.

  • politisch inkorrekt   |   12. Januar 2013 - 18:03

    @Maggus

    Sehe ich genauso. Wenn ich schon wieder höre: „Eine militärische Lösung kann es nicht geben“ kommt mir die Galle. Die Offensive der Rebellen ist eine militärische Operation und man kann sich dem mit Militär entgegenstellen und etwas völlig irres mit Streitkräften machen. Achtung jetzt kommts.

    Menschen totschießen.

    Da sind 6000 französische Zivilisten in Mali. Ist das kein Interesse für Deutschland diese zu schützen? Schließlich sind das EU-Bürger.

    Die Ziele der fr. Operation sind auch klar definiert und für Streitkräfte umsetzbar.

    Les trois objectifs de l’opération Serval

    L’opération “Serval” – du nom d’un petit félin du désert – a
    « trois objectifs :

    1. arrêter l’offensive en cours des groupes terroristes et djihadistes ;

    2. empêcher leur avancée vers Bamako qui aurait pu menacer la sécurité du Mali ;

    3. assurer la sécurité des ressortissants français ainsi que des Européens. »

    pi

  • Maggus   |   12. Januar 2013 - 18:15

    Ist übrigens ein typisches Einsatzszenario für einen bewaffneten LUH. Nur sind vermutlich diese 15 Stück eh kaum verfügbar und beim NH90 hat man ja offensichtlich die Bewaffnung vergessen. Sprich: Man müsste dann für leichte Kampfunterstützung einen UH Tiger runterschaffen, obwohl ein LUH und auch ein NH90 in diesem Fall flexibler, günstiger und schneller verfügbar wären.

  • T.Wiegold   |   12. Januar 2013 - 18:21

    @MK

    Danke für die Übersetzung!

  • FNU SNU   |   12. Januar 2013 - 18:25

    Hab nur ich das Gefühl oder geht es anderen auch so:
    Wenn ich ein Terrorist / Partisane/ Widerstandskämpfer/Gotteskrieger in Afrika wär. Und aus tiefster Überzeugung, in Gottes/Allahs Wille zu handeln, gegen andere Menschen mit Waffen vorgehe. Inwiefern soll mich die Aussage eines europäischen Politikers /Außenministers tangieren, der gesagt hat: Bitte bitte hört auf, sonst werden wir beraten ob wir eine Idee haben, wie wir etwas diplomatisch gegen Euch machen können.

    Der Bürgermeister von Belfast hat es die Tage sinngemäß auf den Punkt getroffen:
    Wie kann ich als Politiker Menschen mit Appellen erreichen, wenn diese Menschen mich und mein Staatssystem komplett ablehnen?

  • Boots on the Ground   |   12. Januar 2013 - 18:39
  • festus   |   12. Januar 2013 - 18:40

    @MK. das 21. RIMA mit Marines übersetzen paßt nicht so ganz, das Equivalent zum USMC oder den RM sind eher die Marinefüsiliere (incl. Braunwasserkriegführung und Sicherung der atomaren Gefechtsköpfe), nur daß sie im Unterschied zu den englischsprachigen Einheiten Rote-Bommelmütze und Matrosenuniformen der Marine tragen. Die Infantrie der Marine ist traditionell eher „Überseetruppe“ und gehört zumindest formell zum Heer.

  • MK   |   12. Januar 2013 - 18:40

    @TW

    Gern geschehen. Auch wenn ich gerade merke, dass ich 1-2 Wörter vergessen habe…

    @Maggus

    Keine Sorge, die Franzosen werden laut ersten Berichten anscheinend auch den Tiger in Mali einsetzen, was nicht zuletzt an dem Vorteil des höheren Schutzes der Besatzung liegt. Die Pumas und Gazellen sind nämlich komplett ungepanzert. Nach Libyen, Afghanistan und Somalia wäre Mali dann schon das 4. Operationsgebiet des Tigers in 5 Jahren FOC.

  • Feldscher   |   12. Januar 2013 - 18:52

    Zitat von Boots on the ground:
    „SPON titelt inzwischen “Ein schwarzer Tag für Frankreich”: http://www.spiegel.de/politik/ausland/franzosen-sterben-bei-einsaetzen-in-mali-und-somalia-a-877165.html

    Die Kommentare unter dem Artikel lassen mich mal wieder an der geistigen Zurechnungsfähigkeit einiger unserer Landsleute zweifeln.

    Zu Mali: Manchmal frag ich mich ob es für manche Afrikanische Länder nicht besser gewesen wäre, wären sie Kolonien geblieben…

  • MK   |   12. Januar 2013 - 18:55

    @festus

    Danke für die Aufklärung. Das sind dann diese Spitzfindigkeiten bei Übersetzungen. Ich wollte „marsouins“ nicht als Schweinswale übersetzen. Eine Google-Suche brachte mich dann auf folgendes:

    Marsouins est l’appellation triviale des militaires servant dans l’infanterie de marine des troupes de marine française (ex-infanterie coloniale).

    Bei den vielen Besonderheiten in der französischen Armee sieht man eh nicht so schnell durch. ;-)

  • ChairForce   |   12. Januar 2013 - 19:13

    Hier ein kleiner Artikel eines in der Region ansässigen Journalisten, der ggf. ein wenig Licht auf die französischen Fähigkeiten wirft.

    http://www.csmonitor.com/World/Africa/2013/0111/As-French-forces-hit-rebels-in-Mali-Paris-wants-to-avoid-Europe-s-Afghanistan-video#.UPCFRGjs8Ik.twitter

    Neben dem bereits erwähnten Improvisationstalent und der deutlich größeren Ernsthaftigkeit, mit der FRA seine Streitkräfte betreibt wird auch deren Präsenz in der Region als Alleinstellungsmerkmal durch einen US-Vertreter betont.
    Ich finde es beeindruckend, wie hier mit einem relativ kleinen Kräfteansatz gearbeitet wird. Die Frage ist nun, ob es sich (wie im Artikel erwähnt) um eine „holding operation“ handelt oder FRA mit Kräfteverstärkungen in die Offensive gehen will. Eines ist der frz. Presseberichterstattung zumindest zu entnehmen: Die französischen Militärs in SEVARE haben recht sparsam geschaut, als die monatelang ausgebildeten malischen Kräfte durch fundamentalistische Kräfte besiegt wurden. Für mich macht das Ganze den Eindruck, als wäre es eine Rettungsaktion in letzter Sekunde, bevor AQM, MUJAO und Ansar-Eddine noch womöglich die militärsymbolisch wichtige Stadt SEVARE bedroht hätten. Ich bin gespannt wie unsere Bundesregierung sich positioniert. In jedem Fall wird FRA die Rückeroberung des AZAWAD nicht alleine mit den Maliern stemmen können. Ein möglicher Partner hat sich mit den USA ja bereits herauskristallisiert. Eine Formel Frankreichs gegenüber Deutschland könnte lauten: Militärische Unterstützung in Mali gegen frz. Unterstützung der Euro-Rettung…aber ich weiche vom Thema ab ;-)

  • Orontes   |   12. Januar 2013 - 20:44

    @politisch inkorrekt
    „Da sind 6000 französische Zivilisten in Mali. Ist das kein Interesse für Deutschland diese zu schützen? “

    Nicht im Sinne der Definition von Interessen, die sich jeweils auf die Bürger des eigenen Landes bezieht. Frankreich kann hingegen durchaus mit objektiven Interessen argumentieren.

  • chickenhawk   |   12. Januar 2013 - 21:09

    In einer aktuellen Meldung des ORF (Österreichischer Rundfunk) zur Lage in Mail heißt es:

    Bei der französischen Militärintervention in Mali sind seit dem Beginn am Freitag in „intensiven Kämpfen“ mehr als 100 Islamisten getötet worden, wie die französische Armee Samstagabend bekannt gab.

    Wer möchte mal für ein paar Sekunden die Augen schließen und sich die Reaktionen in Deutschland vorstellen, wenn die deutsche Bundeswehr verlauten ließe, man hätte gerade in intensiven Kämpfen mehr als 100 Islamisten getötet?

  • Orontes   |   12. Januar 2013 - 21:34

    @chickenhawk
    Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Man kann an die Bundeswehr nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an eine richtige Armee. In allen Einsätzen der Bundeswehr (mit Ausnahme vielleicht von OEF-A) ging es primär darum, Schaden beim Gegner zu vermeiden. Wo dennoch welcher getötet oder verwundet wurde, galt das meist als Fehler und wurde von Politik, Medien und Zivilgesellschaft nicht toleriert. Wo die Bundeswehr auftaucht, geht es meist nach kurzer Zeit nicht mehr um Bekämpfung und Vernichtung des Feindes, sondern um dessen Schutz, und daher ist die Bundeswehr auch häufig nicht willkommen, wo es um militärische Aufgaben geht. In Afghanistan ließen einen die Verbündeten dies sehr deutlich wissen. Manchmal habe ich mich tatsächlich geschämt, Deutscher zu sein.

  • wacaffe   |   12. Januar 2013 - 21:35

    @ chickenhawk
    in afghanistan dürften deutsche truppen im laufe der zeit deutlich mehr kontrahenten in die ewigen jagdgründe expediert haben. bis auf punktuelle empörung (kundus) kam da relativ wenig.

    wie auch? keine ahnung, keine korrespondenten vor ort, etc. Die Berichterstattung der Medien zu Mali zeigt doch wieder ein mal die groteske Provinzialität derselben, journalistische speerspitze ist momentan eine gewisser Herr Gebauer. the horror!

  • iltis   |   12. Januar 2013 - 22:22

    @chickenhawk: Kundus… Sofern Sie das Tanklasterproblem meinen… Das war weder ein Medienunfall noch sonst ein Fehler der Bw. Es handelte sich um die Reaktion auf ein Gefährdungspotential. Was hinterher draus wurde, haben wir einerseits den USA zu verdanken (wieso war der Washington Post Mensch samt General so schnell vor Ort) und andererseits der vorhersehbaren Reaktion unserer eigenen veröffentlichen Meinung.

  • Elahan   |   12. Januar 2013 - 22:23

    @Orontes

    So läuft das eben wenn das deutsche Militär für ausländische Regierungen in deren Länder robuste Polizei spielt!

    Die Frage sollte lauten: wer muss sich schämen? Die Soldaten maximal weil sie ab un zu für Interessen mißbraucht werden, die nicht die Sicherheit unserer Bürger und die unserer Partner gewährleistet! Für Mißbraucht jedoch muss man sich nur schämen, wenn man gefallen daran findet!

  • Supernova   |   12. Januar 2013 - 22:30

    In Frankreich ist klar, dass Militär ein Mittel zur organisierten Gewaltanwendung ist. Für unsere Streitkräfte ist das zwar auch klar, aber nicht für die deutsche Politik. Daher sollen Soldaten Entwicklungshelfer in Uniform mit Wumme sein. Ich bin gespannt, ob sich das jemals ändert.
    Da hilft auch nicht, wenn der Minister und der Wehrbeauftragte nächste Woche den Veteranenbegriff definieren. Alles Schmuck am Nachtmehmd – auf klare Kommunikation bzw. Taten kommt es an.

  • Elahan   |   12. Januar 2013 - 23:03

    @Supernova
    „In Frankreich ist klar, dass Militär ein Mittel zur organisierten Gewaltanwendung ist. Für unsere Streitkräfte ist das zwar auch klar, aber nicht für die deutsche Politik.“

    Dies ist auch die für die deutsche Politik klar! Die Frage ist, zu welchem Zweck und diese Frage stellen sich auch die Soldaten, unabhängig davon ob sie in den Einsatz gehen!

    Da sind die franz Soldaten anders konditioniert und unsere Politiker auch und darauf achten unsere Bündnispartner oder glaubt jemand ernsthaft, dass FR und GB möchte, dass die Bw zur Durchsetzung deutscher Interessen außerhalb der Verteidigung (und im Interesse der Partner) eingesetz wird!
    FR, GB und den USA wollen die Bw nutzen um ihre Interessen durchzusetzen
    Sobald die BRD gegenläufige Interessen mit Militär zur Geltung bringen würde, bekämen wir wieder unsere Nazi Keule zu spüren (siehe Euro)!

  • jek   |   12. Januar 2013 - 23:55

    So richtig weiß ich auch nicht, was ich von einer möglichen umfassenderen Intervention in Mali halten soll, aber die in einem SZ-Kommentar sinngemäß getätigte Aussage „Lieber jetzt zu handeln, bevor es möglicherweise zu spät ist“ ist schon einleuchtend.

  • Memoria   |   13. Januar 2013 - 0:10

    @Maggus:
    Der Einsatz der Gazelle zeigt einmal mehr wie wichtig ein LUH ist.
    Dieser kann jedoch nur dann sinnvoll sein, wenn auch der politische Wille besteht dieses System sinnvoll einzusetzen und wenn militärisch die damit verbundenen konzeptionellen, personellen und strukturellen Konsequenzenen gezogen würden (das Gegenteil ist derzeit der Fall).

    Frankreich ist weiterhin „bereit zu wagen“ (siehe gestrige Geiselbefreiung in Somalia) – das ist wohl der zentrale Unterschied.

  • politisch inkorrekt   |   13. Januar 2013 - 10:57

    @MK

    Ist mir nicht bekannt, dass der Tiger in Somalia bereits zum Einsatz kam. Haben sie da einen Link?

    pi

  • Niklas   |   13. Januar 2013 - 14:26

    Mensch, das ging jetzt aber fix. Freitag haben wir noch spekuliert, wann es wohl los gehen könnte und zack. Schon am Abend kam es in den Nachrichten.

    Sehr bedauerlich, dass die Franzosen diese Verluste hinnehmen mussten. Gerade die Operation in Somalia scheint ja total in die Hose gegangen zu sein. Sehr schade.
    Eins ist natürlich klar. In Europa ist, gerade was kleinere Interventionen angeht, keiner militärisch so flexibel und fix zur Stelle (rein militärisch gemeint), wie die Franzosen.

    Ich hoffe, den Franzosen gelingt es, ab jetzt etwas besser „in den Konflikt einzusteigen“
    und die Brüder in die Wüste zu schicken. ^^

    Im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft hoffe ich, dass wir zumindest Logistik und Sanitätsdienst bereitstellen um den Franzosen den Rücken frei zu halten.
    Das müsste dann allerdings sofort geschehen.

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2013 - 14:35

    Niklas | 13. Januar 2013 – 14:26
    „Im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft hoffe ich, dass wir zumindest Logistik und Sanitätsdienst bereitstellen um den Franzosen den Rücken frei zu halten.“

    Warum? Die Franzosen können doch die Logistik und Sanität nehmen, die sie aus AFG zurück geholt haben.

  • Niklas   |   13. Januar 2013 - 14:50

    @ Heiko Kamann
    Nun, da ist jetzt natürlich die Frage, welche Bedeutung wir der Lage in Mali beimessen.
    Wenn uns wurscht ist, was unsere Feinde so treiben, dann ist Ihre Frage berechtigt.
    Wenn wir jedoch nicht dabei zusehen wollen, wie ein ganzer Staat völlig verloren geht und zu Scharialand wird (und eine Abwendung machbar ist), dann finde ich, gerade wenn man die anderen französischen Einsätze derzeit in Betracht zieht, sollte man versuchen einen Beitrag zu leisten, auch wenn ich kein großer Interventionsfreund bin.

  • MK   |   13. Januar 2013 - 15:37

    @politisch inkorrekt

    Der „Tigre“ auf der Jagd nach Piraten in Somalia:

    http://www.blippitt.com/tigre-helicopter-gunships-pirates/

    (weiter unten auf der Seite gibts auch noch ein Video vom Tiger)

    Man muss den Franzosen eins lassen… deren militärische & politische Führung hat einfach auch die Eier dazu, sich in solche Konflikte robust einzubringen ohne schon vorher Panik vor der Reaktion im Heimatland zu haben. In Deutschland einfach mal undenkbar – leider.

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2013 - 15:51

    @MK

    Vorsicht, da wird die kühne Behauptung aufgestellt, bei dem Angriff auf die Logistik somalischer Piraten im Mai 2012 sei der Tiger eingesetzt worden… Auch dafür gibt’s keinen Beleg; sehr wahrscheinlich war es der Bordhubschrauber einer französischen Fregatte, aber kein Tiger. Und auch das Werbevideo zeigt gar nix.

  • MK   |   13. Januar 2013 - 17:26

    @TW

    Zwar auf Französisch, aber siehe im folgenden Blog-Eintrag den letzten Satz:

    http://lemamouth.blogspot.de/2013/01/une-bande-qui-en-dit-long-mais-pas-tout.html

    Le Mamouth ist so ziemlich das französische Blog-Gegenstück zu “Augen Geradeaus” – was da geschrieben wird, ist vom Journalisten Jean-Marc Tanguy gründlich recherchiert.

    Außerdem wäre ein Einsatz des Tigers in Somalia nicht unüblich – eingesetzt auf Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse:

    http://lignesdedefense.blogs.ouest-france.fr/archive/2013/01/12/les-tigre-de-somalie.html

  • Memoria   |   13. Januar 2013 - 18:09

    Die französiche Luftwaffe hat heute Ziele in GAO angegriffen:
    http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-21002918

    Einige in der französischen Führung sind offenbar von der Qualität des Gegners überrascht:
    The unnamed Elysee Palace official quoted by AFP said on Sunday that French armed forces had been surprised by the fighting quality of the Islamist militants they were up against.

    „What has really struck us is how up-to-date their equipment is, and the way they’ve been trained to use it,“ the official said.

    „At the start, we thought they would be just a load of guys with guns driving about in their pick-ups, but the reality is that they are well-trained, well-equipped, and well-armed.

    „From Libya they have got hold of a lot of up-to-date, sophisticated equipment which is much more robust and effective than we could have imagined.“

    Quelle: http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-21002918

    Derlei Naivität überrascht wiederum meine Wenigkeit.

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2013 - 19:08

    @MK,

    Da steht allerdings nur, dass der Tiger im Somalia-Einsatz war/ist – aber für Kommandoeinsätze. Da steht nicht, dass er bei dem Angriff im Mai 2012 eingesetzt wurde…

    (Mag einem sehr pedantisch vorkommen… aber so etwas verselbständigt sich leicht und wird dann wieder anderswo als Beleg herangezogen.)

  • TomTom   |   13. Januar 2013 - 20:24

    Bezüglich der überraschend guten Ausrüstung könnte sich bewahrheiten, was etliche in diesem Blog bereits vor geraumer Zeit befürchtet haben: Dass nämlich die vom Westen aufgerüsteten Rebellen aus dem „arabischen Frühling“ ihre Waffen nun doch nicht zurück gegeben haben, sondern diese dem globalen Terror-und Kriegskreislauf zur Verfügung gestellt haben.