Mali: UN-Chef will grünes Licht für Intervention – aber kein Geld

Archivbild von 2007: US-Soldaten mit malischen Truppen bei einer Übung – damals noch in Timbuktu, eine Stadt, die inzwischen unter Kontrolle von Islamisten ist (U.S. Air Force photo by Master Sgt. Ken Bergmann)

Eine mögliche internationale (vorwiegend afrikanische) Militärintervention in Mali, die den Norden des Landes islamistischen Rebellen entreißen soll, kann zwar auf Rückhalt der Vereinten Nationen rechnen – aber womöglich, viel entscheidender, nicht auf finanzielle Unterstützung:

U.N. Secretary-General Ban Ki-moon on Wednesday recommended that the Security Council approve an African Union peace enforcement mission be deployed to combat Islamist extremists in northern Mali, but did not offer financial support from the world body.
(…)
Ban suggested that the funding for the initial military combat operations could be through „voluntary or bilateral contributions“ – which diplomats said meant European Union member states would be asked to cover costs.

meldet Reuters.

Letztendlich entscheidet natürlich der UN-Sicherheitsrat. Allein die Gespräche über mögliche Geldgeber für eine Militärintervention, die vor allem von Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS getragen werden sollte, dürften allerdings die Entscheidung und Beginn einer solchen Operation noch weiter nach hinten schieben.

Für die Bundeswehr ist die Beteiligung an einer EU-Ausbildungsmission malischer Truppen im Gespräch, keine Beteiligung an dem eigentlichen Einsatz.

Nachtrag: Nach einem Bericht von Al Jazeera hat ein Al-Kaida-Anführer Mali dazu aufgerufen, den Konflikt ohne Hilfe von außen zu lösen und nicht fremde Kreuzritter ins Land zu holen:

 

8 Kommentare zu „Mali: UN-Chef will grünes Licht für Intervention – aber kein Geld“

  • markus, d.Ä.   |   29. November 2012 - 22:38

    der BND meldet sich flankierend zu wort und berichtet via sp0n von islamisten die gerade auf dem weg nach mali wären

  • T.Wiegold   |   29. November 2012 - 22:44

    Yep, und da SpOn zu den Seiten gehört, die hier ausnahmsweise verlinkt werden (weil die schon erklärt haben, da trotz Leistungsschutzrecht nix machen zu wollen), hier auch der Link:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-bundesnachrichtendienst-bnd-warnt-vor-al-qaida-im-wuestenstaat-a-870060.html

  • mat the rat   |   30. November 2012 - 8:39

    Augen auf – der BND hat recht! 1. Interessant – nein wohl normal – dass sich bisher nur ein Kommentator für Mali interessiert. 2. Ich sagte es hier schon mal: Es brennt der Halbmond rund ums Mittelmeer: von Syrien über Gaza, Ägypten, Maghreb, Mali (und Mauretanien ist auch noch ungelöst…) hin zu den westafrikanischen Drogenstaaten wie Guinea, Bissau. Es brennt auch weiter unten im – dank uns demokratischen (!) – Kongo , wieder mal…. Aber wir Eurpäer denken an höchstens 200 Mann , nur Ausbilder, und auch die nur Ende 2013 , und – vor allem – bitte nur, wenn nicht auf uns geschossen wird….
    3. Tja, so kann man auch in Ehren untergehen. 4. Wer das mal kurz nachlesen will dem empfehle ich Peter Heathers Studie „The Fall of the Roman Empire“. So fängt der Abstieg langsam an – aber dann geht es immer schneller zu Ende: die Lehre heißt schlicht: TOO LITTLE , TOO LATE ! Daher rufe ich quasi dans le desert malien: Augen auf!

  • zog   |   30. November 2012 - 9:32

    Dass Abdelmalek Droukdel sich per Video zu Wort meldet und nicht per Audiobotschaft ist tatsächlich bemerkenswert.

  • markus, d.Ä.   |   30. November 2012 - 9:39

    @ mat the rat … war das nun ein aufruf zum kreuzzug ?

  • diba   |   30. November 2012 - 9:42

    “ … ich muss nur kurz schnell mal die Welt retten …“

  • iltis   |   30. November 2012 - 11:17

    @mat the rat: Es ist nicht so, daß wir Mali hier nicht unlängst breit diskutiert hätten… Aber Butter bei die Fische. Was schlagen Sie vor? Einmarsch der NATO in Afrika, alles besetzen und von Islamisten säubern?

    Ironie off. Das ist keine Aufgabe für westliche Armeen in offener Feldschlacht, sondern eher für Kommandotrupps. Aber vorher sollten wir wissen, was wir wollen. Leider sind wir westlichen Demokratien nicht die ideale Brutstätte für tragfähige Entscheidungen, die dann auch eine Weile durchgehalten werden.

  • Tom   |   11. Dezember 2012 - 21:28

    Nach dem heutigen erneuten Militärputsch in Mali dürften die Planungen arg gebremst werden.
    Das Militär hat wohl ua deswegen eingegriffen, weil die Regierung ausländische Militärunterstützung ins Land holen wollte.