Frankreich beendet Kampfeinsatz in Afghanistan – 1.500 bleiben

Frankreich hat heute, wie lange angekündigt, offiziell seinen Kampfeinsatz in Afghanistan beendet. Interessant sind aber die Zahlen danach:

France ended its last combat mission in Afghanistan on Tuesday, withdrawing troops from a strategic province northeast of Kabul as part of an accelerated departure from the war-torn country. (…)
Around 1,500 French soldiers will stay into 2013 to take responsibility for repatriating equipment and training the Afghan army to take over when all NATO combat troops leave in 2014.

meldet AFP.

Das gibt im Kleinen schon mal wieder, was sich Ende 2014 im Großen abspielen dürfte: Offizielles Ende der Kampfeinsätze, Abzug der Kampftruppen – aber dennoch bleibt eine signifikante Größenordnung für das, was bei der Bundeswehr Rückverlegung heißt – und für das weitere Training afghanischer Sicherheitskräfte. Auch die Franzosen sind mit dem Ende ihrer Kampfmission nicht über Nacht aus Afghanistan verschwunden…

8 Gedanken zu „Frankreich beendet Kampfeinsatz in Afghanistan – 1.500 bleiben

  1. Und passend zum französischen „Ende“ hat auch die Bundeswehr einen Artikel („Rückkehr der Wölfe“) parat: http://bit.ly/UBTXM1

    Darin werden recht detailliert Zahlen und Optionen genannt. Aber es werden auch Wahrheiten („Auch nach dem 01.01.2014 sind wir in AFG“, „Nicht jedes Fahrzeug kommt zurück“) und Probleme (keine politischen Kenngrößen) genannt. Lesenswert!

  2. Die USA haben sich doch einen Hafen auf der Arabischen Halbinsel ausgesucht. Die Bw möchte dagegen gerne einen Schwarzmeerhafen als Umschlagspunkt nutzen. Dürfte daran liegen, dass wir Russische Transporter benutzen, und dürfte wohl auch ein Russischer Hafen werden. Die Franzosen sind auch auf SALIS angewiesen. Die werden den Umschlagspunkt auch mitnutzen müssen. Der Rest Europas dürfte eher weitgehend mit den USA zusammenarbeiten. Die Schweden oder die Norweger machen auch bei den 3 Nato C-17 mit.

  3. „Und passend zum französischen “Ende” hat auch die Bundeswehr einen Artikel (“Rückkehr der Wölfe”) parat: http://bit.ly/UBTXM1

    Die in dem Artikel erwähnten RoRo Schiffe von der Dänischen Reederei DFDS liegen noch im fast fertigen Rohbauzustand in der P&S Werft, die Pleite gegangen ist. Bis der HUB arbeitsfähig ist, dauert das wohl auch noch seine Zeit. Müsste die Bw noch beobachten, nicht dass man ohne Schiff dasteht.
    Im Dezember steht auch die nächste Verlängerung von SALIS an. Zumindest habe ich über die Verlängerung noch keine Meldung gefunden. Auch wenn es nur Formsache ist.

  4. RoRo- Schiffe sind vielleicht das Optimum. Aber – derzeit liegen die Reeden vor den großen Häfen der Welt voller arbeitsloser Containerschiffe. Aber auch noch ein paar Stückgutfrachter mit Heißgeschirren sind dabei. Den Kram bekommt man derzeit nachgeworfen, weil gleichzeitig eine Menge neuer Tonnage auf den Werften fertig wird und auch ohne Arbeit da steht. Nur wollen muß man.

  5. DFDS verfügt nach eigener Homepage derzeit über 24 RoRo-Frachtschiffe. Ich weiß ja nicht, wie die Verträge geschrieben wurden, aber es sollte auf Kosten von DFDS interne Alternativen geben. Zumal der Artikel von 3 verfügbaren Schiffen spricht, aber nur 2 aktuell gefertigt werden.
    Und ansonsten nimmt man den Markt.

    Gemäß Meldung von gestern werden die Schiffe bei P+S fertig gebaut.

  6. @Ben:
    Die russischen Häfen, von denen Sie sprechen, liegen entsprechend der Bundeswehr-Karte alle in Georgien oder in der Türkei…

    Interessant, dass der HUB am Schwarzen Meer installiert wird, obwohl die Flugstrecke dorthin eine ganze Ecke länger ist als an den Persischen Golf.
    Nur warum?

    Ein paar Spekulationen meinerseits:
    Der kürzere Schiffstransport könnte ein Grund sein.
    Eine logistische Basis im NATO-Land Türkei dürfte eventuell weniger politische Probleme bereiten als eine im arabischen Raum – insbesondere wenn sich der Konflikt mit dem Iran zuspitzen sollte.
    Die Kapazitäten in den VAE (oder im Oman) sind durch die Amerikaner blockiert.

    Wobei ich mich nicht wundern würde, wenn die USA ihr Material Reforger-ähnlich direkt in den VAE belassen.

  7. Kleines Bonmot am Rande:
    Klickt man beim Y.-Artikel auf die Vergrößerung der Landkarte, so hat diese den Titel „Rückverlegung Infografik“.
    Ein weiterer Klick auf „Graphik anzeigen“ enthüllt den wahren Titel: „TRU_Abzug_infografik“ :-)

  8. Wir nutzen für die Rückverlegung Russische Maschinen. Die Russen wollen sicherlich die Einnahmen aus einen HUB auf ihren Boden sich nicht entgehen lassen. Georgien oder Türkei dürfte für einen HUB wegen den Russischen Maschinen Politisch ein No Go sein. Georgien hat gegen Russland ein Krieg geführt und die Türkei führt Krieg gegen den Russland Partner Syrien. Bei den Kapazitäten die im Arabischen Raum geschaffen wurden, dürften die Bw Fracht auch nicht das Problem gewesen sein.

    Zwei RoRo Schiffe von der P&S sollten Ende Dezember bzw. Januar 2013 fertig sein. Jetzt wurde 2 Monate nicht gearbeitet, daher verschiebt sich das ganze wohl auf Februar bzw. März 2013. Wegen der relativ kurzen Zeit schaut man sich wohl nicht nach Alternativen um.

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