RC N Watch: Jetzt auch ein neuer Gouverneur für die Provinz Balkh?

Vor wenigen Wochen hatte Afghanistans Präsident Hami Karzai etliche Gouverneure der Provinzen entlassen oder auf neue Posten gesetzt – sicherlich auch in dem Bemühen, seine Machtstrukturen zu festigen. Im Norden waren davon die Provinzen Baghlan, Takhar und Faryab betroffen.

Jetzt meldet der meist sehr gut unterrichtete BBC-Kollege Bilal Sarwary, es stehe eine neue Runde von Gouverneurs-Umbesetzungen und -Entlassungen an. Das ist noch keine Überraschung – aber überraschend ist, dass seine Quellen ihm als möglichen Betroffenen der Veränderung auch den Gouverneur der Provinz Balkh genannt haben. Mohammad Atta Noor ist nicht irgendein eingesetzter Gouverneur, er ist der starke Mann in Balkh und einer der ganz starken Männer im Norden Afghanistans. Es wird interessant zu sehen, ob Karzai sich traut, ihn anzufassen – und wenn ja, ob dann eine neue Position für ihn gefunden wird. Und was das für die Machtbalance in Nordafghanistan bedeutet.

10 Kommentare zu „RC N Watch: Jetzt auch ein neuer Gouverneur für die Provinz Balkh?“

  • Hans Tonnekäse   |   03. Oktober 2012 - 12:39

    Alle Jahre pünktlich zu den Wahlen wieder…
    Das Gouverneurs – Tetris fand vor den letzten Wahlen ja schonmal statt, genauso die Umbesetzung der Heads bei ANA, ANP usw.. Ich denke Herr Kazai wird seine möglichen Gegenkanidaten für das Amt des Präsidenten und deren möglichen Unterstützer einfach nur „vorsorglich“ ruhig stellen.

    (Auch wenn es nicht wirklich passt- Fr. Merkel scheint, sollte es so sein ja dann ein gutes Vorbild zu sein, vor der Wahl rechtzeitig mögliche Gegenkanidaten und deren Unterstützer schwächen und vergraulen…) :)

  • Elltee   |   03. Oktober 2012 - 18:55

    Bei den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit in Camp Marmal war er auf jeden Fall als Gast dabei.

  • T.Wiegold   |   03. Oktober 2012 - 19:13

    Karzai hat wohl für morgen eine Pressekonferenz angekündigt, dann gibt es vielleicht Klarheit.

  • chickenhawk   |   03. Oktober 2012 - 21:35

    Jetzt darf ich mich vielleicht mal erdreisten, etwas völlig am Thema vorbei zu schreiben:

    Eben läuft über die Ticker, dass türkische Kampfflugzeuge Ziele in Syrien angreifen.

  • Sun Tzu   |   03. Oktober 2012 - 21:35

    Hab ich da gerade richtig auf FAZ-Online gelesen, dass reguläre syrische Truppen die Türkei beschossen haben, dabei 5 Menschen getötet wurden, die Türkei gerade einen Vergeltungsangriff startet und der „türkische Vize-Regierungschef Bülent Arinc sagte, dieser Angriff gehe „zu weit“. Er verwies darauf, dass die Türkei als Nato-Mitglied Anspruch auf Beistand habe, wenn sie angegriffen werde.“

    Haben die Falken nun ihren Artikel 5 Fall?

    Wäre interssant, wenn mal jemand die Ohren aufsperrt, wie man in Berlin darüber denkt.

    OK, OT, aber ein Artikel dazu wäre interessant.

  • Roman   |   03. Oktober 2012 - 21:44

    Nein. Niemand weiß wer geschossen hat. Fakt ist, dass es Tote auf türkischer Seite gab und das türkische Militär momentan die syrischen Stellungen entlang der Grenze beschießt. Soweit ich das mitbekommen habe, sind mehrere Gremien innerhalb der NATO zum Krisentreffen zusammengekommen. Mal sehen ob es diesmal wieder gelingt, das Ausrufen des Bündnisfalls zu verhindern.

  • chickenhawk   |   03. Oktober 2012 - 21:44

    Syria conflict: Shell kills five in Turkey

    Turkey has contacted the UN and Nato after Syrian shells killed five people in a Turkish town near the border between the two countries.

    The shells exploded after being fired into Akcakale from Tall al-Abyad in Syria, where forces loyal to President Bashar al-Assad are trying to put down an 18-month-old insurgency.

    The dead are said to include a woman and her three children.

    Later, reports said Turkey had struck back at Syrian targets.

    A statement from Prime Minister Recep Tayyip Erdogan said Turkish forces had shelled targets along the border identified by radar, AFP news agency reported.

    Turkish Deputy Prime Minister Bulent Arinc was quoted as saying that Syria must be made to account for the incident and there must be a response under international law.

    […]

    http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-19822253

  • Sun Tzu   |   03. Oktober 2012 - 21:56

    @ Roman | 03. Oktober 2012 – 21:44

    Das dumme an dieser Situation ist meiner Meinung, dass es für Syrien eine dominante Strategie sein könnte, einen NATO- Bündnisfall auszulösen, um dann zuzusehen, wie wesentliche NATO-Staaten kneifen wollen, um so das Bündnis weiter zu beschädigen. Sollten die Türken der Meinung sein, Hilfe vom Bündnis bekommen zu müssen, die NATO sich aber vornehm raushalten will, dann könnte das für die NATO tödlich sein. Dies wiederum wäre im syrischen Interesse.
    Ein klein wenig Catch 22, was wir da gerade haben.

  • chickenhawk   |   03. Oktober 2012 - 22:02

    Der niederländische Journalist Hans de Vreij schrieb auf Twitter

    hdevreij: Interesting detail: #NATO Council to meet under Article 4, *not* Article 5 of the Charter = #Turkey will not ask for military assistance.

  • T.Wiegold   |   03. Oktober 2012 - 22:07

    Ok, kaum bin ich mal zwei Stunden offline, ist der Thread gekapert…

    Ich mache mal einen neuen Thread zum Thema Syrien/Türkei auf (und versuche die Kommentare dorthin zu verschieben, da gibt’s gerade technische Probleme).