Deutsche UN-Beobachter für Syrien

Damit es sich nicht nur als Off Topic in den Kommentaren wiederfindet: Wie schon zu vermuten war, hat die Bundesregierung heute die Entsendung von deutschen Offizieren als (unbewaffnete) UN-Beobachter nach Syrien beschlossen. Eine Zustimmung des Bundestages ist nicht erforderlich, da es sich nicht um einen bewaffneten Einsatz handelt. Aus der offiziellen Mitteilung:

Deutsche Soldaten sollen nach einem Kabinettsbeschluss die Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien verstärken. Sie sollen dort die Einstellung der Kampfhandlungen überwachen.
Die United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS) soll insgesamt 300 Beobachter umfassen. Geplant ist zunächst die Entsendung eines deutschen Stabsoffiziers. Nach einer weiteren Lageeinschätzung können dann bis zu zehn Militärbeobachter der Bundeswehr nach Syrien geschickt werden.
(…)
Die Militärbeobachter werden uniformiert und unbewaffnet sein. Der Kabinettbeschluss gilt zunächst unbefristet. Die deutschen Soldatinnen und Soldaten können eingesetzt werden, solange ein Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vorliegt.
Bei der Mission handelt es sich nicht um einen „Einsatz bewaffneter Streitkräfte“ nach dem Parlamentsbeteiligungsgesetz. Die Beteiligung von Soldaten der Bundeswehr an UNSMIS bedarf damit keiner Zustimmung durch den Deutschen Bundestag.

Es ist übrigens nicht die einzige Beobachtermission mit Beteiligung deutscher Soldaten – auch im Sudan und Südsudan sind deutsche Offiziere unterwegs. (Ein deutscher Offizier, der bereits in Syrien ist, gehört zur UN und ist nicht in deutschem Auftrag unterwegs.)

8 Kommentare zu „Deutsche UN-Beobachter für Syrien“

  • b   |   16. Mai 2012 - 16:00

    Laut FAZ sollen 10 deutsche Soldaten als UN Beobachter nach Syrien.

    Viel Vergnügen. Die Washington Post berichtet heute das die Opposition dort während dank des Waffenstillstands inzwischen hervoragend bewaffnet wurde.

    Der gestrige IED Anschlag der Opposition auf die UN Beobachter in Khan Sheikhoun zeigt auf wohin sich diese Waffen richten werden.

    [Habe das mal in den neuen Thread verschoben. T. W.]

  • b   |   16. Mai 2012 - 16:22

    Das wird sicherlich interessant für die Beobachter.

    Syrian rebels get influx of arms with gulf neighbors’ money, U.S. coordination

    Getsern wurde von der Opposition eine IED unter ein UN Beobachterfahrzeug geworfen. Zum Glück sind die gepanzert und die IED war klein. Aber mit U.S. Unterstützung werden die bald sicher auch bessere IEDS bauen.

  • zop   |   16. Mai 2012 - 17:34

    @b | 16. Mai 2012 – 16:22:

    Sie meinen sicherlich diesen Vorfall: http://www.youtube.com/watch?v=cDnyVzUOV30

    Artikel zum Vorfall: http://news.yahoo.com/dozens-killed-syria-saudi-doubts-annan-peace-plan-024223775.html

    Die Beobachter begleiteten eine Begräbnisprozession für zuvor von syrischen Sicherheitskräften getöten Demonstranten. Dem Video kann man entnehmen, dass zumindest der Kameramann „Assad’s gangs“ für verantwortlich hält. Bisher konnte ich keine Quelle finden, die die Rebellen verantwortlich macht. Es wäre daher interessant, wieso Sie so nonchalant zu diesem Schluss kommen, zumal ohne irgendeinen Beleg dafür.
    Sind sie möglicherweise aufgrund ihrer Sympathie für Assad und seine Regierung voreingenommen?

  • b   |   16. Mai 2012 - 18:58

    @zop

    Ich kenne die Artikel. Die Aussagen darin beruhen alle auf Skype Interviews mit irgendwelchen Medienleuten der Rebellen.

    Ich beobachte mehrere der Videochannels die die Videos der Rebellen wiedergeben. Die haben z.T schon 100,000 Videos gesammelt, z.B SHAMSNN. Jede kleine Fitzeldemo und jedes Begräbnis wird da dokumentiert.

    Es ist nicht ersichtlich oder belegt das das angebliche Begräbnis gestern überhaupt stattgefunden hat. Erstaunlicherweise gibt es kein Video davon.

    Es ist nicht ersichtlich oder belegt das das angebliche Begräbnis von Assad Soldaten angegriffen wurde. Erstaunlicherweise gibt es kein Video davon.

    Von den angeblich 21 Toten ist ebenfalls kein einziges Video zu finden, ebensowenig von deren Beerdigungen die heute hätte stattfinden müssen.

    Aus dem Video wird (ohne die verfälschenden Kommentare des parteiischen Übersetzers) deutlich das ein Sprengkörper vorne unter dem Fahrzeug gezündet wurde und von den dicht vor dem Fahrzeug stehenden Protestlern dorthin verbracht sein muss.

    Die Aussage der Rebellen das das Fahrzeug von Assad Waffen getroffen wurde kann nicht stimmen. Die Schäden an dem Fahrzeug zeigen recht deutlich das die Explosion unter dem Auto stattfand.

    Die UN selbst spricht in ihrer Pressemeldung von einem IED Angriff und erwähnt weder ein Begräbnis noch das eine solches angegriffen wurde. Ich halte mich an die UN Beobachter und an das was auf dem unbearbeiteten Videomaterial zu sehen ist.

    Den Aussagen der Rebellen glaube ich, ohne weitere Informationen, prinzipiell nicht mehr. Die haben bereits zu viel gelogen.

  • zop   |   16. Mai 2012 - 21:07

    http://www.youtube.com/watch?v=nl8ltJ7WbA4
    http://www.youtube.com/watch?v=rCylqM4GqIQ

    Zwei Videos von am 15.05.2012 in Khan Shaykoun durch Assads Sicherheitskräfte getöteten Syrern.

    Ein weiteres Video mit weiteren Personen: http://www.youtube.com/watch?v=oghP2vFuRq4

    Es steht Ihnen natürlich frei, die Authenzität der Videos oder der mitgelieferten Informationen anzuzweifeln. Soviel nur dazu, es gäbe keine entsprechenden Videos.

    Die 21 Toten sind augenscheinlich in der folgenden Situation entstanden: http://www.youtube.com/watch?v=uSUKDJw64GY
    Khan Shaykoun, 15.05.2012

    Inwiefern die Übersetzung des Videos verfälschend sein soll dürfen Sie mir gerne erläutern. Verfügen Sie denn über nennenswerte Arabischkenntnisse? Meine sind zugegebenermaßen auf niedrigem Niveau, jedoch konnte ich bei dem was ich verstanden habe, keine den Sinn des Gesagten verändernde Fehler bemerken.

    Nun zu dem in dem Video gezeigten. Die eigentliche Detonation ist ja leider nicht im Bild. In dem von mir verlinkten Artikel werden Aktivisten, FSA und die UNO zitiert. Während Aktivisten und FSA (wie zu erwarten) Assads Sicherheitskräfte verantwortlich machen („The regime dared to attack the procession, however, and then targeted the vehicles of the UN observers from a regime checkpoint,“), spricht die UNO lediglich von einem „bomb blast“, siehe hier: http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=42011&Cr=Syria&Cr1=
    Sie hingegen wissen, dass „die Opposition eine IED unter ein UN Beobachterfahrzeug geworfen“ hat. ( b | 16. Mai 2012 – 16:22 )
    Woher haben Sie dieses Wissen? Verfügen Sie über weiteres Videomaterial des Vorfalls oder waren selbst zugegen? Wenn nein, wie kommen Sie dann zu dieser erstaunlichen Erkenntnis, dass die IED „von den dicht vor dem Fahrzeug stehenden Protestlern dorthin verbracht sein muss“. ( b | 16. Mai 2012 – 18:58 )
    Folgt man ihrer Version des Vorfalls, frage ich mich: Welchen Sinn hat es für die „Opposition“, offensichtlich mit ihr sympathisierende Teile der Bevölkerung (die Personen, die unmittelbar am Wagen stehen), die gegen das Regime demonstrieren, anzugreifen?
    Was ist mit der Person, die die angebliche IED dorthin verbracht hat, geschehen? Unwahrscheinlich, dass das keiner der Umstehenden bemerkt haben soll.

    Nebenbei bemerkt scheint es sich meiner Meinung nach um ungepanzerte Fahrzeuge zu handeln, was jedoch nebensächlich ist.

    In Ihrem Blog wissen Sie, dass es sich um eine unter das Fahrzeug geworfene (Hand-)Granate handelt. (Posted by: b | May 15, 2012 1:43:30 PM)
    Wer diese Granate geworfen haben soll und von wo, bleibt jedoch offen.
    Warum der Wagen der UNO nicht von Waffen von Assads Sicherheitskräften getroffen worden sein kann, da die Detonation unterhalb des Wagens erfolgte, erschließt sich mir nicht. Können die keine Granaten unter Autos werfen?

    Weiterhin zweifeln Sie daran, dass es zum fraglichen Zeitpunkt in Khan Shaykoun Begräbnisse gegeben haben soll, da die UNO in ihren Meldungen davon nichts erwähnt hat.
    In den Meldungen der UNO findet es aber auch keine Erwähnung, dass die Beobachter während ihrer Flucht am Boden liegende Personen überfahren, was man in der von Ihnen verlinkten Version des Videos erkennen kann.
    Man kann sich seinen Teil dazu denken….

  • b   |   17. Mai 2012 - 16:27

    UN officials confirmed to The Associated Press that a four-vehicle convoy was hit by an improvised explosive device while traveling through the town of Khan-Sheikhoun in northern Syria.

    Quelle

  • zop   |   17. Mai 2012 - 17:12

    @b | 17. Mai 2012 – 16:27:

    Ähm … ja. Schauen Sie sich einmal den Link zu der UNO-Website an, den ich bereits gestern Abend gepostet hatte. Dort steht exakt das Gleiche. Insofern ist mir unklar, was Sie jetzt mit der Verlinkung zu einer Drittquelle bezwecken wollen.

  • klabautermann   |   17. Mai 2012 - 18:12

    ich war mal in dieser Region für die VN…..dagegen ist ISAF übersichtlich…..viel Glück die 10 Kameraden