RC N Watch: Ölvorkommen im Norden für die Chinesen

Ein nicht unwichtiger Merkposten für die Entwicklung (Nord)-Afghanistans: Die China National Petroleum Corporation soll drei Ölfelder in den Provinzen Sar-i-Pul und Faryab entwickeln. Die Ölfelder sollen ein Volumen von 87 Millionen Barrel haben.

14 Kommentare zu „RC N Watch: Ölvorkommen im Norden für die Chinesen“

  • Andreas Moser   |   26. Dezember 2011 - 22:23

    „There will be blood.“

  • Heiko Kamann   |   26. Dezember 2011 - 22:38

    Na, da wird ISAF aber schnell seinen Schutzverpflichtungen nachkommen müssen.

  • Georg   |   26. Dezember 2011 - 22:50

    Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass die USA in einem Billion-Dollar Engagement die „Früchte“ der amerikanischen Investion in das Land Afghanistan einfach so den Chinesen überlassen. Bei dem Rohstoff Öl kennen die Amerikaner kein Pardon !

  • Peter   |   26. Dezember 2011 - 23:48

    Nunja, die Chinesen haben die Eisenbahnlinie nicht aus Nächstenliebe gebaut.
    Jeder will was vom Kuchen abhaben.

    Die Frage, die ich mir stelle: Was springt für deutsche Firmen daunten raus? Bergbaurechte für Kupfer vllt?

  • Boots on the Ground   |   27. Dezember 2011 - 1:27

    Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass die USA in einem Billion-Dollar Engagement die “Früchte” der amerikanischen Investion in das Land Afghanistan einfach so den Chinesen überlassen. Bei dem Rohstoff Öl kennen die Amerikaner kein Pardon !

    Dazu empfehle ich folgende infografik von Al Jazeera English: http://www.aljazeera.com/mritems/Images/2011/12/20/2011122073118396580_8.png Richtig, an genau einem Ölfeld ist ein amerikanischer Konzern beteiligt. [Zwar ist Al Jazeera English mit Vorsicht zu betrachten, aber die Infografiken sind informativ: http://www.aljazeera.com/indepth/interactive/2011/12/20111219151636570185.html ]
    Die afghanische Regierung bzw. der das Gebiet beherrschende Warlord wird mit dem Unternehmen seine Geschäfte machen, das selbst sowie dessen Herkunftsstaat den höchsten Gewinnanteil zahlt und die wenigsten Fragen stellt – damit fällt Deutschland schonmal raus. Sowohl hinsichtlich Kupfer als auch Erdöl sollte man beachten, dass zur Förderung beider Rohstoffe die Expertise ausländischer Firmen notwendig ist. Letztere sind allerdings nur bereit zu investieren, wenn ihnen durch die jeweiligen einen Mindestmaß an Sicherheit und Stabilität garantiert wird. Rein theoretisch betrachtet bedeutet das, dass alle Konfliktparteien an einem schnellen Ende der Kampfhandlungen (zumindest um die Fördergebiete und die Transportwege herum) interessiert sind, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Ich verweise auf das Buch „The political Economy of armed Conflict“ – wenn ich mich recht erinnere handelt es sich hier um „highly obstructable“ und „non-lootable“ Rohstoffe.

  • Fred Feuerstein   |   27. Dezember 2011 - 7:02

    87 Millionen Barral sind ja nicht gerade viel. Da wird aber wohl noch mehr sein. Die Eisenbahnlinie wurde übrigens nicht von den Chinesen sondern von den Usbeken gebaut. Die Usbeken werden die Bahn auch betreiben. Finanziert wurde die Bahn von der Asian Development Bank.

  • Rapax   |   27. Dezember 2011 - 8:23

    @Georg:

    Deswegen gehen die Öl-Verträge im Irak auch nur an US-Firmen oder was?

    Egal was die Amerikaner machen, die werden aus einem „Loch“ wie Afghanistan keinen Profit holen.

  • Georg   |   27. Dezember 2011 - 10:09

    @ Rapax

    Aus Nächstenliebe sind die Amerikaner und die Nato aber auch nicht mit ca. 100 000 Soldaten in AFG engagiert. Interessant ist die chinesische Variante. Sie beteiligen sich nicht am Krieg, haben bis 2009 nur ca. 175 Mio $ an Entwicklungshilfe in AFG geleistet, aber fast 4 Mrd $ Direktinvestionen getätigt ( davon 3,5 Mrd $ für die Kupfermiene Aynak in der Provinz Logar ) Wie es ausschaut kassieren sie die Früchte der Wiederaufbauarbeit des Westens.

    Für die Amerikaner und die Briten ist der Irak-Krieg vielleicht nicht so ausgegangen wie gewünscht, denn nach demokratischen Spielregeln haben dort nun die Schiiten das Sagen, da sie die Mehrheit im Lande stellen. Immerhin an 3 von 5 nennenswert produzierenden Ölfeldern im Irak sind amerikanische und britische Ölgesellschaften beteiligt (Shell und BP ) (siehe verlinkte Grafik von Al Jazeera @boots on the ground).

    Wenn man den Eindruck erwecken will, das der Irakkrieg der USA und GB von 2003 nicht von Erdölinteressen getrieben war, dann kann man auch weiterhin glauben das Zitronenfalter Zitronen falten.

  • Mustermann   |   27. Dezember 2011 - 16:16

    Man muss gar kein AFG-Experte sein, um die chinesische Weitsicht zu erkennen. Wenn nach 2014 AFG faktisch in einen von Warlords beherrschten Norden sowie andere Gebiete im Westen, Osten, der Mitte und im Süden zerfällt (mit einer formalen“Regierung“ in Kabul), dann haben die Chinesen bereits ihre Claims abgesteckt. Sie haben kein Problem mit verdeckten Zahlungen und Korruption und sind schlau genug, sich mit entsprechenden Afghanen den notwendigen Einfluss zu sichern. Auch in AFG geht es nur um Einfluss und Macht. Allerdings sind Europäer für diese Art Powerplay schon zu „degeneriert“ und werden nur noch zuschauen können. Es wäre sicher zielführend, wenn alle Europäer in AFG diese Realitäten endlich zur Kenntnis nähmen und ihre blauen Augen weit öffneten. Auch eine weitere Petersberg-Konferenz würde daran nichts ändern.
    Für die Ahnungslosen: einen Auftrag(und die Zustimmung) der afghanischen „Regierung“ erhält man gegenwärtig gegen Zahlung von etwa 30% der nominellen Auftragssumme an den/die entsprechenden Minister bei Unterschriftsleistung. Ist in Bar am gleichen Tag an einen Mittelsmann zu übergeben….

  • Christian   |   27. Dezember 2011 - 19:17

    Dann könnten die Chinesen ja ab 2014 die Aufgabe im Norden übernehmen, die wird eigentlich noch bis zum St. Nimmerleins Tag machen sollen.

  • Heiko Kamann   |   27. Dezember 2011 - 19:20

    @ Christian
    Ich denke nicht das die Chinesen das machen werden (haben die so was schon mal gemacht in den letzten 40 Jahren?). Leistungen dieser Art haben sie sicherlich vertraglich Vereinbart und AFG wird liefern …

  • Georg   |   27. Dezember 2011 - 19:59

    Die Sicherheit im Norden von AFG wird nach 2014 von lokalen Warlords geleistet werden. Die Tadschiken, die Usbeken. die Hazara usw. werden sich nicht von den Paschtunen und den paschtunischen Enklaven im Norden dominieren lassen. Geld zum Aufbau, bzw. zum Weiterbetrieb der vorhanden Milizen wird reichlich vorhanden sein. Geschäfte werden im Westen von AFG über den Iran und im Norden über die zentralasiatischen Republiken oder dem Karakorum Highway nach China getätigt werden. Indien wird über den iranischen Hafen Chabahar und dem Iran als Transitland nach Zaranj und über die neu zu bauende Eisenbahnlinie Mashad (Iran) – Herat den Süden und den Westen AFG mit Waren beliefern können. Die pakistanische Blockade für indische Waren nach AFG ist damit gebrochen. Das ganze wird den Pakistani überhaupt nicht gefallen und sie werden mittels Taliban über den Geheimdienst ISI und dem ihnen hörigen Haqqani Netzwerk so viel wie möglich Unsicherheit in AFG erzeugen. Hoffentlich sind die Amerikaner dann so weit, dass sie Pakistan den Geldhahn zudrehen können.
    Also Sicherheit wird es in den einzelnen Einflusszonen wahrscheinlich geben. In der Mitte wieder der neue, alte Bürgermeister von Kabul, Präsident Karzai mit den Milliarden Hilfszahlungen aus dem Westen. Nur ein zentral regiertes Afghanistan wird es dann nicht mehr geben und offensichtlich ist dies den maßgeblichen Mitspielern von außen wie Iran, Pakistan und China ganz recht so.

  • Georg   |   27. Dezember 2011 - 20:10

    Nachtrag: Und besser ausgebildete Milizen wird es geben, nachdem die afghanische Armee in die ethnischen Volksgruppen zerfallen sein wird. Schließlich muss sich die Aufbauleistung der ISAF in die afghanische Armee ja irgendwie auswirken ! ( Zynic Mode OFF )

  • Christian   |   27. Dezember 2011 - 20:23

    @Heiko,

    das war etwas ironisch gemeint. So von wegen wir haben die Arbeit und die den Profit.