Kosovo-Standoff: Nächste Runde

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Serben im Norden des Kosovo und der internationalen KFOR-Truppe geht weiter. Am Mittwochmorgen richtete KFOR südlich des Grenzübergangs Jarinje eine Kontrollstelle ein – und machte gleichzeitig die, je nach Sichtweise, Alternativrouten oder Schmugglerpfade in diesem Bereich im äußersten Norden des Kosovo dicht.

Aus serbischer Sicht hat KFOR damit das Vertrauen der Bevölkerung im Norden des Kosovo missbraucht: schließlich sei es nicht Aufgabe der internationalen Truppe, die Zugänge aus dem Kosovo nach Serbien abzuriegeln. KFOR hingegen verweist darauf, dass der Grenzübergang Jarinje (KFOR-Bezeichnung Gate 1) benutzbar sei.

Dazu bekam ich heute auf Anfrage aus dem KFOR-Hauptquartier in Pristina die Mitteilung:

This morning KFOR has established a new Vehicle Check Point (VCP) south of Gate 1 in the vicinity of Jarinje in support of EULEX. At the same time the bypass of Gate 1 westwards the river IBAR has been blocked.
Together with EULEX, KFOR started the operation to prevent the use of the bypass westwards the river IBAR for unauthorized border crossing and to control traffic at the new VCP. The Jarinje Administrative Boundary Line (ABL) border crossing point GATE 1 is technically operational and ready to be used.
KFOR can confirm the isolated use of non-lethal gas to prevent two trucks from endangering the security parameters of the new VCP including KFOR and EULEX personell at the new VCP this morning at about 4 a.m.
This situation lasted about 2 minutes.
The use of non-lethal gas by KFOR was short, isolated and justified.
KFOR’s mission is to maintain a safe and secure environment as well as to ensure Freedom of Movement. This operation is fully in line with the framework of KFOR’s mission.

5 Gedanken zu „Kosovo-Standoff: Nächste Runde

  1. „Aus serbischer Sicht hat KFOR damit das Vertrauen der Bevölkerung im Norden des Kosovo missbraucht: schließlich sei es nicht Aufgabe der internationalen Truppe, die Zugänge aus dem Kosovo nach Serbien abzuriegeln.“

    Das sieht die UNSCR 1244 anders:
    9. Decides that the responsibilities of the international security presence to be deployed and acting in Kosovo will include:
    g. Conducting border monitoring duties as required;

    Ansonsten verweise ich nochmals auf diese beiden Presseberichte:

    Kfor: „Wir wissen, dass die Serben uns veralbern“
    http://www.wz-newsline.de/home/politik/ausland/kfor-wir-wissen-dass-die-serben-uns-veralbern-1.813876

    Serben veralbern deutsche Soldaten
    http://www.derwesten.de/politik/serben-veralbern-deutsche-soldaten-id6056974.html

  2. @ Prediger

    Das ist ja fast wie die Zitierweise a la: „Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin. […]“ Da fehlt wohl der entscheidende Nachsatz:
    „Unter den Nato-Militärs wächst der Unmut, wie auf einer Sitzung des Nordatlantik-Rates deutlich wurde. Ein Diplomat zeigt Verständnis: Wir wissen, dass die Serben uns veralbern. Die Situation ist für die Soldaten unangenehm. Aber bei uns herrscht die Vorstellung, dass alles unterbleiben sollte, was die Stellung von Präsident Tadic kompliziert.“
    Wenn das stimmt, dann sollte das ORF-Btl sofort abgezogen werden, alle Operationen an den Grenzübergängen eingestellt werden, um diesen Wahnsinn den Soldaten nicht länger zuzumuten. Das ist eine Ressourecenverschwendung höchsten Ausmaßes und das politische (nicht militärische) Eingeständnis der Unfähigkeit. Liegt aber ganz auf der Linie der letzten 12 Jahre des Aussitzens der Probleme auf dem Balkan. UNSCR 1244 hin oder her.

  3. @KiM

    „Das ist ja fast wie die Zitierweise a la: “Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin. […]” Da fehlt wohl der entscheidende Nachsatz:“

    Leider kann ich Ihnen nicht so ganz folgen, da ich lediglich die Überschriften zitiert und anschließend den entsprechenden Link hinzugefügt habe.

    Steht Ihr Name eigentlich rein zufällig für Kosovo i Metohija, kurz KiM?

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