Künftig 264 Standorte – und alle müssen bluten

Eine Zahl steht fest: Die Bundeswehr wird künftig in Deutschland noch an 264 Standorten präsent sein. Das ist der Kern der Entscheidung, die Verteidigungsminister Thomas de Maizière für die verkleinerte Truppe getroffen hat. Und: alle Standorte, auch diejenigen, die bestehen bleiben, werden mit Abbau leben müssen, im Durchschnitt um 30 Prozent: Es gibt nicht einen einzigen Standort, der ohne Reduzierungen auskommt, sagt de Maizière.

Das ist für den Minister die Konsequenz aus der drastischen Verringerung nicht nur der Soldatenzahl, sondern auch der Zahl der Zivilbeschäftigten: um rund 90.000 Dienstposten, mit und ohne Uniform, schrumpft die Bundeswehr insgesamt.

(Die exakte Liste liegt mir erst seit wenigen Minuten vor, ich habe sie noch nicht detailliert auswerten können. Aber hier gibt es alle 140 Seiten zum Herunterladen:

Die Stationierung der Bundeswehr

Vorsorglich, weil ich ein gewisses Interesse vermute, habe ich sie auch im Ausweich-Gefechtsstand eingestellt, falls es hier zu viele gleichzeitige Zugriffe geben sollte… Zum Vergleich lässt sich dann die Liste der derzeitigen Standorte auf Wikipedia heranziehen.)

(Nachtrag 2015: Der Dienst Posterous, wo die Datei im Ausweich-Gefechtsstand eingestellt war, hat leider den Dienst eingestellt…)

Die Zahl 264 klingt zunächst nach einem massiven Standortabbau. Das Ministerium geht in seiner Berechnung allerdings von einer deutlich niedrigeren Zahl bestehender Standorte aus als in der Öffentlichkeit angenommen – jedenfalls nicht von den immer wieder genannten knapp 400.

So gelten 58 Stationierungsorte mit weniger als 15 Dienstposten künftig nicht mehr als Standorte – damit fallen sie von vorherein aus der Zählung heraus. Fünf Orte, bislang nicht als eigenständige Standorte geführt (darunter merkwürdigerweise auch Jagel mit dem Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann) werden wiederum künftig als Standorte gezählt. Ausgangsgröße (oder: Abholpunkt) sind daher nach offizieller Lesart 328 Standorte.

31 dieser 328 Standorte werden 31 komplett geschlossen (dazu unten mehr). Weitere 33 Standorte werden auf weniger als  15 Dienstposten verkleinert, so dass sie nicht mehr als Standort gelten – so kommt die Zahl 264 zu Stande, die allerdings auch noch nichts darüber aussagt, wie groß die Reduzierungen an einem jeweiligen Standort ausfallen. Das zeigt das Beispiel des baden-württembergischen Standortes Ellwangen: der bleibt zwar erhalten, aber die Zahl der Dienstposten sinkt von über 1.300 auf 30.

Der große Umbau soll in wesentlichen Teilen bis 2015 umgesetzt werden, die Mehrheit bis 2017 – allerdings wird es auch Entscheidungen geben, die nach de Maizières Worten bis weit ins nächste Jahrzehnt reichen.

Zusammen mit dem Ab- und Umbau von Standorten legte de Maizière auch fest, wo die Spitzenkommandos der Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche künftig ihren Sitz haben – fusioniert aus dem Führungsstab des jeweiligen Inspekteurs (der ja künftig nicht mehr dem Verteidigungsministerium angehört), dem Kommando der jeweiligen Teilstreitkraft und dem dazu gehörigen Amt. Das wirkt sich mitunter direkt auf ein Standort aus, zum Beispiel für Glücksburg, dem bisherigen Sitz des Flottenkommandos: Dieser Standort wird komplett aufgegeben.

Das Führungskommando des Heeres wird künftig in Strausberg bei Berlin sitzen, die Luftwaffe in Berlin-Gatow (mit der letztgenannten Entscheidung und dem Aufwuchs des 2. Ministeriums-Dienstsitzes in der Hauptstadt dürfte damit Berlin der einzige Stationierungsort mit Zuwachs sein). Die Marine zieht nach Rostock, die Streitkräftebasis bleibt in Bonn, und der Sanitätsdienst nimmt seinen Sitz in Koblenz.

Die Ministerpräsidenten aller Bundesländer, (fast) alle Fraktionsvorsitzenden im Bundestag und einige führende Oppositionspolitiker in den Ländern (soll heißen: CDU-Parteifreunde) informierte de Maizière direkt telefonisch über seine Entscheidungen. Alle Regierungschefs hätten, wenig verwunderlich, sehr engagiert und sehr sachkundig für ihre Standorte gefochten, sagt der Minister. In einigen wenigen Fällen habe er auch Entscheidungen strukturpolitisch getroffen und nicht, wie sonst, in erster Linie an der Funktionalität eines Standortes ausgerichtet. Details dazu dürfte de Maiziére am Mittwochnachmittag bei seinem angekündigten Auftritt vor der Bundespressekonferenz nennen.

Hier eine Übersicht über die Standorte, die geschlossen werden sollen – mit dem warnenden Hinweis: Auch wenn ein Standort bestehen bleibt, wird es zumeist eine Reduzierung geben, und es kann auch eine signifikante Reduzierung sein. Auch sagt diese Übersicht noch nichts über die Verlagerung wichtiger Kommandos oder Organisationseinheiten:

In Baden-Württemberg werden Hardheim, Hohentengen, Immendingen und Sigmaringen geschlossen. Ellwangen muss mit einer signifikanten Reduzierung rechnen.

In Bayern werden die Standort Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und Penzing geschlossen. München wird signifikant reduziert.

Berlin bleibt, wenig überraschend, als Standort erhalten.

In Brandenburg gibt es keine Standortschließungen, allerdings wird zum Beispiel Strausberg signifikant reduziert (obwohl das künftige Heereskommando dorthin kommt).

In Bremen gibt es signifikante Reduzierungen.

Hamburg bleibt als Standort erhalten.

In Hessen wird der Standort Rotenburg an der Fulda aufgegeben.

In Mecklenburg-Vorpommern werden die Standorte Lübtheen, Rechlin und Trollenhagen geschlossen.

In Niedersachsen schließen die Standorte Ehra-Lessien, Lorup und Schwanewede. Seedorf wird signifikant reduziert.

Nordrhein-Westfalen muss auf die Standorte Kerpen und Königswinter verzichten.

In Rheinland-Pfalz schließen Bad Neuenahr/Ahrweiler, Birkenfeld, Emmerzhausen, Kusel und Speyer.

Im Saarland wird kein Standort geschlossen, allerdings wird Lebach signifikant reduziert.

In Sachsen wird Mockrehna geschlossen.

In Sachsen-Anhalt wird kein Standort geschlossen, allerdings wird unter anderem Klietz signifikant reduziert.

In Schleswig-Holstein schließen die meisten Standorte: Alt Duvenstedt, Bargum, Glücksburg, Hohn, Hürup, Ladelund, Lütjenburg und Seeth. Boostedt und Kiel werden signifikant reduziert.

In Thüringen schließt der Standort Ohrdruf.

133 Gedanken zu „Künftig 264 Standorte – und alle müssen bluten

  1. @McKenzie
    Beim Standort Rheine 1940DP -> 120DP hat man den Trick mit dem Materialdepot auch gemacht. Die öffentlich wahrnehmbare Kaserne wird dichtgemacht. Das Materialdepot ist das einzige was bleibt (nicht einmal selbstständig, sondern nur als Außenstelle). Trotzdem reicht das, damit die Bundeswehr sagen kann, der Standort Rehine wird nicht aufgegeben…

    Zum Thema LL/LTS -> In Celle wird ein „Ausbildungs- und Übungszentrum Luftgestützter Einsatz“ neu aufgestellt. Könnte dies die Fortsetzung von Teilen der LL/LTS sein ?

  2. Gratulation an meinen alten Standort Murnau, ich hatte nicht erwartet das er sich hält.

    Die Führungsunterstützungstruppe wird erwartungsgemäß geschrumpft.
    Das Btl in Sigmaringen fällt, das Regiment 29 in Dillingen a.D., das Regiment 28 in Mechernich, das Btl in Rotenburg an Fulda, das Btl in Visselhövede, das Btl in Havelberg, die ausgelagerte Kompanie in Ohrdruf sowie das Btl in Lahnstein fallen.

    Damit sind die Einschnitte für mich vertretbar da viel Personal im inländischen Rahmendienst eh zuwenig Arbeit und Arbeitsgerät hatte. Lahnstein hatte ich persönlich nicht erwartet aber ich kenne mich dort auch nicht mit der Infrastruktur aus.

    Für den Bereich Köln/Bonn ist zumindest die Gelbe Truppe recht interessant aufgebaut. Ich freue mich auf neue Tätigkeitsfelder und Bewegung in dem Bereich.

  3. @ Michael H.

    Es wird keine zusätzlichen FüUstgBtl geben, es wird knapp die Hälfte aufgelöst. Trotzdem bleiben noch klassische Fernmeldebataillone für die Großverbände erhalten.

  4. @bq @mckenzie
    Schaut mal nach OL. Ausbildungsstandort luftlande-/lufttransport sowie sp fö grp.

  5. @ BQ
    Es muss für Boostedt natürlich Mun und nicht Mat heißen und ja, es ist auch nur ein Lager und damit ebenfalls eine Außenstelle.
    :-)
    Bin aber gespannt ob die direkt neben dem Kasernenzaun gelegenen Liegenschaften wie StOÜbPl und die StOSchAnl erhalten bleiben? Soll ja DSt im Land geben, die sowas ab und zu brauchen und nicht vor der Haustüre haben.
    Zwei Gewinner der Reform stehen aber bereits fest:
    Travelmanagement und BwFuhrparkService
    ;-)

  6. Wurden denn jetzt schon Informationen und/oder Konzepte preisgegeben, wohin Aufgelöste Einheiten verlegt werden? (Insbesondere die 200er FernSpähLKp, sowie die Operativen Kräfte aus Roth – man kann sie ja nicht in 10 Jahren einfach verschwinden lassen)

    Ich denke man muss sich endlich davon verabschieden jährlich bei x-tausend Soldaten 10-20 Automatiksprünge durchzuführen. Wozu? Viele brauchen die Befähigung nicht aktiv, sondern nur für das dumme Stück Blech/Stoff an der Brust. Kostet nur Geld. In entsprechenden Einsatzvorbereitungen und bei entsprechenden Kräften kann man gezielt trainieren, das dauert nicht lange und ist zielführender.

  7. Auweia… Dem Panzerstrafbataillon Torgelow nimmt man die Leoparden und das glorreiche Palmenbataillon 33 sattelt um auf PUMA. Da wird der ein oder andere mit dem schwarzen Hut schon heftig schlucken.

    Was die Sanität betrifft, so ist es noch nicht recht klar, was sich unter „Regionaler Sanitätsversorgung“ versteckt. Dazu beabsichtigt der Inspekteur der Sanität morgen Näheres auf der Internetseite des ZSanDBw bekanntzugeben.

    Die Einschnitte sind aber massiv, so fällt das Prunkstück der Einsatzausbildung der Sanität (das ZEUS in Feldkirchen) komplett weg – die Frage ist, wo es zukünftig abgebildet wird. Auch die Auflösung der Regimenter wirft unzählige Fragen auf, zumal man z.B. einen goßen StO (Ahlen) mit einer AufklärungsKp und einer RekrutenKp noch nicht einmal ansatzweise auslastet, an einem kleinen StO wie Rennerod aber festhält. Die Logik dahinter muss erst einmal verstanden werden…

  8. Hat jemand Holzdorf entdeckt? In der Auflistung wurde es nicht bedacht. Weiß da jemand Näheres?

  9. @ Philip Runge:

    Alles wunderbar aufgelistet! Aber da haben wir doch einen recht großen Standort der Marine vergessen: Nordholz!

    Nix für ungut, FLY NAVY

  10. Es ist erstaunlich wieviele FschJg hier ihr (Un-) Wesen treiben. Typisches Beispiel von Herz über Kopf. Denn durchsetzungsfähige Infanterie fällt nicht vom Himmel sondern fährt gut gepanzert.
    Die Nostalgiker des Massensprungs sollen einfach mal überlegen wie der Nachschub und die Feuerunterstützung für LL Kräfte wetterunabhängig gewährleistet werden soll. Nach 2-3Tagen wäre der Spuk zu Ende. Es gibt eher zuviel als zuwenig LL-Kräfte in der BW.

  11. „Lustig“, welche Schneise der Insp der SKB durch sein Heimatland Schleswig-Holstein schneidet – und gleichzeitig in Lübeck immer wieder versucht, als „verdienter Admiral“ seiner Heimatstadt wahrgenommen zu werden. Vielleicht sollte man seine diesbezüglichen Verdienste mal auf einer klassischen Balkenwaage darstellen. Das würde Einiges relativieren…

  12. @JeffCostello: Wenn ich mir den Anteil der Fallschirmjägertruppe am aktuellen Einsatz in Afghanistanseinsatz ansehe, gibt es da eher zuwenig als zuviel. Im Prinzip stimmt es aber natürlich, dass die Bundeswehr mechanisierte und (luft-)bewegliche Infanteriekräfte braucht.

  13. Aber mal ehrlich Hand aufs Herz:

    Die Fallschirmjäger im Einsatz machen, mit Verlaub, genau das, was ich früher von den Jägern kannte – den Kampf mit und von Transportfahrzeugen (allerdings nicht mehr 2to sondern nun eben Dingo & Co). Das ist eher der an der Grenze zu den Grenadieren und hat nichts mehr mit LLOperationen in kleinem oder großem Stil zu tun. Ich habe auch nur einen einzigen (deutschen) Einsatz aus der jüngsten AFG-Geschichte im Kopf, in dem man nennenswerte Infanteriekräfte via LTrsp in einen Einsatzraum verlegt hätte. Daher verstehe ich auch den Aufwuchs bei der „mechanisierten“ Infanterie, auch wenn ich es befremdlich finde, dafür PzBtl umzuwandeln :-)

    Zugegeben, das Altenstadt fällt, hätte ich nicht erwartet, obwohl man diese Tendenz schon 2006 spüren konnte. Damals wackelte die LTrspSchiene und die damit verbundenen Lehrgangsplätze und es wurde recht deutlich darüber gesprochen, das sich mit einem Wegfall dieser das Thema LLSchule erledigt hätte. Mit der Auflösung der Transportgeschwader in der Nähe ist diese Schule nun tatsächlich nicht mehr haltbar.

    Was mich wundert, ist die Tasache, das wir uns eine Gebirgstruppe in diesem Ausmaß leisten. Ich hätte da eher einige von diesen Einheiten in „normale“ JägerBtl umgewandelt…

  14. da fehlt es wohl weniger an FschJg als eher an einfacher Infanterie ! …
    ich wüsste nicht wozu man in Afg FschJg bräuchte was nicht auch Jg oder PzGren könnten.

  15. Streitet Euch doch nicht. Die „warum gibt es eigentlich immer noch“ – Debatten führen uns letztlich nicht weiter. Klar, dass keiner von uns ungeschoren davon kommt. Sich die LL-Fähigkeit zu erhalten ist ebenso wichtig, wie Lufttransportkapazitäten nicht zu privatisieren (die Idee wurde immer wieder gerne von BWL-studierenden Kameraden angebracht). Letztlich sind Standortschließungen immer schmerzlich, wenn man dort eine gute Dienstzeit verbracht hat. Umgekehrt gilt das aber auch.
    Wo wir gerade dabei sind: Ein Kamerad sprach es bereits vor einigen Stunden hier an, aber was wird bspw. aus Auslandsaltlasten wie dem Wortmonstrum TaktAusWbZFlaRak USA? Die US-Fla ist nach Ft. Sill abgehauen und unsere Luftverteidiger dort rechtfertigen ihre Anwesenheit mit…was eigentlich? Aber die Polemik beiseite lassend: Ein unbestätigtes Gerücht lautet, dass die Jungs nach Husum umziehen und an das Geschwader geflanscht werden. Wer weiss mehr? – Ein Luftwaffensoldat mit Springerabzeichen

  16. @Andreas hatte sich über die Bezeichnung „Kommoando Spezialkräfte Marine“ gewundert.
    Ich denke, dass es sich in erster Linie um eine Angleichung ans KSK handelt, da dieses und die Kampfschwimmer vergleichbar sind. Dem neuen Seebataillon werden m. W. zukünftig die bisherigen Marineschutzkräfte, die Boardingkompanie und die Minentaucher angehören.

    Für mich bei den Standortentscheidungen Marine überraschend ist die Beibehaltung aller drei Ostseestützpunkte. Da würde mich schon die Begründung des Erhalts von Warnemünde interessieren. Die Überraschung bei der Lw ist aus meiner Sicht der Erhalt von Wittmund als vierte Eurofighter Basis.

  17. @ Flieger: Mal unter „Schönewalde“ nachschauen. Es bleiben „Teile“ des HSG64 erhalten. Was auch immer das bedeuten soll. Ich vermute, dass geplant ist, eine CSAR Staffel in Holzdorf zu erhalten. Eventuell auch mit neuem CSAR Hubschrauber. Aber das sind nur meine persönlichen Einschätzungen. Der Rest der CH 53 Flotte geht dann nach Laupheim.

  18. @JeffCostello, Ben, paramedic et.al.

    1. Ist zwar etwas off-topic, aber hier sollten mal einige über den kleinen deutschen Tellerrand schauen! Die Amis haben in dem letzten 30 Jahren ein halbes Dutzend (!) Sprungeinsätze zwischen Kp und Btl+ gemacht . Die Russen ebenfalls. Und die Franzosen haben 1978 einen Sprung mit Btl- gemacht um MilEvakOp von 100+ Zivilsten durchzuführen.

    Wir sind die EINZIGE größere auf diesem ganzen Planeten Armee in der seit Jahrzehnten der Fallschirmsprung angezweifelt wird (und auf den deutschen Gröfaz der 1941 diese Legende in die Welt gesetzt hat sollte man sich glaube ich lieber nicht berufen).

    @Sascha Stoltenow
    OL als AusbStützPkt macht doch gar keinen Sinn, da ist zwar ein Sprumgturm und ein Trockenturm, aber man kann doch 100 Lehrgangsteilnehmer nicht jeden Morgen zum nächsten Fliegerhorst karren.. CH ginge natürlich gut, aber davon haben wir ja eh nicht genügend Flugstunden…

    Und die beiden Rgt in Seedorf und Zweibrücken werden zukünftig von der LLBrig in LEBACH geführt. Definitiv NICHT sinnvoll…

  19. @ Koffer
    interessant was nicht erwähnt wird.
    Alle großen Nationen halten Marineinfanterie in wesentlichem Umfang für Interventionen bereit. Hier hat D seit Anbeginn eine Fähigkeitslücke.
    Die Ausplanung von Teilen der Jägertruppe als Gebirgstruppe ist mit Bezug auf die Geschichte und zur Ergänzung des europäischen Potenzials zweckmäßig.

  20. Hier mal das ganze als Kästchen-Gemälde fürs Heer (die Zuordnung OA/UA/FA-Btl sind reine Vermutungen):
    http://s1.directupload.net/file/d/2689/p83lsfww_pdf.htm

    Gemäß der Grobstruktur waren folgende Einheiten noch vorgesehen:
    – je 1 Ustg/EinsBtl je Div
    – 2 na PzBtle (davon eins wahrscheinlich Torgelow)

    Die sind gar nicht aufgeführt. Ebenso werden die anderen na Truppenteile, die jetzt schon existieren, nicht erwähnt.

    Horrido!

  21. @JeffCostello

    Das mit der Marineinfanterie sehr ich genauso! Insbesondere vor dem Hintergrund der langfristigen Planung für ein JSS!

    Das Seebattaillon kann das definitiv nicht.

    Zweckmäßig wäre hier meines Erachtens ein doppelter Hut für die LLBrig. Ginge gut vom StO Seedorf her (nicht weit von Wilhelmshafen), ginge gut vom Konzept „schnelle Anfangs/EndOp“ um ginge gut vom „Mindset“.

  22. Eine gesonderte Marineinfanterie ist noch weniger sinnvoll als Falschirmjäger mit dem Automatikschirm abzusetzen. Wir haben nicht geostrategische und hoheitliche Interessen in Übersee, die soetwas wie expeditionary fightingforces benötigen würden. Davon abgesehen das Deutschland sich das nichteinmal im Ansatz leisten möchte.

    Das JSS wird mit normalen Jägern, Panzergrenadieren oder Fallschirmjägern mit ihren Hubschraubern bedient.

  23. @Ben: Dann frage ich mich, warum man nicht einfach Jg oder PzGren hinschickt.

    @Koffer: Die Brigade führt doch nicht in dem Sinne, dass man sie wirklich am Standort braucht. Von daher ist es eigentlich egal. Gut und richtig wäre es gewesen, sämtliche Luftlandekräfte an einem Standort bzw. in einem Raum zu konzentrieren, ähnlich wie Ft. Bragg als „Home of the Airborne“, wo nebenan direkt die Pope AFB ist.

  24. Verstehe einiges an der Reform nicht. So wird z.B. der TrÜbPl direkt vor dem Kasernentor zugemacht. Statt 15 Minuten fahren wir bald 120 Minuten zu Schießvorhaben. Wieso? Wirtschaftlich kann dies nicht sein…

  25. Ich drücke es mal überspitzt aus:
    Das Problem der durchsetzungsfähigen, gut gepanzerten Infanterie ist, dass sie ihren Panzerschutz nicht aufgeben will und deshalb gut gepanzert auf den Hauptverkehrsstraßen durch Hinterhalte durchstößt, ohne sich auszuwirken. Die FschJg sind dagegen schlicht weg verrückt genug, den Panzerschutz zurückzulassen und den Gegner im abgesessnen Gefecht niederzukämpfen. Das sollten GebJgTr und JgTr zwar auch können, aber wenn man sich die Meldungen von ISAF anschaut, scheint die Brig 23 doch eher das Verteidigungsgefecht auf große Distanz geführt zu haben, während taktische Erfolge durch FschJg mit PzGren-Unterstützung erzielt wurden. Die Kommentare von Leuten, die mit FschJg im Einsatz waren, kenne ich am häufigsten mit: sehr gut ausgebildet, hoch professionell und wahnsinnig!

    @JeffCostello
    Bis man ähnliches über andere Truppenteile sagen kann, sollten wir die Wahnsinnigen besser noch eine Weile behalten. Und dieser Wahnsinn kommt in nicht geringem Maße aus der Tatsache, dass die Jungs aus intakten Flugzeugen springen und es gut finden. Die spezialisierten Kräfte des Heeres haben nämlich tatsächlich eine spezielle Gliederung, Ausrüstung und Einstellung. Von der Einheitsinfanterie halte ich vor diesem Hintergrund überhaupt nichts. Und wenn man den vorletzten Satz liest, könnte man den auch 1:1 auf US Marines oder Royal Marine Commandos anwenden. Eigene Marineinfanterie fände ich auch gut, die wären vermutlich auch nicht ganz normal, aber die will dieses Land sich ja nicht leisten.

    @Koffer
    Und gerade weil die FschJg spezielle Fähigkeiten (LL-Verfahren, MilEvakOp, OpIK, schnelle Anfangsoperationen, etc.) haben, kann man denen nicht auch noch den Hut amphibische Operationen aufsetzen. Da gibt es in zivilisierten Staaten nicht umsonst Marineinfanterie für, weil das Aufgabengebiet verdammt komplex ist.

    @ Sascha Stoltenow
    Vor dem Hintergrund der Spezialisierung, bin ich auch nicht so sicher, ob das Herz tatsächlich noch bei der Neigungsgruppe Sprungdienst in Altenstadt war oder doch eher in den Verbänden liegt, die schon deutlich mehr durch Pfullendorf und den Einsatz geprägt werden.

  26. @ Sascha Stoltenow

    „Dann frage ich mich, warum man nicht einfach Jg oder PzGren hinschickt.“

    Macht man doch, dieses Jahr ist (war) 292 dran und nächstes Jahr das JgRgt 1 – zumal die PzGren zusätzlich zu ihren Marderzügen auch ständig gehen, siehe 212 diese Jahr und die 122er letztes. Selbst PzBtl stellen mittlerweile InfKp für KDZ, siehe 33 im Moment. Kann die bordeauxfarbene Brille nachvollziehen, allerdings ist die hierbei gerade nicht angebracht ;-)

  27. @Voodoo

    Tschuldigung, aber das ist Blödsinn!

    Die PzTr stellt die SchtzKp, nicht eine InfKp! Das sind zwei himmelweite Unterschiede!

    Tatsächlich war dieses Jahr EIN (!) PzZg als InfZg in AFG unterwegs und die waren vorher 13 Monate (!) umgeschult worden!

    Und die Jg und PzGren werde zwar in der Tat auch geschickt, aber nicht in dem Takt wie die FschJg und zudem nicht als erste, sondern bisher immer als Folgekräfte.

    @Sascha Stoltenow
    Das mit der Führung durch die Brig wäre iO, wenn es 100 oder schlimmstenfalls 150km wären, aber quer durch Deutschland?! Das hatten man in der 31 schon mal einige Jahre (mit dem abgesetzten Btl 373) und da hat sich das auch schon nicht bewährt…

    Und darüber hinaus sind die beiden Brigadeeinheiten (Aufkl/Pio) in Seedorf stationiert, eines der FschJgRgt und die BrigFhrg aber im Saarland/RLP, wie soll man denn da sinnvoll und kostensparend Pios und Aufklärer einbinden?

  28. @ Koffer

    In Kundus haben wir bald zwei PzZg in der SchtzKp (umgeschult), zusammen mit 1 x PzGren und 1 x FschJg.

    @ Topic

    Mich wundert es, dass es überhaupt noch so viele Standorte gibt.
    Ehrlich gesagt finde ich es im Grunde gut, dass viele kleinere Standorte zugemacht werden, da wir immernoch eine große Streuung kleinerer Standorte haben. Man muss die Sache wirtschaftlich angehen und auch im Hinblick auf die Verfügbarkeit geeigneten Übungsraumes sinnvoll. Dort haben wir immernoch haarstreubende Zustände, wenn Verbände für verschiedene kleinere Übungen quer durchs Land verlegt werden müssen und häufig alleine üben und nicht als Verbund.

    Von daher plädiere ich für Standorte etwa ab Regimentsstärke, die Brigaden zusammen und bitte nicht immer am Ende der Welt und mit Zugang zu vollwertigen Übungsplätzen mit allen nötigen Einrichtungen. Das ist möglich. ^^

  29. Mit dem Jagdbombergeschwader 32 wird der einzige Jet-Verband der Luftwaffe, der je im Kriegseinsatz war und eine Fähigkeit hat, die nicht gerade in Massen in NATO und EU vorhanden ist, aufgelöst. Muss man das verstehen?

  30. @Niklas

    Nochmal! Die SchtzKp ist KEINE InfKp!

    Die InfKp sind seit ca. einem Jahr in den ASB und nirgends sonst.

    Man sollte endlich aufhören zu behaupten, dass das Beherrschen „allgemeiner Aufgaben im Einsatz“ (denn um nichts anderes geht es in der SchtzKp) jemanden zum Infanteristen macht!

    EIN PzZg war Anfang diesen Jahres als infanterieähnliches Konstrukt im ASB MeS eingesetzt (und wie gesagt nach 13 Monaten Umschulung).

    Genau dieses Denken (das nämlich eigentlich jeder Infanterist ist, weil ja jeder eine AGA hat) hat uns in den aktuellen Schlamassel gebracht :(

  31. Wie sagte ein Kamerad heute morgen. Bleib ruhig es könnte schlimmer kommen.

    Ich blieb ruhig… und es kam schlimmer.

    Es war einfach toll, heute beim Antreten zu sehen, wie der Kommandeur die bevorstehende Auflösung der Heeresflieger in Rheine bekannt gab und keine 50m weiter die Handwerker an der neuen CH-53 Halle weiterbauten.
    Ja, hier wird wirklich Geld gespart und streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und vorhandener Infrastruktur entschieden. (Ironiemodus aus)

    Wir.wurden.aufgelöst.

  32. Zitat Stationierungsbroschüre Seite 3:
    „Die Belange der Menschen in der Bundeswehr und in den Garnisonen und Gemeinden
    wurden – wo immer möglich und funktional vertretbar – berücksichtigt.“

    Auf den Standort Bonn trifft das definitiv zu.

  33. @ Insider

    Die gleiche Beobachtung, das an Hallen renoviert wird, während der Minister die Schließung des StO bekannt gab, habe ich heute auch gemacht.
    Zufällig habe ich im Vorbeigehen einen Wortfetzen aufgenommen, wo ein Malergeselle zu einem Anderen gesagt hat, wie ich wusste gar nicht, dass du nicht fest angestellt bist.
    Ich habe mir für meinen Teil gedacht, und nach dieser StO-Entscheidung wird dich dein Chef auch nicht mehr fest anstellen, weil ihm ansehnliche Aufträge wegfallen.

  34. @ Insider

    Auf den Standort Oldenburg trifft das auch zu.
    Wenn man jetzt mal schaut wessen Wahlkreis das ist ……..

  35. @Vodoo
    Zu wenig Linieninfanterie und zu wenig Spezialinfanterie (bei „Spezial“-Infanterie allerdings nicht die Anzahl der Btl, denn mit 7 war es ja bisher ganz gut, sondern die Auffüllungsgrade mit Sdt).

    Mannschaften (nicht Spezialisten, sondern normale Gewehrschützen) zum dritten mal in drei Jahren im Einsatz und unter Beschuss.

    Ausbildungsaufträge für Infanterie OMLT für nicht InfOffz/Fw.

    Und auch in der neuen Struktur sehen wir es ja: es fehlt ein PzGrenBtl und zwei Jägerbataillone für eine sinnvolle Ausgestaltung der mechanisierten Brigaden.

    Die absurde Idee jeder sei in „Zweitrolle“ Infanterist.

    Und das Schlimmste: Offensichtliche Überforderungssituationen von Nicht-Infanteristen in AFG die in dieser sog. „Zweitrolle“ eingesetzt werden und deswegen Ihren Bock einfach nicht verlassen, weil sie glauben Panzerung gibt Schutz (wo jeder Infanterist weiß, dass zumeist Dynamik, Bewegung und kontrollierte Aggressivität Schutz gibt)…

  36. So absurd ist die Idee gar nicht. Nur kann und darf eine Zweitrolle nicht als Hauptrolle im Einsatz angesehen werden, es sei denn der bärtige Mann steht kurz davor einen OP zu überrennen. Und sowas wird nicht daheim am Schreibtisch anhand einer SBL 12 Monate vorher festgestellt.

  37. @Thomsen

    Man kann nicht in „Zweitrolle“ Infanterist sein.

    Man kann ja auch nicht in „Zweitrolle“ Artillerist sein.

    Die Ausbildung für Infanteristen (Mannschaften) bis sie einsatztauglich für echte Einsätze sind dauert (wenn man Standard-Bw-Ausbildungsmethoden nutzt) 15 Monate.

    Die Ausbildung für Fw und Offz ca. 4 Jahre.

    Das kann man nicht in Zweitrolle machen.

    Was viele Typen glauben was Infanterie ist, ist AGA und allgemeine Aufgaben im Einsatz, aber da geht es um Eigensicherung und Überleben auf dem Gefechtsfeld. Das ist NICHT Infanterie :(

  38. Dann nenne ich es halt nicht „Infanterist“, sondern „Kämpfer“, dann haben wir – denke ich – aureichenden Unterscheidungsspielraum. Ist halt ne Definitionssache.

  39. @ Koffer

    Hummeln im Hintern??

    Hab ich behauptet die Panzerjungs seien Infanteristen? Nein.
    Denke ich das? Nein.
    Ich hab nur erzählt, wie die nächste Schutzkompanie zusammengesetzt ist.
    Ein Infanterist ist normalerweise nach mind. 18 Monaten intensivem, lückenlosem Training ausgebildet, ohne jegliche Spezialverwendungen.

    Also mal Puls senken und mich nicht grundlos der Ketzerei bezichtigen.

  40. Ich denke es ist tasächlich eine Definitionsfrage, bzw. eine des Blickwinkels. Die Infanterie hatte nun einmal früher den Ruf und die Eigenschaft, das für sie am wenigsten Ausbildung benötigte wurde und somit war irgendwie jeder Infanterist, der nichts mit mechanisiertem Einsatz zu tun hatte oder eine schwere Waffe bediente.
    Dies änderte sich im Zuge der Technisierung aber immer mehr und heute im System- und FzVerbund IdZ, RoE-konformen Einsatz usw. steckt eben doch unheimlich viel Ausbildungszeit und Aufwand dahinter.

    Nichstdestoweniger würde ich einen Grunt mit Waffe zu Fuss in AFG immer noch als Infanterist bezeichnen, allein schon wegen der historischen Begriffsherkunft ;-)

  41. Zu der Fallschirmjäger vs. Jäger Geschichte.

    Es mag sein das die Fallschirmjäger die besseren Infanteristen sind. Dies wird aber meiner Ansicht nach schlicht dadurch begründet, das ein Fallschirmjäger von der ersten Sekunde beigebracht bekomt:“ Jungs! Wenn ihr in der Scheiße steckt, wird niemand kommen um euch zu retten! Ihr müsst lernen zu kämpfen um zu überleben!“
    Natürlich führt das dazu das man als Infanterist agressiver wird, wenn man weis man wird nicht durch schwere Waffen unterstützt oder von einem gepanzerten Fahrzeug in Sicherheit gebracht werden. Wirkung vor Deckung!

    Jetzt kommt das große ABER!

    Die Jäger haben das auch mal gekonnt! Nur wurden die JägerBtl`s eben in den letzten Jahrzehnten massiv zusammengestrichen. Dabei ist viel Fachkompetenz verloren gegangen. Das wird jetzt wieder mühsam erlernt werden müssen.
    Deshalb wehre ich mich dagegen, die Fahrzeuge der BW nur an ihrem Schutz zu messen. Der GTK Boxer für die Jäger ist schon durchaus richtig gedacht. Er ist schnell und geländegänig. Seine Aufgabe ist es schlicht die Jäger bis auf 200m an die Feuerlinie heran zu bringen. Jäger unter Deckungsfeuer absetzen und sich auf eine neue Position zurückziehen. Er ist NICHT dazu gedacht für die Jäger die Feuerüberlegenheit herzustellen. Den Jäger sind eben keine Panzergrenadiere die MIT dem Fahrzeug kämpfen. Jäger kämpfen dynamisch und können schneller klammern, Panzergrenadiere kämpfen statischer dafür mit mehr Durchsetzungskraft.
    Wenn die Jäger aber nun wie Panzergrenadiere ausgebildet werden, dann ist das kein Wunder, das sie keine richtige Wirkung erzeugen können und nach immer schweren Waffen gerufen wird. Das ist dann aber schlicht ein Ausbildungsmangel und ein sehr gefährlicher Fehler.

  42. @mwk
    Auflösung laut Meldung der Augsburger Allgemeinen nicht vor 2017? Wäre mal interessant, wo die ihre Info herhaben. Vor einer Woche berichtete die gleiche Zeitung noch voller Stolz , „das JaboG 32 ist gerettet“

  43. Die Ausbildung der Infanterie war früher wesentlich umfassender als sie es heute ist, weil die Einsatzvorbereitungszeit und die Stehzeit zu kurz und die unproduktiven Phasen zu lang sind. Die Infanterieausbildung war (und ist?) allerdings nicht intellektuell fordernd und stimulierend ;) Der Infanterist beherrscht das Gefecht bzw. den Einsatz
    – auf Trupp-, Gruppen-, Zug- und Kompanieebene,
    – im bewaldeten, urbanen und gebirgigen Gelände inkl. CRC, Luftlandeoperationen, Patrouillen etc.,
    – mit allen Waffen, die der Infanteriekompanie zur Verfügung stehen,
    – in Angriff, Verteidigung und Verzögerung, besonderen Gefechtshandlungen und Stabilisierungsoperationen.
    Und das dauert. Fast kein Gebirgsjäger, der nach Astan geht, hat eine vollständige Gebirgs- und Winterkampfausbildung, ganz zu schweigen vom Rest.

  44. @Niklas
    Dann habe ich Sie falsch verstanden. Mea culpa. Aber es klang wirklich so als müsse nun ein Scheiterhaufen errichtet werden ;)

    @Thomsen
    Jeder Heeressoldat ist ein „Kämpfer“ (nicht ein Kampftruppensoldat), aber ein Kämpfer. Das hat nichts mit Erst- oder Zweitrolle zu tun, sondern mit dem alten Grundsatz „jeder Heeressoldat sichert sich überall, jederzeit und selbst“.

    Nett und sehr deutlich formulieren das auch die US-Marines „every Marine is a rifleman“, naja von diesem Verständnis sind wir leider noch Lichtjahre entfernt.

    @Vodoo
    Das ist beim besten Willen keine Frage des Blickwinkels.

    Infanteristen brauchten schon immer ca. 15 Monate bis zur Gefechtstauglichkeit. Das man in Zeiten des kalten Krieges Infanteristen und PzGren als „Massenware“ betrachtet hat stimmt natürlich, aber deswegen war die Ausbildung nicht kürzer.

    Und für das was Sie meinen „Sdt mit Waffe zu Fuß“ würde ich einfach „Heeressoldat“ sagen. Denn das sollte jeder DEU Heeressoldat können.

    Infanterie hingegen ist eine Truppengattung, eine AVR, eine ATB oder was auch immer, aber bestimmt nicht einfach und bestimmt keine „Zweitrolle“

    @Bang50
    100% Zustimmung.

  45. Öh, ich war mit dem Begriff „Infanterie“ im 17./18. Jhd, nur so als Verständnis. Da hieß das nämlich nicht mehr als „Fußsoldat“. Dachte mit meiner anschließenden Beschreibung der zunehmenden Technisierung bis heute wäre das deutlich geworden ;-)
    Ich mag die Beschreibung der Marines, einigen wir uns einfach darauf, das jeder Rifleman aber eben nicht jeder Infantryman ist…

    Und Bang50 hat das präzisiert, was ich seit einiger Zeit hier geschrieben habe: Es gab mal eine Zeit im Heer, da galten die Jäger als Experten für das, was wir heute im Einsatz machen, also Kampf in unwegsamen Gelände, Orts- und Häuserkamp etc. etc., weil die FschJg eben schon damals wesentlich spezialisierter in ihrem eigenen Bereich waren. Diese Kompetenz ging aber fast vollständig verloren, weil man Jäger als überflüssig erachtete. Dies rächt sich heute bitterlich und man missbraucht die einzigen Verbände, die noch über ähnliche Fähigkeiten verfügen.

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