Dauerbrenner: der unsichtbare Panzer

Schade, dass die AP-Videoredaktion anscheinend nicht mal vorher im Internet stöbert, bevor sie so eine Art Werbevideo veröffentlichen.

Wir reden über Kriegsbilder

Wer heute um 17.00 Uhr noch nichts vorhat und einen Internetanschluss in seiner Nähe: Beim Kollegen Fiene von Was mit Medien reden wir über Kriegsbilder. Ich und andere.

Zwei Welten prallen aufeinander

Unternehmenskultur kann so entscheidend sein. Please rise for the commander, Bitte stehen Sie auf für den Kommandeur, tönt es durch den Briefing-Saal der alten Luftwaffenkaserne in Münster zu Beginn des Mission Update Briefings. Während die Soldaten sich sofort erheben, grummeln die Zivilisten im Saal. Aufstehen? Nur weil der General reinkommt?

Zwei Welten prallen aufeinander in der Übung Common Effort, zu der Generalleutnant Ton van Loon, Kommandeur des Deutsch-Niederländischen Korps, in dieser Woche nach Münster eingeladen hatte. Die Idee des niederländischen Drei-Sterne-Generals: Bevor Soldaten und zivile Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, aus UN und Regierungen in den Wirren eines Krisengebiets aufeinander treffen, sollten sie zuvor schon mal miteinander geredet haben – und vor allem wissen, wie die jeweils andere Seite tickt. Denn in Kriseneinsätzen werden beide Seiten darauf angewiesen sein, bestmöglich miteinander zu arbeiten, um gemeinsam die Situation zu bewältigen.

Van Loon und sein Stab haben deshalb Neuland betreten. Zu der Übung, in der ein Szenario in dem fiktiven afrikanischen Land Tytan mit Grenzkonflikten, Flüchtlingsproblemen, kriminellen Banden, bösen Nachbarländern und Naturkatastrophen abgearbeitet wurde, waren die zivilen Akteure in dem Krisenstaat diesmal nicht Rollenspieler fürs Militär: Die Hilfsorganisationen waren echt, die Diplomaten waren echt, und selbst die UN-Vertreter waren aus ihren echten Arbeitsgebieten New York oder Uganda angereist. Sie spielten sich sozusagen selbst – und machten damit die Friktionen zwischen militärischer und ziviler Seite nicht zu einem von der Regie vorgegebenen Teil des Rollenspiels, sondern zu einem Abbild der Realität. weiterlesen

Zu wenig Zivilpersonal?

Bei der Reform, pardon, Neuausrichtung der Bundeswehr zeichnet sich eine Konfliktlinie zwischen Regierung und Opposition ab, die ich in dieser Härte nicht vermutet hätte. Verteidigungsminister Thomas de Maizière will ja, wie verkündet, mit der Verkleinerung der Truppe auf 175.000 bis maximal 185.000 Soldaten auch die Zahl der zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr deutlich verringern – 55.000 Dienstposten ist das angepeilte Ziel.

Dagegen macht jetzt die SPD klar Front. Ihr Verteidigungs-Obmann im Bundestag, Rainer Arnold:

Die von Verteidigungsminister de Maizière vorgelegte Grobstruktur für die Bundeswehr bedeutet eine Verringerung von derzeit 220.000, auf 185.000 Soldaten. Um die schrumpfenden Streitkräfte für ihre eigentlichen Aufgaben zu befähigen, wäre ein Gesamtumfang von mindestens 62.000 zivilen Dienstposten notwendig, wie Berechnungen der Projektgruppe Bundeswehrreform ergaben. Das deckt sich mit den Erfahrungen anderer Länder, die die Wehrpflicht bereits abgeschafft haben: dort haben zivile Beschäftigte deutlich mehr Aufgaben übernehmen müssen.

(..)

Die Strukturreform kann nicht gelingen, wenn an der geplanten Reduzierung des zivilen Personals in den Wehrverwaltungen um 20.000 Dienstposten festgehalten wird. Wenn alle Fähigkeiten der Streitkräfte bei deutlich weniger Personal erhalten bleiben sollen, ist das ein Widerspruch in sich. So kann der Minister – wie von ihm selbst angekündigt – die zivilen Beschäftigten nicht auf dem Weg der Reform mitnehmen.

(Die komplette Pressemitteilung hier.)

Mit anderen Worten: Bei einer kleineren Truppe muss, sagt die SPD-Opposition, das Verhältnis von Zivilen zu Soldaten zugunsten der zivilen Mitarbeiter aufwachsen. Das wird natürlich bei einer Reform, die nicht zuletzt den finanziellen Spielräumen geschuldet ist, ein Problem…

Luftwaffe: Wir sind Papst

Und noch der Nachtrag zum gestrigen Donnerstag: Der Papst mit Eurofighter-Eskorte. Natürlich nicht als religiöses Oberhaupt, sondern als Staatsoberhaupt des Vatikans.

(Foto: Luftwaffe/JG73)

Nachtrag: Innerdeutsch ist der Papst dann gleich mit der Luftwaffe weitergereist.