39 Gedanken zu „EuroHawk zum Angucken

  1. Also wie der Sprecher das „Eurohawk“ ausspricht, da kringeln sich bei mir die Fußnägel. Die verantwortlichen Soldaten der Luftwaffe müssen auch irgendwo aus einer Kiste gesprungen sein. Wie schön doch ein Stabsoffizier der Lw mit vielen Worten und wenig Inhalt erklären kann, das es mehr als einen Piloten braucht. Ja aber wie viele denn? „Ein Set voller Piloten“ ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

    Ich hoffe dieser Typ ist nicht offizieller Pressesprecher von irgendwas oder irgendwem. Höchstens von einer Kaspertruppe, zumindest den bunten Stickern auf seiner Fliegerkombi? nach.

  2. Das schöne an dem Gerät ist die Einsatzhöhe. Es ist keine Einrichtung so genannter „Restricted Operations Zones“ erforderlich. Damit kann die Mühle bequem unter minimaler Beteiligung externer Planungsstellen betrieben werden. Die USA haben ihr Pendant „Global Hawk“ auf diese Weise seit 2009 über Mexiko eingesetzt (natürlich nur mit Erlaubnis der Mexikaner). Bis 2011 ist es niemandem aufgefallen.

  3. Wieso, EuroHawk stimmt doch. Er wird zunächst im Rahmen des Euro-Stabilitätspaktes zur Erfassung der griechischen Swimmingpools und einer darauf basierenden Steuernacherhebung eingesetzt, oder habe ich da was falsch verstanden?

    Außerdem wird im Rahmen des Sparpaketes wohl diskutiert, die Medienzentrale und N24 zu einem Produktions- und Sendeverbund für Rüstungsindustrie-PR zu verschmelzen.

  4. Wenn das alles ist, was bemängelt wird, schön. Wie hießen noch die beiden Alten auf dem Balkon in der Sesamstraße? :-)

  5. Statler und Waldorf, heißen die beiden.

    für diesen spot reicht aber der Standardkommentar des dänischen Chefs voll aus : ‚ und dann geben wir das unter langsamen Rühren direkt in den Ausguss….smoerebroed, smoerebroed, roempoempoem !‘

  6. Dafür freut sich das Set voller Piloten, den Oiro-Hawk bald „zu händeln“. Vom Bundeswehr-Sprech-„Mitplotten“ kann einem schon mal schlecht werden.

  7. Der Soundtrack am Anfang hat etwas von „Feuer Frei“ (Rammstein) und Luftschutzsirene. Drollig.
    Dazu viele nichtssagende Bilder und Kommentare, die von „_K_arbonfaser“ handeln.
    Kann S. Stoltenow nur rechtgeben: Die Truppe von BwTV scheint ein Praktikum bei N24 gemacht zu haben. Auch dort gibt es so lustige Dinge wie „_K_arbondioxid“.

  8. @All

    Volle Zustimmung, wieder einmal ein Trauerspiel. Ich frage mich nur, wo die immer diese Typen ausgraben?

    @Ben

    Das ist nicht Bw-Sprech, sondern Air Power Performance. Die Luftwaffe hat sich schon immer in diesen Anglizismen gefallen. Und der Sprecher im Hintergrund versucht deutsch zu sprechen.

  9. „…wie ein riesiger Datenstaubsauger der alle möglichen Daten z.b. Funk – oder Handyverkehr aufnehmen kann…“

    Wie traurig und schlecht ist das denn bitte. Was soll die Luftwaffe denn mit Handyverkehrdaten?

    Krieg dem Terror oder eigene Bevölkerung überwachen ´?

  10. Wie traurig und schlecht ist das denn bitte. Was soll die Luftwaffe denn mit Handyverkehrdaten?

    Krieg dem Terror oder eigene Bevölkerung überwachen ´?

    Nun, die Fernmeldeaufklärung der Bundeswehr richtet sich ja wohl in erster Linie gegen einen ausländischen Feind. Der eine oder andere Taliban hat seine Abneigung gegen die teuflische Technik der Ungläubigen überwunden und benutzt jetzt ein Mobiltelefon.

    Vielleicht muss man auch gar nicht so in die Ferne schweifen. So macht der Bundesnachrichtendienst im Ausland das, was er auf deutschem Staatsgebiet nicht darf, nämlich Telefongespräche abhören, etwa in Liechtenstein (wg. Wirtschaftskriminalität).

    Wenn ein Eurohawk in 20 km Höhe über Vaduz seine Kreise zieht, merkt das am Boden im Zweifel niemand.

  11. @berufssoldat
    Das ändert trotzdem nichts an dem von @chickenhawk angesprochenen Aspekt, dass Mobiltelefone bei allen Streitkräften und Gegnern gerne auch als Führungsmittel misbraucht werden. Und der Informationsgewinn im Rahmen Aufklärung dabei nicht zu unterschätzen ist. Bspw. freuen sich Flottendienstboote bei internationalen Manövern und vor allem im Einsatz immer wieder über die Anwendung des „Führungsmittels Nr. 1 Mobiltelefon“. Und die gleiche Anwendung/Fähigkeit zur Aufklärung bietet dann auch der Euro-Hawk.

  12. @NMWC
    Jain. Der EH ist meines Wissens nach für die strategische Aufklärung gedacht. Eine taktisch-operative sprich Echtzeitauswertung, ist so nicht vorgesehen. Insofern ist dieses Flugzeug auch kein Ersatz für die Breguet Atlantic SIGINT. Richtig ist auf jeden Fall Handynetze auszuspähen, da führt sowohl strategisch und operativ kein Weg dran vorbei. Eine Herausforderung dabei, ist es aber auch die geeigneten Muttersprachler dafür zu finden. Wenn wir mal den arabischen Raum betrachten, so sprechen ca. 380 Mio Menschen Arabisch. Wenn sich also in Deutschland ein Ostfriese mit einem Bayern im Dialekt unterhält verstehen sie sich garantiert nicht. Diese Sprachschwierigkeiten lassen sich in der arabischen Welt vervielfachen, da es auch keine wirkliche Einigung auf ein Hocharabisch gibt. Taktisch macht es also nur Sinn wenn ich jemanden gewinnen kann der ausgerechnet diesen Dialekt spricht um direkt Einfluss auf meine laufende Operation zu nehmen. Strategisch habe ich zumindestens mehr Zeit dazu. Alles nicht so einfach mit der Aufklärung.

  13. Wäre es nicht ein wenig einfacher sich direkt ins AFG Handynetz einzustöpseln statt ein € 860 Mio Gerät dafür zu nutzen? Die SIGINT Fähigkeiten (und der Startplatz) des EuroHawk sprechen doch eher für staatliche „Kundengruppen“ vergangener und zukünftiger Kalter Kriege.

  14. @ berufssoldat

    was wäre deine lösung für dieses moralische dilemma?sämtliche technologien abschaffen die man potentiell auch gegen die eigenen leute einsetzten könnte?und was bleibt der bundeswehr dann noch?

  15. Angesichts der Kollaborationsbereitschaft unserer Freunde, ist es schon sinnvoll, eigene Aufklärungsmittel zu besitzen. Wenn aber bspw. Gen. Vollmer den Führungsvorgang in AFG so schildert, dass vor einem Entschluß immer erst die Übersetzungskette Deutsch – Englisch – Dari – Englisch – Deutsch steht (stand?), ist der Sprachfehler des Kommentators noch das harmloseste Lost-in-Translation-Phänomen. Warum also ist es bislang nicht gelungen, hinreichend sprachkundiges Führungspersonal auszubilden? Wartet man, bis Google Translate so weit ist?

  16. @Berufssoldat

    Dass in Deutschland die Strafprozessordnung gilt, ist genauso klar wie der Umstand, dass die Bundeswehr selbstverständlich das deutsche Fernmeldegeheimnis nicht verletzen darf (letzteres ist aber schon mal passiert, seinerzeit musste der Verteidigungsminister, der von allem nichts wusste, zurücktreten).

    Für die nachrichtendienstliche Arbeit im Ausland gelten aber andere Regeln. Der BND hat immer schon Telefongespräche auch im befreundeten „westlichen“ Ausland abgehört. Im übrigen machen das viele Staaten, sogar die Österreicher und die Schweizer.

  17. Bei aller berechtigten Kritik an der Qualität des Videobeitrages:
    Immerhin kann die Luftwaffe ein schickes neues Spielzeug präsentieren. Und es fliegt sogar und tut was es soll! Fragt mal die Marine wie es der Korvette geht. :-)

    Aber mal ne andere Frage: Die Außenaufnahmen der Landung schienen ja aus einer Zivilmaschine (zu sehen ab 0:36) heraus gemacht worden zu sein. Ich hoffe die Luftwaffe hatt hierfür nicht extra jemanden angeheuert, statt da selber nen Eurofighter mit Kamera nebenher fliegen zu lassen.

  18. @BausC
    Ja doch…;-) Die Unterscheidung war mir so schon bewusst und insofern auch Zustimmung zu den erläuternden Hinweisen. Es ging mir einfach nur um ein paar Widerworte gegen „simple minded“ Darstellungen/Sichtweisen.

  19. handygespräche belauschen wird wohl kaum die hauptaufgabe des EH sein ;)

    was das ding letztendlich alles kann werden wir normalsterbliche wohl kaum erfahren.

  20. @Ben | 27. Juli 2011 – 6:16

    Zitat: „Dafür freut sich das Set voller Piloten, den Oiro-Hawk bald “zu händeln”. Vom Bundeswehr-Sprech-”Mitplotten” kann einem schon mal schlecht werden.“

    @Sailor1995 | 27. Juli 2011 – 8:22

    Zitat: „Das ist nicht Bw-Sprech, sondern Air Power Performance. Die Luftwaffe hat sich schon immer in diesen Anglizismen gefallen. Und der Sprecher im Hintergrund versucht deutsch zu sprechen.“

    Einfach peinlich. Dass hört sich an, als wenn ein Ami von Hämbörg nach Börlin will. ;-)

  21. @Sascha Stoltenow

    Zustimmung. Gen Vollmer sollte man allerdings als Referenz seit der Bombardierung der Tanklastzüge vorsichtig nutzen, in diesem Fall hat er wohl recht.

  22. @ Sailor1995 | 27. Juli 2011 – 14:26

    Was genau werfen Sie Brigadegeneral Vollmer vor?

    Ist doch ein guter Mann.

  23. oweiaweia…also:

    damit ich überhaupt aus diesem Datenstaubsauger etwas taktisch-operativ Verwertbares rausholen kann, brauche ich Auswerte-Experten mit viel Erfahrung in Bereich ELINT un COMINT….wo sollen denn diese Leute bitte herkommen, denn ELINT/COMINT Kompetenz ist mangels systemspezifischer Ausbildungs-/Übungs- und Einsatzerfahrungs-Möglichkeiten und Kapazitäten mittlerweile auf NULL ! Gleiche Aussage gilt für Referenz-Bibliotheken/Datenbanken, die ich zur Auswertung brauche. Außerdem ist durch COTS/MULTIPLE USE emitter-electronic der 10. Generation in einem medium high intensity electronic warfare environment ein single source passive sensor geradezu lächerlich, und mit wem oder was soll ich denn diesen Datenstaubsauger im Einsatz in so einem Szenar vernetzen und was bitte ist denn das operative informations requirement im Einsatz. Beiträge zum dynamic targetting wie z.B. nun in Lybien ?? Gelächter.

  24. Beim Thema Drohnen tritt die LW wahrscheinlich etwas leiser, weil zu befürchten ist, daß diverse Medienvertreter anfangen zu hyperventilieren und Befürchtungen äußern, daß es sich um Killerroboter handelt, die, aus USA ferngesteuert, demnächst Hochzeitsfeiern mit Migrationshintergrund in Dietzenbach in die Luft jagen könnten….

  25. @JCR

    Wäre mir aufgefallen, wenn die beim Thema Heron leiser getreten hätten.

    (außer als vergangenen Dezember eine abschmierte.)

  26. @ TW

    Und die andere Heron-Drohne beim Einparken kaputt gemacht worden ist. Jaja, die Luftwaffe hat es auch wirklich drauf. Mal sehen, wie lange dieser Vogel, äh Fugzeug mit einem Set voller Piloten hält.

  27. @Sun Tzu

    Guter Mann kann sein, kann ich nicht beurteilen.
    Mein Problem mit der gesamten nationalen chain of command war seinerzeit, dass sich niemand zwischen Klein und die Meute gestellt hat. Das betrifft alle Sterneränge und alle Teilstreitkräfte waren vertreten.
    Vielleicht hätte Klein seinerzeit der Staubsauger geholfen?

  28. @Sascha Stolteno:
    Warum haben wir nach 10 Jahren Krieg in AFG keine Sprachkenntnisse entwuckelt? Weil eine nichtlernende Organisation halt gar nicht merkt wo der Schuh drückt. Auich nach dem Abzug der „Kampftruppen“ 2014 werden die dann weiterhin gebrauchten OMLT (+) keine Sprachkenntnisse haben. Wie es geht zeigt Dänemark: Dort bildet man für jeden Zug einen Pashto-Sprecher aus. Kriegen wir nicht hin (trotz BSprA) – Hauptsache wir halten uns weiterhin für besonders toll.

  29. Einige Anmerkungen zur Klarstellung:

    – der EuroHawk gehört der Luftwaffe noch garnicht, Überführung, Einrüstung der SIGINT-Komponente sowie anschließende Tests werden vom BWB geleitet; erst wenn der Vogel der Luftwaffe offiziell übergeben wird, nutzt diese das Ding als „Betreiber“.

    – weitreichende SIGINT-Fähigkeiten sind etwas, was Deutschland derzeit überhaupt nicht hat, eine solche, im übrigen weit über Handy-Mithören hinausgehende Fähigkeit dient u.a. auch der politischen Entscheidungsvorbereitung; blöd, wenn man alles von anderen erbetteln muss und dann nicht mal weiß, ob die Daten koscher sind!

    – Heron 1 wird derzeit geleast, spannend wird die Frage der Beschaffung eines „richtigen“ eigenen Systems

    – bewaffnete „Drohnen“ sind in der Tat ein schwieriges Thema in Deutschland, auch wenn das letztlich kaum einen Unterschied zu einem bemannten Waffenträger macht.

  30. @ Klabautermann 15:39 Uhr

    Soweit zum Thema, Anglizismen….-)

    Mich wundert, dass noch niemand die Notwendigkeit des Euro-Hawk aus industriepolitischer Sicht bewertet hat.

    Die alte Frage „Wem nützt es ?“ kennt hier eine eindeutige Antwort. EADS bzw. seit letztem Jahr Cassidian.
    EADS in Ulm braucht einen Entwicklungsauftrag für hochkomplexe Sensorik. Den hat sie mit dem Euro-Hawk bekommen.
    Primäraufklärung in Form von ELINT, SIGINT und event. COMINT ist eine rein nationale Angelegenheit und im internationalen Aufklärungsgeschäft zählt nur, was man aus eigener Aufklärung als Tauschwährung beitragen kann.
    Für die älteren Semester: LAPAS http://de.wikipedia.org/wiki/LAPAS
    Im Grunde genommen lebt hiermit LAPAS wieder auf, nur ist es nicht mehr zur Aufklärung von Osteuropa und Russland vorgesehen sondern weltweit.

    Des weiteren braucht EADS in Manching ab 2017 einen Nachfolgeauftrag für den Eurofighter. Bei der Leasingbeschaffung für die Heron 1 (veraltet ) hat sich die politische Führung der Bw in Form des Rüstungsstaatssekretär gegen die eindeutige und nachdrückliche Empfehlung des Insp Lw für die amerikanische Predator entschieden. Der Hintergrund ist, dass damit EADS aus dem Entwicklungs- und event. Produktionsauftrag für eine eigenen deutsche Drohne rausgewesen wäre.
    Nun wird die Sensorik mit der Eurohawk teilweise entwickelt und das europäische / deutsche UAV ( MALE ) anschließend entwickelt und wahrscheinlich auch produziert werden.

    Somit schließt sich der Kreis. EADS Forschung und Entwicklung sowie die Produktion im Manching sind ab ca. 2017 gesichert und die Lw erhält einen Aufklärer, der eher zum BND gehört und wird schon irgendetwas vernünftiges mit dem Gerät anfangen können, wenn er erst mal auf dem Hof steht !
    Für die Anglizismenliebhaber “ .. wenn er auf der Flight steht… “ :-)

  31. @Georg

    die Einsatzsystementwicklung (Sensorik plus Auswertetechnik) hat goar nix mit Industriepolitik zu tun, denn SIGINT Technologie ist nix womit ich nachhaltig industrielles, auch zivil vermarktbares know how erhalte und auch keine Arbeitsplätze im volkswirtschaftlich relevanten Umfang. Das hier ist reine Rüstungsindustriesubventionspolitik, um den EADS Standort Ulm zu erhalten, in erster Linie aus EADS shareholder policy Gründen, und um die Abwanderung von nur noch sehr wenigen Experten und Spezialisten ins Ausland zu vermeiden (den wenigen, die es noch gibt) Über den operativen Mehrwert im ‚deployable‘ Wirkverbund der BW von Eurohawk hab ich oben schon ein paar Deutschüsse gegeben. Genau wie bei MEADS u.a.Projekten wird hier einfach weiter gemacht, weil es angeblich teurer ist auszusteigen. Man sollte mal den geo-physikalisch-operativen Abdeckungsfaktor von 5 Eurohawk auf der Einsatz-Zeitachse vergleichen (benchmarken ;-)) mit dem operativ relevanten Aufkommen von elektromagnetischen Ausstrahlungen in einem Szenar wie z.B. Lybien und dann fragt man sich wirklich wo hier noch irgendein Mehrwert sein soll. Und nicht vergessen: SIGINT ist eine rein nationale Kiste, etwas anderes lassen die nationalen Gesetze und die internationalen Geheimschutzabkommen nicht zu…..und das macht die Sache so besonders lukrativ: ein national-eyes-only source code für die Einsatz-Weichware und die daran angehängte System-/Software-Pflege und Änderungs-Logistik ist für EADS fast wie ein Sechser im Lotto…

  32. @Memoria: Sprachkenntnisse werden völlig überbewertet ;-) Ich frage mich, warum das nie in einer Anfrage der Linken thematisiert wird. Wo ist Paul Schäfer, wenn man ihn mal braucht?

  33. Ich hatte das Vergnügen (?) mit der Sprachausbildung des BSprA einige Erfahrungen zu sammeln.
    Die SLP 3332 Lehrgänge Pharsi/Pashtu werden von paar wenigen Dozenten gehalten, die natürlich am Schluß unterschrieben, dass die alle das können. Ein Referentztest wie bei den Englsichen und Französichen (?) Sprachen existriert nicht.

    Obwohl der Bedarf riesengros ist, wehrt sich die Personalführung, Personal abzustellen, da im „schlimmsten“ Fall Personal bis zu 18 Monate geblockt ist. Wie soll da ein Kommandeur denn noch sein Sommerfest planen, wenn seine Offiziere (mit 3 Jahren Stehzeit) oder Uffz m.P. und SaZ sonage weg sind?

    Das GebAufklBtl 8 in Freyung wollte für sein Feldnachrichtenpersonal einen örtlichen Dozenten Stundenweise mieten und dies auch im Dienstplan einbinden.
    HFüKdo hat befürwortet, weil das schon Sinn macht.

    Das BSprA blockt aber alles ab und beruft sich auf seine tolle Kompetenz.

    Ergebnis: Kein Sprachlehrer in der Ausb-und Weiterbildung, einmal erworbene SLP werden nicht aktualisiert und das Personal übt sich nicht wirklich in der Sprache.

    2002 wurden bei der damaligen Feldnachrichtenlehrkompanie 300 (später FNZBw) Sprachlehrgänge in Arabisch, Spanisch, Portugiesisch, etc. beantragt, da man sich ein breiteres Spektrum an Spachen aufbauen wollte, bevor man wieder irgendwo im 43. Kontingent ist. Insbesondere da HUMINT-Kräfte ja eigentlich bei Vorauskräften und auch bei der DSO eingeplant sind.

    Alles abgelehnt. Sieht die STAN nicht vor, da steht nämlich bei den Befragerdienstposten noch Russisch drin…

    Wenn die Entscheider nicht endlich das Tellerranddenken aufgeben, wird die Bundeswehr bei der Sprachkompetenz langfristig nicht besser werden…

  34. @ FNU SNU:
    Vielen Dank für diesen tiefen Einblick in die aktuelle Lage – überrascht leider nicht.
    Mit Blick auf die Übergabe der Verantwortung in 2014 rauschen wir – mit Ansage – an die Wand. Wenn ich im Jahr 2014 wirklich fähige Mentoren haben will, die die Brücke zur selbsttragenden Sicherheit mitbauen sollen, dann muss man jetzt anfangen:

    2011: Festlegung Struktur/ Ausrüstung DtEinsKtgt 2014+ (besonders „OMLT+“), Identifizierung/ Auswahl des Personals, Lehrgangsplanung
    2012: Sprachausbildung (nicht nur für FNKr, sondern alle Mentoren. Zeitansatz siehe MilAttAusb) mit Referenztest
    2013: Einsatzvorbereitung – nicht 08/15 nach ZA EAKK oder ZA OMLT, sondern u.a. mit Landeskunde, COIN-Lehrgänge (u.a. Oberammergau), Schießausbildung einschl.Fremdwaffen, Funk (u.a. PRC-117F), erweiterte sanAusb (oberhalb Einsatzersthelfer B), Führerscheine, Urlaub
    2014: Einsatz (6-9 Monate)

    Mir ist nicht klar, ob überhaupt der Ausgangspunkt (Gliederung DtEinsKtgt 2014+) bereits steht. Es wäre höchste Eisenbahn…(s.o.), sonst fallen Sommerfeste oder die Übergabe in Verantwortung ins Wasser…

    @T.W.: Ist deutlich OT (mea culpa), aber das Thema wird uns ja sicher noch beschäftigen. Der Kommentar von FNU SNU legt den Finger jedoch unglaublich gut in die Wunde(n).

  35. Natürlich begibt man sich mit dem Eurohawk in direkte Abhängigkeit von Cassidian (und Northrop Grumman).

    Aber die guten Gründe dafür wurden hier ja schon genannt:

    1. Aktuell nach Außerdienststellung der SIGINT-Atlantic keine eigenen Kapazitäten.
    2. Import des Materials aus dem Ausland nicht möglich.
    3. Beschaffung der SIGINT-Ergebnisse von „Partner-Nationen“ äußerst kritisch.
    4. Bedeutung der strategischen SIGINT-Aufklärung unwahrscheinlich hoch.

    Welchen Sinn hätte das Teil z.B. im Libyen-Krieg?
    Man patroulliert – am besten vor Beginn der Auseinandersetzungen – vor der Küste.
    Dabei erfasst man z.B. welche Radarsysteme wo stationiert sind und wie sie eingesetzt werden. Das gleiche gilt für die verschiedenen Kommunikationseinrichtungen.
    Dadurch gewinnt man ein Lagebild, das man im Falle eines Krieges aus der Schublade zieht und direkt nutzen kann.

    Wenn man dann sogar noch Leute hat, die verstehen, was gefunkt wird, wäre das natürlich sehr praktisch…

    Ansonsten noch ein paar lose Gedanken:

    1. Technologisch interessant wäre eine Ergänzung der Eurohawk-Flotte mit ein paar Luftschiffen. Mal sehen, ob nach dem Cargolifter-Desaster sich in Deutschland noch ein paar Leute dafür erwärmen. Die USA sind in der Hinsicht jedenfalls fleißig am Forschen.

    2. Die SIGINT-Technologie wäre ebenfalls einsetzbar zur Aufrüstung/Ersatzbeschaffung der Flottendienstboote. Sollten diese gegen 2020 ersetzt werden, dann hätte man ausgereifte Technologien dafür.

    3. Eurohawk hat wenig bis gar nichts mit der Auslastung von EADS Manching nach Auslaufen der Eurofighter-Fertigung 2017 zu tun, da die Zelle von Northrop Grumman beigesteuert wird. Außerdem sind 5 Flieger ja ein bisschen wenig dafür, auch wenn später für Radar- und/oder optische Aufklärung ebenfalls Global Hawk-Derivate beschafft werden könnten.
    Die Auslastung von Manching ist eher Aufgabe von Talarion, aber das ist eine andere Geschichte…

    4. Über Sinn und Unsinn, SIGINT unbemannt durchzuführen, könnte man natürlich auch lange diskutieren.

    5. Ja, die Abhängigkeit von den beiden Monopol-Lieferanten Cassidian und NG wird teuer, insbesondere da der Global Hawk derzeit wegen Kostenüberschreitungen in den USA in der Kritik steht.
    Folgende Aussage von Cassidian-CEO Stefan Zoller darf man ja wohl als Bestätigung für eine deutliche Kostensteigerung sehen:

    „Zoller, however, is unconcerned about a major price impact for the German program. The buy of five aircraft is likely to move forward even if there is a per-unit price increase for Germany“

    Quelle: http://www.aviationweek.com/aw/generic/story_generic.jsp?topicName=paris_2011&id=news/awx/2011/06/18/awx_06_18_2011_p0-337851.xml&headline=U.S.%20Issues%20Not%20Likely%20To%20Impact%20Eurohawk

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