Trend zum scharfen Schuss

Ende April hatte ich ja schon mal vermutet, dass zunehmend mehr Handelsschiffe am Horn von Afrika auf bewaffnete Sicherheitsteams setzen, um Piratenangriffe zu verhindern.

Diesen Trend scheint jetzt auch eine Geschichte zu bestätigen, die ich bei der Nachrichtenagentur Bloomberg finde: Shipowners Turn to Armed Guards to Fight Pirates

Interessantes Detail: The IMO (International Maritime Organisation), which had advised shipowners to avoid using armed guards, will probably approve vetting procedures for security operators this week, paving the way for their increased use, zitiert Bloomberg den Sprecher der Security Association for the Maritime Industry. Wenn sich das so bestätigt, ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis auch die deutschen Reeder von ihrem öffentlich verkündeten Vorrang für staatliche Sicherheitsdienstleister an Bord abgehen und sich für private Sicherheitsunternehmen aussprechen?

2 Gedanken zu „Trend zum scharfen Schuss

  1. Meiner Ansicht nach ist ein AK-47 als Hauptwaffe gegen Piraten die falsche Wahl.
    Auf einen großen Schiff das entsprechend ruhig im Wasser liegt, könnte man Waffen mit deutlich mehr Reichweite und Präzision verwenden. Vor allem sollte man was besseres haben als die Angreifer. Hier war wohl der Diskontpreis das stärkste Argument für die Beschaffung.

  2. Vielleicht ist die Info hier besser untergebracht:
    Die für den eigentlichen Betrieb zuständigen deutschen Trampreeder scheinen jetzt tatsächlich konsequent auf armed guards auf ihren Schiffen zu setzen. Zumindest haben sich letzte Woche (12.5.) Sprecher von Ahrenkiel (rund 70 Schiffe, v.a. Container) und Interorient Navigation ( etwa 50-60 Schiffe, v.a. Tanker und Bulker) sich auf dem Podium einer Tagung zum Komplex Schiffsmanagement / Schiffsfonds ziemlich deutlich geäußert, vor allem Kpt. Suhr von Ahrenkiel, der folgende Punkte machte:
    – Die Reederei hat zunächst mit den betroffenen Besatzungen und Schiffsführungen gesprochen, dabei soll sich eine ganz klare Präferenz für die armed guards ergeben haben.
    – Der Einsatz der Sicherheitsleute sei dann mit dem Flaggenstaat Liberia verhandelt worden und eine entsprechende schriftliche Vereinbarung über den Einsatz der guards getroffen worden samt Berichtspflichten etc.
    – Schlussendlich habe auch der Versicherer dem Einsatz der Guards zugestimmt.
    Offenbar hat die Bundsregierung in dieser Konstellation ohnehin nicht viel mitzureden, weil auf den Schiffen die Regeln des Flaggenstaates gelten.
    Derzeit sucht Ahrenkiel offenbar nur noch nach der richtigen Security-Firma, die die Standards erfüllt, die sich aus den Vereinbarungen und Absprachen ergeben.
    Alles in allem ist die Sache schon sehr viel konkreter, als es Bloomberg darstellt.

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