Nachwuchswerbung? Bei solchen Briefen…

Oh weh. Jetzt hab‘ ich mal einen dieser Briefe in die Hand bekommen, die die Kreiswehrersatzämter in diesen Tagen an junge, einstmals wehrpflichtige Männer schicken. Bevor Sie Ihren weiteren Lebensweg nun ohne die Bundeswehr planen, sollten Sie weiterlesen! empfiehlt ihr freundliches Kreiswehrersatzamt. Und warum? Wegen Weiterbildung und Vielfalt der beruflichen Chancen in der Bundeswehr. Aha. Und Geld gibt’s dafür auch noch!

Das Wort Soldat kommt in diesem Brief nur in dem Zusammenhang ohne sich als Soldat auf Zeit verpflichten zu müssen vor. Dass dieser Laden, der so hübsch seine Zukunftsorientierung herausstellt, übrigens Soldaten sucht, wird ja in diesem Schreiben nicht so direkt erwähnt. Vielleicht sollten die das mal sagen? (Dafür erklären sie dem jungen Mann, dass er natürlich noch wehrpflichtig ist. Und nur nicht mehr kommen muss, aber jetzt ’ne Chance hat. Und diese coole Ansprache der Zielgruppe… die sich bestimmt freut, dass die Reform der Bundeswehr voranschreitet.)

51 Kommentare zu „Nachwuchswerbung? Bei solchen Briefen…“

  • Thomsen   |   21. April 2011 - 6:39

    @ huey, Roman: korrigiert mich, aber das waren zinsfreie Darlehen, keine Zuschüsse.

    Ansonsten trifft Julia´s letzter Satz den Nagel auf den Kopf. Das beisst sich aber mit den gesellschaftlichen Ansichten in Deutschland. Hier werden Ansichten nur wahrgenommen bzw. ansatzweise toleriert, wenn sie den „neuen“ Werten entsprechen (Gleichberechtigung, Freizügigkeit, usw.) „Alte“ Werte sind verpönt und führen unweigerlich zu bundesweitem Zirkus. Wenn die BW in einen Krieg für Gleichberechtigung ziehen würde wären mehr Menschen dafür als wenn man die Streitaxt für wirtschaftliche Interessen schwingen würde. Ersteres mah zwar unheimlich tolerant und politisch überkorrekt sein, hilft aber einem Land unterm Strich recht wenig. Letzteres sichert das Überleben eines Landes, hat aber wieder einen Touch von 33-45 (und wird sicherlich mit dem GG totgeschlagen werden ohne einen Versuch zu unternehmen, den Sachverhalt anderweitig zu begründen) und ist somit ganz „bäh!“.

    Ich bin mir sicher, daß es ausreichend junge Leute gibt, die man mit einer Kombination aus „Abenteuer“ und „Ausbildungsmöglchkeiten“ ansprechen kann.