Tiger, Bundeswehr und Co.

Neues vom Tiger? Nicht wirklich, aber zum Thema Unterstützungshubschrauber zwei interessante Dinge, unter anderem zum deutschen Ziel, diesen Unterstützungshubschrauber so bald wie möglich in Afghanistan zum Einsatz zu bringen: Die Bundeswehr bettelt um Kampfhubschrauber, titelt die Welt. Und die Franzosen zeigen ein Einsatzvideo, in dem auch der Tiger in der französischen Variante eine Rolle spielt:

14 Kommentare zu „Tiger, Bundeswehr und Co.“

  • Bendler-Blog » Blog Archive » Kommunikationskulturen   |   20. Dezember 2010 - 11:31

    […] Thomas Wiegold verdanke ich den Hinweis auf ein Videomagazin des französischen Heeres. Die aktuelle Ausgabe von “Mag Terre” befasst sich mit Aspekten des Einsatzes in Afghanistan und ist auf dem YouTube-Video-Kanal der Armée de Terre zu finden. Der Kanal ist zwar nicht Premium (und damit deutlich billiger) wie der der Bundeswehr, dafür sind die Inhalte ziemlich gut. Bei der Bundeswehr ist es quasi umgekehrt. Dafür stimmt die Quote. Mehr als 10.000 Nutzer haben die Bundeswehr auf YouTube abonniert, nur 200 die französischen Kollegen. Ist wie bei Arte, Qualitätsfernsehen legitimiert sich nicht über die Zuschaueranzahl. Überzeugend wäre es, beides zu kombinieren. […]

  • Husar   |   20. Dezember 2010 - 11:35

    Hallo,

    der Link zum Welt-Artikel ist leider nicht eingebunden:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article11726143/Die-Bundeswehr-bettelt-um-Kampfhubschrauber.html

    Horrido!

  • T.Wiegold   |   20. Dezember 2010 - 11:38

    @Husar
    Pardon, mein Fehler. Ist repariert.

  • Monsieur L   |   20. Dezember 2010 - 11:43

    Wenn sich die Qualität der Videobeiträge direkt proportional zur Qualität des Rüstungsbeschaffungsmanagements verhält, ist die Tiger-Geschichte ja schon erklärt…

  • Orontes   |   20. Dezember 2010 - 11:44

    Der Einsatz von Kampfhubschraubern wäre das falsche Sigal und würde den Charakter des Einsatzes verändern. Deutsche Sicherheitspolitik muss auch in Afghanistan Friedenspolitik bleiben. Außerdem gibt es keine militärische Lösung in Afghanistan, und martialisches Auftreten steht dem Ziel entgegen, Herzen und Köpfe der Afghaninnen und Afghanen zu gewinnen. Auch mit dem „Vorrang vor Zivil“, der aus guten Gründen gerade uns als Deutsche auf eine Strategie der Deeskalation verpflichtet, wäre die Verlegung solcher Kriegswaffen nicht zu vereinbaren.

  • JCR   |   20. Dezember 2010 - 12:24

    Gut gelöwt, Brülle
    :P

    Wenn der Afghane unter Beschuß eines Apaches gerät, wird er garantiert nach oben gucken, feststellen daß kein eisernes Kreuz drauf ist und seine getöteten Familienangehörigen in dem guten Gefühl begraben, daß diese nicht von Deutschen getötet wurden.
    Hearts and Minds gewonnen
    :P

  • O.G.   |   20. Dezember 2010 - 12:26

    @ Orontes
    Waren sie da schon einmal vor Ort?

    Ich bin ja auch nicht dafür das unsere Jungs und Mädels da unten kämpfen müssen, aber sie müssen es nun mal leider tun und dazu sollten sie doch dann auch jegliche Möglichkeit bekommen. Mir gehen die Nackenhaare hoch wenn ich höre dass man mit einem Kampfhubschrauber falsche Signale setzen würde. Mit gut zureden kommen sie dort leider nicht weiter. Gewisse Gruppen verstehen leider nur eine etwas andere Gangart und ich glaube das unsere Soldaten alles dafür tun um bei der zivilen Bevölkerung schon das Bild darzustellen, wir kämpfen nicht gegen euch sondern für euch.

  • JCR   |   20. Dezember 2010 - 12:32

    Orontes hat das (genau wie ich) ironisch gemeint, denke ich mal.

  • Orontes   |   20. Dezember 2010 - 13:08

    @JCR
    Jep. Man kann Ironie m.E. kaum besser ausdrücken als deutsche PolitikerInnen im O-Ton zu zitieren.

  • J.R.   |   20. Dezember 2010 - 14:19

    Ich würde ja jetzt gerne mit Zitaten aus BMVg und Bundeswehr kontern – nur äußert sich da ja niemand. ;)

    Aber vermutlich werden die Unterstützungshubschrauber genannt, weil sie so gut das Partnering-Konzept der Bundeswehr unterstützen: Die Bundeswehr kämpft, die Afghanen schauen zu, und in vier Jahen haben sie durch Beobachten gelernt wie man selbst Hubschrauber fliegt und werden Kunde bei EADS. Das Geld dafür kommt dann vom Ministerium des Herrn Niebel – Finanzplanung ist ja nicht Aufgabe des Verteidigungsministers.

    Sollte beim Einsatz der Hubschrauber doch mal ein paar Zivilisten zuviel draufgehen – die Afghanen sind ja selbst schuld, wenn sie aus der Luft alle gleich aussehen – dann muss man erfahrungsgemäß nur lange genug in den Nachbardörfern rumfragen, bis sich doch jemand findet der das ganz toll findet. Da man ja ohne Plan in das örtliche Machtgefüge eingreift wird so auch das Neutralitätsgebot nicht gefährdet.

    Insbesondere richtige Aufstandsbekämpfung wird durch Hubschrauber erst möglich. Ist der Feind nämlich erst aufgeklärt („Shape“, in der Bundeswehr-Praxis auch „Aufklären durch Beschossenwerden“), dann kann der Hubschrauber nach dem Bombardement („Clear“) dank Schwebflug auch noch etwas vor Ort bleiben („Hold“). Außerdem kann man die Afghanen neue Landeplätze bauen lassen („Build“), auf welchen dann auch noch Hubschraubern von Versorgungsfirmen landen können („zivil-militärische Zusammenarbeit“), bis man sie schliesslich den Afghanen übergibt („Entwicklungshilfe“).

    Der Schutz der Dörfer bleibt weiterhin eine innerafghanische Angelegenheit (im Krieg kann man sich ja nicht um alles kümmern), aber die Bundeswehr ist weiterhin bereit in dringenden Fällen hier Unterstützungsarbeit zu leisten, falls es sich bei den Angreifern nachweislich um Taliban und nicht bloss Banditen handelt – eine entsprechende Vorwarnzeit von mehreren Stunden bis drei Tage vorausgesetzt. Zwar ist derzeit die Zusammenarbeit in diesem Fall geringfügig eingeschränkt (laut Ministerbeschluss ist deutschen Zieleinweisern die Nähe zu afghanischen Ponchos und Isomatten untersagt), aber gerüchteweise plant EADS schon eine technische Lösung: Integration von Roshan-Mobilfunk mit Dari-Übersetzungssoftware in den Unterstützungshubschrauber Tiger, der seinem Namen so einmal mehr gerecht würde.

  • V.V.   |   20. Dezember 2010 - 14:49

    Wenn man sich einmal anschaut, womit die Amerikaner im Einsatz mit dem Apache punkten und sich dann die deutsche Variante des Tigers anschaut, so wird man schnell merken, dass etwas entscheidendes fehlt ;)

  • O.G.   |   20. Dezember 2010 - 17:24

    @ Orontes

    sorry :) hatte da wohl meine Ironiebrille noch nicht auf heute.

  • Voodoo   |   20. Dezember 2010 - 20:39

    Mir wurde lang und breit erklärt, das man keinen Kinnturm mit 30mm MK braucht. Im Bedarfsfall könne man schließlich Waffenpods mit MG-Behältern nachrüsten.

    Auf meine Bedenken hin, das dazu aber der gesamte Hubschrauber auf das Ziel ausgerichtet werden müsse, wobei hingegen im FRA Tiger / Apache die Waffe im Kinnturm der Sichtlinie des WSO folgt, verbot man mir den Mund, denn „ich hätte ja keine Ahnung, wovon ich reden würde.“ Ja ne, is´ klar.

    Helden mit Eichenlaub, Retter der Beschaffungsrichtlinien und Regularien… :-)

  • McKenzie   |   21. Dezember 2010 - 11:33

    Von wann ist doch gleich der James-Bond-Film „Golden Eye“? 1998? Da flog zumindest schon mal ein Prototyp. Zwölf Jahre später bei der Bw aber noch kein einsatzreifes Muster. Das sagt doch schon alles!
    Allerdings ist der Tiger doch schon recht erfolgreich, denn Spanien und Australien haben sich für diesen Kampfhubschrauber entschieden. Nur merkwürdig, die bestellten Versionen ähneln doch der französischen HAP-Version. Nur noch stärkere Triebwerke und bewährte Panzerabwehrwaffen (Spike LR und Hellfire) statt einer teueren Eigenentwicklung und mit Maschinenkanone unterm Bug statt Visier auf dem Dach (Rotor). Machen die alle etwas falsch oder sind es doch nur wir?

    @ Voodoo: Für MG-Pods hätte man auch die Bo-105 nehmen können, da wäre aber hinten noch Platz für 2 Soldaten gewesen. Die hätten dann HaGra mit unterschiedlichen Wirkladungen über dem Zielgebiet abwerfen können. Die beiden wären auch als JFST ausgebildet gewesen und hätten das indirekte Feuer lenken können. Im Notfall wäre auch Platz für den IBuK samt Gattin gewesen. Alles besser als der UHU! ;-) Gebe Dir vollkommen recht.