Bundeswehr-Transport mit Antonow-Flugzeugen bleibt gesichert

Die Bundeswehr und weitere europäische Streitkräfte in NATO- und EU-Ländern können auch künftig auf ukrainische Großraumflugzeuge vom Typ Antonow-124 für den Transport von militärischem Großgerät zugreifen. Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) habe den Auftrag erhalten, mit der neu gegründeten Antonov-Logistic-Salis GmbH einen entsprechenden Vertrag abzuschließen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Donnerstag. Unter anderem sollen dafür am Flughafen Leipzig dauerhaft zwei dieser Maschinen stationiert werden. weiterlesen

Russen ziehen sich aus SALIS-Transport für NATO und EU zurück

Diese für die Bundeswehr, aber auch die NATO und die EU entscheidende Nachricht ist den meisten deutschen Medien bislang durchgegangen: Eine russische Gesellschaft, die ebenso wie eine ukrainische Gesellschaft für das westliche Militär Lufttransporte mit dem Großraumflugzeug Antonow-124 anbietet, will aus dem Vertrag aussteigen. Die russische Volga-Dnepr mit ihrer deutschen Gmbh Ruslan Salis wolle den Vertrag in der so genannten Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) nicht verlängern, berichtete das Fachportal CargoForwarder Global bereits am (gestrigen) Sonntag:

Volga-Dnepr’s decision to quit SALIS doesn’t come unexpectedly, seen against the background of increasing tensions between Russia and western countries over Syria and other conflicting issues. In a message sent to the SALIS steering Board on 12 April, Volga-Dnepr Airlines has announced their intention to exit the deal. In spite of intense negotiations following the company’s SALIS notification, their contractual western partners could not motivate them to abandon their planned exit. weiterlesen

Schnell noch vor Weihnachten buchen: Lufttransport aus Afghanistan

Auf dem Flughafen Mazar-e Sharif wird eine Panzerhaubitze 2000 in das Frachtflugzeug Antonov AH-124-100 verladen. (Foto: Bundeswehr/Schmidt via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Es ist beim Militär nicht anders als bei der privaten Urlaubsreise: Wer seinen Flug zu spät bucht, läuft Gefahr, eben keinen Flug mehr zu bekommen. Ungern erinnern sich Bundeswehr-Logistiker an schwierige Verhandlungen mit Luftfahrtgesellschaften vor allem zum Jahresende: Zeitweise waren keine (zivilen) Großraumtransporter zu bekommen, weil die für die Lieferung von Weihnachtsartikeln und Spielzeug aus China ausgebucht waren.

Deshalb stehen die Abgeordneten im Haushaltsausschuss des Bundestages bei Punkt 18 ihrer letzten Sitzung des Jahres am (morgigen) Mittwoch ein bisschen unter Zeitdruck: Am 31. Dezember läuft der Vertrag für die Bereitstellung der riesigen Antonov-124-Flugzeuge aus, mit denen die Bundeswehr – und die Streitkräfte anderer NATO-Staaten – vor allem Großgerät auf dem Luftweg verlegen. Zum Beispiel von und nach Afghanistan.

Die Miet-Lösung trägt den Namen Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) und garantiert den Streitkräften, dass jederzeit bis zu sechs dieser Großraumtransporter bereit stehen – zwei davon auf dem Flughafen Leipzig. Ohne SALIS wäre die Bundeswehr ziemlich aufgeschmissen, denn mit ihren Transall-Flugzeugen bekommt sie schweres Gerät wie die Panzerhaubitze 2000 nicht in den Einsatz am Hindukusch. Und schon gar nicht wieder zurück nach Hause. Besondere Bedeutung gewinnt SALIS zudem im Rahmen der Planungen zur Rückverlegung des deutschen Einsatzkontingents ISAF, heißt es denn auch in den Vorlage an die Haushälter. Darüber hinaus werden die Antonovs auch für andere (mögliche) Einsätze zum Beispiel der NATO Response Force recht kurzfristig gebraucht.

Die deutsche Billigung des neuen SALIS-Vertrages kommt sozusagen in allerletzter Minute. weiterlesen