Nicht schwindeln, Google!

Wie ich das mit dem deutschen Leistungsschutzrecht sehe, ist ja hier bekannt (und hat auch Konsequenzen, z.B. das in der Regel hier keine deutschen Verlagswebseiten verlinkt werden). Deswegen finde ich die jüngste Initiative von Google auch gut: Deutsche Verlage sollen künftig ausdrücklich erklären, dass ihre Webseiten bei Google News gefunden werden sollen – sonst werden sie dort nicht mehr angezeigt.

Nicht gut finde ich allerdings, wie Google den Leuten vorgaukelt, die ganzen Nachrichten des Webs abbilden zu wollen:

Google News indexiert Nachrichten, die bereits im Internet zugänglich sind. Es ist ein freier und umfassender Dienst, der nicht durch Geschäftsbeziehungen beeinflusst wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Perspektiven vertreten sind, die der großen Medienkonzerne wie die kleiner lokaler Zeitungen oder Blogs.

Ah ja, alle Perspektiven, auch die kleiner lokaler Zeitungen oder Blogs? Nun ja, Google, mit ein bisschen Schwindeln kommt man in Deutschland, wo Internet ja als Neuland gilt, halt immer durch? weiterlesen

Neues „Leistungsschutzrecht“: Hier weiterhin keine Verleger-Links

Der Bundestag hat am (heutigen) Freitag das umstrittene Leistungsschutzrecht für Verlage beschlossen. Und auch wenn dieses Gesetz noch nicht in Kraft ist – da steht zunächst mal der Bundesrat an, auch sind Verfassungsklagen zu erwarten – sehe ich für mich als im Internet publizierenden Menschen da genügend rechtliche Unwägbarkeiten, so dass für Augen geradeaus! weiterhin gilt: Webseiten deutscher Verleger werden hier nicht verlinkt. Weder in meinen Texten noch in den Kommentaren.

Kern des Gesetzes ist eine neue Bestimmung im Urheberrecht:

Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte.

Zu rechtlichen Einordnung dieser Bestimmung gibt es an vielen Stellen im Internet Erklärungen und Bewertungen zu finden; ich will das hier nicht alles wiederholen. Für mich ist erst mal nur klar, dass das Gesetz hinreichend unscharf ist – wo sind denn die Grenzen kleinster Textausschnitte? Auf – womöglich teure – rechtliche Auseinandersetzungen will ich es nicht ankommen lassen.

Aus diesem Grund gilt hier weiterhin die Regelung, die ich im vergangenen Jahr eingeführt habe: Keine Links zu deutschen Verleger-Webseiten. Mit ein paar Ausnahmen, zur Klarheit hier noch mal gerne wiederholt: weiterlesen

Die Sache mit den Links und den Zitaten

Und noch mal ein Eintrag in eigener Sache, nach den Entwicklungen der vergangenen Tage noch mal nötiger geworden: Die aktuelle, von den deutschen Verlegern und folglich auch von der Koalition verschärfte Debatte um ein Leistungsschutzrecht für die Verleger, aber auch der Umgang mit Zitaten zwingen mich leider dazu, bei Verlinkungen und Zitaten in meinen Blogeinträgen und ebenso in den Kommentaren eine etwas andere policy zu fahren.

Beim Leistungsschutzrecht ist die Debatte noch leicht verworren, einen ersten Überblick gibt es hier.

Als Konsequenz muss leider gelten, dass bei Augen geradeaus! bis auf Weiteres keine Webseiten deutscher Printmedien mehr verlinkt werden. Wenn auf einen Bericht in einem deutschen Printmedium Bezug genommen wird, dann nur als kurze eigene Zusammenfassung: Die Hintertupfinger Zeitung berichtet heute, dass Eckernförde Heimathafen des ersten deutschen Flugzeugträgers wird.

Weiterhin verlinkt werden können natürlich Originalquellen (immer der beste Weg; z.B. eine Originalmitteilung der Bundeswehr), öffentlich-rechtliche Webangebote (ARD, ZDF), andere Blogs sowie ausländische Medien. Gerade Meldungen aus der New York Times oder der Washington Post finden sich gerne bei SpOn und anderen wieder, da verstehe ich ohnehin nicht, warum bislang SpOn verlinkt wird und nicht gleich die Ursprungsmeldung aus der NYT.

Etwas knapper müssen wir auch alle – ich schließe mich genau so ein wie die Kommentatoren – bei der Wiedergabe wörtlicher Zitate werden. Eine britische Quelle, noch dazu ohne genaue Quellenangabe, über drei bis vier Absätze zu zitieren, kann gewaltig schief gehen. Bei deutschen Quellen ebenso. Ich bitte deshalb darum, die Wiedergabe von Zitaten möglichst knapp zu halten (Ausnahme natürlich: es ist eine offen zur Verfügung stehende Originalquelle, z.B. eine ISAF-Mitteilung oder eine Ministerrede), um nachteilige Folgen zu vermeiden (die würden ja dann mich treffen…).

Leider werde ich künftig auch bei den Kommentaren verschärft auf diese Dinge achten müssen – und muss mir vorbehalten, ggf. einen Kommentar zu bearbeiten, zu verändern oder zu kürzen, wenn ich Probleme befürchten muss. Das Ganze dient vor allem dazu, Augen geradeaus! nicht durch unbedachtes Handeln in (m)einen wirtschaftlichen Ruin zu treiben.

Ich hoffe sehr auf Ihr/euer Verständnis…

(Ein kleiner Nachtrag: Der Kollege Kai Biermann hat das Thema Leistungsschutzrecht bei Zeit Online sehr schön und nachvollziehbar analysiert. Fast hätte ich ihn verlinkt, bis mir einfiel… siehe oben.)