Einer der großen Kriegsfotografen: Horst Faas gestorben

Seine Bilder und seine Arbeitsweise haben vermutlich, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, die Sicht- und Arbeitsweise vieler Fotografen in heutigen Konflikten geprägt: Horst Faas, der frühere Associated Press-Fotograf, dessen Bilder aus dem Vietnamkrieg berühmt wurden, ist am (gestrigen) Donnerstag im Alter von 79 Jahren in München gestorben.

Der Krieg der USA im Dschungel Südostasiens dürfte der erste gewesen sein, der von unabhängigen Medien in bislang nicht gekanntem Ausmaß beobachtet, fotografiert und beschrieben wurde. Und der gebürtige Berliner Faas hat das Bild von diesem Krieg im Westen entscheidend mit bestimmt – zu einer Zeit, als Fotos noch auf Film aufgenommen, entwickelt und auf heute antiquiert anmutenden technischen Wegen an Zeitungen übermittelt wurden.

Ein ausführlicher Nachruf von Faas‘ Kollegen Richard Pyle ist hier nachzulesen. Den Nachruf eines deutschen Ex-Kollegen gibt es bei agenturjournalismus.de.

In this undated file photo, Associated Press photographer Horst Faas is shown on assignment in South Vietnam. Faas, a prize-winning combat photographer who carved out new standards for covering war with a camera and became one of the world’s legendary photojournalists in nearly half a century with The Associated Press, died Thursday May 10, 2012. He was 79. (AP Photo/File)

(Disclosure: Ich habe von 1986 bis 1999 für Associated Press gearbeitet.)

Fotos: Unterwegs in Syrien

Syrien und die katastrophale Lage dort ist hier im Blog (bislang noch) kein Thema – nicht weil es nicht von Bedeutung wäre; aber die Vielzahl von Konflikten zwingt mich ein wenig, mich auf die Sicherheitspolitik aus deutscher Perspektive zu konzentrieren…

Dennoch an dieser Stelle ein Hinweis auf eine Fotoreportage aus Syrien, vom Widerstand gegen das Assad-Regime. Der Fotograf Timo Vogt, hier im Blog schon mal mit Afghanistan-Fotos präsent, war im Nordwesten Syriens unterwegs.

Blut auf den Stufen der Moschee in Kureen im Nordwesten Syriens – ein Ort unter Kontrolle der Opposition, bis er von der syrischen Armee angegriffen wurde.

Vogts Fotos sind hier anzuschauen, und er hat die drastischsten schon nicht in diese Reportage aufgenommen.

Zu seiner gefährlichen Reise schreibt er:

Der Aufstand in Syrien hat das ganze Land erfasst. Neben der Stadt Homs sind es mittlerweile viele Schauplätze, an denen die Regierungstruppen versuchen den Aufstand der Menschen gegen das Assad-Regime blutig niederzuschlagen.

Ich bin auf Schmugglerpfaden illegal über die grüne Grenze in die nordwestliche syrische Provinz Idlib gereist. Eine Region, die früh von Oppositionellen kontrolliert wurde. Doch meine Ankunft fiel mit dem Zeitpunkt zusammen, als die syrische Armee begann, verlorenes Gebiet zurück zu erobern. Wirklich halten kann sie die Orte nicht, sie werden nur tageweise erobert. Aber mit unfassbarer Brutalität sollen die Menschen eingeschüchtert werden. Die Armee der Deserteure kann mit ihren alten Kalschnikows und Jagdflinten mit selbstgebastelten Patronen gegen die modernen Schützenpanzer der Armee nichts ausrichten. Sie wollen die Bevölkerung schützen und können doch nur zusehen, wie das Morden weitergeht. weiterlesen

Es gibt sie doch, die Bilder aus dem Afghanistan-Einsatz

Zugegeben, in den deutschen Medien haben derzeit ganz andere Themen Konjunktur – und wenn es doch mal um Afghanistan und den deutschen Einsatz am Hindukusch geht, dann eher auf einer – bisweilen abstrakten – politischen Ebene. In jüngster Zeit waren allerdings etliche Journalisten in Afghanistan, die als schreibende Reporter oder als Fotografen die Bundeswehr begleitet haben. Die Reportage von Takis Würger im Spiegel der vergangenen Woche (leider noch nicht online) ist dafür ein Beispiel, ebenso die Berichte des FAZ-Kollegen Stephan Löwenstein.

Und die Bilder… die gibt es, aber sie erscheinen, siehe das Konjunktur-Problem oben, nur sehr dosiert in deutschen Medien. Im Internet, das ja bekanntlich genügend Platz hat, sind sie dagegen komplett zu finden. Wie die Fotos von Timo Vogt (randbild.de), der Ende Oktober mit der Task Force Kunduz unterwegs war. Seine Fotoreportage von der Operation Orpheus als Diaschau hier; die Bilder vom Leben im Felde hier.

 

(Fotos: Timo Vogt/randbild.de)