Finnische Radarsatelliten für Bundeswehr-Überwachung der NATO-Ostflanke einsatzbereit
Die Bundeswehr kann erstmals Radarsatelliten des finnischen Unternehmens ICEYE für ihren Einsatz in Litauen und die Überwachung der NATO-Ostflanke nutzen. Mit den Satelliten, die von einem Joint Venture von ICEYE mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall bereitgestellt werden, können nach Angaben der Streitkräfte gegnerische Truppenbewegungen und Kräftezusammenfassungen frühzeitig erkannt und landbasierte Operationen unterstützt werden.
Das System erhielt, passend zur Vorliebe der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR) für Science Fiction-Bezüge, die Bezeichnung SPOCK nach dem ersten Offizier der TV-Serie Raumschiff Enterprise – wobei das als Abkürzung für SAR Spacesystem for persistent operational tracking steht und SAR ein Synthetic Aperture Radar bezeichnet.
Den Beginn der Nutzung der ersten Stufe dieser Radarsatelliten, als SPOCK 1 benannt, teilten die Bundeswehr und Rheinmetall am (heutigen) Dienstag mit. Warum die Bundeswehr die neuen Satelliten zusätzlich zu ihren bestehenden Satelliten-Aufklärungssystemen benötigt, erläuterte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) so:
SPOCK 1 ergänzt die bisherigen „strategischen“ Satellitensysteme SAR-Lupe und SARah, indem es die Aufklärung konsequent an den Anforderungen der Operationsführung ausrichtet. Priorität haben die schnelle Bildlieferung und kurze Bildwiederholzyklen, kombiniert mit einer automatischen Bildauswertung durch KI. Mit dem Beginn des operationellen Betriebs von SPOCK 1 am 1. Oktober 2026 wurde ein wichtiger Meilenstein für die an der NATO-Ostflanke stationierte Panzerbrigade 45 in Litauen erreicht.
Laut ICEYE erreichen die Radarsatelliten, die das finnische Unternehmen westlichen Streitkräften zur Nutzung oder zum Kauf anbietet, eine Auflösung von 16 Zentimetern. Die Satelliten werden im Rahmen des Joint Venture mit Rheinmetall inzwischen auch in Deutschland gebaut, wie der Rüstungskonzern mitteilte.
(Foto: SPOCK1-Aufnahme des Areals um den Ostbahnhof und den Bahnhof Warschauer Straße in Berlin – Rheinmetall ICEYE Space Solutions)
Ich verstehe nicht, dass die Bundeswehr wieder auf Radarsatelliten setzt statt auf Bildsatelliten? Denn in der Vergangenheit wurde berichtet, dass die BW Ihre Radar-Ergebnisse mit Frankreich tauscht gegen deren Bilder weil der BW Fotosatelliten fehlen und Frankreich Bildsatelliten hat. Und es hieß, die BW wollen unabhängiger werden.
Zur Info:
Die freigegebenen Auflösungen für den zivilen Gebrauch im Laufe der Zeit:
1970er: 60 m
1980er: 10 m
2000er: Unter einem Meter, später 50 cm
2014+: 30 cm, evtl. mit KI-Einsatz auch darunter
Letztetes hatte ich auch schon privat bestellt.
Militärisch relevant können schon Auflösungen im Bereich ein bis ein halber Meter sein. Stichwort geparkte Flugzeuge und Raketenstellungen.
Das Prozedere bei Anforderung mit bestehendem Satellitenanbieter-Vertrag ist weitgehend automatisiert ( Bsp. Geographisches Institut hier bei uns an der Uni: Anforderung – Abbuchung – Internetversand. )
In den letzten Jahren gibts aber etliche Geo-Sperren für gewisse Gebiete , gerade bei US-Anbietern.
Das „Problem“ heute ist die Vielzahl an Foto-Satelliten. Liefert Anbieter A aus Land B die Info nicht fragt man eben ein anderes Unternehmen.
Braucht man aber die Bilder in Nahe-Echtzeit führt an eigenen Satelliten nichts vorbei.
Nahe Echtzeit ist im Grunde nur für Geheimdienste oder das Militär relevant. Und je mehr Satelliten man hat desto echtzeitiger wirds…
Kein Wunder das alle Militärs eigene Satelliten haben wollen.