Russland meldet Einsatzbereitschaft von Hyperschall-Gleitern

Die russischen Streitkräfte haben Bereitschaft eines ersten Regiments mit neu entwickelten Hyperschall-Gleitern gemeldet. Seit dem (heutigen) 27. Dezember seien die neuen Waffen in der Region Orenburg einsatzbereit, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Das System mit dem Namen Awangard soll sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen tragen können und von herkömmlicher Luftverteidigung kaum abzuwehren sein.

Die Einsatzbereitschaft meldete der Kommandeur der strategischen Raketentruppen, Generaloberst Sergej Karakajew, dem russischen Verteidigungsminister Sergej Shoigu, wie das Ministerium mitteilte:

Sergej Karakajew sagte auch, dass das erste Regiment, das mit dem neuen strategischen Raketensystem Avangard bewaffnet ist, den Kampfdienst in der in der Region Orenburg stationierten Raketendivision Yasnenskaya aufgenommen hat.
„Wie bereits angekündigt, ist die Aufgabe des Obersten Oberbefehlshabers und des Verteidigungsministers, das erste Raketenregiment des Avangard-Komplexes in der Raketendivision Yasnen in den Kampf zu schicken, abgeschlossen“, sagte der Kommandant der Strategischen Raketendivision.
Er nannte dieses Ereignis „das wichtigste“ für die Strategischen Raketenstreitkräfte im scheidenden Jahr.
(Übersetzt mit www.DeepL.com)

Shoigu meldete die Einsatzbereitschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, berichtete TASS:

„Russian Defense Minister Army General Sergei Shoigu reported to Russia’s President Vladimir Putin that the first missile regiment armed with the latest Avangard strategic missile system with the hypersonic boost-glide vehicle assumed combat duty from 10:00 a.m. Moscow time on December 27, 2019,“ the ministry said in a statement.

Die einsatzfähige Entwicklung eines solchen Hyperschall-Gleiters hatte Putin im vergangenen Jahr angekündigt; allerdings lief die Arbeit daran schon länger (etwas mehr hier bei Wikipedia).

(Hinweis: Mit der dahinter stehenden Technik haben wir uns im Podcast Sicherheitshalber schon mal beschäftigt.)

Nachtrag: Noch ein wenig Hintergrund von AP

(Grafik: Zeichnung eines Awangard-Hyperschallgleiters aus einem russischen Videobericht)

41 Gedanken zu „Russland meldet Einsatzbereitschaft von Hyperschall-Gleitern

  1. Das macht die Welt in der Tat unsicherer. Der Kurs läßt sich nicht vorhersagen (wohl keine ballistische Kurve), (noch) keine Abwehrmöglichkeit, und ob konventionell oder nuklear bestückt weiß man erst „beim Aufschlag“. Zudem sicher eine extrem verkürzte Reaktionszeit.

  2. ….. und die Nato wird von der Masse der Medien in DEU der Kriegstreiberei bezichtigt weil european defender 2020 stattfindet.
    Komische Welt, aber laßt uns mehr Erdgas aus Russland via Ostsee pipeline importieren derweil die Masse der Medien hierzulande fleißiges USA bashing betreiben.
    Ich versteh’s nimmer

  3. @ Edelweiß
    „Ich versteh’s nimmer“
    Ich versuche mal es Ihnen zu erklären.

    „….. und die Nato wird von der Masse der Medien in DEU der Kriegstreiberei bezichtigt weil european defender 2020 stattfindet.“

    – Das ist mir entgangen, dass die Masse der deutschen Medien das macht. Können Sie vielleicht die Medien benennen, die das getan haben?
    – Die einzige Kritik, die ich wahrgenommen habe, kam von Abgeordneten der Linkspartei.
    – Die Einsatzbereitschaft der russischen Hyperschall-Gleiter führt uns allerdings den operativen Unsinn von Übungen wie Defender 2020 vor Augen.
    – Wenn diese russische Waffe tatsächlich den gemeldeten Fähigkeiten entspricht, dann wären alle aufmarschierenden NATO-Truppen, aber auch Hauptquartiere wie Ulm, Stuttgart und Ramstein bereits zu Beginn eines Krieges mit Russland denkbare Ziele dieser Waffe.
    – Ich will mich nicht immer wiederholen, aber es gibt überhaupt keine Belege dafür, dass Russland sich mit der NATO anlegen will. Russland kann sich allerdings auf mehrern Ebenen erfolgreich verteidigen. Daher führen „Muskelspiele“ wie Defender 2020 nur zu neuen Spannungen mit Russland, die nicht dem Frieden in Europa dienen.
    – Im Übrigen ist bereits jetzt, angesichts der bereits existierenden russischen Verteidigungsfähigkeiten, der Aufbau von weiteren konventionellen Kräften ähnlich wirkungslos wie die damalige Maginotlinie der Franzosen.

    „Komische Welt, aber laßt uns mehr Erdgas aus Russland via Ostsee pipeline importieren derweil die Masse der Medien hierzulande fleißiges USA bashing betreiben.“
    – Vielleicht haben Sie den Kalten Krieg nicht miterlebt, sonst könnten Sie wissen, dass trotz kältestem Kalten Krieg die ehemalige Sowjetunion ein zuverlässiger Rohstofflieferant für Europa war.
    – Das russische Erdgas ist nicht nur umweltschonender und 30 Prozent billiger als das „Frackingerdgas“ welches die USA mit umweltschädigenden Schiffen über den Atlantik schiffen wollen. Es macht ja wohl keinen Sinn jede Tonne CO2 zu zählen und zu bezahlen und dann billigeres umweldschonendes Gas durch teures umweltschädigendes Gas zu tauschen, oder?
    – Und was die Abhängigkeit von russischem Gas angeht, nun wir bauen ja gerade LNG-Terminals in Europa, um im Zweifelsfalle eben nicht abhängig von russischem Gas zu sein. Wenn also der russische Hahn wirklich abgedreht wird, können uns die USA ja gerne helfen. Die Infrastruktur wird ja dafür gebaut.
    – Das was Sie „USA-bashing“ nennen ist eine absolut gerechtfertigte Kritik an einem Bündnispartner, der die Firmen seiner Verbündeten mit schweren Sanktionen bedroht weil diese einem ganz normalen Geschäft nachgehen. Das können sich nur die USA gegenüber anderen Staaten leisten. Und das macht dieser Bündnispartner USA nur deswegen, weil er („America First“) seine Macht inzwischen dazu ausnutzt, eigene Wirtschaftsinteressen auch gegenüber Verbündeten brachial durchzusetzen.

  4. Petes Kommentar kann ich nur zustimmen. Ich wollte inhaltlich gerade das Gleiche schreiben, hätte es aber mit Sicherheit nicht so knackig hinbekommen …

  5. @Pete sagt: 28.12.2019 um 6:57 Uhr
    „– Die Einsatzbereitschaft der russischen Hyperschall-Gleiter führt uns allerdings den operativen Unsinn von Übungen wie Defender 2020 vor Augen.“

    Bis ein neue (revolutionäre) Waffengattung operativ wirklich einsetzbar ist und die Gefechtsführung beeinflussen kann vergehen Jahre. Zudem stellt sich die Frage ob es sich nicht nur um eine Propagandameldung handelt.

    Von daher wird sich bis mindestens Mitte der 20er sicherlich nichts an den derzeitigen operativen Gegebenheiten verändern.

    „– Ich will mich nicht immer wiederholen, aber es gibt überhaupt keine Belege dafür, dass Russland sich mit der NATO anlegen will.“

    Starke und Glaubwürdige Verteidigungsbereitschaft und Verteidigungsfähigkeit von Seiten der NATO werden diese „Friedensliebe“ sicherlich weiter befördern :)

    Defender 2020 ist gerade deswegen eine friedenserhaltende Maßnahme.

  6. @Koffer
    „Bis ein neue (revolutionäre) Waffengattung operativ wirklich einsetzbar ist und die Gefechtsführung beeinflussen kann vergehen Jahre.“

    – Die Bundeswehr will ja auch erst 2031 die komplette Kampfbereitschaft an Russland melden. Da hat Russland ja noch viel Zeit dieses Mittel einsatzreif zu bekommen.

    „Zudem stellt sich die Frage ob es sich nicht nur um eine Propagandameldung handelt.“

    – Ich hoffe nur, dass es ein paar vernünftige Entscheider bei der NATO gibt, die nicht ausprobieren wollen, ob es nur Propaganda ist.
    – Im Übrigen reichen die Fähigkeiten der KalibrFlugkörper vollkommen aus, um geeignete Hauptquartiere der NATO ins Visier zu nehmen. Und das die Kalibr Flugkörper einsatzbereit sind wurde ja im Syrienkrieg gezeigt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibr
    – Mir würde es schon reichen wenn die NATO, wie im Kalten Krieg, wieder glaubwürdig vertreten würde, dass sie nur im Falle eines Angriffs militärisch tätig werden würde und mit 1. Priorität den Frieden in Europa, ja, in Freiheit füge ich hinzu, erhalten möchte . Den Glauben daran habe ich zumindest verloren, denn die Taten sprechen eine andere Sprache.

  7. Die neuen russischen Nuklearwaffen spielen auch in der Strategie eines konventionellen Krieges eine Rolle.
    Im Rahmen eines regionalen Krieges in Europa könnte eine Stratgie Russlands sein, nach einem begrenzten und zunächst erfolgreichen konventionellen Überraschungs-Angriffskrieg gegen Nachbarstaaten (Baltikum) westliche Staaten mit der Drohung nuklearer Angriffe dazu zu zwingen die russischen Gebietsgewinne zu akzeptieren oder eine weitere, potentiell katastrophale nukleare Eskalation zu riskieren.( Mourir pour Riga? )

    Dies kann die NATO verhindern, indem sie durch entschlossene Verteidigungsfähigkeit Russland vor einem Regionalkrieg abschreckt.

  8. @Pete
    „es gibt überhaupt keine Belege dafür, dass Russland sich mit der NATO anlegen will.“
    Nö, Manöver wie Sapad 17 oder Wostok 18 sind natürlich nur friedenserhaltende Maßnahmen. Und vom fehlenden Invasionsdrang Russlands konnte man sich in der Ukraine gut überzeugen!

    „Daher führen „Muskelspiele“ wie Defender 2020 nur zu neuen Spannungen mit Russland“
    Wenn Russland solche „Muskelspiele“ machen darf, steht das wohl auch der Nato zu. Außerdem hat Putin sich bisher von freundlichen Worten oder Sanktionen noch nie ins Bockshorn jagen lassen. Demzufolge ist es nur richtig, dass auch mal die Nato die Zähne zeigt und klar macht, dass sie sich nicht alles gefallen lässt.

    „Im Übrigen ist bereits jetzt, angesichts der bereits existierenden russischen Verteidigungsfähigkeiten der Aufbau von weiteren konventionellen Kräften ähnlich wirkungslos wie die damalige Maginotlinie der Franzosen.“

    An dieser Behauptung stimmt so einiges nicht:
    1. Die Maginotlinie war nie wirkungslos! Hätte nicht ein pfiffiger General names Manstein eine bis dahin beiden Seiten unbekannte Schwachstelle der frz. Verteidigung gefunden (die Ardennen) hätten es die Deutschen schwer gehabt die frz. Verteidigung zu besiegen.
    2. Bräuchten wir keine Kräfte a la Maginotlinie, wenn Russlands Armee tatsächlich nur „Verteidigungsfähigkeiten“ enthalten würde!
    3. Diese netten Spielzeuge wie die Überschallgleiter sind gut um einzelne strategische Ziele zu vernichten, aber nicht um Frontabschnitte zu gewinnen oder gar das Baltikum zu erobern. Sowas muss auch Russland weiterhin mit „boots on the ground“ erledigen. Und davon haben die Russen jede Menge. Demzufolge ist ein Aufwuchs konventioneller Natofähigkeiten nicht nur gut, sondern sogar zwingend notwendig, um im Ernstfall dagegenhalten zu können!

    „Im Übrigen reichen die Fähigkeiten der KalibrFlugkörper vollkommen aus, um geeignete Hauptquartiere der NATO ins Visier zu nehmen.“
    Dann ist die SM3-Raketenabwehr in Osteuropa und alles was darunter an Fähigkeiten noch so existiert doch nicht ganz unnötig!

    „Mir würde es schon reichen wenn die NATO, wie im Kalten Krieg, wieder glaubwürdig vertreten würde, dass sie nur im Falle eines Angriffs militärisch tätig werden würde“
    Wann denn sonst bitte!? Glauben Sie ernsthaft, die Nato würde grundlos in Russland einmarschieren? Man kann der Nato ja vieles vorwerfen, aber Invasionslust gen Osten gehört sicher nicht dazu!

  9. @Pete sagt: 28.12.2019 um 11:12 Uhr
    „– Die Bundeswehr will ja auch erst 2031 die komplette Kampfbereitschaft an Russland melden. Da hat Russland ja noch viel Zeit dieses Mittel einsatzreif zu bekommen.“

    ???
    1. Wir melden nicht unsere „Kampfbereitschaft“ an Russland, sondern an die NATO.
    2. Wir sind bereits jetzt „kampfbereit“, aber in 2031 wollen wir eine neue, effektivere Struktur eingenommen haben.
    3. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Sie haben die These aufgestellt, dass Defender 2020 überflüssig ist, weil es durch die neue russische „Superwaffe“ taktisch-operativ nicht mehr zielführend sein soll. Jetzt mal unabhängig davon, dass ich bezweifle, dass diese Bewertung zutreffend ist, stellt sich die Frage ja in 2020 (!) noch gar nicht, weil nächstes Jahr die russische „Superwaffe“ ja so oder so noch nicht umfänglich einsatzbereit sein wird.

    „– Ich hoffe nur, dass es ein paar vernünftige Entscheider bei der NATO gibt, die nicht ausprobieren wollen, ob es nur Propaganda ist.“

    Warum sollten sie es? Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und solange RUS unsere Grenzen respektiert brauchen wir gar nichts „auszuprobieren“.

    „– Mir würde es schon reichen wenn die NATO, wie im Kalten Krieg, wieder glaubwürdig vertreten würde, dass sie nur im Falle eines Angriffs militärisch tätig werden würde und mit 1. Priorität den Frieden in Europa, ja, in Freiheit füge ich hinzu, erhalten möchte“

    Genau deswegen sollten wir den USA dankbar sein, dass sie mit Defender 2020 (wieder einmal) ihre Bereitschaft zum Schutze unserer (europäischen) Freiheit demonstrieren.

    Glaubwürdige Abschreckung und so…

  10. @ Pete

    Kalibr ist ein Marschflugkörper wie ihn der Westen schon seit Jahrzehnten hat, also nichts besonderes und nichts besonders Gefährliches.

    Zitat:
    „– Mir würde es schon reichen wenn die NATO, wie im Kalten Krieg, wieder glaubwürdig vertreten würde, dass sie nur im Falle eines Angriffs militärisch tätig werden würde und mit 1. Priorität den Frieden in Europa, ja, in Freiheit füge ich hinzu, erhalten möchte . Den Glauben daran habe ich zumindest verloren, denn die Taten sprechen eine andere Sprache.“

    Sie meinen so glaubwürdig wie Russland im Syrienkrieg als Verteidiger der Freiheit aufgetreten ist oder so wie der Präsident Obama die Roten Linien des Giftgas-Einsatzes von Assad folgenlos verstreichen hat lassen ?

    Da wäre es mir schon lieber gewesen die Nato wäre mit einem begrenzten Kontingent nach Syrien gegangen und hätte dort für Stabiliät gesorgt, aber solange man Saudi-Arabien als strategischen Verbündeten hat, kann das mit der Konfliktverhinderung und Frieden schaffen ein einem Land nichts werden !

  11. Deprimierend, hier fasst ausschließlich Kommentare von Menschen zu lesen, die ihre alten Ideologien niemals in Frage stellten und an Feindbilder festhalten, die es erst ermöglichten den neuen Kalten Krieg zu beginnen. Glaubt ihr wirklich, der Russe will Krieg? Das ist absoluter Schwachsinn, da gerade Russland durch seine Bodenschätze auf verlässlichen Handel angewiesen ist. Und bisher kann ich mich an keine Aggression Russlands gegen die NATO erinnern. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Der Westen mischt sich in jeden Konflikt ein, der auf den Boden ehemaliger Sowjetrepubliken stattfindet und zieht den Gürtel um Russland immer enger. Defender 2020 ist ein weiterer Akt. Das ist keine defensive Übung. Dort wird der Einmarsch geprobt.
    Aber wenn sage ich das? Wer nicht bereit ist seine Feindbilder in Frage zu stellen wird es niemals verstehen… Kälte Krieger mit kalten Herzen und eingefrorenen Hirn…

    [Ihre Meinung ist Ihre Meinung – aber dumpfe Propaganda nach dem Muster „Der Westen mischt sich in jeden Konflikt ein, der auf den Boden ehemaliger Sowjetrepubliken stattfindet“ lassen wir hier dann doch lieber. Unabhängig davon, dass die Balten den Begriff „auf dem Boden ehemaliger Sowjetrepubliken“ aus historischen Gründen nicht gelten lassen, wird es nicht besser, wenn Sie unreflektiert Kalte-Kriegs-Parolen nachplappern. Wer nicht bereit ist seine Feindbilder in Frage zu stellen wird es niemals verstehen. Eine gewisse Redlichkeit in der Argumentation setze ich hier schon voraus. T.W.]

  12. @Pete
    Glauben Sie eigentlich Ihren eigenen Worten?
    Was ist der Zweck militärischer Manöver oder Truppenübungen.
    Die Vorbereitung
    – auf Einsatzsituationen, also auf bewaffnete Konflikte, auch terroristischer Natur
    – auf Kriege
    Die Überprüfung
    – eigener Strukturen und Verfahren mit der Absicht der Optimierung.
    In Bezug nicht nur auf Russland wird eine Abschreckungsfunktion umgesetzt. Übungen im Stil Defender 2020 wirken friedensstabilisierend, erfüllen diese Funktion. Gleiches gilt selbstverständlich zu RUS Übungen der Zapad/Wostok-Reihe.

    Eine – mögliche – Einsatzbereitschaft der russischen Hyperschall-Gleiter führt uns gar nichts NEUES vor Augen. Trifft die Story im Hollywood-Stil denn überhaupt zu, existiert irgendwann eine neue Waffe mit strategischer Option, sofern nuklear bestückt. Was außer „Hyperschall‘ wäre daran neu und stellte eine Bedrohung für einen Großverband (Defender 2020) im DivAquivalent dar, das HQ, braucht’s deshalb hyper…? Nein!
    Was also ist der Mehrwert zu einer ICBM/SLBM/INF, keiner, es sei denn ich bin geschwindigkeitsverliebt. Einziges Zugeständnis: erschwerte Aufklärbarkeit ff Bekämpfbarkeit.

    Die Tagesschau taugliche Mär deutscher Energiesicherheit im (heißesten) Kalten Krieg dank z.B. Breschnews Vertragstreue („Vielleicht haben Sie den Kalten Krieg nicht miterlebt, sonst könnten Sie wissen, dass trotz kältestem Kalten Krieg die ehemalige Sowjetunion ein zuverlässiger Rohstofflieferant für Europa war“ / war dabei) wird durch unreflektierte Dauerwiederholung nicht lagegerechter. Die Chose funktionierte, da nie der Realitäts-Beweis angetreten werden musste, wie der Kreml sich verhielte, wenn erste Geschosse den Luftraum gemeinsamer Grenzen kreuzten.

  13. Aus meiner Sicht wäre diese Waffe relativ leicht für den konventionellen Einsatz „auszuschalten“.

    Da Avangard per ICBM auf Geschwindigkeit gebracht wird und man logischerweise nicht erkennen kann ob diese gerade einen konventionellen oder atomaren Sprengkopf trägt, sollten die USA/NATO eine klare Ansage machen und mitteilen, dass jeder Einsatz dieser Waffe als Angriff mit Nuklearwaffen angesehen wird.

    Man würde die Einsatzmöglichkeiten von Avangard damit in ein Szenario verlegen, in dem alle Konfliktparteien sowieso untergehen wenn man soweit ist das man bereit ist einen Atomschlag auszulösen.

  14. Mal sehen, ob die USA Prompt Global Strike weiter forcieren oder es bei gelegentlichen Test belassen.
    Zumindest kann man sagen, daß Rußland in Sachen Raketentechnologie weiter seine Spitzenstellung behauptet.

  15. @ Klaus-Peter Kaikowsky
    @Pete
    „Glauben Sie eigentlich Ihren eigenen Worten?“
    – Ja, ich glaube meinen eigenen Worten! Eventuell schreiben wir miteinander auf unterschiedlichen „Ebenen“ an einander vorbei. Ich hatte schon einmal in einem anderen Zusammenhang auf die Abfolge der „ends, ways and means“ hingewiesen. Die „ends“ bestimmen die „ways“ und die „means“ und nicht umgekehrt. Wer also als „ends“ Frieden in Europa – auch mit Russland- möchte, der handelt deeskalierend, wie in den Zeiten der Entspannung. Dann sucht man nach Konfliktlösunghen und muss zwangsläufig ein „Putinversteher“ sein. Denn wenn man sich nicht ind die gegnerische Position verstzt ist Konfliktlösung unmöglich.

    „In Bezug nicht nur auf Russland wird eine Abschreckungsfunktion umgesetzt.“
    – Auf wen müssen wir denn sonst noch eine „Abschreckungsfunktion“ umsetzen? Das würde ich doch mal gerne wissen.

    „Übungen im Stil Defender 2020 wirken friedensstabilisierend, erfüllen diese Funktion. Gleiches gilt selbstverständlich zu RUS Übungen der Zapad/Wostok-Reihe. “
    – Na ja, es wäre für beide Seiten „friedenstabilisierender“ wenn solche grenznahen Großmanöver NICHT stattfinden müßten, weil wir z.B. im Rahmen einer KSZE/OSZE/KSE-Lösung diesen Unsinn auf beiden Seiten sein lassen könnten. Das Manöver „Able Archer“ führte 1983 fast in eine „versehentliche“ nukleare Auseinandersetzung zwischen NATO und WP. Man könnte ja auch einmal aus der jüngeren Geschichte etwas lernen.

    „Was ist der Zweck militärischer Manöver oder Truppenübungen.“
    – Abschreckung beschränkt sich auf Verteidigung und gibt dem potenziellen Gegner nicht das „Empfinden“ eventuell angegriffen zu werden. Hier muss die NATO ihre bislang nicht kompromißbereite Haltung zurück fahren. Russland wird sich von der NATO bzw. dem so genannten Westen, was auch immer das inzwischen sein mag, nicht wie Afghanistan, Serbien, Lybien, Irak und Syrien einfach „verprügeln“ lassen ohne zurück zu schlagen. Wer das nicht versteht hat schon verloren.

    „Was also ist der Mehrwert zu einer ICBM/SLBM/INF, keiner, es sei denn ich bin geschwindigkeitsverliebt. Einziges Zugeständnis: erschwerte Aufklärbarkeit ff Bekämpfbarkeit. “
    – Das war ja mein Argument mit dem Kalibr. Wer als Ost- und Mitteleuropäer glaubt, in einem Krieg zwischen NATO und Russland könne es einen Gewinner und einen Verlierer geben, der hat NICHTS verstanden! Der „NICHTKRIEG“ muss das Ziel sein. Hier hat Macron als einziger Regierungschef beim NATO – Gipfel sehr mutig die einzig richtige Frage gestellt und auch beantwortet: „Ist Russland unser Feind. Ich glaube nicht“! Hier hätten die Deutschen mal zustimmen können. Aber, es fehlt der Mut. Deutsche Politiker haben Angst nicht „transatlantisch“ genug zu sein und verheddern sich deswegen ständig in Nebensächlichkeiten oder Phrasen, die dem europäischen Interesse schaden.

    „Die Chose funktionierte, da nie der Realitäts-Beweis angetreten werden musste, wie der Kreml sich verhielte, wenn erste Geschosse den Luftraum gemeinsamer Grenzen kreuzten.“
    – Na ja, sie hat aber funktioniert die „Chose“. Das ist zunächst einmal ein Fakt. Ihre Behauptung ist hingegen nichts Anderes als eine Behauptung.
    – Und ich hatte ja darauf hingewiesen, dass wir LNG-Terminals in Europa bauen. Wenn also Russland den Hahn abdreht dann kaufen wir eben dann notgedrungen die teuren und umweltschädlichen Gaslieferungen aus den USA. Bis dahin gibt es aber keinen einzigen vernünftigen Grund dafür. Man muss auch mal einen Ar…in der Hose und darf sich nicht Alles gefallen lassen von den USA. Vielleicht sind sie uns dann sogar gewogener oder nehmen uns eventuell endlich ernst. Das bringt mich wieder zu Macron. Der geht im Moment den richtigen Weg für Frieden in Europa, Deutschland nicht.

  16. @Koffer
    „Genau deswegen sollten wir den USA dankbar sein, dass sie mit Defender 2020 (wieder einmal) ihre Bereitschaft zum Schutze unserer (europäischen) Freiheit demonstrieren.“

    – Nein müssen wir nicht.
    – In meinen Augen gibt es keine Bedrohung der europäischen Sicherheit. Russland will mit uns Handel treiben, den USA stinkt das.
    – Wir brauchen keine neue künstlich geschaffene Konfrontation in Europa. Wir brauchen mehr Enstpannung und weniger Rüstung. Europa sollte sich endlich selbst um seine Sicherheit kümmern. Es ist höchste Zeit dazu.

  17. @Pete
    Bin der Wortklauberei überdrüssig. Sachargumentation auf Basis gegensätzlicher Maximen geht nun mal offenbar nicht.
    Dennoch “ Auf wen müssen wir denn sonst noch eine „Abschreckungsfunktion“ umsetzen? Das würde ich doch mal gerne wissen“.
    Dies ordne ich gleichfalls in die Kategorie „meint er das Ernst“ ein.
    Wie wär’s mit beliebigen Terrororganisationen, z.B. in MENA, samt Beschützerstaaten!

  18. @Pete sagt: 28.12.2019 um 20:00 Uhr
    „– In meinen Augen gibt es keine Bedrohung der europäischen Sicherheit. Russland will mit uns Handel treiben, den USA stinkt das.“

    Krim, Ukraine, Destabilisierung des Baltikums, Cyberangriffe gegen (u.a. deutsche) Verfassungsorgane etc. etc. etc.

    Man kann viele Gründe für das RUS Verhalten finden und man kann auch darüber sprechen, was der beste Weg ist RUS wieder zu einem friedlichen Verhalten zu bewegen.

    Aber die Bedrohung der europäischen Sicherheit und Freiheit durch RUS zu leugnen erscheint mehr als nur bizarr.

    „– Wir brauchen keine neue künstlich geschaffene Konfrontation in Europa. Wir brauchen mehr Enstpannung und weniger Rüstung. Europa sollte sich endlich selbst um seine Sicherheit kümmern. Es ist höchste Zeit dazu.“

    Europa sollte mehr für seine Sicherheit tun, aber ohne die NATO und ohne die USA wird es zumindestens für die nächsten Jahre/Jahrzehnte (noch) nicht gehen.

  19. @Pete
    Für mich sind Ihre „ends“ falsch formuliert und zu unvollständig, als dass ich sie als Grundlage für eine weitere Analyse gelten lassen kann. Deshalb funktioniert für mich auch der Rest Ihrer folgenden Argumentation nicht. „Auch mit Russland“ würde dann ggf. bedeuten, dass Freiheit, Menschenrechte und Demokratie zur Erreichung des „ends“ aufzugeben sind. Für mich keine Option. Und für Sie?

    Meine „ends“ würden eher wie „Frieden in einem freien und demokratischen Europa“ lauten. Unter diesen „ends“ sehen „means“ und „ways“ anders aus. Die Analyse der beitragenden und entgegenstehenden Kräfte enthält Russland dann auf der falschen Seite (Krim, Donbass, Blockieren von Seewegen, Unterdrückung freier Presse, Nichtmitarbeit bei der Aufklärung schwerster Straftaten gegen Leib und Leben, …).

  20. @ Edelweiß

    Solange uns die USA vorschreiben wollen, woher wir unser Gas bekommen, sehe ich die USA nicht als Freund. Punkt.
    Die Situation hat sich seit Obama sehr verschlechtert und die Russen haben immer zuverlässig geliefert.

    Es kann doch nicht wahr sein, dass wir ernsthaft erpresst werden, das Gas aus den USA zu importieren?
    Jenes Gas, welches massive Umweltzerstörung durch Fracking und hohe Umweltbelastung durch den Transport von Nordamerika nach Deutschland verursacht?

    In welcher Welt leben wir eigentlich, wo Freunde sich erpressen…

    Und dass die Russen sich ihre militärische Nische aufbauen, in der sie eine höhere Kompetenz als der Westen haben, ist doch nachvollziehbar.
    Sie können weder bei den Flugzeugträgern, noch bei den Luftstreitkräften mithalten. Bei den Atomwaffen sehe ich sie auf Augenhöhe. Bei der Hyperschalltechnik haben sie anscheinend einen Vorsprung. Zusammen mit den Chinesen übrigens.

    Als Abwehrmaßnahme kommt wohl nur die Lasertechnik in Frage. Und da ist wiederum der Westen führend. Also können wir uns entspannen…

  21. Leute, das droht an einigen Stellen doch arg in einen OT abzugleiten… Wollen wir evtl. in diesem Thread beim eigentlichen Thema bleiben?

  22. WarAuchDabei
    „@Pete
    Für mich sind Ihre „ends“ falsch formuliert und zu unvollständig, als dass ich sie als Grundlage für eine weitere Analyse gelten lassen kann.“

    – Ich habe ja keine tiefschürfende Analyse in ein paar Sätzen abliefern können. Ich habe allerdings ein Ziel formuliert:“ Frieden in Freiheit in Europa und mit Russland“.

    Somit habe ich ein Ziel formuliert. Das ist ja schon einmal etwas. Was wären denn Ihre „ends“? Es ist leicht Kritik zu üben, schwieriger ein eigenes Ziel zu formulieren. Auf geht’s:-))

  23. @Karsten,
    könnten Sie mich als interessierten militärischen Laien bitte über zwei Dinge aufklären:
    1. Nach allem, was ich weiß, geht dem Führen eines Krieges das Postulieren eines Kriegsziels voraus. Welchem Ziel sollte nach Ihrer Meinung ein Einmarsch der NATO in Rußland mit den derzeit vor Ort verfügbaren Kräften folgen?
    2. Nach allem, was ich weiß ist ein Ring ein geschlossenes kreisförmiges Gebilde. Woraus genau besteht also der Ring, der Ihrer Meinung nach um Rußland gezogen wird?
    Außerdem, da es hier ja sicherlich in militärischen Luft- und Raumfahrtdingen Bewanderte gibt: Ist das, was dieser wundersame Flugkörper angeblich alles können soll, tatsächlich realistisch oder handelt es sich doch eher um ein Potjomkinsches Geschoß?

  24. Die Einführung einer derartigen Waffe steht im Einklang mit der russischen Verteidigungsdoktrin. Die Sicherheitspolitik Russlands ist, wie die frühere Geschichte zeigt, völig unabhängig von der jeweiligen Regierungs- bzw. Herrschaftsform stets darauf bedacht, um die Landesgrenzen herum freies Schussfeld zu haben und, vor allem nach der Erfahrung des zweiten Weltkriegs, alles zu unternehmen, um eine militärische Auseinandersetzung auf dem Boden des Mutterlandes zu verhindern. Vor diesem Hintergrund ist aus russischer Sicht die Annexion der Krim als eine defensive Maßnahme anzusehen. Diese Waffen sollen einerseits abschreckend wirken und andererseits im Konfliktfall entscheidend dazu beitragen, einen Gegner am Vorrücken in Richtung des russischen Kernlandes zu hindern. Sie sind gewiß nicht dafür vorgesehen, Paris oder Berlin sturmreif zu schießen.

  25. Diese Meldung könnte den ein oder anderen Verantwortlichen eventuell motivieren, Geld für Sicherheitspolitik und Forschung an Sicherheitstechnik freizugeben.
    Eine Abwehr dieser modernen Waffen (falls sie funktionieren – was aber niemand ernsthaft herausfinden möchte) ist ausschließlich mit Lasern möglich. Daran sollten wir forschen und versuchen, Europa zu einem Marktführer machen.
    Das wäre innovativ.

  26. RUS bzw. die damalige UdSSR waren und sind Weltmeister in der psychologischen Kriegsführung – wozu auch Propaganda sowie Desinformation zählen. Meldungen über angeblich einsatzbereite und schon in hoher Stückzahl verfügbare Superwaffen, Superpanzer, -Flugzeuge usw. begleiten das russische Militär schon seit fast einem ganzen Jahrhundert. Und irgendwann kommt dann heraus, dass es diese gemeldeten Superwaffen entweder gar nicht gibt oder dass es Prototypen bzw. Testmuster waren, die niemals bei der Truppe ankamen. Oder aber durch irgendwelche Fügungen des Schicksals wie bspw. Desertion von Personal inclusive ihres Waffensystems, Verlust im Kampf oder Überlaufen eines ganzen Landes (wie z.B. der DDR) fallen die hochgelobten Maschinen plötzlich in „unrussische“ Hände, können anschließend vom Westen ausgiebig getestet werden und die ganze schöne russische Maskerade fällt in sich zusammen. Nicht umsonst ist es ein russischer Begriff, jenes „Potemkinsche Dorf“.
    Die o.g. russische Jubelmeldung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in eben diese Schublade zu stecken und wird vorrangig wohl eine innenpolitische Zielrichtung für das nach alter Großmacht-Bedeutung dürstende russische Wahlvolk besitzen. Denn mit solchen Meldungen wird die dortige Bevölkerung bei Laune gehalten und der desolate Zustand der Armee überspielt. Im übrigen wird diese Art der Manipulation des eigenen Volkes nicht nur auf militärischem Gebiet von RUS angewandt, sondern auch auf ziviler Ebene – siehe Zivilluftfahrt und dgl.
    In einigen Jahren wissen wir mehr.
    PS: Manche Wortmeldungen hier sind echt strange – Ostseepipeline, ringförmige Einkesselung usw.! Es gibt nur ein einziges Land, das seit dem II. WK fremdes Territorium in Europa annektiert hat und das unverblümt Cyberangriffe gegen seine Nachbarn führt. Und dieses Land heißt … (Kleiner Tipp: der betreffende Staat ist KEIN NATO-Mitglied)

  27. @Pete:
    1. Vergleichen Sie bitte Ihre „ends“ aus Ihrem ursprünglichen Post mit Ihren (ergänzten) „ends“ aus dem Letzten. „Freiheit“ fehlte dort, die haben Sie im zweiten Post reingeschmuggelt.
    2. Lesen Sie meinen Post noch einmal durch.
    3. Entschuldigen Sie sich für falsches Zitieren und Weglassen wichtiger Passagen (z.B. meine ,durchaus in meinem Post formulierten, „ends“. Im Gegensatz zu Ihrer Behauptung, ich hätte keine „ends“ formuliert.)

    Ihre Vorgehensweise betrachte ich als destruktiv, da hilft auch kein „:-)“

    Und da ich ein eigenes Ziel formulierte, müssen Sie sich meine Kritik auch einpacken. Rauswinden, insbesondere durch falsche Zitate, ist nicht!

    [Ich finde, am Ton lässt sich da durchaus feilen. Kritik immer, und auch berechtigter Widerspruch, wenn tatsächlich falsch zitiert wurde – aber diesen Ton „Entschuldigen Sie sich…“ lassen wir in den einschlägigen Kreisen und führen den hier nicht ein. T.W.]

  28. Naja, die medial recht wirksame Einführung einer neuen Rakete ist die direkte Antwort auf Abwehrstellungen direkt an der russischen Grenze, zumindest aus Sicht der Russen gesehen und eine Reaktion auf Vertragskündigungen im Rüstungskontrollbereich.
    Quasi eine mit erheblichen Nachdruck vorgetragene Aufforderung zu wirklich konstruktiven Gesprächen zurückzukehren.
    Ist praktisch dasselbe, wie als in Europa nuklear bestückte Marschflugkörper und global Interkontinentalraketen aufgestellt wurden.
    Hat ja dann auch deeskalierend gewirkt. Auch wenn man im Hinterkopf behalten muss, das wir uns mehrfach fast durch Fehlalarme und Fehleinschätzungen als Menscheit selber ausgerottet haben.
    Es scheint das mal wieder eine Generation von politischen und militärischen Entscheidern begreifen muss, das ein Konflikt mit einem gleichwertigen Gegner nur beidseitige Vernichtung zur Folge hat. So gesehen hat sich eigentlich nichts geändert.
    Übungen wie die der Nato und der Russen finde ich wiederum relativ normal das machen alle. Ein bisschen Abschreckung muss sein ansonsten wird man nicht ernst genommen. Ich sehe da aktuell eher das Problem das die Nato in ein Sinn- und Strukturkrise ist die sich sehr negativ auf die Aussenwirkung auswirkt.
    Es ist auch vollkommen normal das die Nato Planspiele zur Verteidigung des Baltikums macht und ein bisschen die östlichen Partner mit ein paar Flugzeugen und Panzern beruhigt, obwohl es eher unwahrscheinlich ist das die russische Regierung die renitenten Balten wiederhaben will. Es ist aber vermutlich auch nicht möglich das Baltikum effektiv zu verteidigen. Es kann ja mal die Situation eintreten das eine russische Regierung (Putsch, rechte Kräfte durch reguläre Wahlen usw, alles so das man sich Putin trotz der aktuellen Probleme zurückwünscht) nicht so zurückhaltend wie die Aktuelle ist. Da sollte man zumindest schon die Hosen hochgezogen haben. Wir haben damals, im Rahmen des kalten Krieges, auch alle möglichen Szenarien entwickelt und durchgespielt.
    Viele sind so, das ein eher unerfreulicher Ausgang am Ende steht und deshalb sollte jeder verantwortungsbewusste Entscheider versuchen deeskalierend zu wirken.
    Ob eine Seite da nun einen neuen Panzer und die andere einen neuen Flugkörper hat ist da eher nebensächlich. Auch ob die Kernwaffen nun ein bisschen moderner sind oder nicht. Da gibt es einfach zu viele von denen. Es ist einfach unmöglich ein effektives Abwehrsystem zu entwickeln welches hinreichend Schutz bietet das man in einem wirklich ernst geführten Konflikt überlebensfähig bleibt. Von ungeschoren und siegreich will ich gar nicht reden.

  29. Moin Moin,

    die Meldung über die Indienststellung von „Avangard“ („Авангард“) seitens der Russischen Föderation wird begleitet von dem Angebot Putins, über den „New Start“-Vertrag (am 08.April 2010 mit einer Vertragsdauer von 10 Jahren verabschiedet) über die Rüstungsbegrenzung bei ballistischen Interkontinentalraketen mit den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu sprechen und auch verlängern zu wollen.

    Seitens der Vereinigten Staaten von Amerika habe ich bisher nicht gehört, dass dieses Gesprächsangebot aufgegriffen wurde.

  30. Kaschube sagt:
    29.12.2019 um 22:11 Uhr
    „Seitens der Vereinigten Staaten von Amerika habe ich bisher nicht gehört, dass dieses Gesprächsangebot aufgegriffen wurde.“

    Wollen Sie den US etwas vorwerfen?

  31. @WarAuchDabei sagt: 29.12.2019 um 16:14 Uhr
    Hier meine Erwiderung auf Ihre Vorwürfe:
    „1. Vergleichen Sie bitte Ihre „ends“ aus Ihrem ursprünglichen Post mit Ihren (ergänzten) „ends“ aus dem Letzten. „Freiheit“ fehlte dort, die haben Sie im zweiten Post reingeschmuggelt.“

    – Nein, das habe ich nicht.
    – Ich bin bereits lange vor Ihrem Post an mich, in einer Erwiderung auf @Koffer, auf diesen Aspekt eingegangen, Zitat:
    „@Pete sagt: 28.12.2019 um 11:12 Uhr
    „…Mir würde es schon reichen wenn die NATO, wie im Kalten Krieg, wieder glaubwürdig vertreten würde, dass sie nur im Falle eines Angriffs militärisch tätig werden würde und mit 1. Priorität den Frieden in Europa, ja, in Freiheit füge ich hinzu, erhalten möchte …“

    „2. Lesen Sie meinen Post noch einmal durch.“
    Habe ich gemacht.

    „3. Entschuldigen Sie sich für falsches Zitieren und Weglassen wichtiger Passagen (z.B. meine ,durchaus in meinem Post formulierten, „ends“. Im Gegensatz zu Ihrer Behauptung, ich hätte keine „ends“ formuliert.)“

    – Auch nach erneutem Durchlesen meines Zitat von Ihnen kann ich nicht erkennen, dass ich Sie falsch zitiert habe. Ich bitte darum, konkret aufzuzeigen, wo ich Sie falsch zitiert haben soll.
    – Ja, ich bin in der Tat auf Ihre „ends“ nicht eingegangen. Um ganz ehrlich zu sein, ich habe in Ihren „ends“ keinen echten Widerspruch zu meinen eigenen „ends“ gesehen und wußte nicht so richtig wie ich damit umgehen soll. Deswegen habe ich mich auf Ihre Vorwürfe konzentriert. Ich zitiere Sie:
    „…Meine „ends“ würden eher wie „Frieden in einem freien und demokratischen Europa“ lauten…“ Das ist 1. sehr weich (eher wie) formuliert und zweitens:
    Was ist daran soviel anders als: „…mit 1. Priorität den Frieden in Europa, ja, in Freiheit füge ich hinzu, …“ zu erhalten?

    Zusammengefasst:
    – Auch Sie haben meine Posts nichts gründlich gelesen, sonst hätten Sie gesehen, dass ich auf den Fakt „Frieden in Freiheit“ bereits eingegangen war und daher nichts „hineingeschmuggelt“ habe wie Sie behaupteten.
    – Ich habe sie in meinen Augen korrekt zitiert.
    – Ihre „ends“ waren in meinen Augen kein Widerspruch zu meinen „ends“, sondern EIN Element, dass ich ja auch formuliert hatte. Daher habe ich auch Ihren verbalen „Angriff“ nicht so ganz verstanden und bin lediglich darauf eingegangen, Ich zitiere Ihren ursprünglichen Vorwurf an mich:
    „Für mich sind Ihre „ends“ falsch formuliert und zu unvollständig, als dass ich sie als Grundlage für eine weitere Analyse gelten lassen kann.“

    Damit soll es jetzt aber auch reichen.

  32. nennen wir es doch was es ist, wettrüsten, dies muss nicht immer in einem krieg enden. denn bei abc-waffen will dies auch keiner,
    was als ziel bleibt, imho, ist strategie der spannung und ist gibt zig gründe seitens der usa immer bereit zu sein für einen aktiven v-fall,
    sogar präventivschlag.
    mir scheint, dass die hyperschall-gleiter eher ein aufgemotzter kopf einer icbm-rakete zu sein samt pr-bla-bla.
    und die s400 soll ja auch immer treffen. die space force ist aber auch erstmal ein papiertiger, also wettrüsten, aber günstig!

  33. Moin Moin,

    auf den Einwurf von

    Edgar Lefgrün sagt:
    30.12.2019 um 10:31 Uhr
    „Seitens der Vereinigten Staaten von Amerika habe ich bisher nicht gehört, dass dieses Gesprächsangebot aufgegriffen wurde.“
    Wollen Sie den US etwas vorwerfen?

    … antworte ich folgendermaßen: Den Vereinigten Staaten von Amerika werfe ich (und zwar der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika) vor, auf das Gesprächsangebot der Russischen Föderation zu Gesprächen zum „New Start“-Vertrag nicht zu reagieren.

    Augenscheinlich will man in den USA gegenwärtig sich durch keinerlei Rüstungskontrollabkommen mehr beschränken lassen.

  34. @ Pete
    Es war ja nie auszuschliessen das sich russische Trollfarmer auch hier wiederfinden.
    Das Schoenreden der russischen Aggression in der UKR inklusive der Krim Annexion sowie der Einsatz der „Wagner Gruppe“ in Syrien, laesst mich an der Friedfertigkeit Russlands erheblich zweifeln.
    Das Problem in Deutschland ist, dass sowohl unsere Politiker wie auch die Masse der Medien sich nur zu gerne das Geschwafel der Russen-Propaganda anhoeren and dann wiedergeben. Der „voelkische“ Anti-Amerikanismus and Anit-Semitismis tut dann sein uebriges. DEU hat sich in den letzten 10 Jahren als bestenfalls durchschnittlich verlaesslicher Buendnispartner erwiesen und die neue Gaspipline hilft auch nur den Russen eine strategische Ueberlegenheit gegenueber dem Westen zu erlangen.

    [Ihren Begriff „russische Trollfarmer“ darf ich als direkte Pöbelei gegen einen anderen Kommentator verstehen – nur weil Ihnen dessen Meinung Ihnen nicht passt, aber nicht weil er trollen würde? Das haben schon ein paar andere hier versucht, die habe ich woanders trollen geschickt. T.W.]

  35. Was das Angebot von Rus an die USA angeht, meine Meinung :
    RUS bricht den Vertrag, hat aufgerüstet, und jetzt sollen die USA auf Nachrüstung verzichten.
    Tolle Idee, könnte glatt aus China kommen.
    Für CHN dann: Künstliche Inseln im Pazifik aufschütten, Militärbasen drauf bauen, und dann den USA einen Vertrag zum Baggerverzicht anbieten.

    @prneost: Auch die bisherigen Raketen können kaum abgefangen werden.
    Ist für mich auch viel Kraftmeierei.

  36. Traurig, dass so wenig geschichtliche Bildung bei manchen Kommentatoren herrscht.
    Als Beispiel zum Thema Abhängigkeit Russland Öl sei nur mal auf das Jahr 1998 verwiesen. Der Staat Russland war zahlungsunfähig und auch private Konten wurden eingefroren.
    Russland konnte sich an den Kapitalmärkten vorher nur mit einem Zinssatz von 80 Prozent verschulden.
    Einer der Gründe oder ein beschleunigender Faktor war der Preisverfall beim Rohöl (der Hauptauslöser war die Asienkrise).
    Ob also die neue Gaspipeline nur (!) den Russen dient, sei mal dahingestellt, denn Russland ist immer noch extrem auf die Einnahmen aus seinen Rohstoffverkäufen angewiesen (Erdgas hat hier einen sehr hohen Anteil) und wird es durch die neue Pipeline auch wieder sein. Man hat ja keinen Anreiz sich breiter aufzustellen, denn „Europa wird schon zahlen“.

    Ganz interessant fand ich die technischen Hintergründe im Podcast von Augengeradeaus und mir wurden auch die Augen ein wenig geöffnet.
    Mit ziemlicher Sicherheit ist auch Awangard keine Wunderwaffe wie vollmundig versprochen wird, aber auch die SM-2 und das Raketenschild der USA sind nicht die Heilsbringer.
    Es bleibt also alles beim alten – keiner kann sich sicher sein, dass sein Plan aufgeht (vollständiges Abwehren oder vollständiges Durchkommen der Raketen) und wird deshalb nichts wahnsinniges (Angriff) unternehmen. Abschreckung.

  37. @JohSte
    „Das Schoenreden der russischen Aggression in der UKR inklusive der Krim Annexion“
    Hat die Ukrainekrise nicht damit begonnen, daß die U.S.A. einen demokratisch gewählten Präsidenten der Ukraine über die Maidanproteste gewaltsam entfernt haben und dafür (auch) die ukrainischen Neonazis nutzten? Ich sehe hier das russische Handeln eher als Reaktion. Da Russland im 2. Weltkrieg im Kampf gegen Deutschland ca. 25 Millionen Tote zu beklagen hatte, kann ich eine gewisse Abneigung gegen Nazis und Neonazis durchaus nachvollziehen.

    [Bitte diese vor Jahren geführte Debatte nicht erneut bei Null beginnen. Das meine ich ziemlich ernst. T.W.]

  38. @Bauer Heinz: Ergänzung dazu: Anfang der 80er betrug unsere Abhängigkeit von russischem Öl und Gas über 50%.
    Damals war der kalte Krieg voll im Gang.
    Wer sich heute daran stört, hat selbst finanzielle Interessen.
    Osteuropa verliert Transitgebühren, die USA will ihr eigenes Gas verkaufen. Das ist aber 30% teurer.
    Wer gerne eine kleine Preiserhöhung möchte…

    Wer denkt, wenn DE das Gas nicht abnimmt, schont man die Umwelt:
    Leider weniger, denn dann kauft es ein anderer, da bei sinkender Nachfrage der Preis sinkt, und andere dadurch mehr Nachfragen.

    Wenn DE- und damit zur SiPol zurück- nicht mehr nachfragt, und Europa auch nicht, treibt man dann nicht RUS in Richtung China?
    Und umgekehrt, wird nicht Russland auch abhängig von unserer Nachfrage?

  39. TZ sagt:
    28.12.2019 um 12:48 Uhr
    Zitat:
    „Im Übrigen reichen die Fähigkeiten der KalibrFlugkörper vollkommen aus, um geeignete Hauptquartiere der NATO ins Visier zu nehmen.“
    Dann ist die SM3-Raketenabwehr in Osteuropa und alles was darunter an Fähigkeiten noch so existiert doch nicht ganz unnötig!

    Die 2 Abwehrstellungen, die auch nicht mehr so ganz im Zeitplan liegen, können Europa nicht vor Marschflugkörpern beschützen. Alles was tief fliegt, ist für Radarsysteme nur schwer aufzuklären. Der Radarquerschnitt eines Marschflugkörpers ist relativ klein, besonders von vorne und hinten.
    Die 2 Abwehrstellungen sollen ballistische Raketen abwehren, die sehr hoch fliegen und daher gut zu orten sind. Von Interkontinentalen Raketen ist dabei keine Rede!

    Georg sagt:
    28.12.2019 um 15:19 Uhr
    „Kalibr ist ein Marschflugkörper wie ihn der Westen schon seit Jahrzehnten hat, also nichts besonderes und nichts besonders Gefährliches.“

    Nicht nur der Westen…
    Ein Nuklearsprengkopf ist im Vergleich zu einem konventionellen Sprengkopf ein Fliegengewicht. Der Marschflugkörper fliegt also schon deutlich weiter, weil das Fluggewicht ordentlich sinkt. Dazu ist der Sprengkopf deutlich kompakter. Dadurch kann das Treibstoffvolumen erhöht werden, was zu noch mehr Reichweite führt. Was konventionell vielleicht 800 km weit fliegt, kommt mit 150 kT Nuklearsprengkopf schon über 2000 km weit. Ein 300 kT Sprengkopf wiegt auch nicht so viel mehr.
    Diese Waffengattung ist so extrem gefährlich, dass auch dafür der Nato Doppelbeschluss angestoßen und damit später das INF Abkommen erzwungen wurde. Aber auch mit dem INF abkommen galt bei luft- und seegestützten Marschflugkörpern Narrenfreiheit.

    @irgendwas mit Lasern wird’s richten
    Eher nicht. Laser funktionieren nur bei gutem Wetter. Die Distanzen bei der Zielbekämpfung wären enorm, da Hyperschallwaffen (Mach 5 aufwärts) extreme Distanzen in kürzester Zeit zurücklegen. Dazu können die Waffen ja Ausweichmanöver fliegen, denen ein Laser über extreme Distanzen präzise folgen müsste. Laserluftabwehr kann gerade mal kleine Drohnen vom Himmel holen. Es wird noch Jahre dauern bis Rheinmetall zuverlässig eine Mörsergranate anpeilen und bekämpfen kann. Obendrein frag ich mich was für eine Leistungsklasse das sein soll, die Flugkörper, welche für Geschwindigkeiten von Mach 5 + gebaut wurden, mit Hitze bekämpfen soll… Die müssen gut und gerne deutlich über 2.000°C aushalten. Awangard soll ja bis zu Mach 27 im Endanflug erreichen. Das ist, wie bei ICBMs, nicht zu bekämpfen.

    Die Ankündigung kommt allerdings passend um ein neues START Abkommen zu verhandeln. Das ist eine ganz nette Verhandlungsmasse.
    Trump und viele Republikaner fühlen sich durch das START Abkommen gekränkt und in ihrer Souveränität eingeschränkt… START schränkt strategische Sprengköpfe und deren Plattformen ein, die Russen haben aber wohl sehr viele taktische Sprengköpfe wohl nicht gänzlich aus dem Verkehr gezogen.
    Die könnte man ja nachträglich mit aufnehmen, die USA sind da aber ihre Verhandlungsmasse schon losgeworden. Da ist es einfacher rumzujammern wie gemein das alles ist und den Austritt zu verlangen bzw. kein Nachfolgeabkommen zu verhandeln.
    Davor dürfte Putin schon einen gewissen Respekt haben, da die USA wieder wie zu Reagan’s Zeiten rüsten könnten wie blöde.

  40. @SvD
    „Die Ankündigung kommt allerdings passend um ein neues START Abkommen zu verhandeln. Das ist eine ganz nette Verhandlungsmasse.“

    Da haben Sie Recht.

    „…da die USA wieder wie zu Reagan’s Zeiten rüsten könnten wie blöde.“

    – Da habe ich meine Zweifel. Sowohl die wirtschaftliche Potenz der USA als auch die geostrategische Lage haben sich erheblich verändert.
    – „rüsten könnten wie blöde“ war erfolgreich gegen die (auch wirtschaftlich) schwächelnde Sowjetunion. Heute leben wir nicht mehr in einer bipolaren, sondern multipolaren Welt in der die USA, wenn sie sich bei dem „rüsten wie blöde“ gegen Russland erschöpfen würden, den schlummernden Riesen China erst richtig zum Leben erwecken würden. Das Beispiel des britischen Empire könnte als Lehre dienen. Am Ende der zwei Weltkriege war das Empire zwar auf der Seite der Seite der Sieger, die vorherige Weltmachtposition war jedoch unwiderruflich „verspielt“.
    – Die USA waren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem kurzen Zeitfenster die einzige Weltmacht (Brzezinski). Diese Phase ist bereits jetzt vorbei. Sie sind zwar nach wie vor die führende Weltmacht, büßen diese Position jedoch dann ein, wenn sie sich finanziell und militärisch „überdehnen“.

    Unter dem Strich: Aus meiner Sicht wäre es auch für die USA klug, ein neues START- Abkommen einzugehen. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie das auch so bewertet hatten.

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