Münchner Sicherheitskonferenz: Vorschau vom Vorsitzenden

Die Münchner Sicherheitskonferenz am kommenden Wochenende wird die größte dieser Veranstaltungsreihe seit dem Bestehen in den 1960-er Jahren. Allein die US-Delegation sei so groß wie nie, sagte der Konferenzvorsitzende Wolfgang Ischinger bei der Vorstellung von Teilnehmern und Programm am (heutigen) Montag in Berlin.

Ischingers Pressekonferenz unten komplett zum Nachhören, hier noch der Hinweis auf zwei Punkte: Die Absage des französischen Präsideten Emmanuel Macron dürfe man nicht als Hinweis auf deutsch-französische Probleme verstehen. Für Macron habe habe nach dem gemeinsamen Auftritt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Unterzeichnung des Aachener Vertrags Ende Januar die französische Innenpolitik Vorrang: Das ist die Erläuterung, die ich bekommen habe, und das ist auch völlig in Ordnung. Jetzt gebe es etwas mehr Zeit für einen etwas auführlicheren Auftritt Merkel.

Im derzeit schwierigen Verhältnis zwischen den USA und Europa werde der Auftritt von US-Vizepräsident Mike Pence keine weitere Verschlechterung bringen, erwartete Ischinger. Es würde ihn sehr wundern, wenn er nicht ein klares Bekenntnis zum naordatlantischen Bündnis abgeben würde. Allerdings sei abzusehen, dass der US-Vizepräsident wie sein Präsident die Unzufriedenheit über die Verteidigungsausgaben der Europäer und vor allem Deutschlands deutlich machen werde: Da darf sich die Bundesregierung von vornherein warm anziehen. Die gestörten Beziehungen zwischen den beiden Seiten des Atlantiks halte er aber für reparaturfähig, wenn beide Seiten berei sindt, daran mitzuwirken.

Ischinger komplett zum Nachhören:

Ischinger_MSC-Vorschau_11feb2019     

 

Und zur Ergänzung: Der Munich Security Report 2019 hier zum herunterladen

Das von Ischinger erwähnte Video der Kanzlerin zur Sicherheitskonferenz:

5 Kommentare zu „Münchner Sicherheitskonferenz: Vorschau vom Vorsitzenden“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Februar 2019 - 15:37
  • SvD   |   12. Februar 2019 - 16:57

    Ich denke das Ivanka Trump keine ganze Regierungsmaschine für sich alleine braucht.
    Sollte es aber so kommen, hätte Trump einiges zu erklären.

  • Langnase   |   14. Februar 2019 - 9:58

    Da bin ich mal gespannt, ob es öffentlichkeitswirksame Diskussionen um das Ende des INF-Vertrags gibt, oder vielleicht Reaktionen einiger Länder.
    Und vielleicht sogar lustige russische Ablenkmanöver – auf einigen Internetplattformen wird derzeit behauptet, AEGIS Ashore in Rumänien könne Atomwaffen starten.

  • Thomas Melber   |   14. Februar 2019 - 10:38

    @Langnase
    Wenn die MK41 Starter TOMAHAWK aufnehmen können dann kann grundsätzlich nuklear gewirkt werden, sofern entsprechende Versionen noch verfügbar sind.

    Aber vielleicht kommen sie ja wieder.

  • Zimdarsen   |   15. Februar 2019 - 8:11

    „Die Münchner Sicherheitskonferenz sollte sich daher vor allem mit der Frage befassen, wann ökonomische Konkurrenz in den Krieg führt, um genau das zu verhindern. Man kann nicht mehr über globale Sicherheit reden, ohne über globales Wirtschaften zu reden. Davos und München gehören zusammen.“ (Spon)

    Und wirtschaftlich sind die USA evtl bald nicht wirklich ein Freund der BRD/EU. Es wird spannend.