Sicherheitshalber, der Podcast – Tornado-Nachfolge, Klimawandel und Buchempfehlungen

Sicherheitshalber, der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt: In Folge 7 rede ich mit Ulrike Franke, Frank Sauer und Carlo Masala zuerst über die Frage , welches Kampfflugzeug den betagten Tornado der Bundeswehr ersetzen könnte – und welche Bedeutung diese Entscheidung für die nukleare Teilhabe Deutschlands hat. Als zweites Thema schauen wir auf den  Klimawandel und diskutieren über die sicherheitspolitischen Auswirkungen (auch über das Ob). Und zum Ende, wir sind schließlich in der Weihnachtszeit, reden wir über Bücher – Empfehlungen als Anregung zum Lesen und natürlich für alle, die noch nach Ideen für Buchgeschenke suchen.

Das ist die letzte Folge für dieses Jahr. Sicherheitshalber kommt 2019 zurück. Bis dahin wünscht die ganze Podcast-Crew allen Hörerinnen und Hörern eine friedliche Weihnachtszeit, schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Die Themen:

Tornadonachfolge: 02:05

Klimawandel: 40:03

Buchvorstellungen: 1:00:06

Erwähnte und weiterführende Interviews, Literatur und Dokumente:

Thema 1 – Tornado-Nachfolge und nukleare Teilhabe

Augen geradeaus!:
Für den Kalender: Entscheidung über Tornado-Nachfolge bis Jahresende
https://augengeradeaus.net/2018/11/fuer-den-kalender-entscheidung-ueber-tornado-nachfolge-bis-jahresende/

Mike Szymanski:
Flieger des Kalten Krieges, in:
Süddeutsche Zeitung, 22. November 2018
https://www.sueddeutsche.de/politik/luftwaffe-flieger-des-kalten-krieges-1.4222399

Wissenschaftliche Dienste des Bundestages: Völkerrechtliche Verpflichtungen Deutschlands beim Umgang mit Kernwaffen: Deutsche und europäische Ko-Finanzierung ausländischer Nuklearwaffenpotentiale, WD 2 – 3000 – 013/17, 2017
https://www.bundestag.de/blob/513080/c9a903735d5ea334181c2f946d2cf8a2/wd-2-013-17-pdf-data.pdf

Claudia Major: Germany’s complicated relationship with nuclear weapons could turn into a big risk for European security.
Carnegie, January 25, 2018
http://carnegieeurope.eu/strategiceurope/75351?lang=en

Rolf Mützenich: Rückkehr des nuklearen Denkens: Mit der Kündigung des INF-Vertrages droht ein neues nukleares Wettrüsten in Europa
IPG Journal, 04.12.2018
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/rueckkehr-des-nuklearen-denkens-3128/

Matthias Gebauer und Gerald Traufetter:
Deutsche „Tornados“ sind nicht Nato-tauglich
Spiegel Online, 31.03.2018
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-kampfjets-tornado-sind-nicht-nato-tauglich-a-1200662.html

F-35 Kostenumrechner:
https://jscalc.io/calc/TuYzNETZTIQkKXlM

Christian Mölling, Torben Schütz:
Doppelentscheidung mit Zielkonflikten: Warum die Wahl der Tornado-Nachfolge mehr als ein neues Kampfflugzeug bestimmt, DGAPkompakt Nr. 32, 6. Dezember 2018
https://dgap.org/de/think-tank/publikationen/dgapkompakt/doppelentscheidung-mit-zielkonflikten

Thema 2 – Klimawandel und Sicherheit

Caitlin Werrell and Francesco Femia
Climate change as a national security threat and what to do about it
War on the Rocks, December 3, 2018
https://warontherocks.com/2018/12/climate-change-as-a-national-security-threat-and-what-to-do-about-it/

New Zealand Ministry of Defense and New Zealand Defence Forces:
The Climate Crisis: Defence Readiness and Responsibilities, November 2018
http://www.nzdf.mil.nz/downloads/pdf/public-docs/2018/newzealanddefenceassessmentonclimatechangeandsecurity2018.pdf

U.S. Department of Defense:
National security implications of climate-related risks and a changing climate, July 2015
https://archive.defense.gov/pubs/150724-congressional-report-on-national-implications-of-climate-change.pdf?source=govdelivery

Delf Rothe et al:
The Knowledge Politics of Security in the Anthropocene, DFG-Projekt (2018-2021) am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
http://anthropocene-security.org/

Frank Sauer:
Ernährungs- und Wasserknappheit – ein zentraler Faktor für die Konflikte der Zukunft?
Metis Studien, Nr. 6, Juni 2018
https://metis.sowi.unibw-muenchen.de/img/publications/06_06-2018_ernaehrungs-_und_wasserknappheit.pdf

Konstantinos Tsetsos:
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis
Metis Studien, Nr. 2, März 2018
https://metis.sowi.unibw-muenchen.de/img/publications/02_03-2018_auswirkungen_des_klimawandels_auf_die_arktis.pdf

Jürgen Kohlhoff und Sabine Müller:
Technologische Implikationen für eine „Postfossile Bundeswehr“
Fraunhofer INT, 2014
http://publica.fraunhofer.de/eprints/urn_nbn_de_0011-n-3180563.pdf

Starr, Joyce R.:
Water wars
Foreign Policy 82 (1991)
http://www.ciesin.org/docs/006-304/006-304.html

Interview mit der damaligen morwegische Verteidigungsministerin (und heutigen Außenministerin) Ine Eriksen Søreide: https://www.defensenews.com/video/2015/04/24/norway-climate-change/

Buchempfehlungen

Frank Sauer:

Paul Scharre: Army of None: Autonomous Weapons and the Future of War

Jeffrey Lewis: The 2020 Commission Report on the North Korean Nuclear Attacks Against the United States: A Speculative Novel

Peter. W. Singer und August Cole: Ghost Fleet: A Novel of the Next World War

Ulrike Franke:

Sarah E. Kreps: Drones: What Everyone Needs to Know.

Robert Heinlein: The Moon is a harsh Mistress
… in verschiedenen deutschen Übersetzungen:

  •         Revolte auf Luna. Heyne, 1969
  •         Der Mond ist eine herbe Geliebte. Bastei-Lübbe, 1994
  •         Mondspuren. Heyne, 2014

Tom Hillenbrand: Drohnenland & Hologrammatica

Carlo Masala:

John Mearsheimer: The Great Delusion: Liberal Dreams and International Realities

Thomas Wiegold:

C.J.Chivers: The Fighters

 

Podcast · 19:02h ·  

66 Kommentare zu „Sicherheitshalber, der Podcast – Tornado-Nachfolge, Klimawandel und Buchempfehlungen“

  • justanick   |   09. Dezember 2018 - 22:12

    @KPK
    Die tollen Preise der belgischen F 35 erinnern ein bisschen an Handyverträge: jetzt neu für nur 1 EURO, dass Sie dann über 30 Jahre Laufzeit das 10-fache bezahlen steht im Kleingedruckten. Zudem ist das Ding nicht nur softwareseitig total abhängig sondern es hängt damit auch als Marionette am großen Bruder, der letztendlich entscheidet ob das Ding für einen konkreten Einsatz zugelassen wird oder nicht. Was angesichts dessen, dass in den Staaten ein Machtkampf tobt (wo sich die westeuropäischen Massenmedien samt DE ex Außenminister klar positioniert hatten und haben) ein gewisses Risiko birgt, wenn sich denn nicht die Wunschpartei durchsetzt.
    @Zimdarsen, die DDR ist weg und der WP auch, aber Ihnen ist schon klar, dass das Feindbild Russland eine direkte Fortsetzung dieser Positionierung ist? Die sind jetzt nicht mehr kommunistisch. Da ist nichts mehr mit Missionieren. Was man von dem Drang zu „demokratisieren“ eher nicht sagen kann.

  • Zimdarsen   |   09. Dezember 2018 - 22:36

    @Stadtpark   |   09. Dezember 2018 – 20:04

    „Die F-35 ist die einzige 5th Gen. Maschine in Produktion im Westen.“

    Was ist denn der große Unterschied vom neusten Stand EF zu F35?

    Flugwerk, Fahrwerk und Triebwerk sind es nicht, also bei der Avionik!

    Was kann die F35 wirklich mit Mehrwert besser als neuster Stand EF und warum sollten Thales, ESG, Leonadro, SAAB, Hensold uvm das nicht auch können?

  • Thomas Melber   |   09. Dezember 2018 - 23:03

    Ich gehöre zwar nicht der fliegenden Zunft an, aber für mich wäre die F-35 überkomplex.

    Übrigens:
    „More than 320 F-35s are already operating from 15 bases worldwide as Pentagon and Lockheed continue to wrestle with resolving more than 900 deficiencies, including flaws in the plane’s complex software“

    https://about.bgov.com/blog/f-35-combat-testing-phase-begins-15-month-delay-pentagon/

    https://www.foxnews.com/tech/f-35-combat-missions-now-have-operational-threat-library-of-mission-data-files

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   09. Dezember 2018 - 23:29

    @justanick und andere
    Weder bin ich BEL Staatsbürger, noch habe ich einen Vertrag mit Lockheed Martin, oder gar irgendeine Ahnung von Fliegerei.
    Ich bitte nur um Kenntnisnahme von Fakten, zumal wenn diese regierungsseitig – wenn auch über Presse – verkündet werden.
    Die BEL Finanzierung läuft bis 2030. Ob „Kleingedrucktes“ besteht, und Brüsseler Politik zu einfältig ist, solches zu erkennen, mag glauben wer Verschwörungstheorien anhängt.
    Übrigens umfasst der Betrag für 34 F-35 A noch 2 Flugsimulationszentren sowie Material der ICT-Systeme für technische und Einsatzunterstützung der anspruchsvollen, hochechnologischen Helmsysteme.  
    Quelle: https://www.knack.be/nieuws/belgie/regering-kiest-voor-amerikaans-f-35-gevechtsvliegtuig/article-normal-1384973.html enthält auch Kritik aus Oppositionskreisen, um die ich mich an dieser Stelle nicht weiter kümmere.
    Mit Google-Übersetzer sicher verstehbar.
    Dass die weiterführende Erprobung der Maschine durchaus fortgesetzt wird, ergibt sich hier: https://www.defensenews.com/2018/12/07/after-a-couple-months-delay-the-f-35-moves-into-operational-tests/

  • Der Realist   |   10. Dezember 2018 - 9:40

    @ Zimdarsen

    Der große Unterschied ist die Stealth Auslegung…

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Dezember 2018 - 9:45

    Australien erhält erste F-35.
    Christopher Pyne
    @cpyne
    In an historic day in Australian aviation, the first two F-35A Joint Strike Fighters to be permanently based in Australia arrived at @AusAirForce RAAF Base Williamtown.
    (link: https://cpyne.me/2UuoWkL) cpyne.me/2UuoWkL

  • Metallkopf   |   10. Dezember 2018 - 10:21

    @Zimdarsen: hauptsächlich LPIR-Radar, Stealth- (wenn bewaffnet) und Shortfield-Eigenschaften. Die übrigen Kriterien, die üblicherweise mit Flugzeugen der „5. Generation“ (Sensorfusion, hochentwickelte Avionik, hohe Manövrierbarkeit und Multirollenfähigkeit) teilt der EF.

    Der EF hat einige Aspekte, die konstruktiv einen geringe(re)n Radarquerschnitt begünstigen, ist aber nicht ausdrücklich als Stealth-Flugzeug konzipiert (mit internen Waffenschächten und abgeflachten Übergängen zwischen Flügeln und Rumpf, etc.) Zudem sind die Ansprüche an die Länge der Start- und Landebahn deutlich unter denen von Phantom und Tornado, es handelt sich aber dennoch auch nicht um ein ausgewiesenes STOL-Flugzeug. Die Lightning ist sogar VTOL-fähig.

    Meines Erachtens ist diese „5. Generation“ aber auch ein gutes Stück weit Marketingbegriff der Hersteller. Vieles davon lässt sich nachrüsten (etwa das LPIR-Radar oder erweiterte Vernetzung und Sensorfusion) und es steht abzuwarten, wie der Rüstungswettlauf zwischen Stealth und erhöhten Detektionsmöglichkeiten am Ende ausgeht.

  • Zimdarsen   |   10. Dezember 2018 - 10:48

    @justanick

    Sorry aber ihre Kenntnisse über Aerodynamik (im Besondern bei Schwenkflüglern) scheinen nicht ausreichend zu sein um die Auftriebskraft des Tornados in der Startphase beurteilen zu können. Gerade eine große Flügelfläche ist erstmal Widerstand und muss nicht zwingend zum Auftrieb beitragen.

    Metallkopf   |   10. Dezember 2018 – 10:21

    “ hauptsächlich LPIR-Radar, Stealth- (wenn bewaffnet) und Shortfield-Eigenschaften.
    Wenn Europa das haben möchte, ist das kein Problem, müssen wir eh nachrüsten und dann ist es unseres und einsehbar.
    In diesem Bereich ist die F35 eher ein Nachteil für uns.

  • Zimdarsen   |   10. Dezember 2018 - 11:02

    @Der Realist

    „Der große Unterschied ist die Stealth Auslegung…“

    Stimmt und genau diese ist in unseren Szenarien (Beladungskonfiguration Rolle SEAD, SW, Taurus und Recce) im Vergleich zum EF kein Vorteil, sondern Nachteil, den die notwendige Formgebung durch Stealth verschlechtert die Aerodynamik erheblich.

    P.S.: F35 ist nicht SW zertifiziert.

  • Zimdarsen   |   10. Dezember 2018 - 11:15

    Das europäische Selex ES-05 hat angeblich zB ein größere Reichweite als das
    AN/APG-8, aber man muss auch da das Gesamtsystem betrachten und die Entwicklungspotentiale für unsere europäische Kompetenz einbeziehen.

    Dass die US Strategen unmittelbar auf unsere Flugzeuge IT Zugriff haben kann grundsätzlich nicht in unserem Interesse sein.

  • Georg   |   10. Dezember 2018 - 11:33

    @ Klaus Peter Kaikowsky

    Festpreisgarantien in Rüstungsgschäften sind immer zu hinterfragen. Wir Deutschen haben da reichlich Erfahrung mit unseren Rüstungsprojekten (A 400M usw).

    Lockheed sperrt sich mit aller Macht dagegen, dass die F 35 auch von ALIS getrennt betrieben werden kann, d.h. sie haben über den gesamten Lebenszyklus die Möglichkeit mit dem Flugzeug Geld zu verdienen und kein anderer lfz-technischer Betrieb kann das Flugzeug warten und instandsetzen.

    Die Israelies haben als einzige eine F35I als Experimentalflugzeug bekommen mit dem Recht eine übergeordnete Software zu entwickeln, damit ALIS ohne den ständigen Kontakt zu Lockheed funktioniert. Sie begründen dies so, dass auf einem anderen Weg in einem Land in einem Kriegszustand die Einsatzbereitschaft des Lfz nicht sichergestellt werden kann.
    Vielleicht sollte uns diese Bedenken der Israelies zum eigenen Nachdenken anregen !

    @ Metallkopf

    Nur die F 35B (die Flugzeugträgerversion) ist VTOL-fähig. Die meisten Staaten haben aber die Version F 35A bestellt, die konventionell auf Start- und Landebahnen angewiesen ist (außer Italien und GB für ihre Flugzeugträger).

  • Groundabort   |   10. Dezember 2018 - 11:36

    @Zimdarsen

    Die F35 bekommt ihre B61 Zertifizierung.

    Der EF wird sie nie bekommen. Das hat nicht nur vielfältige technische Gründe, sondern auch Industriepolitische!

  • Der Realist   |   10. Dezember 2018 - 11:42

    @ Zimdarsen

    Ich bin auch kein wirklicher Freund der F-35.

    Ihr Argument der schlechteren Aerodynamik durch die bauchige Form, um Platz für Tanks und Waffenschächte zu haben, ist berechtigt.

    Nun brauchen wir aber keinen wendigen Fighter, sondern einen Tornado-Ersatz, der im Vergleich auch alles andere als wendig ist…

    Darum halte ich für unser Einsatzprofil die F-35C besser geeignet, als die F-35A, falls es denn überhaupt die Lightning II werden wird.

  • justanick   |   10. Dezember 2018 - 11:55

    @Metallkopf | 10. Dezember 2018 – 10:21

    „Die Lightning ist sogar VTOL-fähig.“ Nein, ist sie nicht. Die 35B kann vertikal landen. Aber nicht starten, bzw. bestenfalls ohne Waffenzuladung und mit fast leerem Tank. Man nennt dieses Konzept Short take of and Vertical Landing (STOVL).

    @Zimdarsen | 10. Dezember 2018 – 10:48

    Die Antwort war wohl an jemanden anders gerichtet. Denn ich hatte mich bisher nicht zum Tornado geäußert. Aber immer schön zu hören, dass Sie einem gelernten Physiker der Spezialisierung Aerodynamik apriori mangelnde Kenntnisse auf diesem Gebiet diagnostizieren :D Zugegeben, ist ein Weilchen her (den Tornados gab’s aber schon). Hinsichtlich Ihrer Aussage mit den besseren STOL-Eigenschaften des Tornados aufgrund der hohen Streckung gehe ich indessen mit Ihnen konform.

  • Metallkopf   |   10. Dezember 2018 - 12:16

    Da besteht kein Widerspruch @Zimdarsen. Meine Antwort war auf Ihre Frage nach den Merkmalen, die dem EF für die Bezeichnung „5th Generation Fighter“ fehlen.

    Die F35 sehe ich selbst eher kritisch. Wenn man ein funktionierendes Flugzeug will, dass den Tornado in seinen Fähigkeitsprofilen ersetzen kann, bis der FCAS da ist, reicht eben auch eine sehr viel günstigere F-15E oder F/A-18 Super Hornet.

    Ein Thermomix ist auch eine feine Sache, aber gekocht wird trotzdem nur mit Wasser! ;-)

Kommentar schreiben.