Berater, Berater, Berater

Die Frage, ob das Verteidigungsministerium in den vergangenen Jahren bei der Vergabe von Aufträgen an Beratungsfirmen sauber gearbeitet hat, bleibt offensichtlich weiterhin unbeantwortet – im Gegenteil, fast im Tagesrhythmus wecken neue Medienberichte Zweifel an der Vergabepraxis für Beratungs- und Untrstützungsleistungen. Daran hat auch wenig geändert, dass das Ministerium in der zurückliegenden Woche erneut versuchte, die Bundestagsabgeordneten von der Notwendigkeit der erteilten Aufträge zu überzeugen – und zusicherte, alle diese Fälle würden geprüft.

Am Wochenende rückte eine immer wieder genannte Beratungsfirma erneut in den Mittelpunkt: Das Unternehmen McKinsey, für das unter anderem die frühere Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder vor ihrem Wechsel ins Wehrressort tätig war.Zwar zeigten Ministerin Ursula von der Leyen und ihre Mitarbeiter den Abgeordneten in der vergangenen Woche zahlreiche Grafiken, die belegen sollen, dass Beratungs- und Unterstützungsverträge nur einen kleinen Teil der Gesamtaus- und Aufgaben der Beschaffung im Bereich der Bundeswehr ausmachen. Und verwiesen auf die komplizierte juristische Lage gerade bei den großen Rüstungsprojekten.

Doch die Zweifel an einer sauberen Vergabepraxis haben wenig mit dem Anteil solcher Leistungen am Gesamthaushalt zu tun – sondern mit Details der Auftragsvergaben.

So hatte tagessschau.de zum Beispiel am (gestrigen) Freitag von einer vom Ministerium mitgeteilten, nun, Unschärfe berichtet, die zwar nicht unbedingt ein Fehler im Vergabeverfahren ist – aber das Kontrollrecht des Parlaments ausgehebelt haben könnte. Es geht dabei um die für Informationstechnik zuständige Bundeswehr-Tochterfirma BWI:

Das Unternehmen fungiert als IT-Dienstleister für die Streitkräfte und hat eine Rahmenvereinbarung über 390 Millionen Euro für Beraterverträge eingerichtet. Damit sollte die Vergabe solcher Verträge über eine Laufzeit von vier Jahren erleichtert werden. (…) Doch der Aufsichtsrat des Unternehmens wusste davon nichts. Ein gravierender Fehler, denn eigentlich ist dessen Beteiligung vorgeschrieben. Der Aufsichtsrat wurde laut Verteidigungsministerium erst Mitte Dezember 2017 über den Rahmenvertrag informiert. Vergaberechtsverstöße seien allerdings keine festgestellt worden. Aber womöglich hätte auch der Haushaltsausschuss des Bundestages bei so einem hohen Vertragsvolumen eingebunden werden müssen.

Mit dem, was der Spiegel am (heutigen) Samstag berichtet (bislang ohne Online-Fassung), rückt wiederum eine Vergabepraxis in den Mittelpunkt, die das McKinsey begünstigt haben soll: Das Beratungsunternehmen war nach Angaben des Blattes in etlichen Fällen nicht direkter Auftragnehmer – sondern wurde ohne weitere Ausschreibung von anderen Firmen als Subunternehmer ins Boot geholt. Insgesamt habe McKinsey seit 2014 rund zehn Millionen Euro an Beratungshonoraren aus dem Verteidigungsministerium kassiert.

Der Spiegel nennt an erster Stelle das Projekt des Mehrzweckkampfschiffes 180 (MKS180), das sich unter anderem durch eine europaweite Ausschreibung seit Jahren hinzieht. McKinsey sei daran ohne jede Ausschreibung beteiligt worden:

Nachdem von der Leyen im Juni 2015 den Kauf der Schiffe verkündet hatte, wurde im zuständigen Wehrbeschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz ein neues Team zusammengestellt. (…) Den Auftrag für die juristische Beratung vergab das Wehrbeschaffungsamt am 7. September freihändig an die Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt. Als der Zuschlag bereits erteilt war, engagierten die Juristen noch McKinsey als Subunternehmer.

Das Ministerium habe zugesichert, dass die Vergabe rechtskonform gewesen sei, heißt es im Spiegel. Dennoch werde der Vorgang erneut überprüft. Allerdings, so berichtet das Blatt, habe es weitere Fälle dieser Art gegeben:

• Im Jahr 2015 suchte das Ministerium einen Berater für die maroden Beteiligungsgesellschaften der Bundeswehr. (…) Das Ministerium beauftragte zunächst eine andere Beratungsfirma, die heute unter dem Namen „Partnerschaft Deutschand“ (PD) firmiert. Diese holte McKinsey ins Projekt.

• Ähnlich lief es bei der Reform des Wehrbeschaffungsamtes ab (…) Da für eine Ausschreibung wohl keine Zeit war, wurde wieder „Partnerschaft Deutschland“ beauftragt. (…) Bei PD wiederum, so jedenfalls die offizielle Lesart, hielt man innerhalben von wenigen Wochen „einen vergaberechtskonformen Mini-Wettbewerb“ ab und ernmittelte „den qualitativ besten Bewerber“. Wieder einmal kam McKinsey zum Zuge.

• Auf Nachfrage gab das Ministerium am Donnerstag einen weiteren Fall zu. Der Rüstungsdienstleister IABG habe McKinsey zwischen 2016 und 2018 bei einem Hubschrauberprojekt („Task Force Drehflügler“) einen Unterauftrag verschafft. Das Volumen sei Betriebsgeheimnis.

Das mag alles erklärbar sein. Für die Abgeordneten und vor allem für die Haushälter der Opposition, die nach eigenen Angaben viele dieser Details nicht erfuhren, dürfte das neue Zweifel daran wecken, dass alle diese Verträge nach den geltenden Regeln geschlossen wurden. Dass es einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss dazu geben könnte, scheint weiterhin möglich.

(Foto: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Gespräch mit einem norwegischen Soldaten bei der Übung Trident Juncture 2018 im Camp Rødsmoen bei Rena in Norwegen; rechts VJTF-Kommandeur Brigadegeneral Ullrich Spannuth und der norwegische Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen)

An der Heimatfront · 16:48h ·  

29 Kommentare zu „Berater, Berater, Berater“

  • FNU SNU   |   10. November 2018 - 17:58

    bei der Partner für Deutschland ist zu Bedenken, dass an die PD eine freihändige Vergabe erfolgen darf. Ohne Ausschreibung, da die Firma als sogenannte inhouse Gesellschaft Bund und Länder Berät.

    In der beratungsbranche ist es zwar seit Jahren üblich, große Aufträge dann an andere (mit ca. 90% des Salärs) weiterzugeben (da man das Volumen selber nicht schafft).

    Aber einerseits die PD freihändig beauftragen und dann holen die sich McKinsey, das ist schon echt sportlich. Ich empfehle dem interessierten Leser durchaus mal einen Blick auf das Management und Ausichtsrat der PD. https://www.pd-g.de/home/

    Wer da ein Deja vu bei manchen Namen erlebt, das ist so gewollt.
    Und günstiger sind die auch nicht!

    Letzen Endes sind diese Auswüchse aber auch ein Ergebnis von 25 Jahren Kaputtsparen, hauptsache billig und Expertise Outsourcen.

    Die 10094 Verträge können auch 30 Jährige Klopapierbeschaffungen sein oder Büromaterial etc.
    Relevant ist doch die Frage ob die Bundeswehr überhaupt selber noch Projekte mit eigenen Kräften bewältigen kann.
    Wenn nein, Auftrag prüfen und dann die entsprechenden Ressourcen bereitstellen.

    Trennung.
    Wenn ich mir die Folie anschaue, so sind diese Prozentangaben echt lächerlich.

    Denn vel relevanter wäre die Übersicht, bei wie vielen Euro Berater eingespannt waren.
    Die

  • KenAdams   |   10. November 2018 - 18:32

    Ach der Herr Beemelmans als Geschäftsführer der PD, der als Staatssekretär Rüstung im BMVg sogar 25Mio Vorlagen ohne Minister und Parlament bei der Industrie unter Dach und Fach gebracht hat. Naja dann hab ich doch keine Fragen mehr.
    Der wird dafür “entlassen” und jetzt schleust der im Gewand einer öffentlichen Beratergesellschaft, an die freihändig vergeben werden darf, die Aufträge in Unterbeauftragung wieder an die Ihn höchstbestechenden Unternehmen damals MTU, heute Mckinsey.

    Die lachen sich doch da alle den ganzen Tag kaputt über uns, den Pöbel, die nix begreifen und die Soldaten, auf deren Rücken sie MILLIONEN untereinander zuschieben. Das hat ja schon was von cumX.

  • Nur 2 Cent   |   10. November 2018 - 20:12

    Kleine Anmerkungen: Ausschreibungen sind grundsätzlich europaweit, Stichwort EWR.

    Ab einem gewissen Schwellenwert muss nur nach EU-Recht verfahren werden, was wesentlich mehr Rechtsschutz für die Bieter schafft.

    Dass sich die MKS 180 verzögert, liegt aber weniger am EU-Recht, sondern eher am selbstausgedachten komplizierten Verfahren. Wenn man keine Spec selber schreiben kann, weil man nicht wirklich weiß was man will, dann dauert es eben.

  • Fussgaenger   |   10. November 2018 - 21:40

    Ich weiß, dass es subjektiv betrachtet mindestens seltsam ist, dass McKinsey so oft als Unterauftragnehmer ins Spiel kam.

    Aber ist das jetzt wirklich dem Auftraggeber (Bw, BMVg, BAAINBw) vorzuwerfen? So lange der in seinem Vergabeverfahren nirgendwo reingeschrieben hat, dass der Auftraggeber aus Subunternehmer gefälligst McKinsey auszuwählen hat, sehe ich da keinerlei Grund für Aufregeung oder gar juristische Verfahren…

  • Alex   |   11. November 2018 - 0:08

    @Fussgaenger
    Naja, wenn man seine beiden (?) Kinder dort arbeiten lässt, kann es ja nicht so schlimm sein.
    Auch Nicola Baumann, ehem. Gesicht der Eurofighter-Nachwuchswerbung, arbeitet offenbar nun bei McKinsey ;)
    https://www.linkedin.com/in/nicola-baumann

  • FNU SNU   |   11. November 2018 - 7:59

    @ nur 2 Cent.

    Öffentliche Aufträge ja. Aber die PD kann freihändig beauftragt werden. Damit wird sogar ganz klar geworben.

    Habe selber in Projekten mit der PD zu tun und weiss es daher.
    Ich habe die Rechtsgrundlage grade nicht zur Hand. Die sogenannte interne Vergabe ist ein immer wieder gerne gebrauchtes Argument der PD, da man sich dann eben die ganzen Randprobleme einer Ausschreibung spart. Sowas wie Wirtschaftlichkeitsbetrachtung z.B.

    @all
    Ich hoffe mein erster Post ist trotz all der Fehler und zerschossenem Layout noch etwas verständlich.

  • BRX   |   11. November 2018 - 8:49

    Bei der PD fällt auf, das selbst im Aufsichtsrat eine Beraterfirma sitzt.
    Mich wundert, und bedrückt, wie wenig die exitierende „In-House“ Expertise der Mitarbeiter genutzt wird.
    Sind die entsprechenden Bundesstellen mittlerweile so „Beraterhörig“ geworden?
    Der gesunde Menschenverstand, angeeignetes Wissen und jahrelange Erfahrung sollten doch auch für die Angehörigen des Bundes gelten.

    Just two cent….

  • Nachdenklich   |   11. November 2018 - 9:02

    Zur Aussage der Tagesschau „womöglich hätte der Haushaltsausschuss eingebunden werden müssen“; Nach meiner Kentnis war er das, den der Vertrag für externe Beratungs- und Unterstützungsleistungen dient zur Erfüllung des Leistungsvertrages für die Bundeswehr. Der lief (und läuft mit seinen Erweiterungen) über 25-Mio-Euro Vorlägen ans Parlament (einschl. Wirtschaftlichkeitsuntersuchung etc. bevor die Frage kommt ;-))
    Wie die BWI Leistungen erbringt, liegt an Gesellschafter- und Leistungsvertrag. Also an „Kunde“ BAAINBw und Eigentümer (Bund, Vertreten durch BMVg). Wenn das Parlament bei der 25-Mio-Euro Vorlage, der Kunde beim Leistungsvertrag und der Eigentümer keine Auflagen macht, kommt hier die sog. Unternehmerische Freiheit (und Risiko) zum tragen (Beteiligung Aufsichtsrat muss ich außen vor lassen, da ich die Geschäftsordnung nicht kenne).
    Frage ist, ob eine Inhouse-Gesellschaft ohne Eigenkapital und dem Verbot der Kapitalbeschaffung den kurzfristig notwendigen Personalkörper schaffen kann. Wenn nicht, muss sie den Auftrag ablehnen oder Dienstleister nutzen.
    Ablehnung ist nach meiner Kenntnis nicht der gewünschte Weg.
    Also liegt das Problem bei fehlenden (vielleicht auch rechtlich nicht möglichen, weil Bieter ausschließend oder rechtlich eigenständigen Unternehmen) Vorgaben der die Bundeswehr. Und das Beispiel BWI lässt sich m. E. auf die anderen Projekte sinnhaft übertragen.
    Letztlich aber eine Frag der Transparenz, denn eine Information welche Subs als Dienstleister zum tragen kommen, kann bzw. sollte die Bundeswehr haben und dem Parlament liefern können. Daher Zustimmung, die Prozentzahl im Gesamtvolumen ist deutlich größer. Frage ist doch eher, kommt es durch die personelle Besetzung und Kontakte zu einem, ich sag mal, aufweichen der Risikobwertung und priorisieren von Qualifikationen bestimmter Dienstleister?

  • Zimdarsen   |   11. November 2018 - 10:06

    @BRX

    „Mich wundert, und bedrückt, wie wenig die exitierende „In-House“ Expertise der Mitarbeiter genutzt wird.“

    Mich nicht, denn nach der Neuausrichtung waren viel „In-Hous“ Expertise nicht mehr auf dem entsprechenden DP. Die Beteiligungsgremien geben oft viel bessere Beratungsleistung, nur der mili Apparat nimmt fast nichts an.
    „In-House“ Expertise wird wo noch vorhanden nicht berücksichtigt.

  • Schnuckel   |   11. November 2018 - 10:39

    Laufen denn die millonenschweren „Unterstützungen“ der Fliegenden Verbände durch die Fa. Lumics (Lufthansa Technik/McKinsey) auch unter dem Titel „Task Force Drehflügler“ der durch die IABG vermittelt wurde oder hat man die noch gar nicht betrachtet?

  • Koffer   |   11. November 2018 - 10:53

    Ich wundere mich immer wieder wie sehr hier in den Kommentaren die Beratungsleistungen/Unterstützungsleistungen einseitig kritisiert werden :(

    In der Tat muss man dafür sorgen, dass diese richtig und rechtmäßig zustanden kommen, aber inhaltlich sollte doch jedem in der Zwischenzeit klar sein, dass die Wehrverwaltung einfach nicht in der Lage ist derzeit ihren Aufgaben im Bereich des Vertragswesens komplizierter und großer Vorhaben gerecht zu werden.

    Und im Bereich technischer Unterstützung wird sie das vermutlich in vielen Bereich niemals (wieder) sein, denn die Technik/IT-welt hat sich nun einmal seit 1955 geändert. Mit dem Einsteigergehalt eines E9 (selbst zzgl. IT-Zulage) lockt man nun einmal niemanden hinter dem Ofen hervor.

    Da sind Berater-/Unterstützerleistungen doch perfekt (sofern sie denn rechtmäßig zustanden gekommen sind). Schnell verfügbar. Ohne Pensionslasten einsetzbar. Immer auf dem aktuellen Marktstand.

  • Ubique1   |   11. November 2018 - 11:11

    Wenn sich durch all diese Beratung irgendwas zum besseren wenden würde, dann hätte das ja einen Sinn. Da ist aber leider nichts zu erkennen. Es wird ständig an allem gedreht und geschraubt ohne das eine Verbesserung zu erkennen ist. Beispiel hierfür ist die Laufbahnverordnung. Hier wird die langfristige Wirkung der Änderungen völlig ausgeblendet und die Warnungen tapfer ignoriert.
    Material in kleinen ähnlich. Die Vollausstattung mit Bekleidung bis 2031 wird als Erfolg gefeiert. Das ist beschämend. Wo wirkt sich also all das Geld für Beratungsleistungen aus? Wahrscheinlich nur auf dem Konto der Berater.

  • KenAdams   |   11. November 2018 - 11:39

    Root cause:

    Wir haben in der Bw weiter extrem abfallende Fachexpertise zu militärischen Operationen und hier besonders der dafür benötigten, Technologie. Wir können daher keine Specs erstellen, geschweige davon abgleitet ein für uns artgerechtes Vertragswesen geschweige flexibeles Beschaffungswesen weder konzipieren noch pflegen. Die wenige Fachexpertise die vorhanden ist wird nicht gehört weil sie zum einen nur noch auf niederen Besoldungsstufen vorliegt sowie die Entscheidungsträger so wenig Ahnung haben, dass sie gar nicht erkennen können wann sie Ihren eigenen Leuten glauben könnten und mal keine externe Leistung einkaufen müssten.

    Wann wollen wir den jetzt endlich mal das Werdegangsmodell unserer Stabsoffiziere, insbesondere GenStoffze und des zivil wie mil. Leitungspersonal komplett in Frage stellen, abschaffen und nochmal komplett neu machen. Maximen der Ausbildung, Sozialisierung und Förderung müssen bis in die Leitunsebenen operationelle Expertise und können sein, und das im 21. Jh auch vor dem Hintergrund aktueller Technologie. Wer auf diesem Werdegang mil OPs von klein bis immer größer nicht erfolgreich beweist, wird nicht mehr gefördert und bleibt auf seinem Level der Kompetenz.

    Wenn das so wäre dann könnten wir auch oben Specs aufstellen und könnten militärischen Ratschlag für ein passendes Vertrags- und Beschaffungswesen geben.

    Nur wer weiß wo er ist kann sein wo er will.

  • RSchumann   |   11. November 2018 - 11:42

    „…, das sich unter anderm durch eine europaweite Ausschreibung seit Jahren hinzieht“

    Diese Aussage ist schlicht falsch und wird durch deren gebetsmühlenartige Wiederholung nicht richtiger! Die europaweite Ausschreibung fördert den Wettbewerb und stellt daher eine Gefahr für die heimischen Platzhirsche dar. Im Vergabeverfahren kostet diese 3-6 Monate – jedoch keine Jahre!

    Durch die europaweite Ausschreibung von MKS 180 spart der Bund in der Beschaffung. Die Ausschreibung zieht sich daher so lange, weil man an die Angebotsunterlagen der Wettbewerber einen höheren Qualitätsanspruch stellt (u.a. um gerichtsfeste Leistungsanforderungen in den Beschaffungsvertrag aufnehmen zu können). Ohne die europaweite Ausschreibung würde sich die deutsche Industrie nichtmal auf eine solche Vertragsgestaltung einlassen. Insofern hat der Bund durch die Entscheidung zur europaweiten Ausschreibung bereits gewonnen.

    Letztlich kann solch ein Milliardenauftrag auch als politischer Hebel zur Gründung eines „Naval Airbus“ – sprich eines paneuropäischen Werftenriesen genutzt werden. Hier ist aber die französische und italienische Politik entschlossener und praktisch weiter, so dass die deutschen Anbieter langfristig zu klein seien werden um zu überleben.

  • Georg   |   11. November 2018 - 12:33

    @ Koffer

    Zitat:
    „Da sind Berater-/Unterstützerleistungen doch perfekt (sofern sie denn rechtmäßig zustanden gekommen sind). Schnell verfügbar. Ohne Pensionslasten einsetzbar. Immer auf dem aktuellen Marktstand.“

    Ist das wirklich ihre Überzeugung zum Kerngehalt von Beratungsleistungen ?

    Meiner Meinung und auch teilweise meiner Erfahrung nach, ist es die wesentliche Aufgabe von externen Beratungsleistungen:

    a) eine Beschlussempfehlung zu bringen genau so wie sie vom Auftraggeber von Beginn an gewünscht wird

    b) eine nachvollziehbare Begründung zu suchen und zu liefern um den gewünschten Beschluss auch objektiv unter rechtlichen, wirtschaftlichen usw. Bedingungen zu rechtfertigen und

    c) damit eine Rückversicherung für die poltischen und verwaltungseigenen Auftraggeber zu erzeugen, damit bei einer Fehlleistung oder ein Scheitern des entschiedenen Projektes man die Schuld von sich persönlich abweisen kann (.. es war ja die Empfehlung einer externen Beratungsfirma).

  • Koffer   |   11. November 2018 - 12:56

    @Georg | 11. November 2018 – 12:33
    „Ist das wirklich ihre Überzeugung zum Kerngehalt von Beratungsleistungen ?“

    Ja, das ist nach meiner eigenen Erfahrung (sehr) häufig der Kern von Beratungsleistungen.

    Die von Ihnen skizzierten Leistungen gibt es sicherlich auch, aber das ist nicht der Kern der aktuellen Leistungen.

    Typische Leistungen, die derzeit erbracht werden und (dringend!) benötigt werden sind z.B. Vertragsgestaltung bei komplizierten Großprojekten der Rüstungsindustrie. Oder Fachleistungen im Bereich IT.

    Dinge, die die Wehrverwaltung entweder nicht (mehr) kann (Vertragswerke, da wird es mEn Jahre dauern, bis hier wieder genügend qualifizierte Vertragsjuristen eingestellt wurden) oder vermutlich aufgrund des schnellen technisch Wandels niemals können wird (z.B. IT).

    Wie gesagt, hier in den Kommanterfäden zum Thema Berater sind mEn reichlich einseitige und häufig wenig fundierte Ablehnungen erkennbar.

    Beißreflexe könnte man fast schon sagen ;)

    Ich bin auch gegen Beraterleistungen in denen zivile „Management“-Experten uns erklären sollen, wie wir militärische Leistungen erbringen. Das kann alleine schon deswegen nicht funktionieren, weil es kaum zivile Berater gibt, die ausreichend qualifiziert sind um die Besonderheiten des Geschäftsbereichs BMVg zu durchblicken. Zu häufig führt das dann zu dem Versuch zivile Lösungen der Bundeswehr überzustülpen.

    Aber wie gesagt, diese (abzulehnende) Form der Beraterleistung ist doch beim besten willen nichts alles…

    Wer Berater-/Unterstützerleistung generell ablehnt, nur weil er eine bestimmte Form der Beraterleistung ablehnt, macht mEn einen großen Fehler.

  • Grashüpfer   |   11. November 2018 - 14:55

    „Die wenige Fachexpertise die vorhanden ist wird nicht gehört weil sie zum einen nur noch auf niederen Besoldungsstufen vorliegt sowie die Entscheidungsträger so wenig Ahnung haben, dass sie gar nicht erkennen können wann sie Ihren eigenen Leuten glauben könnten und mal keine externe Leistung einkaufen müssten.“

    @KenAdams Treffer, versenkt. 1+

  • KenAdams   |   11. November 2018 - 18:10

    @ Georg
    Und genau so ist es leider viel zu oft. Bestes Bsp. Aktuelles Mega Projekt Nachfolger Tornado und die Beschäftigung der FIrma IABG dazu im BMVg. Da passt die Definition 1a. Die Leitung hat völlig unabhängig von Bedarf und Eignung der Bewerber ausgegeben es wird der EF als AWE und die IABG soll nun Wege finden irgendwie justiziabel an Strike Eagle, Super Hornet und JSF vorbeizukommen.
    Als ein Lw Inspekteur sich wagte diesen Plan nicht zu akzeptieren und den Lw Bedarf der 5. Generation aussprach, musste er gehen. Der aktuelle Inspekteur weiß also jetzt dass er seinen Operationellen Bedarf gar nicht äußern darf, sondern zu zitieren hat was die Industriepolitik / Lobby Ihm vorschreibt.

  • Expertchen   |   11. November 2018 - 18:12

    Mich wundert immer noch, wie sehr die Debatte hier und in der sonstigen Öffentlichkeit auf Lappalien reduziert wird – nach dem Motto „da wurde halt mal falsch abgerechnet“.

    Nein, der Kern ist Drehtüreffekt und Vorteilsnahme im deutschen Staat! Mit Amtsübernahme vdL kamen Suder, Scherf und Co. von McKinsey ins BMVg, kurz danach zwei Kinder von vdL zu McKinsey. 2017 ging Scherf wieder zu McKinsey und nahm von dort Aufträge für das BMVg wahr. Mehrere andere Beispiele aus diesem Klüngel sind derzeit bei Spiegel, Welt, Bams nachzulesen.

    Zur Qualität von deren Beratungsleistungen, die ich selbst erleben durfte, lässt sich klar sagen, dass sie nicht das Papier Wert sind, auf dem sie geschrieben wurden: Allgemeines Geschwurbel ohne Substanz. Dies ist auch nicht überraschend angesichts der völlig fehlenden militärischen, Verwaltungs- oder überhaupt praktischen Erfahrung.

  • Couthon   |   11. November 2018 - 18:32

    Salve,

    @Expertchen, genau das ist der Knackpunkt.

    Das Problem ist nicht der Externe Berater, sondern die Vorteilsnahme am gesamten Volk.

    Berarung ist gut, wenn aber professionell nur bedeutet gegen Geld, aber ohen Inhalt ist sie nicht nützlich, sondern schädlich. Das sich auch Berater mal irren können wäre sogar problemlos tolerierbar. Wenn aber nur Geld abfließt und bestenfalls nichts zurückkommt, ist das eben nicht tolerierbar.

    Natürlich gehört von Seiten der Regierung zuersteinmal ein Plan, sogar den kann man schlimmstenfalls extern ausschreiben. Aber vielleicht sollte man dann doch lieber die Exekutive meiden. Aber wenn der Plan dann steht, kann man ihn mit Leben füllen. Wenn man keinen Plan hat muß man die Exekutive wirklich aufgeben.

    Meist ist es so, daß man sich beim planlosen Handwerken, oft den Ast absägt auf dem man aktuell sitzt…

    So ging es auch den Menschen in der Spätantike, denen von heutigen Historiker nachgesagt wird, daß sie schon im Mittelalter lebten, was ja bekanntlich keine Verbesserung war…

  • aufmerksam   |   11. November 2018 - 20:18

    Ein sehr ärgerliches Thema. Leider fehlt der GroKo die Kraft für eine systematische Aufarbeitung – und adäquate Konsequenzen.

    Die Frage ist doch inzwischen, ob das BMVg noch im Beifahrersitz – oder bereits schon auf dem Kindersitz hinten Platz genommen hat.

    Ich würde mir wünschen, dass „da“ mal genauer ´reingeschaut, wo PwC, EY, Roland B. und McK Beratungsleistungen als GU oder als UAN erbringen.

    Externe(!) Berater haben auf den Fluren in Koblenz und auf der Hardthöhe eigene Büros, was komisch anmutet.

    Und noch mehr würde ich mir wünschen, dass noch genauer der Kontext BMVg – IABG in Augenschein genommen wird. Denn mir erschließt sich nicht, warum dieses privatwirtschaftliche organisierte und auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen den Status „unabhängiger Gutachter“ trägt.

    Und quasi in allen größeren Rüstungsprojekten – meinungsbildend in den IPTs – mitarbeitet und mitverdient. Verzerrt das den Wettbewerb? Vermutlich.

    Beispiel: der bei MGCS federführende Abteilungsleiter der IABG wechselte mit Vorliegen der DEU High Level Requirements das Unternehmen – und ist nun CTO bei Rheinmetall.

  • KenAdams   |   11. November 2018 - 21:30

    Über die verteidigungspolitische und industrielle Eliten kann man nur sagen:
    Niiiiemand hat die Absicht durchsetzungsfähige Streitkräfte zu errichten.

    Die Bundeswehr ist ein Spielball um den herum Leute Geld und Karrieren mache, nur wer drin sitzt in der Bw nimmt vom Ganzen keinen Vorteil. Aussenherum ist das alles der Gleiche Klüngel der von Berater zu Rüster, zu Beschaffer, zu BMVg und wieder zurück wechselt, in diesem Kreislauf dort Projekt in Gange setzt, hier bei der Begleitung verdient, und am Ende beim Verkauf wieder verdient. Da die Produkte immer Schund sind, läuft die Gesamtmafia nie Gefahr dass die Aufträge abreißen, und so dreht sich das Hamsterrad munter weiter und die Soldaten laufen darin brav bis sie vor Erschöpfung herausfallen und neue reingesetzt werden.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   11. November 2018 - 22:10

    @aufmerksam
    „Externe(!) Berater haben auf den Fluren in Koblenz und auf der Hardthöhe eigene Büros, was komisch anmutet“.
    Sie beschreiben zwingende Normalität.
    Schauen Sie in weitere Dienststellen bei Bund und Land an, wo zu wenig, die falschen oder auf die Aufgabe nicht vorbereitete Personen DIENEN.
    Z.B. das BAMF.
    Spielwiese Externer, ja, manchmal. In der Regel aber Arbeitsfeld.

  • Dipl.-Inf(anterist)   |   12. November 2018 - 6:38

    @aufmerksam & Klaus-Peter Kaikowsky
    Diese Büros gibt es auch im BMVg in Berlin, zunächst mit Namen auf den Türschildern, dann mit „Externer Berater“ und nun mit „N.N.“… ;-)

    In einem Haus in dem in den letzten Jahren alles Militärische immer mehr in die „Schmuddelecke“ gestellt wurde, in dem militärische Expertise und Erfahrung mittlerweile nichts mehr wert ist, muss es doch jemanden geben, der der Leitung einflüstert, was sie eh immer schon wusste und wollte….! Diese Rolle übernehmen in meiner Wahrnehmung halt die Berater!
    Das es in dieser Klientel auch weiße Schafe gibt, das sei unbenommen!

    Weiter oben beschrieb jemand die Gemengelage als „verschwurbelt“, dem stimme ich voll zu und frage mich, wann die Opposition endlich das tut, wozu sie eigentlich da ist…

  • Expertchen   |   12. November 2018 - 8:45

    @KPK:
    Sie stellen immer wieder iin den Vordergrund, dass der Bw (derzeit) die Expertise für bestimmte Aufgaben fehlen würde. Das ist sicher richtig.

    Der Umkehrschluss, dass die eingekauften Berater diese hätten, ist aber fraglich. Ich will nicht alle Berater über einen Kamm scheren. Sicher gibt es sinnvolle Beratung durch echte, vor allem technische, Experten. Zu dieser Kategorien zählen die hier diskutierten Berater und Unternehmen, die Richtungsentscheidungen auf höchster Ebene anleiten sollen, aber gerade nicht!

  • FNU SNU   |   12. November 2018 - 12:46

    Ich sehe das Problem in dem steigenden Beraterbedarf vor allem in der Tatsache, dass immer mehr in Projekten gedacht wird, ich aber für dauerhaft vorhandenes Personal einen dauerhaften Bedarf anmelden muss.

    Selbst bei 3-5 Jahresdauer Projekte bekomme ich kein „STAN Personal“ dauerhaft zugeweisen. Das klappt vielleicht noch bis zur Btl bzw. Brig Ebene, aber spätestens in Ämtern ist einfach bei jedem Land unter. Dann kommt sicherlich hinzu, dass gerade im Bereich IT als Behörden-Gegenpart Verwaltungsmenschen sitzen und wenige Führungskräfte mit tiefgründiger IT Erfahrung.

    Bis man tatsächlich Stukturen mit eigener Expertise aufgebaut hat, wird man um externe Unterstützung nicht drumherum kommen. Leider neigen Bundesbehörden im allgemeinen nur „große“ Beratungen zu beauftragen, Mittelständler kommen da viel zu selten zum Zug. Und das sind dann eben die üblichen Probleme, dass eine Bechtle, McKinsey und co. sich dann eben selber externe Subs besorgen oder dann mit viel junior Personal und hohem Stundeneinsatz versuchen zu glänzen.

    Dass ich einem externen Berater auch irgendeinen Arbeitsplatz mit Zugang zu IT gebe ist doch selbstverständlich. Und wenn dann ein oder mehrere Berater über Monate / Jahre im Haus sind, ist es auch dann unproblematisch, denen ein Büro zu geben.

    Wie sich die Berater dann im Haus oder gegenüber dritten geben ist jedoch Sache der Projektleitung. Das bedeutet Führung und klare Anweisung an den Dienstleister. Klare Vorgaben zur Kommunikation sowie Signatur. Da kann eben auch drin stehen „externer Berater/Dienstleister etc.).

    Und wenn sich Frau/Herr Berater dann irgendwelche Rechte rausnimmt wird das Besprochen und eben abgestellt. Fast wie beim Bund.

    Freihändige Vergaben bzw. Buddysystem sind doch viel eher das Problem!

  • Georg   |   12. November 2018 - 17:56

    @ FNU SNU

    Zitat: „Selbst bei 3-5 Jahresdauer Projekte bekomme ich kein „STAN Personal“ dauerhaft zugeweisen. Das klappt vielleicht noch bis zur Btl bzw. Brig Ebene, aber spätestens in Ämtern ist einfach bei jedem Land unter. Dann kommt sicherlich hinzu, dass gerade im Bereich IT als Behörden-Gegenpart Verwaltungsmenschen sitzen und wenige Führungskräfte mit tiefgründiger IT Erfahrung. “

    Woher soll denn die hauseigene Expertise kommen, wenn man vielen Soldaten systematisch die Kompetenz entzieht ? Durch Versetzungen, Verwendungswechsel usw.

    Dazu kommt die verstärkte Fixierung auf Zeitsoldaten. Gerade die Berufssoldaten bis Hptm mil FD bauen doch systematisch Kompetenz in ihren Fachgebiet ein Berufsleben lang auf – wenn man sie denn lässt.

    Der Kompetenzverlust in der Ersatzteilbestellung für fliegende Waffensysteme z.B. ist doch durch die Auflösung des WaSysKdos in Köln und die verzögerte Aufnahme der Nutzungsbetreuung der Waffensysteme beim BAAINBw in Koblenz erst entstanden.

    Wenn man Lw-Soldaten im Enddienstgrad von Köln wieder wegversetzen will wird es eben schwierig. Die wechseln eher ihr Fachgebiet als die 200 km zu pendeln. Im Ergebnis „Kompentenzverlust“, durch eine unsinnige politische Entscheidung zur Verlegung einer Dienststelle, bzw. einer Aufgabe.

    Also die Fachexperitise seiner Mitarbeiter muss man eben auch systematisch aufbauen (Truppe – Amt) und dann aber auch halten.
    Wenn man gegen die Interessen der Mitarbeiter handelt, dann gibt es eben Kompetenzverlust.

    Auch bei dem viel gescholteten BAAINBw in Koblenz, vormals BwB ist der Kompetenzverlust schon vor 13 Jahren eingeleitet worden, weil 1000 DP für Beamte nicht nachbesetzt werden durften, gegen den erbitterten Widerstand des damaligen Präsidenten.

    Das Problem mit den externen Beratern ist oftmals deren mangelnde militärische Erfahrung, die Unkenntnis der spezifischen Materie (z.B. Logistik).
    Eine Beraterfirma kann sich glücklich schätzen wenn sie als Fachberater einen mit 50 Jahren frühpensionieren OStFw engagieren kann !

    Nur den hätte die Bw auch selber gehabt, wenn man denn ihn machen hät lassen !

  • Koffer   |   12. November 2018 - 20:13

    @FNU SNU | 12. November 2018 – 12:46
    +1

    Sie sprechen mir aus dem Herzen! In den positiven Aspekten des Rückgriffs auf Berater und auch den kritischen Aspekten (nur große Dienstleister, freihändige Vergabe, Buddy-System).

    „Dass ich einem externen Berater auch irgendeinen Arbeitsplatz mit Zugang zu IT gebe ist doch selbstverständlich.“

    Und insbesondere die Frage der Büros etc. bewerte Sie amS vollkommen richtig. Wie soll den ein externer Dienstleister ansonsten seine Leistung erbringen?!

    @Georg | 12. November 2018 – 17:56
    Sorry, aber da kann ich Ihnen nicht zustimmen.

    Sicherlich gibt es Bereiche, in denen der aktuelle Mangel an ausreichenden Personal selbstverschuldet ist, aber auch in diesen Feldern ist er nun einmal da und muss noch über Jahre überbrückt werden.

    Und in bestimmten Bereichen reicht einfach auch beim besten Willen und bei positivster Personalführung durch die Bw interner Sachverstand einfach nicht aus.

    Ich sage da z.B. einmal IT-Fachleute (oder Marketing oder temporär benötigtes Spezialwissen für Einzelprojekte oder oder oder), da kann die Bw in den manchmal notwendigen Spitzenbereichen einfach nicht marktüblich konkurrieren.

    Und selbst wenn man das über einen befristeten Arbeitsvertrag AT B03/B06 finanziell einigermaßen hinbekommen würde (unter größten Klimmzügen mit den jeweiligen Personalräten und HC und dem BAPersBw), würden sich multiple, weitere Probleme hieraus ergeben (u.a. dass solche befristete Arbeitsverträge ja nicht im Paket abgeschlossen werden, d.h. ich habe dann vielleicht EINEN Fachmann, aber der ist nicht mit einem parallel angestellten fachlich kompatibel bzw. eingearbeitet und und und).

    Und es gibt hier weitere Probleme (u.a. die Frage der Befristung von Arbeitsverträgen oder auch die Frage der schnellen Abrufbereit bei geänderten/neuen Projektforderungen).

    Also: früher war alles besser? Vieles: ja. Alles: nein!

  • Mariner   |   13. November 2018 - 3:24

    Ich weiß noch als ich ganz am Anfang, Frau von der Leyen fragte, ja was sind denn jetzt meine Ziele? Da sagte sie: „Ziele? – Den Einkauf optimieren!“

    https://www.bmvg.de/de/aktuelles/serenade-fuer-katrin-suder-24430

    Fr. StS’in Dr. Suder im Rahmen der Serenade anlässlich ihres Ausscheidens aus dem Amt.

    Das „Beraterbashing“ lasse ich nicht gelten, das Stichwort ist „Compliance“. Wenn ich mir jemanden aus einer Beratung hole, mit dem Zweck, den Einkauf zu optimieren (ja, ich weiss, Fr. Suder hat schon zuvor fuer Fr. von der Leyen gearbeitet), dann sieht es ganz schlecht aus, wenn ausgerechnet Beraterleistungen an den eigenen frueheren Arbeitnehmer auf diese Art und Weise vergeben werden.

    Aber mal eine andere Frage – wissen wir denn, dass dies nicht auch fuer andere Strategieberatungen aehnlich gelaufen ist?

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