EU-Mission geht wieder gegen aktive Piratengruppen vor Somalia vor

Fürs Archiv, als Nachtrag: Erstmals seit langer Zeit (seit ein paar Jahren?) hat die EU-Antipirateriemission Atalanta vor Somalia ein Boot mutmaßlicher Piraten zerstört. Soldaten des spanischen Docklandungsschiffs Castillia stellten vor der somalischen Küste einen so genannten Whaler sicher, der vermutlich Mitte Oktober bei einem Angriff auf einen Frachter verwendet worden war. Das Boot wurde dann versenkt (Foto oben).

Aus der Mitteilung von Atalanta vom gestrigen Sonntag:

In the morning of Sunday 28th October 2018, EU NAVFOR military personnel seized an active Pirate Action Group (PAG) whaler and destroyed it. This followed a sustained period of surveillance after a piracy attack was conducted against the Hong Kong-flagged Bulk Carrier KSL Sydney. EU NAVFOR is committed to disrupting PAG’s wherever and whenever the opportunity arises and Sunday 28th October was one such occasion.
The attack against the KSL Sydney took place on 16th October 340 Nm off the coast of Somalia. Rear Admiral Alfonso Perez de Nanclares, the EU NAVFOR Force Commander, ordered counter-piracy forces to the area for further investigation. EU NAVFOR Spanish Maritime Patrol and Reconnaissance Aircraft (MPRA) flew over the area to gain as much detailed information on suspected pirate activity as they could. The ability to deploy aircraft and ships immediately to this area proved vital in identifying this latest PAG. The information the MPRA provided made it apparent that PAG whalers were active in the area, which would be used to launch further attacks on maritime shipping transiting the area.
The suspicious whaler identified by the MPRA was later tracked down by the crew of ESPS Castilla to a small bay just off the Somali coast. The Force Commander then ordered it to be seized and towed out to sea where it was safely destroyed.

Interessant an dieser Mitteilung ist die Wortwahl: Von aktiven Pirate Action Groups vor Somalia war schon eine ganze Weile nicht mehr die Rede. Die Zahl der Angriffe von Piraten aus dem ostafrikanischen Land war in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen, in diesem Jahr verzeichnete das International Maritime Bureau bisher drei – erfolglose – Angriffe, bei denen auf Handelsschiffe geschossen wurde.

Die Bundeswehr ist weiterhin an der EU-Mission beteiligt, seit einigen Jahren nicht mehr mit einem Schiff, sondern zeitweise – und auch aktuell – mit einem Seefernaufklärer. Das Mandat für die Deutsche Marine war zuletzt im April für ein Jahr verlängert worden. Der Atalanta-Einsatz soll nach derzeitiger Planung bis zum Jahr 2020 dauern und dann auslaufen – aber das hängt natürlich auch davon ab, wie sich die Piraterie-Aktivität im Indischen Ozean entwickelt.

(Foto: EU Naval Forces Somalia)

1 Gedanke zu „EU-Mission geht wieder gegen aktive Piratengruppen vor Somalia vor

  1. Neun „Netherlands Maritime Special Operations Forces (NLMARSOF)“ des Korps Mariniers (Marineinfanterie) wurden erstmals in der Geschichte der Truppe mit der „Kikvorsman-Ehrenmedaille“ ausgezeichnet.
    Sie waren Teil der „Task Force Barracuda“ die an und vor der somalischen Küste Sabotageunternehmungen gegen Piratenschiffe ausführten.
    Barracuda hatte den Auftrag Piraterie so dicht wie möglich unter der Küstenlinie zu bekämpfen.
    Bei der Auszeichnung, heute bekanntgegeben, stellte sich heraus, dass die Einheit schon nach 2008 aufgestellt wurde, erster Einsatz aber erst in 2011, erfolgreich und in absoluter Geheimhaltung.
    Zu genauen Umständen der Einsätze wurden in der Meldung des NLD VgMin keine Angaben gemacht.
    https://www.defensie.nl/actueel/nieuws/2018/11/09/kikvorsman-insigne-voor-sabotage-piratenschepen

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