Bundeswehr-Training auf ADAC-Hubschraubern: Keine gelben Flieger

Viel Häme hatte die Bundeswehr einstecken müssen, als vor gut fünf Monaten bekannt wurde, dass die Streitkräfte für das Training von Hubschrauberpiloten Helikopter beim ADAC angemietet haben. Bundeswehrpiloten, die wegen Materialmangels bei der Truppe in gelben Rettungshubschraubern durch die Gegend donnern müssen, so war die öffentliche Wahrnehmung.

Verteidigungsministerium und Bundeswehr reagierten darauf nur sehr zurückhaltend – schon die Tatsache, dass nicht etwa gelbe Maschinen, sondern eigens dafür von der ADAC-Technik-Tochterfirma beschaffte und in Militärfarben lackierte Helikopter dafür eingesetzt werden, ging ziemlich unter.

Am (heutigen) Donnerstag, fünf Monate nach den ersten Meldungen, hat die Bundeswehr dazu ein Video veröffentlicht. Hat ja ne Weile gedauert, erklärt aber, was da passiert und warum es nicht so ungewöhnlich ist wie es klingt:

Wer wissen wollte, was es mit der Anmietung dieser Hubschrauber auf sich hat und dass die Bundeswehr nicht der einzige staatliche Kunde beim ADAC ist, hätte das übrigens schon vor Monaten bei der ADAC Luftfahrt Technik (ALT) nachlesen können:

Neben der Betreuung der Flotte von rund 50 Hubschraubern der gemeinnützigen ADAC Luftrettung gGmbH versorgt die ALT eine Vielzahl von weiteren Kunden mit ihren technischen und logistischen Leistungen. Zu ihnen zählen beispielsweise die niederländische Luftrettung des ANWB, die Polizei Brandenburg, die Polizei Thüringen, die Polizei Sachsen-Anhalt, die Polizei Rheinland-Pfalz sowie diverse weitere private und institutionelle Hubschrauberbetreiber aus ganz Europa.
Im Sommer 2017 hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAIN) eine Ausschreibung veröffentlicht, bei der zivil zugelassene Hubschrauber vom Typ EC135 für die Professionalisierung von Bundeswehr-Piloten mit rund 6.500 Flugstunden über einem Zeitraum von drei Jahren angemietet werden sollen. Diese Ausschreibung umfasste nicht nur die Bereitstellung von vier Hubschraubern am Bundeswehr-Ausbildungsstandort Bückeburg, sondern auch die komplette Wartung, Instandhaltung und technisch-logistische Betreuung vor Ort.
Die ALT hat sich neben weiteren deutschen Unternehmen um diesen Auftrag beworben, am 5. Dezember den Zuschlag bekommen und am 19. Dezember 2017 den entsprechenden Vertrag mit der Bundeswehr unterzeichnet.
Zur Erfüllung dieses Auftrages wird die ALT fünf fabrikneue Hubschrauber des Typs EC135 von zwei kommerziellen Luftfahrt-Leasinggebern zweckgebunden anmieten. Vier davon werden täglich in Bückeburg zur Verfügung gestellt, die ersten beiden Hubschrauber ab März und die weiteren ab April. Der fünfte Hubschrauber dient als Reserve im Falle von technischen Defekten und geplanten Inspektionen. Ferner wird die ALT weiteres Personal und Ersatzteile beschaffen, um eine technische Verfügbarkeit von über 99% zu garantieren.
Die gemeinnützige Flotte der ADAC Luftrettung gGmbH ist davon völlig unabhängig und in keiner Weise betroffen.

(Foto: Screenshot aus dem Video)

31 Kommentare zu „Bundeswehr-Training auf ADAC-Hubschraubern: Keine gelben Flieger“

  • Alex   |   07. Juni 2018 - 19:15

    Warum aber nimmt man Leasing-Modelle vom EC135 statt weitere H145(M)? Wo ist der Sinn hinter dieser Fragmentierung?

  • TomTom   |   07. Juni 2018 - 19:30

    @Alex: Weil das Personal zur „Professionalisierung“ auf der EC135 geschult ist und diese Lizenz erhalten soll. Somit keine Fragmentierung.
    Der „Professionalisierungsraum“ befindet sich, wie die Hubschraubergrundausbildung, in Bückeburg.

  • chris   |   07. Juni 2018 - 19:55

    @Alex

    Zumal eine umfangreichere Beschaffung an H145M gleich verschiedene Fähigkeiten bieten würde an denen es zur Zeit mangelt und das zu einem verhältnismäßig kleinen Preis und Aufwand. .

  • Ex-Soldat   |   07. Juni 2018 - 20:24

    Geht es um die direkten Kosten welche die eigenen Mitarbeiter verursachen, ist die Bw nicht nur sparsam sondern geizig und verweigert immer wieder (zunächst) sogar die Auszahlung rechtmäßig zustehender Erstattungen. Unter diesem Eindruck fällt es extrem schwer sich vorzustellen, dass das beim Anmieten von Flugstunden bei einem profitorientierten Unternehmen, dass wiederum selbst die Hubschrauber bei einem profitorientierten Unternehmen least, ein auch nur annähernd vergleichbarer Maßstab angelegt wird, bzw. Alternativen mit Eigenbetrieb ernsthaft geprüft werden.
    Auf der anderen Seite -> wir schaffen das … mit den 2% BIP.

  • Obibiber   |   07. Juni 2018 - 20:51

    Verstehe das auch nicht…der H145m ist doch die Erfolgsgeschichte schlechthin…
    Mehr als pünktlich im Zulauf, sehr günstig in Beschaffung und betrieb, höchste Verfügbarkeit…er könnte weitere Rollen die dringend benötigt werden ausfüllen
    Schulungshubschrauber,
    Rettungsheli,
    leichter kampfheli als Ergänzung Tiher
    Usw
    Bedarf mindestens weitere 45 Stück

  • Zimdarsen   |   07. Juni 2018 - 21:18

    Wir können es nicht, weil wir (BMI/BMVg) es nicht wollen.

    Selbst jetzt entlassen wir ausgebildete SaZ und übernehmen sie nicht, weil es nicht genug BS Stellen und ziv DP gibt. Zudem bräuchten wir wieder einen Stab der den Beschäftigten sagt wann sie was tun müssen und dafür sorgt, das sauber gemeldet wird. Nur einfach morgens zum Dienst und Abends wieder gehen genügt ja nicht. Bei ALT geht es ums Ergebnis, nicht um den Prozess und die Organisation.

    Die Kästchen für die ppt wären schnell gemalt, nur füllen können wir sie nicht.

    Selbst neu ausgebildete Prüfer auf H145 haben wir mit 50 in die Pension geschickt………waren kein Zukunftspersonal. Viele Grüße von TdM.

    Wir können es nicht, und nicht nur das.

  • Koffer   |   07. Juni 2018 - 21:37

    @Obibiber | 07. Juni 2018 – 20:51
    „Verstehe das auch nicht…der H145m ist doch die Erfolgsgeschichte schlechthin…
    Mehr als pünktlich im Zulauf, sehr günstig in Beschaffung und betrieb, höchste Verfügbarkeit…er könnte weitere Rollen die dringend benötigt werden ausfüllen“

    Absolut! Vor allem in der Rolle als LUH könnte er die Infanterie (hier im Schwerpunkt die Fallschirmjäger) deutlich unterstützen und damit den Tiger deutlich entlasten.

    Der Tiger ist in der Zusammenarbeit mit der Infanterie sowie fast immer ein „Overkill“ aber, ein paar LUH könnten eine InfKp sowohl im Angriff, wie auch in der Verteidigung wirkungsvoll (und relativ günstig) unterstützen!

  • TXU065   |   07. Juni 2018 - 22:16

    Ich verstehe das auch nicht (Koffer, Obibiber), da man die/den H145 ja in vielen Rollen einsetzen könnte (siehe US).
    Vielleicht als Schulungshubschrauber (analog der Tiger) ein Overkill, aber warum bietet sich da nicht ein Zukauf der H135 an?

    Zusatzfrage:
    Rüstet die BW bei den H145M auch eine (substanzielle) Bewaffnung ein oder haben wir 100% Verfügbarkeit bei eines nicht zur Verteidigung der verlegbaren Kräften nutzbaren Luftfahrttaxis?

    (Fragen eines nicht Fachmannes)

  • Pirat77   |   07. Juni 2018 - 22:46

    Ich sage es ja nicht gerne, aber das Einzige, was ich mir vom Flimchen gemerkt habe, sind die Gewichtsprobleme des Kommandeurs. Danke für’s Vorbild – das erklärt natürlich das herrschende Mindset.

  • schleppi   |   07. Juni 2018 - 22:58

    Vielleicht noch einmal einfach erklärt: ( weil auch die Meldung des BAAIN da zur Zeit des Vertragsschlusses missverständlich war) Diese Maschinen sind nicht zur Ausbildung von Piloten beschafft, sondern um die mit Flugstunden zu versorgen, die eine Musterberechtigung EC 135 bereits in der Grundschulung auf EC 135 erworben hatten und eigentlich TIGER oder NH90 Musterberechtigung erwerben sollten, was aus bekannten Gründen nicht funktionierte.

    Es macht daher Sinn, EC 135 dafür zu leasen.
    Davon unabhängig ist es aber erforderlich endlich mit vernünftigen Zahlen an das Projekt LUH Heer zu gehen, denn weder die avisierten Stückzahlen für SAR-Land noch die für die Verwendung als Multirole LUH geplanten Stückzahlen sind annähernd ausreichend.
    Der ADAC plant schließlich auch mindestens 25 % mehr Hubschrauber ein als tatsächlich fliegen sollen.

  • schleppi   |   07. Juni 2018 - 23:21

    @ Koffer
    Ich verstehe ihre Begeisterung für den Einsatz von Hubschraubern, teile sie aber nicht. Jetzt weiß ich nicht, über wie viele GFK/CFK Gefechtsfahrzeuge eine Infanteriekompanie heute verfügt, könnte mir aber vorstellen, dass es ca. Null sind. Sie wisssen sicher auch, dass die in der Nutzung befindlichen Hubschrauber der Bundeswehr gegen gegnerischen Beschuss schlechter geschützt sind als ein Infanterist.

  • Badger   |   08. Juni 2018 - 0:33

    Die über ALT geleasten H135 werden, wie bereits von @TomTom dargestellt, zur Ausbildung in Bückeburg verwendet. Und zwar nicht als neues Muster, sondern als Ergänzung zu den bestehenden 14 (?) Maschinen, um den Ausbildungsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Weil in Bückeburg bereits die EC135 zum Einsatz kommen, macht es schlichtweg keinen Sinn, ein anderes Muster zu beschaffen.

    Ich hatte auf der AERO 2018 die Gelegenheiten, mich mit einem Ausbilder aus Bückeburg zu unterhalten. Er erzählte mir unter anderem, dass in den von ALT geleasten H135 auch nicht das neue Helionix-Glascockpit zum Einsatz kommt, sondern die „alte Version“. Klar, die anderen EC135 der BW besitzen ja auch noch das alte Glascockpit. Eine Umschulung der Piloten wäre da nicht zielführend für den Ausbildungsbetrieb, weil es mit Kosten und verschwendeter Zeit verbunden wäre. Die H145 besitzt übrigens ausschließlich ein Helionix-Glascockpit ohne andere Optionen.

    @OBiber: „der H145m ist doch die Erfolgsgeschichte schlechthin… Mehr als pünktlich im Zulauf, sehr günstig in Beschaffung und betrieb, höchste Verfügbarkeit“

    Das ist die H135 aber auch alles. Nicht umsonst kommt die Maschine flächendeckend in der deutschen Luftrettung seit Jahrzehnten erfolgreich als primäres Muster zum Einsatz.

    Richtig ist aber auch, dass die H145 als Ersatz für die bestehenden Bell UH-1D SAR-Hubschrauber bestens geeignet wäre. Wenn ich mich richtig erinnere, haben sich auf die Ausschreibung einmal Airbus Helicopters mit der H145 und einmal Bell mit ihrem neuen Bell 429. Beides sehr gute Hubschrauber, die 429 kommt erfolgreich bei der Air Zermatt in den Schweizer Alpen zum Einsatz, die H145 hat in der deutschen Luftrettung die veralteten BK117 ersetzt.

    Allerdings wünschte sich der besagte BW-Pilot auch, dass in Zukunft mehr einheitliche Muster beschafft werden. So könne man auch mal zwischen verschiedenen Aufgabenbereichen wechseln, was für die Pilotenlaufbahn bei der BW spannender wäre. Wer eine Lizenz für die EC135 hat, ist quasi als Ausbilder in Bückeburg „gefesselt“, weil das Muster sonst nirgends eingesetzt wird. Insofern wäre eine Beschaffung der H145 für den SAR-Einsatz wohl wünschenswert.

    Im Übrigen sei die EC135 für die Pilotenausbildung eher ungeeignet. So lassen sich mit dem Muster keine Autorotationen trainieren. Warum die BW sich die teuren Maschinen damals überhaupt für die Ausbildung angeschafft hat, bleibt mir ohnehin ein Rätsel. Es gibt wesentlich geeignetere, kleinere Modelle. Die BPOL nutzt z. B. die H120. Aber das scheint wohl ein Trend zu sein. In den USA nutzt die Army ja nun UH-72 Lakota (EC145) für die Pilotenausbildung…

  • Franz   |   08. Juni 2018 - 8:27

    Ich bin mal gespannt, wie sich das Projekt entwickelt. Eine Verfügbarkeit von „über 99%“ klingt ja wahrlich spektakulär.

  • Elahan   |   08. Juni 2018 - 9:33

    Die Verfügbarkeit ist kein Wunder, denn es handelt sich um ein marktverfügbares Muster mit einer ziv Logistik.

    Würde die Bw das System mit SAP, BAAIN, verschleppten Nachrüstungen und unter dem üblichen Sparzwang betreiben, würde die Verfügbarkeit schnell nach unten gehen. Hinzu kommt, dass die teure Verfügbarkeit im Auslandseinsatz ihren Preis hat und den will keiner mehr bezahlen oder er geht zu lasten des Grundbetriebs.

    Zudem würde jeder zusätzliche Hubschrauber zusätzliches Personal binden, welches wir nicht haben. Das bedeutet, beschafft das Heer einen Verband H145 mit 1000 Mann+ dann muss der InspH sagen was er nicht mehr macht und in welchem Bereich er sparen muss.

  • Tom   |   08. Juni 2018 - 10:28

    Eine „Verfügbarkeit von „über 99%““ ist nicht nur mathematisch ambitioniert.
    Sondern auch in der zivilen Wirtschaft ein hehres Ziel. Da gefährdet selbst ein einziger kleinste materielle oder personelle Ausfall die Langzeitstatistik mächtig.

  • EssenER   |   08. Juni 2018 - 11:01

    „Verfügbarkeit von „über 99%!“

    Die 99% sind doch auf 4 Maschinen bezogen, da inkl. Spare fünf „hingestellt“ werden sprechen wir von >79% Verfügbarkeit. Auch ALT beherrscht Marketing und präsentiert Zahlen die auf den ersten Blick unglaublich erscheinen. Auf dem zweiten Blick relativiert es sich etwas, obwohl auch 79% für die Bundeswehr immer noch ein Traumwert ist.

  • Badger   |   08. Juni 2018 - 11:21

    @EssenER / @Tom

    Hubschrauber und Luftfahrzeuge generell müssen eben auch mal zur Wartung. Von daher ist eine Verfügbarkeit von 99% pro Maschine einfach nicht zu machen. Deshalb ist es wichtig, dass eine passende Ersatzmaschine bereitsteht, falls es mal zu technischen Schwierigkeiten kommen sollte.

    Ich habe da schon mein Vertrauen in ALT. Wenn beim ADAC mal ein Rettungshubschrauber kaputtgeht, wird da auch innerhalb kürzester Zeit eine Ersatzmaschine eingeflogen.

  • Alpha November   |   08. Juni 2018 - 11:57

    Verfügbarkeit von 99% ist ja hier gar nicht auf ein System Hubschrauber bezogen, sondern Verfügbarkeit der gesamten Dienstleistung beim Kunden.
    Umgerechnet heisst das, das die BW an 99% von 365 Tagen im Jahr VIER Hubschrauber voll einsatzbereit erhält. Was die ALT dafür hinten rum alles tut (Ersatzteillager, Spare-Maschine) und wie hoch die wirkliche Verfügbarkeit einer Einzelmaschine ist, spielt dafür doch überhaupt keine Rolle.

  • Aussenstehender   |   08. Juni 2018 - 12:21

    Und wenn es knapp wird, zieht man von einem niedriger priorisierten Kunden eine Maschine ab.
    Wenn ALT Glück hat, gerade wenn gerade Ausfall eh keine Anforderung von der Bw.

  • Dante   |   08. Juni 2018 - 16:33

    OT
    „Zur Erfüllung dieses Auftrages wird die ALT fünf fabrikneue Hubschrauber des Typs EC135 von zwei kommerziellen Luftfahrt-Leasinggebern zweckgebunden anmieten. Vier davon werden täglich in Bückeburg zur Verfügung gestellt, die ersten beiden Hubschrauber ab März und die weiteren ab April. Der fünfte Hubschrauber dient als Reserve im Falle von technischen Defekten und geplanten Inspektionen. Ferner wird die ALT weiteres Personal und Ersatzteile beschaffen, um eine technische Verfügbarkeit von über 99% zu garantieren.“
    Sooo, und nun ersetzen wir das Wort Hubschrauber und EC 135 durch mittleres Transportflugzeug C 295. Nungut die umschulung ist noch nicht dabei. Aber das kommplett sorglos Paket hat ja was.

  • Dante   |   08. Juni 2018 - 16:42

    @ec 135
    Wurde denn nicht mal gesagt dass diese Helis für die grundausbildung eigendlich nicht wirklich geeignet sind wegen kritischen verhalten bei Autorotation im Notfalltraining.
    Und wenn es das fortgschrittenen Programm ist. Womit wird die Grundausbildung geflogen?

  • Ex-Inst   |   08. Juni 2018 - 16:58

    Da bei der BW die Ḿaschinen ja vermutlich eh nur von Mo-Fr 16:00 fliegen (Normaler Ausbildungsbetrieb) müssen die 99% auch nur an 260 Tagen im Jahr erreicht werden.
    ALT kann dann oh wunder Inspektionen die mitten in die nächste Woche gefallen wären
    einfach am Wochenende durchführen ;)

  • Zimdarsen   |   08. Juni 2018 - 17:08

    @Dante

    Mit einer Bell 206 B3. Die Umschulung der Fluglehrer begann am 9. März 2017 in Bückeburg. Am 6. Mai folgte dann die erste 206 B3 in finaler Konfiguration mit neuen Displays und militärischen Funkgeräten. Seit seit 12. Juni 2017 sind sie „Ready for Training“. 

  • Badger   |   08. Juni 2018 - 17:30

    @Dante: Ich habe mal Google bemüht. Man hat wohl mehrere Bell 206 Jet Ranger geleased, seitdem die BO 105 nicht mehr fliegt: http://www.sn-online.de/Schaumburg/Bueckeburg/Bueckeburg-Stadt/Ein-Neuer-am-Bueckeburger-Himmel

  • LehrerHannes   |   08. Juni 2018 - 18:40

    Jetzt warten über 100 Piloten auf ihre Ausbildung bei Tiger und NH-90.

    Deshalb hat man einen Bedarf an so vielen Flugstunden. Dafür reichen die eigenen EC-135 nicht aus. Deshalb so ein Aufwand.

    Man nennt es „Professionalisierung“.

  • Nils Z.   |   08. Juni 2018 - 21:17

    Wie läuft die „Scheinerhaltung“ nach diesem neuen Modell denn personaltechnisch in der Praxis ab? Sind die fliegenden Soldaten, die auf ihre Musterschulung Tiger/NH90 warten, solange nach Bückeburg kommandiert, um dort regelmäßig zu fliegen, bis ein Tiger/NH90 training slot für sie frei wird, oder pendeln sie wochenweise zum Fliegen dort hin und sind ansonsten in ihren Verbänden und dort in allerlei „artfremden“ Verwendungen eingesetzt?

    Wäre es nicht wünschenswert gewesen, ein ähnliches Modell wie die Marine in Nordholz zu fahren, d.h. sich die EC-135 direkt auf den eigenen Hof zu stellen, damit die fraglichen Piloten auch direkt vor Ort im Verband zu trainieren bzw. zu fliegen? Ich könnte mir vorstellen, dass diese Zentralisierung in Bückeburg für das Personal mal wieder suboptimal ist – aber was tut man nicht alles, um fliegen zu können/dürfen.

  • Singleengine   |   09. Juni 2018 - 20:27

    @Nils
    Die Überlegung gab es. Es war Wunsch der Piloten und wohl auch der Kommandeure. Keine Ahnung ob es zu teuer, logistisch nicht möglich oder die Lobby von Bückeburg war.
    Ansonsten ist die ganze Sache vernünftig. Solange auch nur die Piloten fliegen, die irgendwann wirklich ne NH90 oder Tiger Ausbildung bekommen.
    Zu den vielen Kommentaren zum Muster: H135 ist hierfür richtig, weil die Besatzungen aus 135 und nicht 145 geschult sind. Langfristig braucht es aber wieder einen kleinen Multirole-Hubschrauber. Schlau wäre es, die 3 LUH- Rollen mit dem selben Muster zu bestücken um Synergieeffekte zu nutzen. Wäre auch personaltechnisch für die Piloten reizvoll. Da die Luftwaffe bei der SOF Rolle mit H145m vorgelegt haben, sollte jetzt das Heer bei ihren beiden Rollen nachziehen.

  • Magmakammer   |   09. Juni 2018 - 22:05

    OT
    Die Gemeinnützigkeit des „Vereins“ ADAC beindruckt mich immer wieder!
    Genauso, wie der ADAC Bw-Rettungshubschrauber aus ihrem Standort vertrieb.

    [Was genau an der Formulierung oben „von der ADAC-Technik-Tochterfirma beschaffte und in Militärfarben lackierte Helikopter“ haben Sie nicht verstanden? Natürlich kann man zum Verein ADAC sehr unterschiedliche Meinungen haben; über eine kommerzielle Tochter und deren Gemeinnützigkeit zu klagen, ist ziemlich dümmlich, weil die gar nicht gemeinnützig ist. Wir bleiben hier bitte bei den Fakten. T.W.]

  • Badger   |   10. Juni 2018 - 15:34

    @Magnakammer:

    „Genauso, wie der ADAC Bw-Rettungshubschrauber aus ihrem Standort vertrieb.“

    Der ADAC hat die Bundeswehr nicht aus ihren Standorten vertrieben. Vielmehr hat die Bundeswehr sich ab 1998 aus eigenem Antrieb aus der Luftrettung zurückgezogen, weil die Kräfte anderswo gebraucht wurden. Die Standorte wurden an zivile Betreiber abgegeben. Darunter sind der ADAC, die DRF Luftrettung und sogar das Bundesministerium des Innern. In Ulm, Koblenz und Hamburg stellt die BW übrigens weiterhin das medizinische Personal, weil die Hubschrauber am BWK stationiert sind.

    Abgesehen davon sind die von der BW eingesetzten Bell UH-1D mittlerweile komplett veraltet und werden den modernen Ansprüchen, die an Rettungshubschrauber gestellt werden, schon seit Ewigkeiten nicht mehr gerecht. Wie T.W. schon schrieb: Man kann den ADAC ja durchaus kritisieren, sollte aber bei den Fakten bleiben.

    Im Übrigen bin ich in Anbetracht der veralteten Heli-Flotte der Bundeswehr der Ansicht, dass man die Seenotrettung an der Nord- und Ostsee vielleicht mal an einen zivilen Betreiber abgeben sollte. In GB funktioniert das mit der HM Coastguard prima, der Betreiber Bristow operiert moderne Helikopter im Auftrag der Küstenwache. Aber das ist ein anderes Thema.

  • Hubi   |   14. Juni 2018 - 17:57

    Die SAR Bell sind keine Rettungshubschrauber und nicht Bestandteil der öffentlich-rechtlichen Luftrettung.
    Die Betreiber in der öffentlich-rechtlichen Luftrettung sehen in ihren Flotten eine Stärke von 1:1,3 als Ersatz vor.
    Die Bundeswehr betreibt keine originäre Seenotrettung in der Nord- und Ostsee. Sie nimmt zivile ICAO-Aufgaben und eigene militärische Aufgaben wahr und wird im Bedarfsfall zur Unterstützung des eigentlichen Aufgabenträgers DGzRS (MRCC für Seenotfälle) eingesetzt. Seenotfälle sind auf den maritimen Schiffsverkehr beschränkt.
    Der ADAC ist dreigegliedert: Aktiengesellschaft, Stiftung und e.V.
    Die vertraglich aktive Firma ALT gehört zur AG.
    Die Hubschrauber werden durchaus vergleichbar mit den bestehenden zivilen Systemen in Nordholz und Laupheim eigesetzt. In Nordholz z.B. steht die EC135 auch nicht auf dem Hof des MFG 5.
    Die Anmietung der Maschinen ist eine temporäre und schnell umzusetzende Sofortmaßnahme als Überbrückung bis zur ausreichenden Verfügung von NH90 und Tiger.

  • Dude   |   14. Juni 2018 - 19:00

    Dagegen, dass man nicht nur „Bundeswehr intern“ trainiert, ist ja nichts einzuwenden. Das ein solches Vorgehen an Prestige und Attraktivität kratzt steht allerdings auch außer Frage.