ILA 2018: Herr Böing, zwei Partnerländer und fast alle Bw-Hubschrauber

(Zugriffsoperation der Bundeswehr mit Hubschraubern H145M, NH90, CH-53 und Tiger – Foto Markus Winninghoff)

Wilhelm Böing aus Hohenlimburg dürfte den meisten Deutschen kein Begriff sein. Der Westfale wanderte 1868 in die USA aus, und sein Sohn William gründete 1916 ein Unternehmen, das inzwischen im Flugzeugbau unter dem amerikanisierten Nachnamen der Familie weltweit bekannt ist: Boeing.

Die Geschichte des Hohenlimburgers erzählt das US-Unternehmen in diesen Tagen besonders gerne, zum Beispiel auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

Denn der Luft- und Raumfahrtkonzern, der zahlreiche Fluggeräte fürs Militär baut, möchte gerne der Bundeswehr sein weltbekanntes Hubschraubermodell CH-47, bekannt als Chinook mit den typischen zwei Rotoren, verkaufen. Die Botschaft: Boeing ist wieder in Deutschland. Der Mittbewerber, der traditionsreiche Hubschrauberhersteller Sikorsky, bietet im Gegenzug den Sohn des Firmengründers auf, der auch auf der ILA erschien, um für seinen Hubschrauber CH-53K zu werben.

Der Auftritt der beiden konkurrierenden US-Unternehmen auf der Berliner Luftfahrtshow war zwangsläufig: Ihre beiden Helikopter sind die einzigen, die für den neuen schweren Transporthubschrauber infrage kommen, den die Bundeswehr beschaffen will. Für ihren schon Jahrzehnte alten CH-53 in verschiedenen Deutschland-spezifischen Versionen, einst ebenfalls von der Firma Sikorsky konstruiert, ist dringend Ersatz nötig.

Und so standen die beiden konkurrierenden Modelle nicht nur als static display nebeneinander, sondern wurden auch wiederholt in Flugvorführungen gezeigt (Sikorskys CH-53K, ein neues Modell, vom bislang einzigen Kunden U.S. Marine Corps; Boeings CH-47 Chinook interessanterweise von den Briten).

(CH47, l. und CH-53K nebeneinander – Foto Thomas Wiegold)

(CH-53K im Flug – Foto Markus Winninghoff)

(CH-47 der Royal Air Force mit Außenlast im Flug – Foto Markus Winninghoff)

Sind also die US-Konzerne bei diesem Thema gesetzt, fiel die Präsenz aus Nordamerika beim übrigen militärischen Fluggerät so stark auf, dass unwillkürlich die Frage aufkam: Wer war noch mal das Partnerland dieser ILA 2018?

Spoiler: Offiziell Frankreich. Doch während die französische Luftwaffe mit einer Handvoll Maschinen schon im static display weit hinter den USA zurückblieb und im Flugprogramm praktisch nicht in Erscheinung trat, war an Flugzeugen der U.S. Air Force kein Mangel: Ob die Kampfjets F-15, F-16, F-18 Growler, natürlich der neue Superflieger F-35, der Tilt Rotor Osprey, Hubschrauber wie Apache und SeaHawk oder Transporter wie die C-17, so ziemlich alles Bekannte säumte die Ausstellung.

(F-35A der U.S. Air Force – Foto Thomas Wiegold)

Warum die F-35 erstmals nach Deutschland kam, ist offensichtlich: Der Hersteller Lockheed Martin, größter Rüstungskonzern der Welt, hofft auf ein Geschäft mit der Bundeswehr, die ihre inzwischen ebenfalls betagten Tornado-Kampfjets ersetzen will. (Die beiden Maschinen vom Typ F-35A flogen auf der ILA übrigens nicht; mehr dazu unten.) Der scheidende Luftwaffeninspekteur Karl Müllner hatte ja auch schon deutlich gemacht, dass er dieses Modell gerne in seiner Luftflotte hätte.

Doch spätestens an dieser Stelle kommt das eigentliche Partnerland der ILA ins Spiel: Frankreich ist der – politisch – präferierte Partner, wenn es um die künftige Ausstattung der Luftwaffe geht. Auf der Berliner Ausstellung, die ja zu einem großen, wenn nicht sogar überwiegenden Teil die größte Rüstungsmesse in Deutschland ist, flogen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre französische Kollegin Florence Parly nicht nur gemeinsam in einem Airbus A400M gemeinsam (vom Berliner Flughafen Tegel) in Schönefeld ein. Sie unterzeichneten (oder ließen unterzeichnen) gleich mehrere Vereinbarungen für gemeinsame Rüstungsprojekte beider Nationen: Für das Future Combat Air System (FCAS), das multinationale Kampfflugzeug der nächsten Generation ab 2040; ein neues Flugzeug zur Aufklärung über See und zur Bekämpfung von U-Booten (Maritime Airborne Warfare System), die Eurodrohne als gemeinsames Vorhaben zusammen mit Italien und Spanien und das Concept of Operations für den seit knapp zwei Jahren geplanten gemeinsamen deutsch-französischen Verband mit C-130J-Transportflugzeugen (die dann allerdings aus den USA kommen).

(1:1-Modell der Eurodrohne – Foto Thomas Wiegold)

Und schon zuvor war klar geworden, dass der Eurofighter in einer Weiterentwicklung auch der Nachfolger des Tornado werden soll – ebenfalls nicht zuletzt aus politischen Gründen. Das war nicht wirklich eine Überraschung, weil das Verteidigungsministerium das schon vor Monaten schriftlich erklärt hatte. Doch dass von der Leyen das bei ihrer Pressekonferenz auf der ILA bekräftigte, machte die politische Absicht nur noch deutlicher.

Mit anderen Worten: Für die deutsch-französische Zusammenarbeit in der militärischen Luftfahrt war diese ILA von Vereinbarungen und Ankündigungen geprägt. Die US-Unternehmen stellten, ganz pragmatisch, das Fluggerät auf den Hof. Ob das die – letztendlich politischen – Beschaffungsentscheidungen beeinflusst? Wohl eher nicht.

Auch Kawasakis P-1, ein Seefernaufklärer und Flugzeug zur U-Boot-Bekämpfung und mit seiner Präsenz auf der ILA das erste japanische Militärflugzeug in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, wird zwar von Experten als modernes System gelobt. Gekauft wird es von den Europäern wohl kaum.

(Kawasaki P-1 – Foto Thomas Wiegold)

Für die Zuschauer (am Freitag, bislang immer einer der Fachbesuchertage der ILA und in diesem Jahr erstmals für Schulklassen geöffnet) dürften diese Überlegungen zur Beschaffung für die deutschen Streitkräfte keine Rolle gespielt haben. Die nahmen eher die Bundeswehr als größten Aussteller der Luftfahrtschau war – zumal das Flugprogramm von militärischem Gerät dominiert war.

Dafür boten Heer und Luftwaffe vermutlich einen überwiegenden Teil ihrer einsatzklaren Systeme auf. Vor allem bei den Hubschraubern. Bei den neuen Helikoptern der Spezialkräfte, den SOF LUH vom Typ Airbus Helicopters H145M, dürfte das noch am einfachsten gewesen sein: Diese modernen Maschinen haben praktisch keine Klarstandsprobleme. Doch die diversen NH90 und Tiger, erst recht die betagten CH-53 dürften die Anzahl flugtauglichen Geräts an den Bundeswehrstandorten im Inland drastisch reduziert haben. Und wer mit den Crews aus den Heimatverbänden dieser Maschinen sprach, bekam schon eine Ahnung davon, was diese ILA-Schau an Personal- und Materialaufwand bedeutet.

(H145M der Spezialkräfte – Foto Markus Winninghoff)

Und hier noch die versprochene Geschichte, warum – angeblich – die F-35 nicht flogen: Ein auf der ILA umgehendes Gerücht besagte, daran sei das neue passive TwInvis-Radar der deutschen Firma Hensoldt Schuld. Das neue System nutzt, laienhaft gesagt, die Funkwellen von Radio- und Fernsehsendern, um mit deren Reflektion Luftfahrzeuge zu erfassen – ohne ein eigenes Signal auszusenden. Und diesem System, das ja auch in der Fachpresse für die ILA angekündigt war, hätten sich die modernen Jets nicht aussetzen wollen, weil die quasi-Unsichtbarkeit für Radar eine ihrer beworbenen Eigenschaften ist.

Ob das stimmt und ob das neue Radarsystem die F-35 tatsächlich problemlos erfassen kann, habe ich auch bei einem Besuch an Hensoldts TwInvis-Demonstrationsstand nicht rausfinden können. Wäre schon interessant, das zu wissen – vielleicht erfährt man das ja doch noch in absehbarer Zeit.

32 Kommentare zu „ILA 2018: Herr Böing, zwei Partnerländer und fast alle Bw-Hubschrauber“

  • Serious   |   28. April 2018 - 1:27

    Interessanter Input zum neuen Passiv-Radarsystem von Hensoldt, danke dafür!

    Noch eine blöde Frage zum Tornado-Nachfolger: Die Dassault Rafale ist keine Option für die Luftwaffe?

  • Bundeswehrunterstützer   |   28. April 2018 - 8:49

    Kann hier jemand bestätigen, dass ein H145M der Bundeswehr während der Flugvorführung links und rechts mit einem 6er Raketen-Pod bewaffnet war?

  • L0WE   |   28. April 2018 - 11:11

    Ja bei einem Display war ein solcher H145M zu sehen jedoch war der von Airbus und nicht von der Luftwaffe.

  • Micha   |   28. April 2018 - 12:21

    Die Growler war ebenfalls vor Ort. Wollte Deutschland nicht einige Exemplare für die NATO beschaffen? In den Niederlanden stationiert!? Hatte General Müllner nicht so etwas gesagt? Und wenn wirklich die Growler gekauft würde (für die NATO), wäre sie dann nicht auch die logische Wahl für die Nachfolge des Tornados?

    Wobei ich selbst nicht daran glaube.

  • Pmichael   |   28. April 2018 - 12:39

    Industriepolisch, vor allem im Hinblick auf den Next-Gen Fighter, wäre der Eurofighter immernoch die einzige sinvolle Wahl für die Luftwaffe.

  • Alexander F.   |   28. April 2018 - 13:23

    @Bundeswehrunterstützer:

    Bei den fliegenden Maschinen bin ich mir nicht sicher, ich habe meine Fotos noch nicht auswerten können. Aber einer der ausgestellten Maschinen am Boden hatte definitiv einen Raketenpod an einer Seite.

  • Georg   |   28. April 2018 - 13:40

    @ Micha

    Die F18 Growler soll laut Wunsch Lw-Führung der Nachfolger für die ECR-Tornados werden. Deutschland hat wohl die Fähigkeit „Suppression of Enemy Air Defence“ (SEAD) der Nato für Mitte des nächsten Jahrzehnts zu gesagt. Da reden wir aber über eine begrenzte Stückzahl von maximal 20 Maschinen, die dann wohl in Jagel stationiert werden würden (oder man will Jagel irgendwann aufgeben, ansonsten braucht man dort ein Nachfolgewaffensystem).

  • Christian S.   |   28. April 2018 - 13:52

    @Serious: das wäre es ja noch – die Franzosen scheren aus dem Eurofighter-Projekt aus, um mit der Rafale ihr eigenes Süppchen zu kochen, und wir beschaffen sie dann als Nachfolger für den Tornado :-D. Das wäre dann wohl selbst für die Bundeswehr zu viel Realsatire.

  • Fussgaenger   |   28. April 2018 - 15:44

    Ich fand ja am Donnerstag interessant, wie fast schon inspirationslos die Präsentation, besonders das Inflight-Display, des Chinook anmutete, während die CH-53K mit ner Menge Show sowohl am Boden als auch in der Luft gepuscht wurde.

    Haben das andere Besucher ebenso wahrgenommen?

  • Klauspeterkaikowsky   |   28. April 2018 - 16:11

    Deutschland und Frankreich fliegen das neue Transportflugzeug A400M, gemeinsam bilden sie ihre Crews aus. Und sie schicken ihre Piloten in das jeweils andere Land. (Was sicher nicht heißt, gemischte Besatzungen, oder?)

    Früher flogen beide die C-160 Transall, heute den A400M – Major Carsten G. und Major Matthieu K.
    Eigentlich weiß Major Carsten G. gar nicht, wie das so ist, einen A400M in Deutschland zu fliegen – dabei hat er schon über 1.000 Flugstunden auf dem neuen Transportflugzeug der Luftwaffe absolviert. Der Grund: Der 39-Jährige zog erst vor drei Wochen nach einem vierjährigen Piloten-Austauschprogramm von Orléans an der Loire in Frankreich ins niedersächsische Wunstorf um.
    Quelle: Bundeswehr.de/portal

  • Georg   |   28. April 2018 - 17:47

    @ KPK

    Gemischte Besatzung heißt ein deutscher Pilot mit einer restlichen französischen Besatzung. Das ist das Wesen des Austauschprogrammes.

  • KaSiMir   |   28. April 2018 - 18:48

    @Fussgaenger

    Ich war nicht da, ich musste schlicht arbeiten. Nur wenn ich ich diese Beschreibung nehme, ist es normales Marketing. CH-47 etabliertes Produkt und wird als als Arbeitstier platziert. Die CH-57K als neues, hippes Produkt.

    CH-47 vs. CH-57K es wird ein gutes Produkt eingeführt werden. Welches davon nun das Rennen macht, wird dadurch entschieden, welches mehr Arbeitsanteile für Deutschland bringt. Nicht die Stückzahl und besonders nicht in einer Argumentation einer Materialschlacht.
    Dann kommen die mittelfristigen Kosten der Modernisierung nach 20 Jahren. Diese in Gegenrechnung von Arbeitsanteilen…

  • ZULU313   |   28. April 2018 - 19:11

    Wie auch immer man es für sinnvoll erachten kann einen weiterentwickelten Eurofighter zu beschaffen um dann wieder einmal wie bei jedem anderen Lfz der technischen Entwicklung hinterher zu laufen. Allein wenn mann einmal betrachtet wie lange Deutschland gebraucht hat eine Präzisionsbombe für den Eurofighter zu Qualifizieren. Industriepolitisch mag es sinnvoll für deutsche/europäische Unternehmen sein, für das Leben der Soldaten welche jetzt Luftfahrzeuge zur Luftnahunterstützung benötigen wäre eine Beschaffung vorhandener, einsatzerprobter und funktionierender Waffensysteme zielführender. Und bis zu einer Ablösung des Tornado 2025 denke ich haben die Amerikaner die F35 zu genau solch einem entwickelt.

  • Pmichael   |   28. April 2018 - 21:41

    @ZULU

    Die Amerikanischen Modelle haben nichteinaml die Zertifizierung für die verschiedenen Waffentypen der Luftwaffe wie Taurus oder Meteor – alles Fähigheiten die bereits für den Eurofighter eingeplant sind. Es ist ziemlich illusorisch zu glauben man könne sich einfach F-18s besorgen und die Tornados nahtlos ersetzen.

  • ZULU313   |   28. April 2018 - 23:52

    Also diese in die F35 zu integrieren sollte das geringste Problem sein. Der Zugewinn allerdings durch die verfügbaren Waffen die dann ohne Aufwand hinzu gekauft werden können, würde die Luftwaffe endlich in die Gegenwart befördern jedenfalls was das Thema Kampf angeht und Unterstützung von Bodentruppen.
    Meteor und Taurus sind ja bereits in die F18 integriert also auch hier gar kein Problem.
    Aber alles darüber diskutieren wird nichts ändern denn es soll am Ende nicht um einsatzbereite deutsche Luft/Streitkräfte gehen sondern nur um eine florierende Deutsche/Europäische Wirtschaft, selbst in Bereichen wo der Anschluss an die internationale Konkurrenz längst verloren gegangen ist oder seit ww2 noch nie einer vorhanden war.

  • SvD   |   29. April 2018 - 1:10

    Sollte der Eurofighter endlich mal Waffen und CFTs bekommen, wäre er als Jabo zu gebrauchen. Das versaut einem auch den Export.

    Dem Taurus sollten die Gleitbomben HOPE/HOSBO zur Seite stehen. Was ist passiert? Die Union, der Sparwahn und die krude Neuausrichtung hin zur internationalen Hilfspolizeitruppe.
    Ob man das Projekt wieder anfahren könnte ist ne gute Frage, erste Tests gab es vor 10 Jahren ja schon, am Tornado.

    Eurofighter bzw. die Partnerländer haben ja auf die Einrüstung der AGM-154 JSOW verzichtet…

    Die Brimstone ist schon mal ein Puzzleteil um das man sich keine großen Sorgen machen muss. Der Gefechtskopf ist immerhin deutscher Arbeitsanteil.

    Aber nur Lasergelenkte Bomben geht halt gar nicht. Diese Bomben kann man bei Luftüberlegenheit einsetzen. Der Wirkbereich vor dem Jabo ist gering, der Laser muss halt aufs Ziel gerichtet sein und der Jabo schön exponiert hinterher fliegen. Um 3. Weltländer in die Demokratie zu bomben reicht es gerade noch.

    „Storm Shadow, Taurus, Small Diameter Bombs, Brimstone, Anti-Shipping Missiles are just some of the upgrades planned.“ Eurofighter GmbH

    Die Boeing SDB wäre ein Segen, Die Niederlande und Italien haben schon welche. Italien hat seine in Lizenz gefertigt. Nutzer wäre neben der Luftwaffe auch potenziell das Heer, mit der Raketenartillerie. Die SDB ist dabei eher fracht als Gefechtskopf.

    „Anti-Shipping Missile“ klingt nach einer Kriegserklärung gegenüber Versand- und Logistikunternehmen… Italien will die Marte-ER fertig einrüsten.
    Kongsberg möchte die JSM (Luft-See-Variante der NSM) einrüsten lassen.
    Letztere wäre für uns interessant, da die NSM ja für die Marine kommt, nachdem wir sie quasi neugebaut haben…

    GB will die MBDA SPEAR (quasi ne Brimstone mit Flügeln und Turbojet Triebwerk) fertig entwickeln und einrüsten.

    Da wir JDAMs haben, wären JDAM und JDAM-ER (mit Flügelsatz) ja nicht verkehrt. Das der Eurofighter unter den 15 oder 20 Kampfflugzeugen, in die die JDAM eingerüstet wurde fehlt, ist sowas von dämlich.

    Für SEAD wäre die AGM-88 HARM und der ADM-160C MALD-J wichtig, von beiden weit und breit keine Spur. ADM-160 hat nur einen fit check am EF hinter sich. Von der AGM-88 hat Eurofighter schon vor 7 Jahren geredet…
    „The Eurofighter consortium is taking steps to prepare integration of the AGM-88 High-Speed Anti-Radiation (Harm) missile on the Typhoon fighter.“

    Und um richtig SEAD zu leisten, wären Antennen/Sensoren und ein Jammerpod nötig.
    Das wird nicht so schnell gehen.

    Recce kann der Jabo mitmachen, dafür braucht es keine spezielle Version mehr.

    Bei der nuklearen Teilhabe wird man sehen müssen. EF erwartet da ja keine Probleme.

    @Pmichael

    „Die Amerikanischen Modelle haben nichteinaml die Zertifizierung für die verschiedenen Waffentypen der Luftwaffe wie Taurus oder Meteor“

    Also Boeing kennt den Taurus und hat ihn eingerüstet an F-18 Hornet (Spanien) und F-15K (Korea).
    Boeing ist/war US Partner für die Meteor. Die Meteor ist noch nicht mal im Eurofighter eingerüstet, das läuft noch! Iris-T ist basiskompatibel mit Sidewinder, zumindest IOC, bis alles voll umgesetzt ist, wäre möglich.

    Die F-18G bringt dafür ein SEAD Paket mit, inkl AGM-88 und ADM-160.

  • Loki   |   29. April 2018 - 8:47

    @ZULU – auch auf den deutschen F35 muss jede Fähigkeit neu zertifiziert werden was bei den teils klassifizierten Dokumentationen eine ziemliche Herausforderung sein wird. Somit ist die Zeitersparnis nur theoretisch.

  • Reservist   |   29. April 2018 - 9:28

    In den Medien kursieren momentan diverse BW-Artikel zu Haushaltsdebatten/ Entwicklung des Verteidigungshaushaltes.
    Dabei ist die Rede von einer „Kündigungswelle“ von EF-Piloten, was ist da dran und was hat das zu bedeuten?

    [Wurde hier schon mal angesprochen – es gibt, je nach Quelle, bislang sechs bis acht EF-Piloten, die aus verschiedenen Gründen gekündigt haben. Die Klarstandsrate und die Zahl der verfügbaren Flugstunden dürfte dabei allerdings auch eine Rolle gespielt haben. T.W.]

  • Wühlmaus   |   29. April 2018 - 16:16

    Welchen Sinn macht eigentlich ein Tornado? Bei den Konflikten der letzten 20 Jahre wäre doch statt eines taktischen Atomwaffenträgers ein Nahkampfunterstützungsflieger wie der Thunderbolt 2 oder gar ein Alpha Jet besser geeignet gewesen, oder?

  • KaSiMir   |   29. April 2018 - 20:47

    @Wühlmaus

    Nein

    Die Thunderbolt hat ihr Revier in einem noch nicht komplett gesicherten Luftraum. Schnell eindringen, an der Linie alles niedermetzeln was in Reihe steht und schnell wieder raus.

    Kampfhelikopter verursachen weniger Kollateralschaden, durch ihre präziseren Waffen. Ein JaBo übernimmt dann mit Taurus etc. die Arbeit zur Bombardierung von Waffenfabriken.

  • SvD   |   29. April 2018 - 22:37

    Wühlmaus spricht von den Konflikten der letzen 20 Jahre oder auch Auslandseinsätzen.

    Die A-10 hat die niedrigste Rate an Kollateralschäden und höchste Waffenpräzision in der US Air Force. Das läuft nach dem Motto, in der Ruhe liegt die Kraft. Darüber hinaus ist sie auch noch die günstigste und zuverlässigste Plattform. Und das obwohl man seit Einführung versucht sie los zu werden und zu sabotieren. Die Folgen der Urankernmunition der Bordwaffe sind ein anderes Thema.

    Die Tanks der A-10 sind aber für längere Einsätze zu klein und den Zusatztank benutzt man eigentlich nur für Überführungsflüge. 24/7 Tanker in der Luft zu haben ist ein teurer Luxus.

    Den Heeresfliegern ein paar A-29 Super Tucano zu spendieren wäre nicht verkehrt. Diese Einsätze sind halt Realität geworden. Einen Jagdbomber brauchen wir dennoch.

    Und ja, der Alphajet wäre nicht verkehrt, aber mittlerweile wäre er auch schon etwas altersschwach.

  • klabautermann   |   30. April 2018 - 0:09

    Mal ganz „naiv“ gefragt: kann sich hier ernsthaft jemand vorstellen, dass man für die CH53 und die Tornado-Nachfolge jeweils eine US Lösung durch die parlamentarische Bewilligung für diese Großprojekte bekommt ? Also ich kann mir das nicht vorstellen.
    Vorstellbar ist mangels europäischer Alternative allenfalls eine US Hubschrauberlösung, wodurch allerdings US F-xyz-Tornadonachfolge letztendlich noch unwahrscheinlicher wird.
    Auch das Problem Modernisierung der nuklearen Teilhabe wird daran imho kaum etwas ändern.

  • Elahan   |   30. April 2018 - 9:03

    @KaSiMir

    Nein, der Taurus ist nicht zur Bombardierung gedacht, sondern zur punktuellen Zerstörung von Hochwertzielen (zB verbunkerte Kommandozentralen), er ist mehr Lenkflugkörper mit Hohlladung als Bombe. Für Fabriken gibt es Eisenbomben.

  • Elahan   |   30. April 2018 - 9:32

    @Wühlmaus

    „Welchen Sinn macht eigentlich ein Tornado?“

    Es gibt wenige Kampfflugzeuge welche für so wenig Kosten pro Flugstunde ein ähnliches Aufgabenspektrum abliefern. Es ist das schweizer Messer der Luftstreitkräfte in Europa.
    Wenige Luftfahrzeuge können eine vergleichbare Bombenlast mit billig Bomben punktgenau
    absetzen. Da er STOL Fähigkeiten besitzt ist er in Europa eine optimale Waffe zur Abschreckung, da zweitschlagfähig.

    “ Bei den Konflikten der letzten 20 Jahre wäre doch statt eines taktischen Atomwaffenträgers ein Nahkampfunterstützungsflieger wie der Thunderbolt 2 oder gar ein Alpha Jet besser geeignet gewesen, oder?“

    Deshalb setzten die Briten, Italiener und Deutschland Tornados ein?
    Haben wir Alpha Jet?
    Man kann eben nicht für jeden Zweck eine Mannschaft ausbilden, fit halten und ausrüsten.
    Man nimmt das, was im Rahmen des Hauptauftrages beschafft wurde und das ist gut so.

    Wenn der EF die Fähigkeit des Tornados, mit kleinen Abstrichen, erreicht wird man die Tornados durch ihn ersetzen. Personal für weitere Muster ist nicht vorhanden uns fehlen schon jetzt genug.

  • markus d.Ä.   |   30. April 2018 - 11:10

    die ganz oben gezeigte formation überflog gestern nachmittag auch sperenberg (paar drölfzig km südlich des ILA Geländes). warum der schlenker soweit raus ins brandenburgische?

  • Dante   |   30. April 2018 - 13:06

    @ All
    gibt es denn eigentlich eine Terminierung wann wenigstens die Hubschrauberfrage ch47 vs ch 53K einigermaßen überhaupt mal angegangen wird? Die ch 53 leute auf der Ila sind nicht wirklich glücklich über die momentane Situation.
    Beim NH 90 scheint sich hingegen eine gewisse Stabilisierung eingefunden zu haben.

  • Wühlmaus   |   30. April 2018 - 19:22

    @Elahan

    Der Tornado ist ein Flieger, der Anfang der 70er mitten im Kalten Krieg geplant wurde. Und war in der damaligen Zeit eine Topmaschine und hat mit Sicherheit immer noch heute seine Berechtigung.

    Wenn man heute einen Nachfolger plant, sollte man doch die wahrscheinlichsten Einsatzbereiche der nächsten 20 Jahre in den Vordergrund stellen. Ist es weiterhin ein tiefes Eindringen in den russischen Raum? Oder braucht man eher einen einfach zu wartenden Flieger mit langer Standzeit, der unsere Truppen direkt und punktuell unterstützen kann und der ohne großen logistischen Aufwand auch in Mali oder Afghanistan operieren könnte. Von dem wir auch gerne mehr als ein oder zwei gleichzeitig in die Luft bringen sollten.

    Dass der Alpha Jet nicht mehr zeitgemäß ist war mir bewusst. Es ging mir auch eher um die Einfachkeit des Designs gegenüber einer F-35 zu stellen.

  • KaSiMir   |   30. April 2018 - 20:17

    @Elahan
    @Wühlmaus

    Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, das tiefes Eindringen in den gegnerischen Luftraum durch Marschflugkörper erfolgt.
    Dies zeigte nun grade der aktuelle Schlag in Syrien.
    Eine Thunderbolt (mit ihren Eisenbomben), wäre dazu nicht in der Lage gewesen, jedoch ein Tornado mit Taurus oder dem verwandten StormShadow (simple Marschflugkörper).

    Die Thunderbolt hat sich einfach überholt. Kampfhubschrauber steuern bereits Drohnen (Apache)…
    Die Thunderbolt ist robust und schnell, sie arbeitet in dem Zwischenbereich (nun Bereich von Drohnen geführt von Kampfhelikopter) von Jabo und Apache/Tiger, jedoch mit deutlich weniger Präzision.

    Das sind auch die nächsten 20 Jahre, es sei denn man plant wieder mit einer Massenschlacht gegen Russland. Dann braucht man wieder einen StuKa.

    Der Tornado (als Muster) ist dann obsolet, wenn es einfach zu kompliziert wird, die neuen Technologien zu integrieren.

  • Dude   |   01. Mai 2018 - 14:44

    @ Markus d.A.

    Vielleicht weil sie auf dem Weg zurück nach Holzdorf waren. Da liegt Sperenberg dann quasi direkt auf dem Weg. War bestimmt Zufall, dass sie eine kleine Privatvorführung sämtlicher noch fliegenden Hubschrauber der BW bekommen haben.

  • SvD   |   02. Mai 2018 - 12:25

    @Wühlmaus

    Ihr Ansatz ist Grund falsch. Nur weil wir Auslandseinsätze fahren, dürfen wir nicht alles danach ausrichten.
    Es gibt leichte Erdkampfflugzeuge für die Auslandseinsätze, die kann man kaufen. Dafür den neuen Kampfjet zu verstümmeln wäre arg kurzsichtig.

    Italien hat sich mal den AMX gegönnt, einen Unterschallbomber, der über dem Alphajet aber deutlich unter einer F-16 angesiedelt wurde.
    In der Alphajet klasse gibt es andere Trainer die auch in Angriffsvarianten angeboten werden.

    Man kann und muss einen High-Low-Mix fahren, bei dem man für Auslandseinsätze auch mal billiges Material für einfache Anforderungen beschafft.
    Es macht einen Unterschied ob man 2.000 oder 60.000 € pro Flugstunde zahlt.
    Und wenn man für 60.000 € nur 1 Stunde TOS hat aber die billige Schüssel 3 – 6 Stunden auf Station bleiben kann, wird der Unterschied noch deutlicher.

    @KaSiMir

    Hören Sie doch bitte auf Märchen über die A-10 zu erzählen. Paveway und JDAM sind keine ollen Eisenbomben die man nur nach den Regeln der Schwerkraft einsetzen kann. Die AGM-65 Maverick wird auch nicht nach Augenmaß verschossen. Wo ist da der Mangel an Präzision? Der Eurofighter kann keine JDAMs nutzen. Peinlich, wo die A-10 schon ewig kein Upgrade mehr gesehen hat.

    Ich sagte bereits, die A-10 hat die wenigsten Kollateralschäden zu verantworten und die höchste Präzision im Einsatz.
    Deshalb regt man sich in den USA darüber auf das die USAF die Maschinen loswerden will.

    Das tiefe Eindringen in feindlichen Luftraum war nie Sinn und Zweck der A-10. Es handelt sich um ein Erdkampfflugzeug.

  • Milliway   |   04. Mai 2018 - 17:32

    Beitrag ist als Ergänzung zu der Moment Aufnahme von Thomas Wiegold zusehen

    Mein ILA Besuch war hingegen Bittersweet

    Bitter,
    weil die CH-53K bereits die ILA verlassen musste!

    Auf Nachfrage bei Lockheed Martin wurde mir auf Englisch Erklärt:

    „Das sich Lockheed Martin dem ILA Auftritt auch anderes Vorgestellt hat.
    Die CH-53K musste vorzeitig die ILA verlassen weil das Germany Gouvernements keine Landung am Samstag oder Sontag am Standort Schönewalde/Holzdorf erlauben wollte.“

    Das sehr mickrige Passiv-Radar „TwInvis“ von Hensoldt hat mit Sicherheit keinen Einfluss auf das Flugprogram gehabt, da es technisch einen alten Hut darstellt.

    Vielmehr wird die F-35A keine Freigabe für ein Display auf der ILA bekommen haben.
    Bislang haben alle hochkarätigen Alternativen zu Airbus Produkten keine Freigaben für die ILA bekommen.
    Ein weiterer Stolperstein ist, dass auf der ILA das eingeübte Display nicht geflogen werden darf.
    Es muss vielmehr ein ILA Display Programm einstudiert werden, was letztendlich dazu geführt hat das auch die Patrouille de France Zuhause geblieben ist.
    Das gleich gilt für das Rafale Solo Display Team das gerne für uns geflogen wäre.

    Es gab eine Chaotische Einlasskontrolle, zum Teil unnötig aufgestellte Gatter / Absperrungen, die teilweise auch Fluchtwege versperrt haben. In Freigelände gab es eine schlechte Raumaufteilung gepaart mit einem konfusen Ablaufplan für das Flugprogramm.

    Positiv (Süß) war eine problemlose An und Abfahrt zum / von Messegelände.
    Erste persönliche Sichtung der japanischen P-1 an Boden und in der Luft und das Einsammeln von ein paar neuen mks.