Weihnachts-Low ops (und ein bisschen Lesestoff)

Jetzt wird es aber höchste Zeit, die low ops über die Weihnachtstage zu beginnen. Hier wird es wie überall jetzt hoffentlich ein bisschen ruhiger – verbunden mit dem Wunsch, dass in den nächsten Tagen nichts passiert, was uns aus sicherheitspolitischer Sicht oder an unvorhergesehenen Ereignissen aufschreckt.

Allen Leserinnen und Lesern von Augen geradeaus! wünsche ich entspannte, frohe Feiertage. Und allen in den Einsätzen weltweit ruhige und friedliche Weihnachten!

Ein bisschen Lesestoff möchte ich dennoch für die ruhige Zeit zwischendurch empfehlen – auch wenn es nicht unbedingt weihnachtlich ist: • Der ADLAS, das Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik, hat vor wenigen Tagen seine neue Ausgabe mit dem Schwerpunkt Deutschlands Rolle in der Welt herausgebracht. Durchaus lesenswert.

• Der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Karl-Heinz Kamp, hat sich mit der Nuklearstrategie der NATO im Lichte des gewandelten Verhältnisses der Allianz zu Russland beschäftigt. Im Fachaufsatz Eine nukleare Neuausrichtung der NATO plädiert er für eine veränderte Strategie:

Die nukleare Frage ist zurück auf der NATO-Tagesordnung, seit Moskau den eigenen Machtanspruch wieder mit militärischer Gewalt und Drohungen gegen die Nachbarn untermauert. (…) Das Festhalten der NATO an der [NATO-Russland-]Grundakte und an den „Three No’s“ bei der Nuklearstationierung (oder der dauerhaften Stationierung von konventionellen Streitkräften in Osteuropa) sind also Zugeständnisse, die das Militärbündnis in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage im Verhältnis zu Russland macht. Tritt diese Verbesserung nicht ein, ist eine Verlagerung von Stationierungsorten nicht auszuschließen. (…) Weitere verschärfende Statements sind denkbar, je nachdem wie sich die russischen Drohgebärden weiterentwickeln. Zum einen könnte die NATO die oben erwähnte Konditionalität der derzeitigen Stationierungsorte US-amerikanischer Kernwaffen in Europa offiziell erklären und feststellen, dass die Aufrechterhaltung der drei „Neins“ von dem Fortgang russischer Politik abhängig ist. Auch könnte die NATO die russischen Nukleardrohungen der vergangenen beiden Jahre thematisieren und in einem der nächsten Kommuniqués erklären, dass der extensive Gebrauch nuklearer Rhetorik – wie etwa im Fall der Drohung von Nuklearschlägen gegen Dänemark – den Charakter der Beziehungen fundamental verändere.

(Foto: Weihnachtsbaum in der Dining Facility, der Truppenküche im Camp Marmal in Nordafghanistan im Dezember 2017 – Bundeswehr/Jane Schmidt)

 

Blogthings · 12:20h ·  

42 Kommentare zu „Weihnachts-Low ops (und ein bisschen Lesestoff)“

  • werferfehler   |   22. Dezember 2017 - 14:14

    Ihnen auch ein frohes und friedliches Weihnachtsfest,

    Werferfehler

  • Teute   |   22. Dezember 2017 - 14:28

    Die aktuelle Haltung der NATO wie auch die einzelner Staaten gegenüber Russland ist m.E. von einer Defensivität geprägt, die einen – und ich nenne ihn ganz bewusst so – Agressor und Hassardeur wie Vladmimir Putin eher noch ermutigt seine Strategie fortzuführen. Die Deeskalationsstrategie der NATO wird als Schwäche empfunden, ebenso wie das Verhältnis der (Trump)-USA zur EU.

    De facto kann die NATO Russland in Europa konventionell nichts entgegensetzen. Demzufolge blieben unter den gegebenen Umständen bei einer Besetzung des Baltikums 2 Optionen. Diese hinzunehmen und damit der Welt signalisieren, dass die NATO Artikel 5 des NATO-Vertrages von der relativen Bedeutung eines Staates abhängig macht, was de facto dem politischen Selbstmord und dem Ende der Allianz gleichkommen würde.

    Oder aber Rusland mit einem massiven atomaren Gegenschlag drohen, der die Welt im Falle eines Angriffes unweigerlich in einen dritten Weltkrieg stürzen würde, für den Russland vor der Geschichte, oder was dann von ihr noch übrig ist, für alle Zeiten als Verantwortlichen für die Vernichtung der Zivilisation wie wir sie kennen brandmarkt.

    Die letzte Möglichkeit wäre, dass die NATO-Staaten, insbesondere Deutschland, aus der Übung Zapad 2017 die Konsequenzen ziehen, die Wehrpflicht wiedereinführen, aufrüsten und Russland deutlich machen, dass man sich ihm konventionell auf Augenhöhe stellen wird.

    Die Besetzung des Baltikums in einem konventionellen Krieg wäre dann nur eine Episode von kurzer Dauer, weil das Kriegsziel der NATO nicht nur die Befreiung des Baltikums wäre, sondern – analog zur Politik der Alliierten im WK2 – ein Eroberungskrieg der Russen einen umfassenden Angriff der NATO auf russisches Territorium zur Folge hätte an dessen Ende nur die Kapitulation Russlands stehen könnte.

    In jedem Fall muss Russland klar gemacht werden, dass die Weltgemeinschaft im 21. Jahrhundert einen Eroberungskrieg keinesfalls tolerieren wird und im Falle eines solchen das Land mit in seiner Historie nie dagewesenen Konsequenzen konfrontiert werden würde, bis hin zum Ende des Staates Russland in seiner heutigen Form.

  • MikeMolto   |   22. Dezember 2017 - 17:04

    @ Teute | 22. Dezember 2017 – 14:28
    „In jedem Fall muss Russland klar gemacht werden, dass die Weltgemeinschaft im 21. Jahrhundert einen Eroberungskrieg keinesfalls tolerieren wird und im Falle eines solchen das Land mit in seiner Historie nie dagewesenen Konsequenzen konfrontiert werden würde, bis hin zum Ende des Staates Russland in seiner heutigen Form.“

    Wie war das nochmal mit dem US-britischen Krieg gegen den Iraq? Das war doch auch 21.c?
    Wer von der Weltgemeinschaft hat da was toleriert oder nicht?

    Im Uebrigen: T.W. und allen Lesern ein friedliches Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2018!

  • RB   |   22. Dezember 2017 - 17:21

    Ihnen auch frohe Festtage und ein guten Rutsch in das neue Jahr.
    Vielen Dank für Ihre Arbeit.
    Grüße
    RB

  • snowparrot   |   23. Dezember 2017 - 0:03

    @MikeMotto

    „Wie war das nochmal mit dem US-britischen Krieg gegen den Iraq? Das war doch auch 21.c?
    Wer von der Weltgemeinschaft hat da was toleriert oder nicht? “

    Meines Erachtens hat die USA weder dejure noch defacto Gebiete des Iraks annektiert. Putin dagegen schon.

    Sonst allen ein schönes Weihnachtsfest.

  • Sachlicher   |   23. Dezember 2017 - 8:19

    Sehr geehrter Herr Wiegold,
    ich wünsche Ihnen gesegnete und fröhliche Weihnachten sowie erholsame Tage im Kreise der Familie und Freunde.

    Ihren Lesern wünsche ich ebenfalls ein frohes Fest.

  • TomTom   |   23. Dezember 2017 - 9:25

    Herr Wiegold,

    Ich wünsche Ihnen ein ruhiges Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!
    Vielen Dank für Ihre Arbeit.

  • MikeMolto   |   23. Dezember 2017 - 10:06

    @ snowparrot | 23. Dezember 2017 – 0:03

    Sie haben recht, nicht annektiert, dafuer mit einem Krieg den gesamten Mittleren Osten destabilisiert.
    Das sollte von der ‚Weltgemeinschaft‘ toleriert werden?

  • closius   |   23. Dezember 2017 - 11:22

    Sehr geehrter Herr Wiegold,

    ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und ruhiges Weihnachtsfest! Erholen Sie sich gut von AG.

    Und ich schließe mich TomTom an, viele Dank für Ihre viele Arbeit hier!

  • Thomas Melber   |   23. Dezember 2017 - 11:25

    @Teute
    Wir sollten nicht vergessen, dann auch BLR bei Planungen mit zu berücksichtigen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   23. Dezember 2017 - 12:43

    Frohe Weihnachten und kommen Sie alle gut ins neue Jahr.
    Defensie, vrolijk kerstfeest en een goede start van het nieuwe jaar.

  • Rote Litze   |   23. Dezember 2017 - 15:55

    Danke TW, und vor allem: Danke liebe Kameraden im Einsatz – passt auf Euch auf und kommt gesund nach Haus!
    Frohes Fest Allen!
    https://youtu.be/h1sFAc3kj7k

  • Blackbox   |   23. Dezember 2017 - 16:08

    Frischer Stoff:

    Bundeswehr bucht Flugstunden in ADAC-Hubschraubern
    Wegen des desolaten Zustands der eigenen Flotte trainieren Bundeswehrpiloten bald auch in ADAC-Hubschraubern. Der Automobilclub soll dafür 21 Millionen Euro erhalten.

    und ein Glück das unsere Armada erstmal „an der Kette“ liegt:

    Stoltenberg besorgt : Russische U-Boote kommen der Nato immer näher

    Fröhliche Weihnachten !

    [Die ADAC-Story stammt vom Spiegel und kann hier verlinkt werden:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-laesst-piloten-beim-adac-trainieren-a-1184693.html

    T.W.]

  • Elitegaertner3   |   23. Dezember 2017 - 17:16

    @ T.W. ich wünsche Ihnen und allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2018 ohne Wiegold Effekt ;-)

  • T.Wiegold   |   23. Dezember 2017 - 18:07

    Und das will ich auch den Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten: Die britische Version von NORAD tracks Santa, mit der nötigen Mischung aus Humor und Understatement…

    HMS Queen Elizabeth to urgently sail to Arctic Circle in coming days to support air transport mission

  • moth   |   23. Dezember 2017 - 19:15

    Ihnen allen schöne und besinnliche Weihnachten.

    Ein ruhiger Gedanke an unsere Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

  • DR1948   |   23. Dezember 2017 - 19:20

    Frohe Festtage und eine schöne Zeit mit euren Lieben!

    Vielen Dank für professionelle Berichterstatung in 2017.

    Den üblichen Verdächtigen hier, welche diesen anlog mit lebhaften Diskussionen überziehen ebenso vielen Dank!

    Und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  • oliver   |   24. Dezember 2017 - 10:02

    @blackbox: Da schafft es ein ADAC seine EC135 im Klarstand zu halten, und auch noch Rettungseinsätze (EINSÄTZE) zu fliegen, und danach hat der noch Flugstunden übrig.
    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Wenn das nicht das endgültige Armutszeugnis für die BW ist, dann weiss ich nichts mehr.
    Gruß und schöne Feiertage.
    Oliver

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. Dezember 2017 - 10:41

    Los geht’s, auch mit uranaloger Mechanik
    https://twitter.com/twitter/statuses/944865175231922176

  • Georg   |   24. Dezember 2017 - 10:49

    Ich wünsche ebenfalls Hr. Wiegold und allen Kommentatoren frohe Festtage und ein schönes Weihnachtsfest.

    @ Oliver

    Einen marktverfügbaren EC135 im Klarstand zu halten ist nun nicht die große Kunst.
    Der ADAC hat lediglich von seinen nicht ausgelasteten Hubschraubern (vielleicht hat er von Airbus auch noch extra ein paar angemietet) 6500 Flugstundenvorrat an die Bw für 21 Mio Euro verkauft. Die macht 3230 Euro / h. Ob dies der gängige Marktpreis für Großkunden ist sei dahingestellt.
    Der Beschaffungspreis für einen EC 135 liegt bei 5 – 6 Mio Euro. Also ist dies der Gegenwert von 3 – 4 Hubschrauber EC 135.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. Dezember 2017 - 11:39

    Zum Vergleich mit der „Bundesakademie für Sicherheitspolitik (Karl-Heinz Kamp)“, der offizielle NATO-Ist-Stand.
    https://www.nato.int/cps/en/natohq/topics_50068.htm
    Nukleare Abschreckung kann nur GEMEINSAM mit konventioneller und Raketenabwehr-Komponente bewertet werden: d.h. eine, wenn auch aktualisierte, NEU-Betrachtung (Neuausrichtung) darf die sonstigen Standbeine nicht außer Acht lassen.
    Letzten Endes bedarf es dazu auch des einheitlichen politischen Standbeines im Sinn von Harmel, was in gegenwärtig extrem uneinheitlicher politischer Bewertung zwischen NATO-Amerika und NATO-Europa die eigentliche Herausforderung noch weit vor tatsächlichen Festlegungen sein wird.
    Eine Frage tatsächlicher SiPo-Entscheidung in künftiger Koalition

  • 0815   |   24. Dezember 2017 - 13:44

    @Blackbox | 23. Dezember 2017 – 16:08
    Die neueste Hysterie erfolgt in Bezug auf das Transatlantikkabel das angeblich von RUS Unterseebooten unter die Lupe genommen wird?
    Bei genauer Betrachtung gibt es derer mehrere. Also sollte der Augenmerk vmtl eher an den SEE-LAND Übergangsstellen liegen. Cornwall ist als Bottleneck klar erkennbar und macht (als strategisches Zwischenziel zu Lähmung der transatlantischen Kommunikation)mehr Sinn als das Glasfaserkabel auf dem Grund des Nordatlantik.

    Dennoch allen ein gesegnetes Weihnachten.

  • T.Wiegold   |   24. Dezember 2017 - 14:00

    Ach, und noch schnell der Livestream aus dem Ops Center von NORAD tracks Santa:

    Gibt’s hier zum Anschauen.

  • AoR   |   24. Dezember 2017 - 16:05

    Sehr geehrter Herr Wiegold,

    Ihnen und allen Mitlesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

  • Wait&C   |   24. Dezember 2017 - 17:26

    @MikeMolto

    > Sie haben recht, nicht annektiert, dafuer mit einem Krieg den gesamten Mittleren Osten
    > destabilisiert. Das sollte von der ‚Weltgemeinschaft‘ toleriert werden?

    Besonders stabil erschien mir der nahe Osten vorher auch nicht als in diversen Kriegen zwischen 1950 und 2001 rund drei Millionen Menschen bei Kriegen mit fast 100 kriegführenden Staaten aufgerieben wurden.

    Zumal es zu den grössten Opferzahlen immer dort kam wo die wenigsten westlichen Akteure tätig waren.

  • Rüstungsfritze   |   24. Dezember 2017 - 17:58

    @Oliver: Der Kommentar passt nicht. Der ADAC stellt die Maschinen nicht aus einem Vorrat nicht selbst genutzter Flugstunden bereit, sondern stellt zusätzliche Maschinen für die Aufgabe bereit, ähnlich wie bei der Polizei in manchen Bundesländern. Und wenn man Geld für Ersatzteile hat, keinen Ärger mit Vergaberecht u.ä., dann kann man konkurrenzfähige Angebote machen. Die Bundeswehr stellt sich kein Armutszeugnis aus, sie hat nur kein Personal (Piloten, Mechaniker) und kein Geld für Ersatzteile und keine Industrie, die für Geld Wartungen durchführen könnte und würde, weil die Kapazitäten nicht ausreichend sind und die Demographie nicht mit Geld zu besiegen ist. Der Kauf von Flugstunden ist im Vergleich zur Einführung eines Lfz mit allen Facetten der Herstellung der Versorgungsreife, mit der unerfreulichen Interaktion mit dem Luftfahrtamt und mit dem Zatterkram genannt SASPF/SAP vor allem: Einfacher.

    Ansonsten: Schöne Feiertage, alles Gute für alle Leser und Schreiber und für TW, verbunden mit einem tiefen Chapeau für AG.

  • Querdenker   |   26. Dezember 2017 - 11:01

    Lieber Herr Thomas Wiegold,

    auch kritische Kommentare gehören zur Militärtechnik.

    Jasager haben wir viel zu viele.

    mfg
    Gerd-Bodo Dick

    [Ja. Aber Leute, die ihre Nicks wechseln, leider auch… T.W.]

  • Zivi a.D.   |   26. Dezember 2017 - 14:41

    Aus weihnachtstechnisch bei mir eingeschlagenem Lesestoff: „. . . Baring opferte keinen seiner Männer aus Leichtsinn zugunsten der Ehre oder im Geist einer todesverachtenden Hybris. Solange er konnte, hielt er stand. Dann zog er sich aus eigenem Entschluss zurück. Die meisten Männer unter seinem Kommando überlebten, obwohl viele furchtbare Verwundungen erlitten. Er traf das richtige Verhältnis zwischen Auftragserfüllung, der „Ehre“ des Bataillons und der Verantwortung gegenüber seinen Männern. Sein Beispiel ist daher das genaue Gegenteil zum Thermopylen- oder Stalingrad-Komplex in der deutschen Militärgeschichte, bei dem sich Soldaten restlos aufopfern, gleichgültig, ob sinnvoll oder sinnlos. Mehr als 50 Jahre hat sich die deutsche Armee, die Bundeswehr, mit dem Problem der Tradition herumgeschlagen, ohne das vor ihren Augen stehende Vorbild zu erkennen. Es ist an der Zeit, dass Barings Leistung und die seiner Männer die Anerkennung erfährt, die sie verdient, besonders von Seiten der Deutschen“. So der britische Historiker Brendan Simms (Cambridge) am Ende einer Studie zur Rolle des 2. leichten Bataillons der Königlich Deutschen Legion unter dem Kommando von Georg von Baring in der Schlacht von Waterloo, bei der diese Truppe einen der zentralen Punkte, den Gutshof La Haye Seinte an der Straße Brüssel – Quatre Bras verteidigt hat (Titel: „Der längste Nachmittag – 400 Deutsche, Napoleon und die Entscheidung von Waterloo“). Nebe dem unmittelbar militär-technischem (das können andere hier besser beurteilen) scheint mir vor allem der Rahmen der Truppe interessant, denn es handelte sich bei der KDL um eine deutsche Truppe (deutsche Sprache war Einstellungsvoraussetzung), die auf den britischen König vereidigt war und zudem im Rahmen einer europäischen Allianz zusammen mit britischen, niederländischen, braunschweigischen, hannöverschen . . . Truppen kämpfte.
    Vielleicht findet der eine oder andere von hier aus eine neue Perspektive auf das Traditions-Problem. (Falls der Hausherr einen anderen Tread für besser passend hält, bitte einfach dorthin verschieben)

  • Wallenstein   |   26. Dezember 2017 - 16:46

    Hab ich es übersehen oder fand der lange Bild.de Artikel (deutsch und englisch) über das russische Sapad 2017 Manöver einschließlich üben von „Schockangriffen“ von der Nordsee aus mittels Marschflugkörper auf deutsche Ziele in Norddeutschland hier schon diskutiert?

    [Aus gutem Grund bisher nicht. Vielleicht dazu erst mal das hier lesen:

    T.W.]

  • Memoria   |   26. Dezember 2017 - 20:24

    Da es dieses Jahr ja recht viele Diskussionen um kanadische Hubschrauber in Mali gab hier die Sichtweise des kanadischen Generalstabschef Vance:

    „There has long been an expectation and hope within UN circles and among some of Canada’s closest allies such as France and Germany that the Liberals would send transport helicopters to Mali.

    Part of that expectation appears to have been driven by a discussion between Vance and his German counterpart, before Jordan and Belgium offered to fill that gap until 2019.

    Vance denied having ever told the Germans that Canada would send helicopters to Mali, describing such reports as „urban legend“ and „staff chatter.“

    „People surmise that there was somehow a Canadian promise to do so,“ he said. „Not at all. I’ve never been a part of that, ever. What we’re doing is we’re looking at where we might best fit.“
    https://www.ctvnews.ca/mobile/canada/canada-s-top-general-says-cost-will-have-bearing-on-selection-of-peacekeeping-missions-1.3705365

    Naja mal sehen wie das dann wird, denn auch oberhalb der Diskussionen um die ADAC-Lösung bei Flugstunden bedarf es ausreichend Ausbildung und Übung auf den Mustern NH90 und Tiger.

    @Rüstungsfritze:
    Kein Geld für Ersatzteile?
    Das ist nach bald 4 Jahren Diskussion, Agenda Rüstung, Task Force Drehflügler, Trendwende Haushalt und Trendwende Material, dann eben doch ein Problem der Bundeswehr.
    Organisationsversagen. Wenn es so ist.

  • Klauspeterkaikowsky   |   26. Dezember 2017 - 20:49
  • Wallenstein   |   26. Dezember 2017 - 22:03

    @T.W.
    Vielen Dank. Deswegen schrieb ich ja ob es diskutiert wurden. Wenn der Bild Artikel tatsächlich so ein Zerrbild ist, dann kann man nun herrlich qui bono diskutieren (wobei das schnell O.T. Werden kann). Ich meine das übrigens wertfrei ohne eine Verurteilung, dass ggf. auch in westlichen Medien Agenda Setting und geschicktes framing von Nachrichten geschieht.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   27. Dezember 2017 - 12:14

    Royal Navy überwachte multi-role-Lenkwaffenfregatte „Admiral Gorshkov“ zu Weihnachten, wohl auf der Passage in das Mittelmeer, u.a. zu Waffentests.
    http://www.bbc.com/news/uk-42481216

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   27. Dezember 2017 - 12:34

    Gabriels Wünsche für 2018.
    https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/gabriel-bild-europa/1050574
    Kritisch bleibt seine Bewertung zu 2% Ziel:
    – „Die nächste Bundesregierung sollte sich diesem Ziel nicht unterwerfen“.
    – „Heute schmeißen wir viel Geld in Europa zum Fenster hinaus, weil alle das Gleiche machen und niemand sich abstimmt“.
    Letzteres bleibt oberflächliche und unredliche Verallgemeinerung, Belege fehlen sowohl zu „alle das Gleiche“ als auch „niemand sich abstimmt“.
    Die regelmäßig wiederholte Mär von 17 EUR Panzertypen im Gegensatz zu 1 der USA, macht die Lage nicht besser. Im Gegenteil, solch vordergründig plakative Zahlen vergiften nicht nur die politische Diskussion bei nicht Eingeweihten, auch die gesellschaftliche wird manipuliert.

  • closius   |   27. Dezember 2017 - 16:59

    Der Stern kündigt für seine morgige Ausgabe eine Rekonstruktion des tödliches Marsches in Munster vom 19.07.2017 an.

    Laut dem Vorbericht online sollen keine Hinweise auf Drogen oder Diätpillen im Blut gefunden worden sein unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Lüneburg.

    Ein Soldat ist immer noch im Krankenhaus, über seinen Zustand schweigt die BW. Und drei OA haben nach dem Eingewöhnungsmarsch den Dienst quittiert.

    Damit bleibt wohl nur unangemessene Kleidung und/oder Drill als Ursache für die Hitzschläge übrig.

    [Danke für den Hinweis – behalte ich morgen mal im Auge… Allerdings erweckt der Vorbericht, hier die Pressemitteilung dazu

    https://www.presseportal.de/pm/6329/3825626

    den Eindruck, als handele es sich bei dem zitierten Bundeswehrbericht um den hier schon bekannten und auch debattierten Bericht

    http://augengeradeaus.net/2017/08/offizieranwaerter-bericht/

    – und neu sei nur, dass lt. Staatsanwaltschaft bei den Blutuntersuchungen nichts Auffälliges gefunden wurde? Schauen wir mal. T.W.]

  • Klauspeterkaikowsky   |   27. Dezember 2017 - 17:47

    @Closius
    Ihr Satz“… über seinen Zustand schweigt die BW“ eröffnet jeglicher unzulässiger Spekulation ein weites Feld.
    Selbstverständlich wird geschwiegen, mit Rücksicht auf den Mann, sogar wenn ein öffentliches Interesse an der Aufklärung besteht.

  • closius   |   27. Dezember 2017 - 19:31

    In der FAZ online gibt es einen interessanten Artikel: „Katz und Maus, wie im Kalten Krieg“ über die Überwachung eines russischen U-Bootes im Mittelmeer durch die Nato. Und daß der Nato jetzt auffällt, daß sie die U-Jagd Fähigkeiten hat verfallen lassen und jetzt Probleme haben, die vielen russischen U-Boote zu überwachen.

    Für die Leser von AG nichts neues, schließlich haben wir hier oft genug über fehlende U-Jagd-Fähigkeiten oder mangelnde U-Jagd Fähigkeiten der Fregatten F 124, F 125 und MKS 180 hier diskutiert. Hätte die Nato hier mitgelesen, müsste diese jetzt nicht überrascht sein, daß das Flottenverhältnis sich so negativ gegenüber Russland entwickelt hat.

    Mal sehen, wie lange das Verteidigungsministerium braucht, um umzusteuern und die neuen deutschen Fregatten nachgerüstet werden. Denn mit den alten Fregatten von F 122 und F 123 waren wir für die U-Jagd einst bestens gerüstet!

  • Koffer   |   27. Dezember 2017 - 19:57

    @closius | 27. Dezember 2017 – 16:59
    „Damit bleibt wohl nur unangemessene Kleidung und/oder Drill als Ursache für die Hitzschläge übrig.“

    Soso. Vielleicht bleibt auch einfach übrig, dass man gewisse Dinge einfach niemals ausschließen bzw. ausermitteln kann?

  • Elitegaertner3   |   28. Dezember 2017 - 8:05

    @Wallenstein
    Bild Bericht über Zapad 2017

    Fazit der Spezialisten von Russia Military Analysis:
    Was Bild behauptet ist nicht nur unwahr, es macht einfach keinen militärischen Sinn.

    Fazit für mich:
    Die Russen haben ermittelt das ihre Logistik den kämpfenden vorrückenden Truppen nicht schnell genug folgen kann und stellen das aktuell ab.

  • Thomas Melber   |   28. Dezember 2017 - 9:22

    @Elitegaertner3

    Die RUS Battalion Tactical Groups (BTG) (eine bis zwei je Brigade) sollen ja zwei Wochen durchhaltefähig sein / autonom operieren können.

  • T.Wiegold   |   28. Dezember 2017 - 11:17

    @all

    Ehe es hier zerfasert: Den heutigen Stern-Bericht zum Tod beim Marsch in Munster greife ich nachher in einem gesonderten Thread auf; bitte dann die Debatte dort.

    /edit: Ist jetzt online

    http://augengeradeaus.net/2017/12/nach-mehr-als-fuenf-monaten-bleibt-der-tod-auf-dem-marsch-noch-ungeklaert/

  • closius   |   29. Dezember 2017 - 9:02

    Die CSU will bei den Verhandlungen über eine Große Koalition durchsetzen, daß der BW-Etat auf 2 % des BIP erhöht werden soll. Für Digitalisierung, Verlege- und Transportfähigkeit, unbemannte Aufklärung und bewaffnungsfähige Drohnen sowie mobile taktische Kommunikation soll dieses zusätzliche Geld ausgegeben werden.

    Damit ist Streit mit der SPD programmiert. Schließlich hat die SPD Wahlkampf gegen die 2 % gemacht und die Beschaffung einer bewaffneten Drohne vor der Wahl platzen lassen.

    Abgesehen davon, daß ich nicht glaube, daß für die genannten Fähigkeiten 2 % ausgegeben werden können, kann ich nicht verstehen, daß auch die CSU die wahren Probleme der BW nicht begreift, denn was nutzen Transportfähigkeiten, wenn die BW keine einzige Brigade schnell in den Osten verlegen kann, weil es an ausreichend Waffen, Ausrüstung und Munition fehlt. Zuerst müssten also die Brigaden so ausgerüstet werden, daß diese ohne Waffenklau und Besenstiele sofort verlegt werden können durch Vollausstattung. Zudem sollte der Politik mal aufgehen, daß wir einfach zu wenig Soldaten bzw. Kampfbrigaden haben, um Auslandseinsätze und Nato-Ausflanke gleichzeitig stemmen zu können.

    [Zu der CSU-Forderung gibt’s sogar einen Link…

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/csu-will-verteidigungsetat-erhoehen-aerger-vor-sondierungsgespraechen-a-1185383.html

    T.W.]