Niederländische Verteidigungsministerin tritt nach Soldatentod im Einsatz zurück

Kurzer Blick ins Nachbarland: Die niederländische Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert ist am (heutigen) Dienstag zurückgetreten. Grund dafür waren Versäumnisse ihres Ressorts, die zum Tod von zwei niederländischen Soldaten im UN-Einsatz in Mali im vergangenen Jahr geführt hatten. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Tom Middendorp, gab ebenfalls sein Amt auf.

Aus der Zusammenfassung von Reuters dazu:

Dutch caretaker Defence Minister Jeanine Hennis said on Tuesday she was resigning after a report highlighted serious failures by her department during a United Nations peacekeeping mission in Mali.
The Safety Board last week issued its findings about an incident on June 6, 2016, when a mortar killed two soldiers and gravely injured a third. It concluded that the ministry had let safety and medical standards slip in favor of pursuing strategic goals.
Hennis announced her resignation during a parliamentary debate just days before the caretaker government is due to be replaced by a new coalition under Prime Minister Mark Rutte.

Über die Neubesetzung des Ministeriums wird in der neuen Regierung entschieden; die Nachfolge Middendorps als Chef der Streitkräfte soll Vizeadmiral Rob Bauer antreten.

(Für die des Niederländischen Kundigen:

Erklärung von Hennis-Plassschaert

Erklärung von Tom Middendorp)

(Archivbild: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre niederländische Kollegin Jeanine Hennis-Plasschaert bei der Bundeswehrtagung des militärischen und zivilen Führungspersonals in Berlin am 17.10.2016 – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

32 Gedanken zu „Niederländische Verteidigungsministerin tritt nach Soldatentod im Einsatz zurück

  1. Kommandoübergabe an Viceadmiraal Rob Bauer am 05.Oktober. Damit geht die Funktion erstmals nicht an das Heer. Der Dienstposten wurde 2005 geschaffen.

  2. Sowas würde in Deutschland nie passieren – also dass eine Ministerin politische Verantwortung für eine Fehlentscheidung übernimmt und zurücktritt.

  3. In Deutschland sind solche Rücktritte nicht zu erwarten. Denn ob Schießunfall, getöteter Fallschirmspringer in Österreich oder der gestorbene Soldat beim Marsch, es kommen einfach keine Berichte oder Abschlußberichte über die Ursachen oder Verantwortlichkeiten für die getöteten/verstorbenen Soldaten.

    Und solange es keine Abschlußbererichte über die Todesursachen gibt, muß auch niemand politische Verantwortung in der BW-Führung übernehmen.

    Ich vermute auch, daß über den Schießunfall mit der Panzerfaust oder den toten Fallschirmjäger auch nie ein Abschlußbericht veröffentlicht werden soll. Nur um den Abschlußbericht wegen dem toten Soldaten beim Marsch wird man un einen öffentlichen Abschlußbericht nicht hinwegkommen. Aber man hat diesen schon bis nach der Wahl verzögern können.

  4. @ Zum Heulen | 04. Oktober 2017 – 6:59
    closius | 04. Oktober 2017 – 7:45

    Für die Niederländischen Kameraden tut es mir leid und ich weiss auch nicht, um welche Versäumnisse es sich im Bereich des NLD Verteidigungsministeriums handelt..

    Dass bei „uns“ keine Ministerin/kein Minister nach so einem Vorfall zurücktritt hat nichts mit fehlenden Abschlussberichten zu tun.

    Es ist schlicht und einfach der jeweilige Charakterzug, der es verhindert, das persönliche Verantwortung gesehen und akzeptiert wird und im Rückschluss die Übernahme von persönlicher Verantwortung möglich macht.

  5. @closius

    Bitte keine Legendenbildung bis auf den toten Soldaten beim Marsch ist den Verantwortlichen bekannt, was geschehen ist und da ändert auch der Zeitpungt einer veröffentlichung der Abschlußberichte nichts.

    Da ist der Vorgang um den Tigerabsturz für mich viel schleierhafter und auch für die Verantwortlichen (bis hin zu den Piloten) sind noch einige Fragen offen.
    Erste Verhaltensänderungen sind ja schon angewiesen.

  6. Ich bin gespannt, welche Folgen das für die DEU/NLD Heeresprojekte hat. Frau vdL wurde bereits am 12. August beim Wahlkampfbesuch bei Henning Otte in Eversen, Niedersachsen schon an ihrem Prestige- und Leuchtturmprojekt „DEU/NLD PzBtl 414“ und dem ehem. Camp Hohne vorbeigelotst… Wenn das mal kein Vorzeichen war.

  7. @ Closius

    Was sie da schreiben, kann ich mir so nicht ganz vorstellen: Nur weil solche Abschlussberichte nicht eine Woche nach dem jeweiligen Ereignis in der Tageszeitung abgedruckt werden, heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Es ist nur eben so, dass sich ein halbes Jahr danach das mediale Interesse an einem verunfallten Soldaten meist in Grenzen hält (Tiger-Absturz vermutlich mal ausgenommen) und man daher nichts weiter darüber hört.

    Darüber hinaus trägt die Ministerin (man kann sie mögen oder auch nicht) nicht für jeden getöteten Soldaten PERSÖNLICH Verantwortung, sondern nur dann, wenn eine explizite Entscheidung ihrerseits zu dessen Tod geführt hat. Dies ist für mich z.B. bei einem getöteten FschJg nicht ersichtlich.
    Was wir im Militär tun, ist zum Teil auch zu Friedenszeiten schon gefährlich. Fallschirmspringen birgt Risiken. Schiessen birgt Risiken. So ist das nunmal.

  8. Die genaueren Ausführungen von Middendorp auf FB sind dabei tatsächlich als Ehrenhaft zu beschreiben.

    Der General hat gegenüber den demokratischen Autoritäten der Regierung folgendes im Klartext Formuliert.

    Das Bandmaß ist voll! Wir können die Verantwortung für die Einsätze und unsere Soldaten mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr tragen.

    Sein Nachweis war dabei sein Rücktritt und die Verantwortung für den Tod eines seiner Soldaten.

    Hier fragt man sich natürlich ob ein solcher klar nachvollziehbarer Schritt auch von einem Dr. Jung oder Dr. De Maizière oder KTG oder Dr. vdL zu erwarten gewesen währen.

    Alleine die hier unmittelbar geäußerte Vermutung das so etwas in Deutschland unvorstellbar ist, verdeutlicht die unvorstellbar große Kluft zwischen Politischer Führung, Ziviler Führung, oberer Militärischer Führung und den ausführenden Kräften.

    Die enge Bindung und das nötige Vertrauensverhältnis zwischen Ziviler- und militärischer Führung der Streitkräfte der NL wurde durch den Anschluss von Hennis-Plasschaert verdeutlicht.

    In jeder Hinsicht sind diese Rücktritte von höchster politischer Natur.
    Sie zwingen die Regierung zu einer echten Trendwende und setzen einen neuen Maßstab der Verantwortungsethik gegenüber den eigenen Streitkräften.

    Entweder keine Kampfeinsätze mehr, oder eben deutlich mehr Mittel und Zeit.

    Natürlich kennen wir die zusätzlichen Hintergründe nicht. Der Rücktritt eines Minister kann vielfältige personalpolitische Ursachen im Bereich der Gesamtregierung haben.

  9. Rücktritte sind nicht hilfreich.

    Vor Merkel trat man auch schon mal wegen eines Empfehlungsschreiben für Einkaufswagen-Chips auf Ministerpapier zurück. Heute hingegen … würde ein Teil der Antwort die Bevölkerung nur verunsichern.

    Endphase Kohl 2.0

  10. @MA: Das steht ja in der PM. Es geht um unsichere Granatwerfermunition, die zum Tod zweier Soldaten geführt haben und einen Dritten verwundet haben.

    Die Verantwortung hat sie aber auch erst nach einigem Hadern und entsprechendem Medienecho in den Niederlanden übernommen, die aufgrund eines Untersuchungsbericht über den Fall bzw. den Einsatz in Mali entfacht waren. Analog zur Aussprache des absoluten Vertrauens. Die Formel lautet dort oft: „Optreden, niet aftreden“ (Auftreten, nicht abtreten.)

  11. Der offenbare Anlass zur gestrigen, über fünfstündigen Parlamentsdebatte (war on-line dabei), die zum Rücktritt der NLD VgMin und des GI führte, war nur vordergründig das Munitionsunglück in Mali.
    Die Opposition und selbst Teile der geschäftsführenden Regierung, nutzten die Debatte zur Generalabrechnung mit der Lage der Streitkräfte insgesamt, fokussiert auf die Amtsführung der Ministerin.
    Einiges zum Hintergrund
    1. Munition
    Am 16.Juli 2016 detonierten MrsGr vom Kal 60mm bei einer Schießübung im Raum KIDALI. In der Folge verstarben zwei Soldaten (13 Infanteriebataljon / 11 Luchtmobiele Brigade in Assen) trotz sofort eingeleiteter Maßnahmen im Rahmen der existierenden Rettungskette, ein Soldat wurde schwer verwundet, überlebte aber.
    Die zuständige Untersuchungskommission stellte u.a. fest:
    Die Mun wurde seit 2006 mit U.S.-Hilfe beschafft, die in NLD vorgeschriebene Prüfung der Handhabungssicherheit wurde unterlassen, da die NLD Beschaffungsbehörde sich auf U.S. Angaben verließ.
    Eigene Untersuchungen infolge des Unfalls ergaben jedoch, dass Feuchtigkeit im Wechsel Hitze/Kälte in die Patrone eindringen kann.
    Die Zuführung der Mun aus den NLD nach Mali konnte nicht lückenlos dokumentiert werden, auch war die Zwischenlagerung nicht nachzuverfolgen. Desweiteren war die MunLagerung im NLD Camp nicht 100% vorschriftengemäß.
    Der Mrs wurde zwar richtliniengemäß korrekt geladen, die 60 mm Granate detonierte jedoch beim Ladevorgang im Zustand „Sicher“.
    Die NLD haben für hier verwendete Mun eine weltweite Nutzungswarnung an Betroffene herausgegeben.
    2. SanDienst
    Erste Hilfe in der Feuerstellung in Ordnung.
    Die Folgeversorgung fand in einem Lazarett der togolesischen Streitkräfte statt, die im Rahmen MINUSMA den Auftrag Behandlungsebenen 2 (+) verantworten.Die Verantwortlichkeit, die Kapazität und der Standard des Personals wurde bemängelt.
    3. Die Mutter
    Nachdem Untersuchungsergebnisse veröffentlicht wurden, verklagte die Mutter eines getöteten Soldaten den NLD Staat in Person des VgMin wegen fahrlässiger Tötung durch mangelhafte Ausstattung (Mun) und nicht zureichende ärztliche Hilfeleistung, in nicht NLD Standard.
    Seitens „defensie“ wurden Auskunftsersuchen etc verzögert, woraufhin die Mutter sich an die Presse wandte, ca 9 Monate nach dem Vorfall. Die Angelegenheit wurde unmittelbar aufgegriffen. Erst danach sah sich die NLD Interessenvertretung der Soldaten (vgl. DBwV) genötigt, sich auf seiten der Mutter einzuschalten.
    Im September wurde der Druck so groß, dass für den gestrigen Tag eine Debatte in der „Tweede Kamer“ (vgl. Bundestag) angesetzt wurde. Offenbar um Druck aus dem Kessel zu nehmen verfügte die Ministerin, erst am 29.09.17 eine „Einsatzpause“ in allen Einsatzgebieten und weitere Untersuchungen von Mun und Verfahren zur SanKette unter Leitung der jeweiligen NSR.
    4. „Generalabrechnung“
    Die Debatte entwickelte sich zur Generalabrechnung mit der Amtsführung, der Person der Ministerin aber auch dem geschäftsführenden Kabinett. Ministerin und MP Rutte gehören beide der Mehrheitsfraktion VVD an.
    Trotz von NLD anerkanntem 2% Ziel sanken die Rüstungsausgaben kontiniuierlich, wenn auch nur im Null-Komma-Bereich. Die oppositionelle SP (Sozialistische Partei) will Einsparungen von 1 Mrd €, im vorläufigen Haushaltsansatz steht aber ein Plus von 1,5 Mrd €.
    Zur Verdeutlichung der Stimmung: Ein Abgeordneter trat in „Teil“-Uniform ans Rednerpult. Teil=er trug sämtliche Ausrüstungsgenstände, die NLD Soldaten sich selbst zur optimalen Einsatzvorbereitung beschafften .
    Opposition fordert die Fortsetzung des MALI-Einsatzes insgesamt zu überdenken.
    Im Ergebnis Rücktritt Ministerin und GI.
    5. Folgerungen
    Die Affäre geht über „defensie“ hinaus, da die NLD seit 15. März ’17 bisher vergeblich eine neue Koalitionsregierung suchen.
    Da die Art und Weise und das Ob für MINUSMA zunächst in der Prüfschleife stehen, ist auch der DEU-Anteil bis auf weiteres betroffen. Gleiches gilt m.E. für die DEU-NLD Zusammenarbeit generell (SP Heer und Marine), da die Finanzlaqe im kommenden Haushaltsjahr unsicher ist und die POLITISCHE Ausrichtung eines neuen NLD VgMin sich erst noch herausstellen muss.
    Als sicher gilt m.E. jedoch, ein MEHR an Input bei MINUSMA einschließlich der Ablösung der NH-90 / TIGER im kommenden März wird nicht stattfinden.

  12. @ Magnus | 04. Oktober 2017 – 10:56

    Von unsichere Moerserjunition lese ich zwar nichts, aber von Mängeln in der Medizinischen Versorgung. „The ministry had let safety and medical standards slip“

    Jedenfalls zeigt die NLD Verteidigungsministerin Charakter. Ob auf „öffentlichen“ Druck oder nicht.

    Die Frage ist, welche „medical standards“ nicht eingehalten wurden? Zu wenig MEDEVAC, zu wenige Ärzte, medizinische Kapazitäten etc.?

  13. @MA @Magnus
    Aus dem Originalbericht:
    „… De granaat heeft zwakke plekken in het ontwerp: zo kan er vocht binnendringen in de granaat. Uit het onderzoek blijkt dat de combinatie van vocht en warmte heeft geleid tot de vorming van zeer instabiele, schokgevoelige explosieve stoffen in het ontstekings-mechanisme van de granaat. Door de schok van de lancering brachten deze explosieve stoffen de ontsteking op gang. Het afsluitplaatje dat als bescherming in de granaat is ingebouwd om explosie in veilige stand te voorkomen, bleek vervolgens niet in staat om doorslag naar de hoofdlading te voorkomen. …“
    =
    Die Granate hat Schwachstellen im Aufbau
    Feuchtigkeit kann in die Granate eindringen. Die Untersuchung ergab, dass die Kombination von Feuchtigkeit und Hitze zur Bildung von sehr instabilen und schockempfindlichen explosiven Stoffen im Zündmechanismus geführt hat. Durch den Schock beim Ladevorgang haben diese explosiven Stoffe die Zündung ausgelöst. Die Verriegelungsplatte, die in den Schutz eingebaut wurde, um eine Explosion im sicheren Zustand zu verhindern, war ff nicht in der Lage, einen (Zünd)durchschlag zur Hauptladung zu verhindern.

  14. „Welche „medical standards“ nicht eingehalten wurden?“

    Offenbar Schlamperei im togolesischen Lazarett.

  15. Moin,
    mal ne Frage in die Runde.
    Wann haben Sie denn das letzte Mal NEIN oder SO NICHT gesagt?
    Wenn hier jemand erwartet das durch den Austausch des IBUK oder anderer Mit/-Verantwortlicher sich etwas signifikant, im Kern sozusagen, zum positiven für die Streitkräfte verändert, den nenne ich zumindest naiv.
    So und nun ausscheiden mit Palaver die Hände schlagen durch bis zum Koppelschloss.
    p.s. es soll Vorgesetzte geben die sogar Leuchthandschuhe tragen, damit sie auch nachts KLAR zeigen können.

  16. @Elahan: Es mag sein, daß das Ministerium weiß, warum es den toten beim Panzerfaustschießen gab oder warum der Fallschirmjäger in den Tod gesprungen ist, aber veröffentlicht wurde dazu meines Wissens noch nichts. Wenn Sie es wissen können Sie uns gerne die Hintergründe erläutern.

    Und es auf der eigenen HP zu veröffentlichen wäre sehr einfach. Ich denke es wird absichtlich nicht veröffentlicht, um öffentliche Kritik zu vermeiden.

    Eine öffentliche Debatte ist jedenfalls nur möglich, wenn Berichte bzw. Abschlußberichte über Todesfälle erfolgen und die Ursachen der Öffentlichkeit nicht verschwiegen werden. Und würde man nachfragen, dann käme sicher wieder die Ausrede „Datenschutz“.

  17. Da bin ich ganz bei Ihnen aber ermittelt da nicht die Staatsanwaltschaft (bei vermutetem Fremdverschulden)?
    Zu Flugunfällen mit Fallschirm ermittelt zusätzlich BFU oder vergleichbare Institution in Österreich, auch da müsste es einen offenen Bericht geben.

  18. Mit Hennis-Plasschaert geht vdL und somit der Bundeswehr eine wichtige Ansprechpartner verloren.

  19. @ Klaus-Peter Kaikowsky herzlichen Dank für die ausführlichen Darstellung des Falls in den Niederlanden. Sehr interessant.

  20. Wirklich bemerkenswert:
    Nach dem Rücktritt des französischen Generalstabschefs General Pierre de Villiers im Juli diesen Jahres („Ich kann nicht mehr die Nachhaltigkeit des Modells einer Armee sichern, die Frankreich und die Franzosen schützt und die Ambitionen unseres Landes gewährleistet.“) nun der Oberbefehlshaber der niederländischen Streitkräfte, General Tom Middendorp („Wir können die Verantwortung für die Einsätze und unsere Soldaten mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr tragen.“). Damit ist nun innerhalb von 4 Monaten schon der zweite „Chief of Defence“ eines NATO-States mit vergleichbarer Begründung zurückgetreten. Mal schauen ob da ein Muster draus wird – aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei …
    Hat jemand eine Prognose wer der nächste sein könnte?

  21. @closius | 04. Oktober 2017 – 7:45

    „In Deutschland sind solche Rücktritte nicht zu erwarten. Denn ob Schießunfall, getöteter Fallschirmspringer in Österreich ….“

    Machmal dauert es auch ein wenig länger bis alle Berichte vorliegen. Bei dem Fallschirmspringer in Österreich z.B. lassen sich die Behörden in Östrreich bis Januar 2018 Zeit bis denen ihr Bericht vorliegt.

  22. @Voodoo
    „Niedersachsen schon an ihrem Prestige- und Leuchtturmprojekt „DEU/NLD PzBtl 414“ und dem ehem. Camp Hohne vorbeigelotst… Wenn das mal kein Vorzeichen war.“

    Als Soldat in ebendiesem „Panzer“bataillon kann ich ihnen auch genau sagen warum.
    Es fängt schon damit an, dass meine Kompanie mit einem (1) Panzer den Soll-Stand von 14 knapp verfehlt, und sich solche Materialmängel durch das gesammte Bataillon ziehen.
    Die gesamten Panzer im Bataillon reichen nicht aus, um den Soll-Stand für eine einzige Kompanie zu decken! Wenn Übungen oder Panzerschießen anstehen, müssen Panzer von allen möglichen Einheiten (meist aus Munster oder Augustdorf) geliehen werden, damit die Vorhaben überhaupt stattfinden können.

    Es geht weiter mit der Infrastruktur in der Kaserne; bis zum Juni dieses Jahres hatte die Kaserne überhaupt keine Truppenküche oder Speiseausgabenstelle, obwohl eine praktisch nagelneue von den Briten übernommen wurde. Diese steht aus einfach leer. Man hat sich jetzt endlich mal bequemt, wenigstens eine Speiseausgabenstelle einzurichten.
    Ähnlich mit einem Kraftraum; gibt es nicht, obwohl Geräte von den Briten übernommen wurden. Diese hat man aber weggeschmiessen. Weil das Gewicht in Pfund, nicht in Kilogramm beschrieben war.

    Letztlich ist auch nicht von einer Deutsch/Niederländischen-Kooperation zu sprechen, die 4.Kompanie, welche die Niederländer stellen sollen, befindet sich noch im Aufbau, und bis auf einiges Führungspersonal ist von denen noch nichts vor Ort. Interessant bleibt auch die Frage, was die Kompanie ohne Panzer machen will?

  23. @Panzeranon:
    schön, dass zu Hause noch alles beim Alten ist.
    Man könnte Ihre Einlassung für eine Ente halten, wenn man nicht genau wüsste, dass alles wahr ist.
    BAIUD=James Dean. Denn sie wissen nicht, was sie tun…..

  24. @Panzeranon:
    So ist das, wenn man schon zu wenig Panzer hat und dann ein neues Btl aufstellt.

    Besserung ist in Sicht. Ab 2020 (Zulauf Leopard 2 A7V).
    Dabei dann auch die KPz für die niederländische Kompanie.

  25. Naja,
    wenn eine PANZERDivision es aber schon nicht mehr schafft, gleichzeitig 10 Panzer fuer einen Ausbildungsdurchgang im Gefechtsuebungszentrum und 10 Panzer fuer die gleichzeitig stattfindende Informations- und Lehruebung Heer aufzubringen, und sich erfolglos versucht bei der Schwesterdivision zu beleihen, dann hat man ein groesseres Problem als nur, dass man aus Versehen ein zusaetzliches Panzerbataillon aufgestellt ohne auf Jahre zusaetzlich Panzer fuer dieses Btl zu bekommen.

    Aber ab 2020 wird ja alles besser, zu hunderten werden die neuen 2A7V die Heide verdunkeln. Wenk wird kommen…

  26. In seinem abschließenden Tagesbefehl der bisherige NLD GI, Generaal om Middendorp u.a.
    „… nach 25 Jahren Abbruch müssen wir wieder in die Streitkräfte investieren. … die Streitkräfte gehen auf dem Zahnfleisch … Die Grenze dessen, was die Streitkräfte erreichen können, ist seit langem erreicht“
    Inzwischen wurde auch die finanziell prekäre Lage in ihrer operativen Dimension deutlich. Aus haushalterischen Gründen wurden in 2014 – 17 abgesagt/vorzeitig beendet:
    – Zurückholen special forces sowie Apache/Chinook Mali,
    – Abzug der Patriot aus der Türkei;
    – Unterbrechen der F-16 Einsätze in Irak/Syrien, seitdem im Wechsel mit BEL,
    – Einsatz eines Schiffes im Rahmen Sophia.
    Bei allen diesen Einsätzen wurde rein politisch argumentiert, bzw mit Verweis auf Partner, so bei MINUSMA, DEU HubSchr
    Zusammengefasst müsse das Credo daher lauten:
    – ‚can do’-Mentalität ablegen.
    – Mut zur Ehrlichkeit: Stopp, diesen Auftrag können wir nicht übernehmen.

    Kommandoübergabe an den neuen GI, Vice-Admiraal Rob Bauer, der als reiner Marinesoldat kein Angehöriger der Marineinfanterie (Mariniers) ist, wie teilweise gemeldet wurde, heute vor dem Parlamentsgebäude (Binnenhof) nach NLD Tradition.

  27. (Bitte diesen Thread jetzt nicht in eine Panzerdebatte umfunktionieren. Da steht hier schon zu viel, was mit dem eigentlichen Thema gar nichts mehr zu tun hat.)

  28. @K-P-K

    „Mut zur Ehrlichkeit: Stopp, diesen Auftrag können wir nicht übernehmen“

    Das Parlament hätte da wohl eher kein Problem……..und das neue vmtl auch nicht.

  29. Der Neue.
    Klaas Henricus Dominicus Maria Dijkhoff (* 13. Januar 1981 in Soltau, Deutschland) ist ein niederländischer Politiker der VVD. Am 4. Oktober 2017 wurde er nach dem Rücktritt von Jeanine Hennis-Plasschaert der neuer Verteidigungsminister.
    Im bislang bekannt gewordenen Koalitionsvertrag sind für Verteidigung 1,5 Mrd € jährliche Erhöhung vorgesehen.
    Schwerpunkt bei Ersatzteilbeschaffung, Aufstocken des Munitionsvorrates und Neubeschaffung.
    Zur SiPo Absicht in den Niederlanden gilt es die Regierungserklärung abzuwarten.

  30. Das mögliche NLD Investitionsprogramm wird am Horizont deutlicher, wenn auch noch keine Beschlusslage.
    Uboote, Fregatten, Kampfflugzeuge und Maßnahmen zur Personalgewinnung. Daneben wird auch Flugabwehr angeführt, für das Heer (landmacht) bis jetzt nichts zu hören.
    Die Interessenvertretungen fordern 3 Mrd €, statt der bislang angekündigten 1,5 Mrd. Einmal mehr wird deutlich, die NLD begreifen sich als Handelsnation mit hoher Abhängigkeit von der Freiheit der Meere und sind somit zu weiterhin überproportionalen Investitionen in ihre Marine bereit.
    Der neue GI, Marineoffizier, mag diesen steten Trend bestätigen.

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