Training mit den Niederländern: Seebataillon auf Texel

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Auch wer kein oder nur wenig Niederländisch versteht: Dieses Video vom Training des Seebataillons der Deutschen Marine mit dem Korps Mariniers der Königlich Niederländischen Marine auf der (natürlich auch niederländischen) Nordseeinsel Texel dürfte hier auf Interesse stoßen:


(Direktlink: https://youtu.be/G2jUddTPBe4)

Und wer mehr dazu lesen möchte (und kann): Die Geschichte dazu vom Reformatorisch Dagblad, in der auch der deutsche Marineinspekteur Andreas Krause zitiert wird:

Nederlandse mariniers trainen op Texel Duitse militairen

20 Gedanken zu „Training mit den Niederländern: Seebataillon auf Texel

  1. Zunächst, das Reformatorisch Dagblad (RD) ist eine königstreue, konservative protestantische Zeitschrift.
    Neben den hier bei AG schon des öfteren diskutierten Hintergründen, die durchaus auch fiskalischer Natur sind, bei den Mariniers und der NLD Marine – das SeeBtl kann davon nur profitieren. Die Mariners können hinsichtlich Fähigkeitserhalt nämlich sehr gut ohne DEU Teilhabe auskommen.
    Dies kommt im NLD Begleittext voll Stolz auch deutlich heraus.
    „NLD Marineinfanterie bildet deutsche Soldaten aus. Die Deutschen profitieren von der über 350-jährigen Erfahrung der Marniers. Dies geht trotz historischer Empfindlichkeiten. (Dieser Satz kann in den NLD nur noch in wertkonservativer und/oder religiöser Presse stehen). Die Deutschen wollen von ihren Nachbar gern lernen, sie sind initiativreich“.
    … Das geht dem niederländischen Leser runter wie alter Genever, mehr davon!

  2. @Klaus-Peter Kaikowsky | 03. November 2016 – 19:26
    Ganz kurz OT
    „ies geht trotz historischer Empfindlichkeiten. (Dieser Satz kann in den NLD nur noch in wertkonservativer und/oder religiöser Presse stehen).“

    Warum in wertkonservativer Presse verstehe ich.

    Warum in religiöser Presse?

  3. Wenn ich das richtig verstehe wird in dem Artikel der Kommandeur des Korps Mariniers mit der Aussage zitiert, dass beide Länder neue gepanzerte Landungsfahrzeuge benötigen und dies ene Möglichkeit zur gemeinsamen Beschaffung sein könnte. Ist das bislang nur ein frommer Wunsch oder steckt da schon mehr dahinter?

    Nebenbei bemerkt, was machen eigentlich Lachs und Schlei dieser Tage so? Kommen die bei diesen Übungen auch zum Einsatz?

  4. Bevor hier ein falscher Eindruck zur Bedeutung der Nachricht aufkommt: Habe soeben auf die Schnelle wesentliche NLD Zeitungen quergelesen – De Telegraaf, Volkskrant, NRC-Handelsblad, NU.NL – von einer binationalen Übung auf Texel nirgends auch nur ein Sterbenswörtchen.
    Dafür aber bei http://www.internationalespectator.stfi.re/article/defensie-onder-hennis-niet-meer-dan-een-herstelkrijgsmacht?sf=dblvbwl#ab Dieser Artikel erschien im Original am 30. Oktober auf NRC.NL als Meinungsbeitrag des rennomierten „Instituut Clingendael“.
    NLD IBuK Hennis kam unter Beschuss am Ende ihrer knapp vierjährigen Führung von „Defensie“. Überschrift: Defensie unter Hennis eine Urlaubsstreitmacht?
    In dem sehr ausführlichen Text, der den Rahmen hier sprengen würde fällt auf, dass DEU und FRA bezüglich der künftigen finanziellen Ausstattung als Vorbild dargestellt werden, und das ausgerechnet von – sinngemäß – der nationalen Steueraufsicht.

  5. mal eine Frage an die Insider der militärischen Zusammenarbeit zwischen D und NL: wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was bisher zu diesem Thema auf AG berichtet wurde, gewinne ich den Eindruck, dass das ausgesprochen gut zu funktionieren scheint – zumindest im Vergleich zu den diversen anderen kränkelnden Kooperationen (F, PL…).
    Täuscht der Eindruck oder ist dem wirklich so? Wäre ja mal ein Lichtblick.

    (zum OT mit den historischen Empfindlichkeiten: ja, ist seit den 80’ern viel besser geworden. Aber Vorsicht ist dennoch geboten. In jedem niederländischen Kaff stolpert man über die Denkmäler der Vergangenheit. WKII ist keineswegs vergessen. Und in puncto Geschichtsbewusstsein stehen die Niederländer den Briten kaum nach).

  6. @Koffer
    … Weil in der „liberalen“ Presse der Bezug auf II WK und die deutsche Besatzungszeit etc seit Jahren kein Thema mehr ist. … bei Konservativen durchaus aber noch …

  7. @Klaus-Peter Kaikowsky | 03. November 2016 – 20:45
    Dann ist „religiös“ in diesem Sinne also auch als „konservativ“ zu verstehen.

    Verstehe, danke.

  8. @f28
    Das könnte womöglich auch u.a. daran liegen, dass sich die Verteidigungsminister Deutschlands und der Niederlande sehr gut zu verstehen scheinen. So jedenfalls mein Eindruck und das dürfte durchaus einen positiven Effekt auf die Zusammenarbeit haben.

  9. @QuiNon
    Generaal Verkerk ziet mogelijkheden voor verdere Duits-Nederlandse samenwerking. Bijvoorbeeld bij de aankoop van nieuw materieel. Beide landen hebben behoefte aan gepantserde landingsvaartuigen. „We kunnen de aanschaf op elkaar afstemmen. Niet iedereen hoeft ook altijd alles zelf te hebben.”
    „Het Seebataillon beschikt over goed materieel, maar kampt met een achterstand in ervaring.”
    =
    General Verkeerk sieht Möglichkeiten zur weiteren DEU-NLD Zusammenarbeit.
    Zum Beispiel beim Ankauf neuen Materials. Beide Staaten haben Bedarf an gepanzerten Landungsfahrzeugen. „Wir können können Beschaffung auf einander abstimmen. Nicht jeder muss ständig auch alles selbst haben“.
    „Das Seebataillon verfügt über gutes Material, kämpft aber mit einem Rückstand an Erfahrung“.

    @f28
    Sofern irgendeine bi-nationale Zusammenarbeit funktioniert, dann die mit den NLD. Heeresseitig hat dies – im Ursprung – rüstungstechnische Ursachen. Das NLD Heer erkannte früh die Qualität der Leopard-Reihe. (Mit einem Mehr an Cleverness seitens der DEU Industrie und Förderung der Regierung wären die NLD übrigens PUMA-Nutzer geworden).
    Die weitgehend reibungslose Gemeinsamkeit der Heere ist auch in der Abhängigkeit von DEU ÜbPl zu sehen: das größte in den NLD zulässige Kaliber ist 12,7mm. Eigentlich alles geht also nur hier, was an der konsequenten Beteiligung beim PzBtl 414 in Oerbke ablesbar ist. – Im Bereich Ausb war Zusammenarbeit mit InfS/PzTrS/TZH/OSH routiniert etabliert worden -. Das lief und ist aktuell hoffentlich weitergeführt.
    Zum Stand bei Mar/Lw kann ich keine Aussage tätigen.

  10. @f28
    Es klappt auch besser mit den NLD, weil die Nützung Heeren gleichen : so wenig wie möglich im Kampf ziehen. Dass macht die zuzammenarbeit mit FRA kompliziert.

    Und mit dem paranoiden POL Politiker kann sowieso keiner was anfangen.

  11. @all:
    ich kenne die Niederländer „nur“ aus der zivilen Seefahrt (da aber recht gründlich). Und bin immer wieder beeindruckt von der Effizienz und pragmatischen Vorgehensweise der Niederländer. Natürlich klappt da auch nicht alles (Karel Doorman…), aber doch eine Menge. Und meist vor allem viel schneller als bei uns. Wenn wir Deutschen gemeinsam mit einer anderen Nation in Europa etwas auf die Beine stellen können, dann wohl mit NL.

    (und überhaupt: auch wenn die Stimmung durch Themen wie „Funk“ etc. zu Recht eher düster ist, muss man sich auch mal an den wenigen Lichtblicken wärmen. Schönes Wochenende allerseits…)

  12. Die zusammen arbeit zwischen holland und Deutschland lauft sehr gut. Kenne ja inzwischen auch viele soldaten aus den niederlanden. Die freuen sich immer und die nl szreitkräfte trainieren auch oft in Deutschland. In den zusammen arbeiten sieht man auch viel nutzen, wie zb bessere ausbildung der einheiten. Im vergleich deutsche können viel von der höllandischen marine lernen, aber genau so die höllandischen fallschirmjäger bei den deutschen. In Eindhoven das logistiek centrum für de und nl. Mit keinem anderen land wird so viel zusammen gearbeitet.

    @klaus-peter

    Dankje wel voor de opgezochte artikel.

  13. @Jay
    Heel graag gedaan. Maar, welke artikel bedoel jij, misschien „internationale spectator“?
    Over samenwerking gesproken, ik was vijf jaar geplaatst als Liaison in Amersfoort op het – toen – OTCMan. Hoe gaat het met cooperatie, nog steeds goed? Volgens mij zouden er veel werkzaamheden bestaan v.w.b. tankbataljoen 414!
    Ben jij eigenlijk militair of burger?

  14. Wenn General Verkerk einen Bedarf an gepanzerten Landungsfahrzeugen ausmacht, meint er dann etwas wie das was die US-Marines gerade als Nachfolger ihrer alten AAAV-7 suchen? Zur Erinnerung:
    Nachdem mit dem Superduper-Nonplusultra-Projekt EFV mehrere Mrd. Dollar verheizt worden waren, zog das Pentagon 2011 die Notbremse. Nach einer neuen Ausschreibung und dem anscheinend unvermeidlichen Hickhack mit Einsprüchen etc. bereiten die zwei ausgewählten Anbieter jeweils 16 Fahrzeuge für Truppentests vor, die Anfang 2017 beginnen sollen:
    BAE mit einer Variante des italienischen SuperAV von Iveco, SAIC mit einem modifizierten Terrex aus Singapur.
    SuperAV: https://www.youtube.com/watch?v=EmWKedh2AYE
    Terrex: https://www.youtube.com/watch?v=Q8SQq7BlDVw

    Oder meint der General etwas anderes?

  15. @Langnase
    Habe @GeneraalVerkeerk die Frage zu den gepanzerten Landungsfahrzeugen getwittert.
    Bin gespannt, ob er antworten wird.

  16. Im Bereich der Marine sehe ich durchaus Vorteile in der Zusammenarbeit mit den Niederlaendern. Zum einen die gemeinsame Ausbildung betreffend, zum anderen natuerlich auch in puncto Material. Sowohl wir als auch die Niederlaendische Marine leiden ja unter finanziellen Engpaessen, die sich durch gemeinsame Nutzung und Beschaffung von Material zumindest abmildern lassen koennten.
    Zudem bin ich ueberzeugt, dass wir in Sachen Effizienz und Pragmatismus, aber auch in Bereichen wie Arbeitseinstellung und Motivation durchaus von den Niederlaendern lernen koennen. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Zusammenarbeit mit niederlaendischen Kameraden in der Regel hervorragend funktioniert und hoffe sehr darauf, dass die bestehenden Kooperationen in der Zukunft weiter ausgebaut werden.

  17. @klaus-peter Ja bedoel de artikel internationaal spectator. Aan tezamen werking heb je de lucht transport in eindhoven, lucht mobile brigade 11 die nu met de duitsen paratrooper vaak trainen. Dabij nog de marine. Dat zijn de infos die ik heb, voors mij is er nog meer. Ben zelf ex militaire van de vroegere dso en fallschirmjägerbattalion 26. Maar nu burger en leef in de mooie apeldoorn

  18. https://www.youtube.com/watch?v=QBrRSSirYZk

    Heute gibts auf dem Youtube-Kanal der Bw schon das erste Video zur Übung. Sieht ja alles ganz schick aus, auch wenn das Szenario ziemlich auf die Fähigkeiten des Seebataillon zugeschnitten sieht. Kommen mit KEK, BEK und Minentaucher ja auch fast alle Kräfte zum Einsatz. Kann jemand einschätzen, wie realistisch so ein Einsatz ist? Spontan fällt mir in der Historie kein vergleichbarer Einsatz ein, alle Evakuierungsoperationen die mir einfallen waren mit Flugzeugen bzw. aktive Truppen haben sich selbst geschützt (Stichwort Bw in Somalia)

    Positiv ist auf jeden Fall, dass das Video relativ schnell im Netz ist, leider braucht die Bw hier sonst ziemlich lange zwischen Ereignis und (Video-)Berichterstattung.

  19. Nun ja, der NL-Bericht war am 3., das Youtube-Video am 10. November. „Relativ schnell“ ist in der Tat relativ.

  20. Bei Storm Tide war die Übung im Mai und das Youtubevideo kam im August, daher finde ich eine Woche Bearbeitungszeit schon okay, auch wenn es definitiv nicht super ist.

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