Erneut ein deutscher Stabschef bei der U.S.Army in Europa

Impressionen 19. und 20. Kontingent ISAF

Als im August 2014 der deutsche Brigadegeneral Markus Laubenthal den Dienst als Stabschef bei der U.S. Army Europe in Wiesbaden antrat, war das schon etwas Besonderes: Erstmals ein Bundeswehroffizier in dieser entscheidenden Funktion bei den US-Streitkräften in Europa (auch wenn er als Nicht-Amerikaner nicht alles zu sehen bekam). Gut zwei Jahre später steht Laubenthals Ablösung an – und erneut wird ein deutscher Soldat diesen Posten übernehmen. Brigadegeneral Kai Rohrschneider, derzeit Kommandeur der Panzerbrigade 21 Lipperland in Augustdorf, tritt im Januar als neuer Chief of Staff U.S. Army Europe an.

Natürlich wurde die erneute deutsche Besetzung dieses Postens lange vor der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und den jüngsten Friktionen im transatlantischen Verhältnis entschieden, unter diesem Aspekt ist sie um so interessanter. (Intern war die Entscheidung für Rohrschneider schon länger bekannt; öffentlich wurde sie am (heutigen) Mittwoch durch eine Protokoll-Einladung der U.S. Army zum Neujahrsempfang im Januar – mit dem Hinweis auf die Welcome/ Patch Ceremony for BG Kai Rohrschneider, the incoming Chief of Staff.)

Zu Rohrschneider findet sich einiges Interessante, wenn man mal im Netz sucht, vor allem aus seiner Zeit als PRT-Kommandeur in Kundus in Afghanistan:

Die Zeit, März 2010: Das Kundus-Syndrom

Und er ist einer der nicht allzu vielen Generale, die eine Einsatzmedaille Gefecht verliehen bekamen. Seine Vita (von der Bundeswehr-Webseite; allerdings werden solche Kommandeurslebensläufe von der Bundeswehr immer blitzartig gelöscht, wenn jemand die Funktion wechselt):

Brigadegeneral Kai Ronald Rohrschneider
Brigadegeneral Kai Ronald Rohrschneider wurde am 4. März 1964 in Bochum geboren. Er ist verheiratet.

Militärischer Werdegang
1983 bis 1984 Eintritt in die Bundeswehr als Offizieranwärter im PzBtl 63, Arolsen
1984 bis 1988 Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr Hamburg, Abschluss als Diplomkaufmann
1988 bis 1992 Zugführer und Fernmeldeoffizier im PzLehrBtl 93, Munster
1992 bis 1996 Kompaniechef Panzerkompanie im PzBtl 74, Cuxhaven
1996 bis 1998 Teilnahme am Generalstabs- / Admiralstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg
1998 bis 2000 G3 op im Heeresführungskommando, Koblenz, Planungs- und Einsatzführungsoffizier zunächst KVM (L) dann KFOR
2000 bis 2001 Teilnahme am Advanced Command and Staff Course am Joint Services Command and Staff College in Shrivenham, GBR
2001 bis 2003 Referent BMVg PSZ I 4, Personalführung der Obersten und Generale des Heeres; Verantwortlich für Vorbereitung PBA und PK
2003 bis 2005 Chef des Stabes Jägerbrigade 37, Frankenberg
2005 bis 2007 Kommandeur Panzerbataillon 393, Bad Salzungen
2007 bis 2008 Personalstabsoffizier Personalamt PST 112 A; verantwortlich für die Personalführung der Generalstabsoffiziere des Heeres bis einschließlich A15
2008 bis 2011 Abteilungsleiter G3 13. PzGrenDiv, Leipzig
2011 bis 2012 Teilnahme am National Security Programme am Canadian Forces College in Toronto, CAN
2012 bis 2014 Referatsleiter Pol I 2 Sicherheitspolitische Grundlagen der Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Einsätzen
seit März 2014 Kommandeur Panzerbrigade 21 „LIPPERLAND“
Einsätze
2006 Chef des Stabes PRT Kunduz, ISAF
2009 bis 2010 Kommandeur PRT Kunduz, ISAF
Beförderungen
1986 Leutnant
1989 Oberleutnant
1992 Hauptmann
1997 Major
2000 Oberstleutnant
2009 Oberst
2014 Brigadegeneral
Auszeichnungen
Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber
Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
NATO Medaille ISAF
Einsatzmedaille in Bronze ISAF
Einsatzmedaille Gefecht ISAF

(Archivbild: Der damalige Oberst Rohrschneider am 28. September 2009 bei der Übernahme des Kommandos über das PRT Kundus; im Hintergrund der damalige ISAF-Regionalkommandeur und Brigadegeneral Jörg Vollmer – Bundeswehr/Wolfgang Marx)

 

 

44 Gedanken zu „Erneut ein deutscher Stabschef bei der U.S.Army in Europa

  1. Eine gute Nachricht für die Bw! Bestimmt auch auf gute Leistungen von BG Laubenthal zurückzuführen, und gut für die deutsch-amerikanische Kooperation im täglichen Dienst.

    OT: Im Lebenslauf erscheint die OffzAusbildung sehr kurz (1 Jahr), war das zu dieser Zeit normal?

  2. Was erscheint in einer Offizierausbildung von Eintritt 1983 und der Beförderung zum Leutnant 1986 mit 3 Jahren kurz?

  3. Eintritt 1983, Beförderung 1986.
    Mit 3 Jahre ist die Zeit zum Leutnant als OA völlig normal, Mannschafter, Fahnenjunker, Fähnrich, Oberfähnrich innerhalb der 3 und ab 86 dann Offizier.

  4. Danke für das verlinken, des erhellenden ZON Artikels über Afganistan. Mir ist kein anderer Artikel bekannt der derartig drastisch die Lage beschreibt.

  5. @Danyx @Steffen

    Das war mir bewusst. Insofern unterscheidet sich die „neue“ Ausbildung (OA-Btl etc.) auch nicht von der vorherigen. Dennoch, wie aktuell, nach 12 (oder 15) Monaten Studium?

    Die Beförderung nach drei Jahren zum Leutnant ist nüchtern betrachtet nichts weiter als der Abschluss der Beamtenausbildung gehobener Dienst, sprich die Eingruppierung in A9.

  6. Nein Hans, sie unterscheidet sich erheblich!
    Denn die von Rohrschneider durchlaufene Ausbildung (Ins Studium nach einen Jahr) ist jene, die Ende der 80er im Heer aufgegeben wurde, weil es den jungen Offizieren in Ihrer ersten Truppenverwendung erheblich an Erfahrung und Handlungssicherheit mangelte.

    Zwischen Ende der 80er und 2006 wurde der Offizieranwärter/Offizier im Heer bereits vor dem Studium vollständig ausgebildet bis zur Ebene ZgFhr und Bediener des Haupt(waffen)systems seiner Truppengattung. Nach jedem Ausbildungsabschnitt und erreichen einer neuen Führungsebene wurde der OA in einem mehrmonatigen Praktikum in einer Einheit seiner Truppengattung verwendet, um das Erlernte umzusetzen und Erfahrung zu sammeln. Ins Studium ging es erst nach 3,25 Jahren. Nach 3 bis 4 Jahren Studium ging der Oberleutnant dann sofort in die Truppe.

    Mit dem neuen System seit 2006 gelingt es uns hingegen den Offizier in den ersten 6 Dienstjahren erfolgreich von der Truppe zu isolieren und wundern uns warum ein Oberleutnant nicht sein Handwerk beherrscht (beherrschen kann) und sich in der Truppe schwer tut. Wir sind wieder genau an dem Punkt wo wir Ende der 80er schon mal waren und es danach bewusst anders gemacht haben…

  7. @T.W.
    Möchte mich „Ungedienter“ anschließen und mich für den verlinkten ZON-Artikel bedanken. Sehr treffender Artikel mit vielen unschönen Wahrheiten welche ich leider zu genau der Zeit selbst als Zeitzeuge erleben durfte.

  8. Beamtenausbildung(?), verfahrensrechtlich als verbindlicher staatlicher Beschluss, na gut.

    Bodenständig betrachtet ist die Beförderung zum Leutnant in deutscher militärischer Tradition die Verleihung des Offfizierpatents, welche die Ernennung zum Offizier wirksam und glaubhaft machte.
    König Friedrich Wilhelm I. von Preußen z.B. fertigte ab 1713 jedes Offizierspatent persönlich aus.
    Das Patent für einen Militär-Beamten im Offiziersrang (um – nüchtern – bei Beamtenausbildung zu bleiben) wurde in der Regel vom Kriegsminister ausgestellt. Unteroffiziere erhielten ebenfalls Bescheinigungen über ihre Beförderung(en), die sogenannte „Bestallung“.
    Heute muss es der Offizierbrief der Offizierschule des Heeres für Heeresoffiziere tun.
    In Lw und Marine, soweit mir bekannt, werden in Anlehnung an die Tradition der Patentvergabe Lehrgangs-Urkunden mit dem Titel Offizierspatent verliehen, gut so.
    (Die profane Eingruppierung „gehobener Dienst“, die Gehalt zahlende Stelle freut es, der Herr Leutnant betrachtet mit Stolz sein Patent)!

    Wohin verschlägt es den BrigGen „Laube“?

  9. FlaOffz | 23. November 2016 – 19:22:
    “ … Wir sind wieder genau an dem Punkt wo wir Ende der 80er schon mal waren und es danach bewusst anders gemacht haben…“
    Auf den Punkt gebracht! Woran liegt dieses für die Bw seit ihrem Bestehen symptomatische „Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“?
    Genau! Es fehlt eine Institution, die Kontinuität, Konservierung von Wissen und Erfahrung sowie Lernen aus Erfahrung gewährleisten kann: Ein Generalstab.
    Hans Schommer

  10. @Hans Schommer
    TF/G 73, HDv 100/100 „Truppenführung“ vom September 1987, Nr. 615:
    „Der militärische Führer muss sich auf befehlstreue, selbständige und kritische Führergehilfen abstützen. Sie unterrichten, beraten, bereiten Entscheidungen vor, setzen diese in Befehle und Maßnahmen um und überwachen deren Durchführung. Wenn nötig, drängen sie den Führer zur Entscheidung und Tat. Ihr Denken und Handeln muss von seinem Willen und seinen Ansichten geleitet sein und durch seine Entscheidungen und Aufträge bestimmt werden“.
    [Zitiert nach: Christian Millotat, BrigGen und STAL III, FüH, in 1999 (?) „Das preußisch-deutsche Generalstabssystem …“]
    „… unterrichten, beraten, .. zur Tat drängen …“. Exakt das fehlt und zwar „…. im Geist selbstloser, schweigender Pflichterfüllung im Dienste der Armee. …“
    [Gen von Seeckt 1919 an seine GenstOffz, A.a.O., S. 59]
    Aber da militärstrategische Führungskunst weder verstanden noch gewollt wird (auf pol Ebene) stolpern wir weiter vor uns hin, mit fatalen Folgen hinsichtlich der Kontinuität von Offizier- und Feldwebelausbildung. In puncto Führerausbildung schaffen wir es im Dutzend-Jahre-Rhythmus Bewährtes in die Tonne zu treten.
    Bedingungslose Kapitulationen braucht’s hierzulande dazu nicht.
    Eine Maxime der Kriegstüchtigkeit in der Führerausbildung, wo?

  11. @ Hans

    „Es fehlt eine Institution, die Kontinuität, Konservierung von Wissen und Erfahrung sowie Lernen aus Erfahrung gewährleisten kann: Ein Generalstab.“

    Das kann aber auch nach hinten losgehen, wenn Wissen über „alte“ Kriege / Konflikte / Techniken u.s.w. konserviert und neue Entwicklungen nicht beachtet werden, falls der Generalstab mit alten und „uralten“ Offizieren besetzt ist die nicht gerade immer dem neuen aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Geschichte ist voll davon.

    Abgesehen davon hatte die BW ab 1955 doch soetwas wie einen Generalstab … auch wenn er nicht so heißen (durfte -darf – bis 2012: Führungsstab der Streikräfte) und seit 2012 in mehrere Kommandobehörden gegliedert ist. Das hat auch soweit Sinn gemacht da bis 1990 sowieso die Nato im Verteidigungsfall das Oberkommando hatte und quasi bis heute haben würde.

  12. @ tluassa | 23. November 2016 – 23:55
    Die Bundeswehr hatte zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd „so etwas wie einen Generalstab“.
    Und bezüglich Ihrer Befürchtungen: Da braucht nix nach hinten loszugehen. Wie kommen Sie denn auf die Idee der Besetzung mit „alten und uralten Offizieren“? Heimatfilme der ersten Generation? Nix für ungut – aber das ist doch kein Thema.
    Hans Schommer

  13. Da die Bundeswehr sowas ja angeblich niemals hatte könnte man genausogut fragen wie ihre Vorstellung eines Generalstabs aussieht, die müsste ja dann noch weit vor der Zeit der Heimatfilme verortet sein :)

  14. @FlaOffz / Hans Schommer:
    Die Ausbildung mit 3 1/4 Jahren bis zum Offz im Wechsel Schule und Truppe, dann Studium, dann wieder ZgFhr in der Truppengattung machte Sinn, um (halbwegs) erfahrenes Personal zu schaffen und, vor allem, zuerst eine militärische Prägung zu erhalten, bevor die akademische Freiheit Anforderungen an die Selbstdisziplin stellte.
    Insofern Zustimmung, dass dieses System grundsätzlich „bessere“ Offz hervorbringt.
    Die Wiedereinführung „Frühstudierer“ mit der „verschulten“ Laufbahn (und dabei Anpassung an Lw und Mar) war aber auch der immer höheren Einsatzbelastung geschuldet. Ein Btl, das nur noch aus „Team Hotel“ besteht und gerade den Grundbetrieb aufrecht erhalten kann, kann einem OA im Praktikum keinen Erfahrungsgewinn bieten. Vor allem dann, wenn Einsatz / Einsatzvorbereitung auf einem „artfremden“ WaSys stattfinden und das Btl z.B. von Leo auf Fuchs oder Dingo umsatteln muss (und zu Übungszwecken wg. MatMangel Unimog fährt).
    In der jetzigen „verschulten“ Laufbahn findet sich konsequent die Ausrichtung der Bw nach „Optimierung“ und „Zentralisierung“ wieder.

  15. @ Mike:

    Ich denke, da spielten gleich mehrere Gründe eine Rolle. Eine gewisse Affinität bestimmter Personen zum FRA/GBR-„Kadettensystem“. Hohe Kosten, die dadurch entstanden, dass man „am Bedarf“ vorbeiausgebildet hat, weil sich Strukturen/Bedarfe rasant veränderten. Anpassung an die 15 Monate bei Lw und Mar usw…

  16. @Mike
    „Die Wiedereinführung „Frühstudierer“ mit der „verschulten“ Laufbahn (und dabei Anpassung an Lw und Mar) war aber auch der immer höheren Einsatzbelastung geschuldet. Ein Btl, das nur noch aus „Team Hotel“ besteht und gerade den Grundbetrieb aufrecht erhalten kann, kann einem OA im Praktikum keinen Erfahrungsgewinn bieten.“

    Einspruch. Im alten Ausbildungsgang kamen die OAs mehrere Monate in das Btl und waren fachspezifisch bereits als ZgFhr ausgebildet. Da ist neues Material oder Auftrag Einsatzvorausbildung eher gewinnbringend und herausfordernd zu sehen.
    Und heute? Kommen immer noch OAs zum Praktikum. Haben keinerlei fachliche Ausbildung, können noch nicht mal als GrpFhr eingesetzt werden und das Btl soll Themen ab- und ausbilden, die früher Inhalt des OAL 1 waren. Das bindet Personal in Zeiten hoher Einsatzbelastung und ist meiner persönlichen Ansicht nach, Unsinn.

    Bei den Gründen sehe ich mich da eher bei Hans Dampf.

  17. Auch wenn das bald OT wird, das Offizierpatent ist keine Laufbahnbefähigung gehobener Dienst, denn sonst wäre es ja anrechenbar in anderen Verwaltungen. Es wird nur innerhalb der Streitkräfte anerkannt.
    Genauso wie für den höheren Dienst im zivilen ein Master/Diplom zwingend erforderlich ist, die Bundeswehr regelt das im Zweifelsfall mit dem SOL (oder wie der heisst). Denn man kann auch ohne Studium StOffz werden, in anderen Verwaltungen nur mit Praxisaufstieg machbar und auch da wird aktuell ein MA/MBA mittlerweile vorgesehen.

    Und es ist erstaunlich, was BG Laubenthal dort in Wiesbaden geleistet hat, insbesondere da dies eben KEIN Nato HQ ist, sondern ein reiner US Stab. Die Erkenntnisse, wie man eben auch seine Truppen betreuen kann, Support der Familienangehörigen, etc. Hoffentlich wird er diese Erkenntnisse und Erfahrungen im politischen Bereich richtig platzieren können; die Ministerin hatte Ihn ja auch in Wiesbaden besucht und auch Ihr Stab durfte in der OPZ nicht fotografieren. ;-)
    Regeln sind eben für alle da.

  18. Das wird nicht bald OT, das ist längst OT. Die Offizierausbildung in Geschichte und Gegenwart ist wahrlich nicht Thema hier, aber einige scheinen da ja übermäßiges Debattenbedürfnis zu haben. Könnten wir das einstellen?

  19. Bekommt denn der neue mehr zu sehen als sein Vorgänger oder war es nicht so schlimm wie in dem anderen Faden beschrieben?

    Stelle es mir schwierig vor wenn sich der Stabschef anhören darf:“ General tut uns leid aber diese Order die der Kdr erteilt hat und für deren Umsetzung/Koordinierung sie zuständig sind ist five eyes, aber glauben sie uns wir machen das schon.

  20. @IstEgal
    Also ich habe General Laubenthal vor ein paar Wochen getroffen und mehrere Stunden gesprochen.

    Im Ergebnis ist dann doch nicht so viel US Eyes only, da hat sich die US Seite auch sehr bewegt und tatsächlich hinterfragt was denn wirklich zwingend so geheim ist, dass der CoS das nicht sehen darf.
    Und in Deutschland sind ja auch viele Dateien in eine S2/G2 Zelle drin und ich habe im Friedensbetrieb sehr wenige Stabsabteilungsleiter gesehen, die da in irgendwelchen Rohmeldungen gesucht haben. Sondern eben Berichte bekommen haben.

  21. @TW : ja verstanden, aber den Kommentar muss ich noch loswerden…
    @Mike @HansDampf

    Militärisch macht der Spätstudierer deutlich mehr Sinn, da hatte das Herr für Ihre Truppengattungen das schon richtig gemacht. Lw und Mar hatten da nicht so die großen Probleme mit der Eingliederung Frühstudierer aufgrund der deutlich technischen Ausrichtung.

    Hauptgrund für die Wiedereinführung Frühstudierer Heer ist das Studium als solches.
    Nach 3 Jahren Truppe ist das Schulwissen in der benötigten Tiefe weg und vor allem in den technischen Studiengängen waren die Durchfallquoten der Heeresoffiziere deutlich größer.

    Das führt nahtlos zum zweiten Grund: Laufbahnrecht/Kosteneffizenz. Aufgrund der Teilfestsetzungen der Dienstzeit war ein Studienabbrecher Frühstudierer nach einer relativ kurzen Zeit wieder weg. Ausbildungkosten: OL und anteilig Studium. i.d.R. innerhalb der ersten4 Jahre (also Vor-Diplom / Bachelor).
    Wenn der Spätstudierer das Studium abbricht, muss er die Bw trotzdem verlassen, aber eben teilweise deutlich später UND Ausbildungskosten: 3 Jahre Offizieranwärterzeit inkl. aller Lehrgänge und anteilig Studium.

  22. @Flieger | 24. November 2016 – 16:03
    Jede einzelne Ihrer Aussagen ließe sich diskutieren und hinterfragen (ich für meinen Teil schließe mich z.B. keiner an). Aufgrund des abgeschlossenen OT steht das jetzt aber im Raum.

    Ich antworte daher mal im Bällebad.

  23. @ Hendrik:

    Wann bekommt man die „Einsatzmedaille Gefecht“? Wenn man „mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten“ hat.
    Man muss also nicht mit „Hurra“ auf den Feind zustürmen und diesen im zähen Ringen niederkämpfen, um diese Auszeichnung zu erhalten. Was nun genau bei Herrn General vorlag, entzieht sich meiner Kenntnis. Ebenso, was alles unter den Passus „hohe persönliche Gefährdung“ fällt.

  24. Laut Wiki wurde die Einsatzmedaillie Gefecht bis Juli 2015 bereits 5.782 mal verliehen.Bitte korrigiert mich aber mir kommt diese Zahl recht hoch vor.Die Vergaberichtlinien sind ja doch recht eindeutig verfasst und so wie ich diese lese müsste man für so eine Auszeichnung tatsächlich aktiv an einem Gefecht beteiligt gewesen sein.

  25. Nein, da lesen Sie selektiv. Im zweiten Teilsatz steht, dass man einer „Gefährdung“ durch militärische oder terroistischer Gewalt ausgesetzt gewesen sein muss. Das hat mit „aktiv“ nichts zu tun. Wenn also in meiner Nähe eine Rakete einschlägt, ist mir, ohne mein wirkliches Zutun, militärische Gewalt unter hoher persönlicher Gefährdung widerfahren. So eindeutig formuliert finde ich zumindest diesen Teil der Bestimmungen nicht.
    Aber das wird wieder zu OT und ich bitte schon proaktiv um harte und gerechte Bestrafung ;-).

  26. Dann passen die Dinge ja zusammen: AdjMin übernimmt im Dez die Brig 21, dann folgt im Januar die Veränderung von Rohrschneider und Laubental übernimmt die Division. Langenegger geht z.b.V. und dann in den Einsatz. Wenigstens ist diese Kette klar – der Rest läuft vss. über Einzelfallentscheidungen. Alles irgendwie anders als früher ;-)

  27. Zum Thema wer hat „gutes Blech an der Brust“ und überhaupt, mal alle „Regelorden“ wie Bundeswehrkreuz in allen Farben (benennen sie mal schnell irgendeinen Heini, hab ich selbst erlebt, einmal Kreuz in Bronze wird man Gold nicht vermeiden können), Einsatz in „Bonn“, Teilnahme am Sport in 3 Stufen abziehe und dann bleibt nichts mehr.
    Lesen sie mal- Hofe`s 4 Teile über 2.WK, ein „Frontschwein trug seine „Orden“ in der Tasche, hat ihm aber auch nichts genutzt.
    Ehrlich sind m.E. nur Tätigkeitsabzeichen(wenn man das auch noch macht) und besondere Tätigkeiten, die man mal gemacht hat (richtig was einzigartiges), nicht die Teilnahme an der Verpflegung Abzeichen a`la US oder RUS.
    Ich stelle ausdrücklich die Verdienste des BG nicht in Frage!

  28. @Les Grossmann | 25. November 2016 – 13:33
    „Ehrlich sind m.E. nur Tätigkeitsabzeichen(wenn man das auch noch macht) und besondere Tätigkeiten, die man mal gemacht hat (richtig was einzigartiges), nicht die Teilnahme an der Verpflegung Abzeichen a`la US oder RUS.“

    Das kann man übrigens auch komplett anders sehen, denn an „richtige“ Bandschnallen wie bei den Amis oder den Russen (oder den DEU bis 1945), erkennt ein geschultes Auge sofort wie man den Gegenüber einzuschätzen hat. Ist er ein Drinni oder ein Kämpfer, war er nur ein Sesselwärmer im Heimatland oder hat er auch Deployments hinter sich (wenn ja, welche) etc. etc.

    Aber naja, das ist jetzt hier doch schon etwas OT, oder?!
    ;)

  29. @ Les Grossmann, Koffer

    Ich kenne beide, BG Laufental und BG Rohrschneider.
    Letzteren als CdS in Kunduz. Beide haben sich zum damaligen Zeitpunkt meine Achtung verdient.

    Zu dem Thema Orden und Ehrenzeichen. Auch die Einsatzmedaille Gefecht sagt wenig aus. Ich kenne Kameraden die sie abgelehnt haben. Die Bewertungen zu dieser gehen weit auseinander.

    Von Einsatzmedaille Gefecht (nicht mit einem Gefecht gem. HDV 100/100 verwechseln) über Beschussmedaille und dem aus meiner Sicht treffenden „gut gemeint, schlecht gemacht.

    Letztendlich muss sich jeder selbst der Bedeutung der ihm verliehenen Orden und Ehrenzeichen bewusst sein.

  30. @MA

    ist zwar ganz schön OT (sorry @TW) aber ich muss ihnen entschieden in Bezug auf die Sonderstufe „Gefecht“ widersprechen:

    In Anlehnung an z.B. die USA soll die Sonderstufe Gefecht die Teilnahme (und eben genau das) an einer Gefechtshandlung während eines mandatierten (Sonderstufe) Einsatzes dokumentieren.

    Die Teilnahme ist heutzutage aber eben nicht mit dem Gefecht von früher vergleichbar:

    Angriff und Verteidigung bleiben die Ausnahme – Begegnungsgefechte sind die Regel. Und je nachdem wie ihre Rolle gerade ist, bestimmt diese auch ihr Verhalten. Jetzt macht es aus GEGNERsicht total Sinn einen General anzugreifen. Für diesen und sein PSD ist Gegner werfen und nachsetzen aber meist keine valide Option. Also CBHA (click boom hauling ass). Trotzdem hat hier der Trupp ja an einem Gefecht teilgenommen und dies wohl letztendlich mit der richtigen Handlungsentscheidung. Dafür die Sonderstufe.

    Ein „Verwundetenabzeichen“ soll es nicht geben – es würde imho sowieso mit der Sonderstufe Gefecht in Verleihungseinheit stehen. Und für „heroischen“ Einsatz im Gefecht gibt es das Verdienstkreuz für Tapferkeit.

    Ich finde im Gesamtkontext diese Auszeichnung „gut gedacht UND gut gemacht“

  31. Vergessen Sie da nicht den zweiten Teil der Bestimmungen? Der ist wohl dafür maßgeblich, dass man z.B. von „Beschussmedaille“ spricht. Provokant: zur falschen Zeit am falschen Ort –> Medaille. Ist das dann eine Leistung, die gewürdigt werden muss?

  32. @Hans Dampf | 27. November 2016 – 19:43
    Hmm, das spräche dann ja auch gegen jede Form der Verwundetenauszeichnung, der „Combat Badges“, ja sogar gegen „normale“ Tätigkeitsabzeichen (ausgenommen Springer und Lfz-Fhr, denn nahezu alle anderen kommen automatisch mit der Uffz/Offz Ausbildung).

    Sehen wir uns doch einmal die Auszeichnungen des BG Rohrschneider an:
    Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber + Gold
    NATO und Bw Medaille ISAF
    Einsatzmedaille Gefecht ISAF

    Wie es bei einem guten Soldaten sein soll, erkennt man daran eine ganze Menge über ihn.

    Z.B. im Kontrast zu jemandem, der „nur“ ein EK in Silber/Gold hat, aber keine Einsatz- u. Gefechtsmedaille.

    Um wieder zurück eigentlichen Thema dieses zum Diskussionsfadens zu kommen: Diese Auszeichnungen sagen übrigens auch etwas aus über seine Fähigkeit bei unseren US-Allierten ernst genommen zu werden aus. Denn dort sind Einsatzmedaillen und „Combat Badges“ sehr wichtig…

  33. @Hans Dampf

    Nochmal: Gefecht ist Gefecht. Ob sie es gesucht haben oder es sie gefunden hat spielt keine Rolle – und glauben Sie mir für die Teilnehmer schon mal garnicht. Was für eine Spectator-discussion…
    Egal ist dabei eben auch ob sie koordiniert im Angriff stehen, sich zum Gegenstoß formieren oder eben einfach nur ausweichen oder in Deckung gehen. Es ist nicht gesagt, welche der Optionen dabei für den Soldaten das größte Risiko darstellt. Und ja Ausweichen kann situationsabhängig in einem „gefährlicheren“ Gefechtsbild ablaufen als ihre individuelle Rolle in einem Angriff/Handstreich etc…

    Wenn sie einem Soldaten heute erzählen wollen, dass er bei seinem IED Anschlag/Hinterhalt nachdem er unter eigenem Feuer ausgewichen ist nicht an einer Gefechtshandlung teilgenommen hat sondern „nur zur falschen Zeit am falschen Ort war“ dann hoffe ich inständig, dass sie dazu nie Gelegenheit haben werden.

    oder

    „Sorry sie waren sofort bewusstlos nach dem Anschlag – tough luck no combat for you. For the brave rest of you: Here are your medals“ ?

    Autounfall isses nur für den Fahrer?

    Was für eine Diskussion…

  34. M. E. hat sollte diesen Orden jeder bekommen, auf den mal geschossen wurde. Wie früher das KVK. Aber wer sich im Kampf durch Tapferkeit ausgezeichnet hat, sollte eine diesen Verdienst würdigende Auszeichnung bekommen. So ist es ja wohl auch geplant. Allerdings sollten da die Mitstreiter drüber bestimmen – denn das funktioniert immer.
    Auch wie früher – ähh, also richtig früher.
    Hans Schommer

  35. @Hans Schommer | 27. November 2016 – 22:23
    „Allerdings sollten da die Mitstreiter drüber bestimmen – denn das funktioniert immer.“

    Klar, weil Armeen ja auch basisdemokratische Organisationen in denen Beförderungen und Orden genauso wie taktische Entscheidungen durch Mehrheitsbeschluss vergeben werden…

    Ich bin raus :(

  36. @ Jas | 27. November 2016 – 17:52

    „Jetzt macht es aus GEGNERsicht total Sinn einen General anzugreifen.“

    Das war ‚frueher‘ immer ein Ziel um Intel zu bekommen oder Fuehrerkoepfe zu eliminierern. Heute eher um Loesegeld zu sammeln.

  37. Nennt sich High Value Target (HVT). Selbige sind NATO-seits sehr schön gelistet, auf der HVT-List, bezogen auf das jeweilige theatre.
    Dauerbrenneraufgabe der G2-branch.
    Warum sollten andere dies nicht so handhaben?

  38. Zum Thema dieses Eintrags gibt es offensichtlich keinen Debattenbedarf, dann kann ich die Kommentare ja schließen.

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