Leseempfehlung zum Sonntag: Vor 20 Jahren, in Bosnien

sarajevo_nachtwei_okt1996

Vor ziemlich genau 20 Jahren, am 22. Oktober 1996, standen Bundespolitiker der Grünen am Rande der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Ihre Reise durch das vom Krieg zwischen Serben einerseits und Bosniaken und Kroaten andererseits zerstörte Land führte dazu, dass die Partei ihre ablehnende Haltung zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr änderte.

Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei war damals dabei und hat zum 20. Jahrestag zusammengefasst, was ihn und seine Parteifreunde damals bewegt hat – und einiges in der der deutschen Nachkriegsgeschichte dann veränderte. Für seine Erinnerung

Wider das schnelle Vergessen: Am Hang von Sarajevo und das „Gelöbnis von Banja Luka“ – unsere Schlüsselerfahrungen im Oktober 1996

eine dringende Leseempfehlung. Auch um sich bewusst zu machen, was sich in diesen 20 Jahren alles verändert hat.

(Foto: Friedhof in Sarajevo 1996 – mit freundlicher Genehmigung von Winfried Nachtwei)

9 Gedanken zu „Leseempfehlung zum Sonntag: Vor 20 Jahren, in Bosnien

  1. Kalter Kaffee. Das Lesen lohnt sich aber dennoch. Nicht nur um festzustellen, was sich bei den Grünen so alles verändert hat. Sondern auch wer.
    Hans Schommer

  2. Ich sag‘ nur: Hufeisenplan.

    Warum haben die Verbündeten die Stadt damals nicht entsetzt?

  3. @TM

    Hufeisenplan ist aber Kosovo… das hat jetzt nix mit einem Bewusstseinswandel bei den Grünen zu tun…

    pi

  4. Da war ich dabei.

    Es war haarsträubend, mit welcher Naivität die Grünen dort ankamen…

    Ausnahme: Angelika Behr. Sie war offensichtlich die Einzige in der gesamten Delegation, die sich auf diesen Besuch vorbereitet hatte. Und das gründlich, wie ich in einem Gespräch mit ihr vor Ort feststellen konnte.

  5. Kalter Kaffee ist das mitnichten! Es zeigt deutlich, die Begegnung mit der Realität Dogmen ins wanken bringen. Das funktioniert aber nur wenn, wie auch deutlich beschrieben, diejenigen die es betrifft auch sehen wollen. Ich finde das läßt sich sehr gut auf die heutige Situation übertragen. Provokant könnte man sagen, Entscheider nach vorn. Das kann den Blick für die Folgen der getroffenen Entscheidungen nur schärfen.

  6. Danke für den Link – das war ziemlich interessante Lektüre. Ich habe großen vor Herr Nachtwey, und seine Erinnerungen haben dazu noch beigetragen. Ich musste beim Lesen des Öfteren daran denken, dass er eigentlich ein Musterbeispiel für Max Webers Beschreibungen der Gesinnungs- und Verantwortungsethik darstellt.

Kommentare sind geschlossen.