Der künftige Cyber-Inspekteur der Bundeswehr steht fest

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Fürs Protokoll, und es ist keine Überraschung: Eine Woche nach Berufung des neuen Leiters der Abteilung Cyber- und Informationstechnik im Verteidigungsministerium hat Ressortchefin Ursula von der Leyen den künftigen Inspekteur des geplanten neuen Kommandos Cyber- und Informationsraum (CIR) benannt. Der Luftwaffen-Generalmajor Ludwig Leinhos (Foto oben) soll ab 1. April kommenden Jahres das neue Kommando befehligen und wird dann zum sechsten Inspekteur einer Teilstreitkraft bzw. eines Organisationsbereiches der Bundeswehr.

Aus der Mitteilung des Ministeriums:

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den derzeitigen Leiter des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum (CIR), Generalmajor Ludwig Leinhos, für die Führung des neu aufzustellenden Kommandos CIR bestimmt. Er wird diese Funktion ab dem 1. April 2017 wahrnehmen. (…)
Das neue Kommando CIR in Bonn soll rund 300 Dienstposten haben. Zum gesamten neuen militärischen Organisationsbereich CIR sollen 13.500 Dienstposten gehören, die größtenteils aus anderen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr in die neue Struktur überführt werden. (…)
Generalmajor Ludwig Leinhos weist exzellentes Fachwissen für die Führung dieses neuen Bereiches auf. Er ist 60 Jahre alt und trat 1975 in die Bundeswehr ein. Ursprünglich aus dem Bereich der Elektronischen Kampfführung stammend, war sein militärischer Werdegang von verschiedenen Führungsverantwortungen im In- und Ausland im Bereich Führungssysteme, IT-Planung und Anwendung geprägt. Bevor er am 1. Juli 2016 Leiter des Aufbaustabes CIR wurde, war Leinhos Verantwortlicher für Cyber Defence im NATO Hauptquartier in Brüssel. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Auf der Informationslehrübung Landstreitkräfte (ILÜ) auf den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen war am (heutigen) Freitag auch Leinhos anwesend; eine interessante Frage wird ja, ob auf der nächsten ILÜ im kommenden Jahr neben den Inspekteuren Jörg Vollmer (Heer), Martin Schelleis (Streitkräftebasis) und Michael Tempel (Sanität) auch Leinhos als vierter Inspekteur sitzt. Die Kräfte der Elektronischen Kampfführung, die bei dieser Übung auch dabei waren, gehören ja dann zu seinem Organisationsbereich.

(Da ich auch auf der ILÜ war, kommt die Meldung vom vormittag mit ein wenig Verspätung; dafür gibt’s dann auch noch was zur ILÜ, voraussichtlich aber am morgigen Samstag.)

28 Kommentare zu „Der künftige Cyber-Inspekteur der Bundeswehr steht fest“

  • Siggi   |   14. Oktober 2016 - 21:22

    Hatte schon Angst, dass die ganze schoene Arbeit im Aufbaustab nicht in eine B9 muendet…

  • Hunter   |   14. Oktober 2016 - 21:23

    Die Wahrscheinlichkeit mit dem Sitzen ist groß:

    https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYs9E4IwEET_UY40ONqFwcJSGoTGCXCDN-aDOQ_T8ONNCndnXvN2YYTcYL-0WqEYrIMHDDNdpqSmtKCyb9nROfyohCTI-JQXegzQl2MezDGgFAoGocyVrURWW2RxxezM2ShaYKh02-hT9Y8-zPVuur4-1-2t6WDz3vwA7eTypg!!/

    “ … wird den Inspekteuren ….. gleichgestellt.“

    [Der Link funktioniert so nicht, wie Sie ihn einstellen. Aber es ist der gleiche Link, den ich oben gesetzt habe – Sie wollten ihn gerne noch mal haben? Dann bitte verkürzen. T.W.]

  • Closius   |   14. Oktober 2016 - 21:25

    Immer mehr Häuptlinge, aber immer weniger Indianer! Das Cyber-Kommando hätte doch dem Heer oder der Streitkräftebasis unterstellt werden können, ohne eine 6. Teilstreitkraft zu gründen.

  • Hans Schommer   |   14. Oktober 2016 - 21:31

    “ … eine interessante Frage wird ja, ob auf der nächsten ILÜ im kommenden Jahr neben den Inspekteuren Jörg Vollmer (Heer), Martin Schelleis (Streitkräftebasis) und Michael Tempel (Sanität) auch Leinhos als vierter Inspekteur sitzt.“
    Nein, das ist sicher keine der „interessanten Fragen“ zur ILÜ 2017. Da gibt es wahrlich andere Baustellen.
    Hans Schommer

  • Sascha   |   14. Oktober 2016 - 21:35

    Hallo,
    heißt das, dass auch die eloka dann der CIR oder wie muss ich das verstehen?
    „Die Kräfte der Elektronischen Kampfführung, die bei dieser Übung auch dabei waren, gehören ja dann zu seinem Organisationsbereich.“

  • Gridphoenix   |   14. Oktober 2016 - 21:43

    @Closius: Und da war es wieder: Die Frage nach dem Unterstellen unter einen existierenden Org-Bereich. Wie am vorgehenden Blog-Eintrag (Puma) sichtbar haben diese ja das Thema IT so richtig vorangebracht! Erst mit diesem Inspekteur auf Augenhöhe und einem CIO auf Augenhöhe im BMVg wird das Thema den heutezuzahe angemessenen Stellenwert erhalten…. (hoffentlich)…

  • Peter Popel   |   14. Oktober 2016 - 21:45

    Hallo Sascha, die EloKa wird auch zu CIR gehören. Das ganze KdoStratAufkl sogar.

  • Bin_dabei   |   14. Oktober 2016 - 23:08

    @ Gridphoenix   |   14. Oktober 2016 – 21:43

    Wie am vorgehenden Blog-Eintrag (Puma) sichtbar haben diese ja das Thema IT so richtig vorangebracht! Erst mit diesem Inspekteur auf Augenhöhe und einem CIO auf Augenhöhe im BMVg wird das Thema den heutezuzahe angemessenen Stellenwert erhalten…. (hoffentlich)…

    im Projekt Puma ist es nicht aufgrund schlechter Wahrnehmung der SKB oder FmTr Heer mit der IT so schlecht vorangekommen. Der Insp SKB war da ja schon auf Augenhöhe. Es war mangelnden finanziellen Ressourcen und unerfüllbaren Forderungen an die zu beschaffende IT geschuldet sowie einer Beschaffungspolitik, die nicht nach Verfügbarkeit sondern nach Wunschträumen orientiert war. Das wird in Zukunft durch einen weiteren OrgBer nicht besser werden sondern nur noch mehr Abstimmungsbedarf kreieren.
    Ein weiterer Kommandostab mit 300 DP schafft natürlich – wie man uns bei der Schaffung der SKB erzählt hat – zusätzlichen Mehrwert oder war es nur mehr unabgestimmte Schnittstellen.
    Die GRÜNEN haben in den 80ern eine strukturelle Nichtangriffsfähigkeit der Bw gefordert. Darüber sind wir bei der derzeitigen Strukturentscheidung hinaus. Man hat uns strukturell nicht mehr einsatzfähig gemacht und es geht noch weiter. Mehr Stäbe – weniger Truppe.

  • Fux   |   15. Oktober 2016 - 9:01

    Ich hoffe doch, dass General Leinhos seine Versetzungsankündigung für den neuen Dienstposten bereits offiziell vor 2 Wochen bekommen hat, um die neue 6-Monate-Frist einzuhalten ;-)

  • klabautermann   |   15. Oktober 2016 - 9:43

    @Peter Popel

    Na hoffentlich haben Sie recht. Ich war schon immer der Auffassung, dass C4ISR ohne EW keinen konzeptionellen und operativen Sinn macht.

  • Peter Popel   |   15. Oktober 2016 - 10:00

    @klabautermann
    Ich habe Recht und fordere auf, meine Aussage als Fakt anzuerkennen. Die FüUstg und MilNW (inklusive EloKa) mit ZOpKom werden unter CIR zusammengefasst. Dies folgt der Logik, daß in CIR der Informationsraum beinhaltet ist und in diesem wirkt die EloKa. Also bitte keine Zweifel.

    [Nicht dieser Ton – in welchen Milieus bewegen Sie sich sonst so bei Ihren Diskussionen, oder neigen Sie nur zur Befehlsausgabe? T.W.]

  • klabautermann   |   15. Oktober 2016 - 10:25

    @Peter Popel

    Damit keine Missverständnisse entstehen: ich bin ein ausgesprochener „Fan“ von C4ISREW

  • Zimdarsen   |   15. Oktober 2016 - 11:04

    Es ist gut und der überlebenswichtigen IT angemessen, dass wir einen verantwortungsvollen General und einen Org-Bereich bekommen der Standards setzt und die Empfindlichkeit der IT Welt offen legt.

    Da funktioniert mal wenige Stunden MS Word oder LoNo nicht und die Bw ist handlungsunfähig. Putin lacht sich schlapp.

    Evtl bekommen wir ja das Feldtelefon (mit Lichtwellenleiter) wieder ;-)

    ……und dies wäre nicht das schlechteste System.

  • Peter Popel   |   15. Oktober 2016 - 11:10

    @klabautermann
    Wir sind da ganz beieinander.

    @T.W
    Ich bewege mich in keinem Milieu, ich bin Soldat. Und es scheint mir, daß die Klarheit eines Befehls bisweilen hilfreich ist. Sie dürften dies gestern bemerkt haben, als in der letzten Station der ILÜ der Kdr des Gefechtsverbandes seinen Gefechtsbefehl gab, in Folge wusste jeder, was Fakt ist und was zu tun ist. Ich will natürlich versuchen, etwas milder zu werden.

  • Peter Popel   |   15. Oktober 2016 - 11:22

    @klabautermann
    Wir sind da ganz beieinander.

    @T.W
    Ich bewege mich in keinem Milieu, ich bin Soldat. Und es scheint mir, daß die Klarheit eines Befehls bisweilen hilfreich ist. Sie dürften dies gestern bemerkt haben, als in der letzten Station der ILÜ der Kdr des Gefechtsverbandes seinen Gefechtsbefehl gab, in Folge wusste jeder, was Fakt ist und was zu tun ist.

  • T.Wiegold   |   15. Oktober 2016 - 11:41

    @Peter Popel

    Sie dürften bemerkt haben, dass die Debatte bei AG nicht nach den Regeln von Befehlsausgabe und ähnlichem abläuft. Das ist ja nicht die ILÜ hier.

    (Grandioser Spruch, übrigens: „Ich bewege mich in keinem Milieu, ich bin Soldat.“)

  • MartinW   |   15. Oktober 2016 - 11:58

    Bei den vielen Fragen zur Struktur des Kdo CIR eine Nachfrage:

    Gibt es denn bereits ein Papier (es gibt ja normalerweise für alles ein Papier im BMVg…), das die Gliederung des Kdo CIR sowie des OrgBer. darstellt? Und (wie) ist hier die organisationelle Verzahnung mit dem EinFüKdoBw geplant?

  • Peter Popel   |   15. Oktober 2016 - 11:59

    Herr Wiegold, so machen wir es.
    Und in der Tat ist die Sache mit dem Soldat, dem Milieu und dem Staatsbürger in Uniform ein Thema, daß wir mal angehen könnten – Innere Führung und so.

  • ThoDan   |   15. Oktober 2016 - 12:03

    @Peter Popel

    Ich dachte immer eine der traditionellen Stärken des deutschen Heeres wäre die Erwartung , das Untergebene ihren Vorgesetzten in verständlichen Worten mitteilen:
    Ihr Vorhaben ist einzigartig suboptimal.

    Den Spruch habe ich noch nicht mal von schlimmsten Militärgegnern gehört

  • Elahan   |   15. Oktober 2016 - 12:26

    „Ich habe Recht und fordere auf, meine Aussage als Fakt anzuerkennen.“

    Bester anti Forumsspruch ever ;-)

    Nach dem postfaktischen Zeitalter nun das postdiskussions Zeitalter. So kanns laufen wenn die Lw EloKa abgibt. Schluß mit lustig und nun wird EloKa, ERWE und ELS am Tornado befohlen …… wenn das der EH wüßte.

  • Thomas Melber   |   15. Oktober 2016 - 12:37

    @MartinW
    Das Ministerium hat hierzu den Untersuchungsbericht veröffentlicht (ist öffentlich) – Abschlussbericht Aufbaustab Cyber- und Informationsraum

  • klabautermann   |   15. Oktober 2016 - 12:45

    @Elahan

    lol – es ist ja auch extrem verwirrend: Innere Führung, truppendienstliche Führung, Einsatzführung, fachliche Führung, operative Führung, taktische Führung, administrative Führung, Führung aus einer Hand, Führungsunterstützung aus einer Hand……etc.pp.
    Rein begrifflich ist die BW doch schon im Zeitalter im postbabylonischen Zeitalter angekommen. Es gibt da nur eine Führungskonstante und das ist das „ung“ ;-)
    Sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner der postmodernen, deutschen, militärischen Führungskunst

  • Peter Popel   |   15. Oktober 2016 - 13:01

    Ich bedaure die gefühlte Schroffheit meiner Aufforderung zur Kenntnisnahme bezüglich CIR und EloKa.

  • cosmo   |   15. Oktober 2016 - 23:27

    Nun, dann wird CIR Universitätsabsolventen, die ihren Abschluß mit 3,9 gemacht und somit keine Chancen bei IBM, HP,Oracle,Sun, SAP & Co. auf einen gut bezahlten Job haben, bekommen.
    Dann fängt man wieder bei Konrad Zuse an und wird nach einiger Zeit verblüfft feststellen, das die Bereiche „Information Security/Data Security“ in großen Unternehmen der Bundeswehr mal wieder um Lichtjahre voraus sind.
    Vielleicht sollte man die zukünftigen Cyber-inspekteure vor Amtsübernahme mal zwei Jahre als Praktikant in eine der o.a. Unternehmen schicken damit sie auf den aktuellen Stand kommen.

    Alternativ käme als Outsourcer natürlich auch der Chaos Computer Club als Subunternehmer/PMC in Frage (SCNR….)

  • Peter Popel   |   16. Oktober 2016 - 8:49

    @cosmo
    Immerhin gelingt es bisweilen, ob Zufall oder nicht, unsere eigenen Uni-Absolventen mit entsprechendem Studium im Bereich IT/Cyber zu beschäftigen. Dies sind meist SaZ. Für eine längere Bindung über diesen Status hinaus muss sicher noch was gemacht werden. Ähnliches gilt für die Portepees, mit ähnlichem Ausbildungsgang.

  • Thomas Melber   |   16. Oktober 2016 - 8:57

    Vergessen ist wohl, daß auf dem Bw Campus in MUC eine „cyber faculty“ gegründet werden soll, so daß man die Möglichkeit hat, auch eigenen Nachwuchs heranzubilden – wobei natürlich der Austausch mit Externen nicht fehlen darf.

  • 0815   |   16. Oktober 2016 - 20:56

    CT..wie es früher immer hieß…DENKEN DRÜCKEN SPRECHEN…..gilt auch heute noch!
    AR SK