Bundeswehr redet mit ‚Pokémon Go‘-Herstellerfirma über militärische Liegenschaften

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Das mobile, an Geo-Daten orientierte Computerspiel Pokémon Go beunruhigt auch die Bundeswehr – die deswegen im Gespräch mit dem Hersteller Niantic Labs ist. Nachdem Spieler irrtümlich und ohne Rücksicht auf die Gefahr während einer scharfen Schießübung in den Bereich eines Truppenübungsplatzes marschierten, reagierte die Truppe mit einer internen Sicherheitsweisung, berichtete die Süddeutsche Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht). Dabei gehe es nicht nur um die Gefahren für die Spieler, sondern auch darum, dass vorgebliche Spieler mit ihren Smartphone-Kameras militärische Einrichtungen ausspionieren können.

Dazu vor der Bundespressekonferenz am (heutigen) Mittwoch der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberst Boris Nannt, nach dessen Angaben es bereits Gespräche mit der Spiele-Firma gibt:

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Das Transkript des O-Tons:

Frage: Herr Nannt, wie groß ist die Gefahr für die Bundeswehr, die von Pokémon-Spielern ausgeht? Dazu sind ja sogar Sicherheitshinweise herausgegeben worden. Es ist von mehreren Sicherheitsvorkommnissen auf Liegenschaften der Bundeswehr die Rede. Welche Art von Vorkommnissen ist oder war das, und wie viele sind es? Welche Gefahren können durch den Pokémon-Wahn für die Bundeswehr entstehen?

Nannt: Vor allen Dingen geht es um den Schutz von Leib und Leben der User und der Bevölkerung. Um das deutlich zu machen: Mir sind zwei Fälle bekannt – einer davon relativ prominent in Munster -, in denen es dazu kam, dass sich Zivile auf einen Schießplatz verirrt haben und dort plötzlich aufgetaucht sind, weil sie durch das Gerät gesteuert waren. Militärische Liegenschaften, wie Kasernen, Übungsplätze und Schießwand sind eben keine Spielplätze, auch keine Spielplätze für Erwachsene. Darum geht es letztlich.

Sie haben einen Sicherheitshinweis angesprochen, den wir gegeben haben. Er dient auch für uns zur Absicherung. Er ist ein internes Papier. Natürlich gilt für Liegenschaften ein allgemeines Betretungsverbot. Es geht hierbei ganz klar um den Schutz.

Zusatzfrage: Gibt es die Gefahr, dass sich Spione als Pokémon-Spieler tarnen und das zum Vorwand nehmen, um mit ihrer Kamera in der Nähe von Gegenden herumzulaufen, die man nicht fotografieren darf?

Gibt es Vorfälle, in denen Bundeswehrsoldaten selber ihren Dienstpflichten vielleicht nicht ganz hundertprozentig nachgekommen sind, weil sie Pokémon gespielt haben, oder gibt es eine Aufforderung oder Dienstanweisung, wie man damit während oder außerhalb der Dienstzeiten umgehen soll?

Nannt: Wir sollten nicht über hypothetische Fälle sprechen, sondern über Fakten. Zu den Fragen, die Sie jetzt gestellt haben, liegen mir auf Ebene des Ministeriums keine Erkenntnisse vor.

Zusatz: Die Frage, ob Sie in diesem Sicherheitshinweis die Soldaten auffordern, zum Beispiel nicht Pokémon zu spielen, ist nicht hypothetisch.

Nannt: Ja, aber bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich zu Sicherheitshinweisen, die intern sind, natürlich nichts sagen werde, weil gerade Sicherheitshinweise zum Schutz und zur Absicherung dienen und wir das natürlich nicht öffentlich diskutieren können.

Frage: Dürfen Soldaten Pokémon spielen oder nicht?

Nannt: Wir sollten jetzt über die Fakten sprechen und nicht über irgendwelche – – –

Zuruf : Das ist doch eine faktische Frage.

Nannt: Natürlich.

Frage: Herr Nannt, die katholische Kirche hat eigens einen Anwalt eingeschaltet, der sich darum bemüht, dass der Kölner Dom nicht als virtuelle Pokémon-Spielarena genutzt wird. Sind bei der Bundeswehr ähnliche Bestrebungen im Gange, um militärische Einrichtungen aus diesem Spiel herauszunehmen?

Nannt: Natürlich sind wir auch in Gesprächen.

Zusatzfrage : Mit wem?

Nannt: Wir sind insgesamt in der internen Abstimmung, um zu klären, von welchen Auswirkungen wir auf den Liegenschaften betroffen sind. Hierbei geht es, wie gesagt, um den Schutz. Wir müssen jetzt sehen, welche Maßnahmen wir vielleicht ergreifen und umsetzen müssen. Oberste Priorität hat für uns, wie gesagt, der Schutz. Wir stehen dazu auch in Kontakt mit dem Unternehmen.

Zusatzfrage: Also reden Sie bereits mit Niantic?

Nannt: Wir reden mit dem Unternehmen. Wenn das das Unternehmen ist, dann sind wir mit ihm in Gesprächen.

(…)

Vorsitzende Wefers: Herr Nannt hat noch eine Nachlieferung.

Nannt: Noch einmal zum Thema „Pokémon Go“: Weil Sie vorhin ein bisschen gelächelt haben, möchte ich das noch einmal klarstellen: Natürlich meine ich in der Freizeit. Nur, dass wir eine Sprache sprechen.

(Symbolbild: Pokémon-Figur in der Bundespressekonferenz; danke an Tilo Jung. Wer passendere Bilder zu diesem Thema hat: Mailadresse siehe Impressum)

34 Gedanken zu „Bundeswehr redet mit ‚Pokémon Go‘-Herstellerfirma über militärische Liegenschaften

  1. Man hat in der BW auch allgemein keine Ahnung wie das Spiel läuft, da im Sicherheitshinweis gefordert wird, dass bereits gefilmte Szenarien (Verknüpfung des Spielumfeldes mit der realen Umgebung) innerhalb von Liegenschaften der Bundeswehr unverzüglich zu melden sind, damit deren Löschung beim Spielebetreiber veranlasst werden kann.
    Es wird im Spiel aber nix gefilmt.

  2. @Sepplsdelight

    Soweit mir bekannt, greift das Spiel im augmented reality Modus auf die Kamera des jeweiligen Smartphones zu und bindet die damit gefilmten Bilder in das Spiel ein.

    @all, hat das auch von Niantic entwickelte Spiel Ingress (quasi der Vorläufer von Pokemon go) hier in Deutschland in den letzten Jahren einfach zu wenig Spieler gehabt oder wurde dort mit militärischen Einrichtungen/Sperrgebieten anders verfahren? Letztendlich ist das Konzept der augmented reality Spiele ja nicht erst aus diesem Jahr. In dem Zusammenhang wäre vll auch interessant wie unsere Nato-Partner das mit ihren Liegenschaften halten.

    Cheers
    Flip

  3. Echte Spione? Ausrede?
    Also gut, ich stelle mir folgendes vor: Ich bin aktiver Spion für eine freundliche oder auch feindliche Macht und will mich auf einen Truppenübungsplatz schleichen. Ich werde erwischt, blöd wie ich bin. Als letzten Rettungsanker nutze ich Pokemon. Gute Idee, muss man erst mal draufhaben.
    Normaler Pokemonspieler: Ich durchbreche sämtliche Absperrungen, ignoriere alle Hinweisschilder, suche eigentlich nur die blöden Biester (da muss doch eins sein), plötzlich taucht vor mir ein Leo 2 auf der mir fast über die Füße fährt oder ein paar 155 mm Granaten schlagen vor mir ein. Ganz ehrlich, meines Wissens nach wurde dafür der Darwin Award geschaffen, und das sollte auch reichen.
    Werferfehler
    P.S.: Der Gedanke diese Plätze frei zu halten ist natürlich richtig, denn Leute Typ 2 gibt es immer, und das muss ja nicht sein, allein der Papierkrieg.
    Edit: Das PS war sarkastisch gemeint, also das mit dem Papierkrieg, der Rest nicht. Nicht dass sich noch jemand aufregt, Werferfehler

  4. @Flip
    Die, die sich z.B. mit MilSichh beschäftigen. Aber leider wird ja oft alles ins Lächerliche gezogen, was vielleicht daran liegt, daß man extern eher selten eine Begründung für manche Erlässe u.a. bekommt.

  5. @flip

    „Soweit mir bekannt, greift das Spiel im augmented reality Modus auf die Kamera des jeweiligen Smartphones zu und bindet die damit gefilmten Bilder in das Spiel ein.“

    Ich kann beim Spielen die Kamera benutzen, um durch sie ein Pokemon zu sehen, das dann quasi in der Kameraansicht zu sehen ist. Ich filme aber nichts und mache keine Bilder. Es ist nur der Blick durch die Kamera, wo ein Pokemon o.ä. erscheint.
    Es ist aber natürlich in der Tat so, dass bestimmte Örtlichkeiten in Bundeswehrliegenschaften aufgrund ihrer Bekanntheit auch in Google maps mit Bild verlinkt sind (hier am Standort z.b.: ein Brunnen) und dementsprechend ein sog. „pokestop“ sich in der Kasernenanlage befindet.

  6. @Flip:
    Ich kann von den Amerikaner sagen das sie es wie folgt halten:
    In ihren Kaserne ist ja oftmals auch der Unterkunftsbereich so gestaltet das dort eben wirklich gewohnt wird, sprich es stehen Häuser, es gibt Supermärkte etc pp. Dort ist dieses Spiel erlaubt, also die Nutzung des Handy.
    In Sicherheitsrelevanten Bereichen gilt ganz klar egal welches Pokémon da Grade sitzt, es ist verboten ein Handy zu nutzen. Ist ja auch so beschildert.
    Erwischen lassen möchte ich mich persönlich damit nicht.

    Die viel größere Gefahr, und das sollte man nicht außer acht lassen, sind eben gehackte Handys, die sämtliche Daten an irgendwelche Adressen weiterleiten die ggf mit den Daten was anfangen können.

  7. Erste Reaktion: *prust*

    Zweite Reaktion: Das Problem ist ja nicht neu, Geocaching und Bookcrossing haben das Problem mit den verbotenen Plätzen schon Anfang der 2000er gehabt, und ermahnen ihre Benutzer entsprechend.
    Beim Geocaching muss der echte Ort immer in der Datenbank hinterlegt werden. Das wurde zum Teil manuell geprüft (durch Admins mit Ortskenntnis) und Caches auch wieder gelöscht. Vermutlich haben die das inzwischen auch (teil-) automatisiert.

    Zumindest in OpenStreetMap sind die (mil.) Sperrgebiete erfasst. Bei Google weiß ich das nicht (im kostenlosen Google Maps jedenfalls sind die einschlägigen Sperrgebiete hier in der Nähe nicht zu sehen). Sollte kein allzu großes Problem sein, diese in der Kartenbasis erfassten Gebiete für den Pokemon-Verteiler-Algorithmus zu sperren, oder? Denn die werten ja schon Sehenswürdigkeiten aus der Kartenbasis aus, und greifen auf GPS-Daten des Geräts zu. Das ist also auch ein Problem des Spieleherstellers, würde ich sagen.

  8. Das ungewollte Betreten von Sicherheitsbereichen ist ja nur eine Seite. Der wesentliche Punkt sind die Berechtigungen, die der Spielehersteller beim Laden der App erhält. Videos/Fotos können mit Geotagg ohne Wissen/ Erlaubnis des Nutzers „abgefischt“ werden. Und deshalb ist es richtig, die Nutzung in mil Liegenschaften zu verbieten.
    Denn diese Bilder hätten eine deutlich andere Qualität als die bisherige Auflösung eines Luftbildes in Google maps.

  9. Den Sicherheitshinweis inklusive Erinnerung an das bestehende Photographier- [sic] und Filmverbot innerhalb mil. Liegenschaften und dem Anhalt bereits „gefilmte Inhalte zu melden, damit die Bw von Niantic die Löschung verlangen könnte, hatte ich heute auch in der InBox.

    Dazu kamen mir – quasi als Realitätscheck – zwei Episoden sofort in den Sinn:
    1. Im Streit gekündigter MA eines Auftragnehmers lädt eingestuftes Video (inklusive peinlichem Flugunfall) auf YouTube. AN meldet dies als Sicherheitsverstoß, Weitergabe an MAD ergibt: *Schulterzucken, ISSO, kann man nix machen*

    2. Vor kurzem nach einer Besprechung in einem ansonsten als Lagezimmer genutzten Raum: Wie bewahrt man die Malings auf dem Whiteboard für die Zukunft? Ganz einfach: Privates Smartphon zücken, Foto machen, das Foto per Mail/Dropbox/whatever ins dienstliche Netz bringen. (Nebenbei: einen anderen, gangbaren Weg der Konservierung wüsste ich nicht.)

    Dass WhatsApp mittlerweile ein Führungsmittel bis auf Höhe Insp ist, ist glaube ich auch keine Neuigkeit.

    Nur mal so als Gegenüberstellung befohlene und IST-Lage.

  10. @Blutze:

    Da sitzt dann die Zweite Garde, die Erste wurde von Big Blue etc.bereits eingestellt :)

  11. Offensichtlich muss es bei der Bundeswehr doch noch einiges an freien Kapazitäten geben, wenn man für solche Dinge noch genug Zeit hat.

  12. Hm.
    Umzäunte militärische Liegenschaften werden von gut ausgebildetem, speziell ausgewähltem und hervorragend bewaffnetem Personal bewacht. Hier kann also niemand „aus Versehen“ und in sein Handy vertieft rein kommen.
    Oder?
    Und bei Truppenübungsplätzen: Wer an den Warnschildern vorbei läuft, auf denen unter anderem der Schusswaffengebrauch angekündigt wird: Pech gehabt. Augen auf im Straßenverkehr.
    Oder wollen wir jetzt den Autoverkehr lahm legen, nur weil einige zu blöd sind, vom Handy aufzusehen?

  13. Hm, könnte man nicht aus der Not eine Tugend machen und eine Art Pokemon go für ISIS entwickeln, um sie zu beschäftigen, oder ins Zielgebiet zu locken? ;-)

  14. @Stubenviech

    Im zivilen Bereich wird das von Kriminellen bereits so gemacht. Man weiss wo abgelenkte Opfer mit gezückten, entsperrten Handys auftauchen. Das ist eine perfekte Möglichkeit für ein Hardwareupgrade. So geschehen am Wochenende in Karlsruhe.

  15. Vielleicht bin ich zu alt.
    Militärisches Gelände ist No-GO und nicht Pokemon-Go. Wer da herumstolpert und in sein Mäusekino guckt statt nach vorne, ist voll verantwortlich.
    Ich halte es für absolut unerträglich, den Soldaten abzuverlangen, darüber nachzudenken, ob der Typ da vorne spionieren, klauen oder spielen will. Der wird festgenommen und der kostenpflichtigen, administrativen Mühle übergeben. Punkt.
    Wieso sich da ein Oberst mit befassen muss, ist mir schleierhaft.

  16. @Keng | 27. Juli 2016 – 19:10

    Der andere, gangbare Weg der Konservierung: Digitalkamera und Datenkabel.
    Das Smartphone alleine ist schon eine Sicherheitslücke.

    In der Industrie hätten Sie für den Umweg über die praktisch öffentliche Cloud eine Abmahnung in den Akten.

  17. Da hat wohl wer n Pikachu gefrühstückt … ich sag nicht wer. /SCNR

    P.S: War klar, dass da n Traumaton spawnt …

  18. Also langsam wirds echt lächerlich.
    Ein gehacktes Handy kann auch über GPS verfolgt werden, ohne dass das auf dem Gerät ersichtlich wird. Alleine durch die Provider-Daten die man sicherlich irgendwo sogar legal bekommt, kann man rausfinden wer gerade über welchen Masten mit dem Internet verbunden ist und per Triangulation über die einzelnen Masten den Standort rausfinden. So. Soviel zum Thema Sicherheit.
    WhatsApp ist im übrigen zwar öffentlich, die Server allerdings nicht. Es ist auch keine „öffentliche Cloud“ in der man Daten beliebig Down- und Uploadet. Das wäre im übrigen GoogleDrive oder Dropbox – und selbst da hat man ohne entsprechende Freigabe keinen Zugriff auf die Daten, die da drin sind. Auch hier gibt es sicherlich Wege und Mittel um dran zu kommen.
    Ob es jetzt besser ist, eine WhatsApp oder eine LoNo zu schicken um die Besprechung um 15:30 Uhr anzusetzen, sei mal dahingestellt, Metadaten werden auf jeden Fall gesammelt von den Servern. Und die kann man bei allem Nachrichten, die über das Netz gehen, einsammeln und abrufen – illegal und legal. Die BW nutzt ja auch Win7 als Betriebssystem – Datenkrake Microsoft als Stichwort. Wer was zu Recherchezwecken mit den nicht so rar gesäten Internetpasswörtern der BW im Netz sucht, sucht mit?- Na? Richtig, mit Google. Da braucht es also keinen fiktiven Spion mit PokemonGo vor der Nase um die BW auszuspionieren, das geht auch bequem vor einem Rechner aus Hinterdupfingen auf allen Kontinenten. Einerseits will man als Arbeitgeber attraktiver werden und dann verbietet man alles, was die oberen 10’000 nicht kennen. Einen Oberst zum Thema befragen, der ständig sagt, „Über den Sicherheitserlass sag ich nix“ oder „lasst uns über Fakten reden“ und dann ständig ausweicht, zeigt doch, dass das mal wieder ein Schnellschuss war. Statt einen IT-ler und einen Sicherheitsexperten der BW mitzunehmen, die auf diese Frage entsprechend reagieren können, mit nötigem Fachwissen und auch entsprechend fundierten Argumenten – ach, ne, lasst mal den mit den meisten Sternchen ran, die anderen sind ja bloß Fachpersonal, können also nix.
    Da schlägt das Hierarchiedenken der BW voll durch.
    Mannometer.
    Und ja, wer wie Hans-guck-in-die-Luft bzw -aufs-Handy über den Truppenübungsplatz trotz entsprechender Warnungen stolpert und dann von nem Panzer überrascht wird, ist selber Schuld. Wer im Alltag blind durch die Gegend läuft und dabei die plötzlich auftauchende Laterne umarmt, ist auch selber Schuld – oder werden dann Laternen abgebaut und verboten?

    Ich möchte an dieser Stelle meinen ehemaligen Vorgesetzten zitieren „Nur vor den Dummen schützen wir uns. Wer rein will (Anmrk:Kaserne), kommt auch rein. Ohne, dass wir eine Ahnung haben, es verhindern können oder es auch nur Nachvollziehen können.“

  19. @Ex-HG jetzt Student

    “ Einerseits will man als Arbeitgeber attraktiver werden und dann verbietet man alles, was die oberen 10’000 nicht kennen. “

    Klar, Pokemon-Go ist ja auch absolut überlebenswichtig und jemandem zu untersagen, dass er auf bestimmtem Gelände oder etwa zur Arbeits- oder Dienstzeit nicht „spielen“ soll ist auch menschlich kaum zumutbar.

    Ich stimme Ihnen zu: es IST lächerlich, dass sich Menschen drüber aufregen, dass sie nicht überall und zu jeder Zeit ungestört spielen dürfen bis zu einem Grad wo sie selbst die primitivsten Selbsterhaltungsinstinke aufgeben und vor Autos und auf Schiesstände laufen.

    Im Klartext: In den meisten Unternehmen dürfen Sie mit einer Abmahnung rechnen, wenn Sie Ihre Arbeitszeit mit Computerspiele verschwenden.

    Im Übrigen: „Nein“ es ist nicht egal ob Sie geschäftliche Dinge mit WhatsApp oder mit Lotus Notes kommunizieren – schon einmal die Nutzungsbedingungen gelesen? Es ist schon etwas anderes, ob die Datenkommunikation prinzipiell durch einen „hack“ kompromittiert werden kann, oder ob Sie per Nutzungsbedingung des Dienstes gleich die Rechte an sämtlichen Inhalten an den Dienstbetreiber abtreten.

  20. „Und ja, wer wie Hans-guck-in-die-Luft bzw -aufs-Handy über den Truppenübungsplatz trotz entsprechender Warnungen stolpert und dann von nem Panzer überrascht wird, ist selber Schuld.“

    Ob es darum geht? Falls die übende Truppe, die Übungsleitung oder eine sonstige Aufsicht feststellt, Keine Sicherheit vorhanden, gefährdete Person im Bereich, dann muss wohl der Übungsbetrieb unterbrochen werden. Und falls die Person bereits zu Schaden gekommen, dann kann eine Freigabe des Platzes lange dauern. Wahrscheinlich kann die übende Truppe heimfahren, der Slot ist verbraucht.

  21. @Ex-HG jetzt Student:
    „Ob es jetzt besser ist, eine WhatsApp oder eine LoNo zu schicken um die Besprechung um 15:30 Uhr anzusetzen, sei mal dahingestellt, …“

    Mal ganz abgesehen davon wie viele Vorschriften und Weisungen man dabei missachten würde, hat der Kommunikationsverbund Lotus Notes Bw doch bedeutend andere Schutzmaßnahmen und -verfahren als WhatsApp…

  22. @ThoDan,

    Bei uns ist die Regelung relativ eindeutig: Pause wird einem keiner die Tätigkeit vorschreiben (was aber auch hier nicht geht ist, dass man sein mobil-phone in eine „restricted area“ mitnimmt). „Leerlauf“ ist bezahlte Arbeitszeit. Es wird erwartet dass man sich dann eine sinnvolle Tätigkeit sucht – all das was irgendwann liegengeblieben ist. Leerlauf gibts bei uns also per Definition nicht. Bereitschaft hängt davon ab ob auf dem Gelände oder nicht. Auf dem Gelände sind Computerspiele bei uns generell untersagt (Unternehmensregelung). In der Praxis wird es geduldet, solange es massvoll und nicht störend ist – wenn aber jemand durch die Gegend läuft, seine Umwelt kaum noch wahrnimmt und sogar Zugangsbeschränkungen missachtet etc. wird es mit Sicherheit Sanktionen geben. Versenden unternehmensrelevanter Kommunikation über nicht zugelassene Wege (z.B. WhatsApp) ist ein Rauswurf, da dem Unternehmen durch die entstehende rechtliche Situation (IP Infringement, Insider-Info, etc.) erheblicher Schaden entstehen kann.

  23. @Rich

    Leerlauf nenne ich diese unkalkulierbaren Wartezeiten, wo die Arbeit wegen äusserer Umstände nicht weitergeführt werden kann aber man bereit sein muss dies zu tun oder es gar keine Möglichkeit gibt irgendwas annähernd sinnvolles zu tun, z.B. weil die Energien abgestellt sind.

    Oder einfacher ausgedrückt ohne Wasser geht auch kein putzen.

    Aber ehrlich gesagt, sehe ich dann keinen Unterschied ob wer in der Zeit die Mahabharat liest, Karten spielt oder daddelt.

    btw. ich würde empfehlen die Mahabharat in elektronischer Form mit sich zu führen

  24. @ThoDan

    Bisher scheinen Leute beim Mahabarat lesen noch nicht in entsprechender Anzahl vor Autos, auf einen Schiessplatz oder in restricted areas gelaufen zu sein …

    Es ist merkwürdig, dass man so etwas überhaupt regulieren muss. Man sollte eigentlich von jedem einen verantwortungsvollen Umgang mit was auch immer erwarten können – ist aber offensichtlich nicht der Fall.

  25. Pokemon Go ist ein geniales Psycho-Experiment „wie mobilisiere und leite ich Massen“. Die fallacy ist, dass man gemeinhin nur den front-end sieht, also den Spiel auf dem mobile phone. Aber aus der Sicht der Maschine dahinter hat man es mit vielen „particles“ (=Spieler) zu tun, deren genaue Position ich kenne, deren Sensoren man auslesen kann, und man mit der Zeit lernen kann wie man diese nach ihrem Verhalten klassifiziert und durch control stimuli (information) kontrolliert. Ich habe vor kurzem einen Journal gelesen „Digitales Manifest“ (Helbing, Gigerenzer, Hofstetter, et al – Heling ist Prof an der ETH Zurich und einr der grossen Experten im Bereich Multi-Agent und Crowd-Dynamics, Gigerenzer Spezialist für Risiko-Management am Max-Planck Institute und Hofstetter wohl eine der Expertinnen für ambient Intelligence und ambient law). Pokemon Go ist iw das was Hofstetter als dritte Stufe, die Control-Strategy bezeichnet, die Anwendung des kybernetischen Regelkreises auf Menschengruppen. An dem Thema wird seit langem gearbeitet (s auch Ingress, aber auch facebook mit seinen Projekten). Woe gesagt ein geniales Manipulationsexperiment.

  26. Dass „Mil. Sichh“ bei der Bw eher so als „laestiges Uebel“ wahrgenommen wird und in der Wohlfuehlzone doch eigentlich nur stoert, ist ja wirklich hinlaenglich bekannt.
    Anderswo bekommt man richtig „Stress“, wenn das MobTel, auch ausgeschaltet, hinter bestimmte Tueren auch nur mitgenommen wird!

    Was das dumme und gebotswidrige „Herumstuerzen“ auf TrUebPl angeht, sehe ich das nicht so einfach mit „Augen auf…“ erledigt, OBWOHL das grds der RICHTIGE Ansatz ist.
    ABER: „Wir“ haben Rechtsstaat, und da muessen sich dann erst einmal, nachdem ein „Augen zu“-Kandidat evtl geschaedigt wurde, alle Verantwortlichen (Kdtr, Ltd, SichhPers bis zum „Schuetzen“) vor Gericht verantworten und nachweisen, das SIE alles getan haben, um dem armen Spieler „kein Haar zu kruemmen“…
    Bei der dz „Verfassung“ deutscher Gerichte kann das „abenteuerlich“ werden.

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